N 19 juin 1987
974
Motion Braunschweig
hier etwas vom Jet-set-life erfassen lassen und möchte daran auch ein bisschen teilhaben und von den Brosamen mitessen, die da abfallen.
Ich wende mich im gegenwärtigen Zeitpunkt nicht grund- sätzlich gegen eine Beteiligung des Bundes an einem Gebäude für die Thyssen-Sammlung, aber möchte doch an dieser Stelle klar zum Ausdruck bringen, dass man von einem Mann, der es punkto Reichtum mehr als nur vermag, erwarten dürfte, dass er sich gegenüber dem Land, das ihn eingebürgert hat, auch etwas erkenntlich zeigt, indem er die entsprechenden Kosten selbst bezahlt.
Wir erwarten vom Bundesrat, dass er auch in diesem Sinne bei Herrn Thyssen vorstellig wird!
Frau Grendelmeier: Kulturdebatten in diesem Rat sind etwas eher Aussergewöhnliches und etwas, das man höch- stens am Schluss der Session noch anreissen darf. Ich möchte aber trotzdem Herrn Bundesrat Cotti für seine kla- ren Worte herzlich danken und ihn auch ermutigen, alles zu unternehmen, dass diese Sammlung in der Schweiz bleibt. Ich glaube, wir müssen uns immer wieder klarmachen, dass es neben reinen wirtschaftlichen Interessen noch andere gibt. Wir haben allen Grund, uns für ein solches Angebot in der Südschweiz stark zu machen. Die Südschweiz hat wenig Möglichkeiten, sich ausserhalb des Tourismus durchzuset- zen. Hier besteht die einmalige Gelegenheit, der Südschweiz ein eigenes Gesicht zu geben, und ich bitte Sie noch einmal, Herr Bundesrat Cotti, alles Mögliche zu unternehmen, wenn es dann darum geht, diese Kulturfreundlichkeit auch in klingende Münze umzuwandeln. Seien Sie also nicht knaus- rig, sondern mindestens so grosszügig, wie wenn es bei- spielsweise um ein militärisches Projekt ginge.
Mühlemann: Ich finde es bedauerlich, dass Herr Ruf die ausgezeichnete Vorarbeit des Bundesrates in Frage stellt. Man kann zu Herrn Heini Thyssen stehen, wie man will; er steht nicht zur Diskussion. Zur Diskussion steht vielmehr eine der bedeutendsten Gemäldesammlungen der Welt, die unserem Land erhalten bleibt oder nicht. Das ist die Frage. Dazu kommt ein durchaus materieller Gewinn im Rahmen des Tourismus für den Kanton Tessin.
Ich möchte Herrn Bundesrat Cotti beglückwünschen, wie er in dieser Sache die Führung übernommen, wie er das Ganze vorbereitet hat, und hoffe, dass die Verhandlungen erfolg- reich abgeschlossen werden können. Unsere Devise, auch in der öffentlichen Diskussion, sollte sein: «In dubio pro Ticino.»
85.903
Motion Braunschweig Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau. Ratifikation des Uebereinkommens Elimination de toutes les formes de discrimination à l'égard des femmes. Ratification de la convention
Wortlaut der Motion vom 3. Oktober 1985
Nach der eindrücklichen Annahme des neuen Eherechts durch das Schweizer Volk vom 22. September 1985 ersu- chen wir den Bundesrat, die Ratifikation des «Uebereinkom- mens über die Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau» vom 18. Dezember 1979 sobald als möglich in die Wege zu leiten, nachdem der Bundesrat dies sowohl im Bericht über die schweizerische Menschenrechtspolitik als auch in der Uno-Botschaft in Aussicht gestellt hat.
Ursprünglich machte der Bundesrat die Ratifikation des Uebereinkommens vor allem vom Gleichheitsartikel 4 Absatz 2 in der Bundesverfassung abhängig. Etwas enttäu- schend erwähnte der Bundesrat in der Fragestunde vom 10. Dezember 1984 neben der Annahme des neuen Ehe- rechts weitere Gesetzesrevisionen (Bundesgesetz über Erwerb und Verlust des Schweizer Bürgerrechts, Arbeits- und Sozialgesetzgebung) als Voraussetzung für die Ratifika- tion des Uebereinkommens. Demgegenüber ersuchen wir den Bundesrat, die Ratifikation nicht auf unbestimmte Zeit zu verschieben. Die absolute Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern im philosophischen Sinn wird ohnehin immer eine Utopie sein. Das Schweizer Volk hat indessen in den Jahren 1971 bis 1985 in etlichen Volksabstimmungen den Willen zur Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann zum Ausdruck gebracht. Mit dieser demokratischen Willensbildung ist die wichtigste Voraussetzung für die Rati- fikation des Uebereinkommens über die Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau vom 18. Dezember 1979 erfüllt.
Texte de la motion du 3 octobre 1985
Le 22 septembre 1985, une majorité impressionnante du peuple suisse a accepté le nouveau droit matrimonial; nous chargeons par conséquent le Conseil fédéral d'engager, le plus rapidement possible, la procédure de ratification de la Convention du 18 décembre 1979 sur l'élimination de toutes les formes de discrimination à l'égard des femmes. Cela est d'autant plus nécessaire que le Conseil fédéral l'a promis lui-même, et dans le rapport sur la politique suisse en matière de droits de l'homme, et dans son message concer- nant l'adhésion de la Suisse à l'ONU.
Initialement, le Conseil fédéral faisait dépendre la ratifica- tion de la convention avant tout de l'article sur l'égalité des hommes et des femmes (Constitution fédérale, art. 4, al. 2). A notre déception, il a, lors de l'heure des questions du 10 décembre 1984, posé des conditions supplémentaires à cette ratification, soit l'acceptation du nouveau droit matri- monial ainsi que la révision d'autres lois encore (Loi fédérale sur l'acquisition et la perte de la nationalité suisse et législa- tion dans le domaine social et en matière de travail). C'est pourquoi nous attendons du Conseil fédéral qu'il cesse de renvoyer cette ratification aux calendes grecques! Nous savons que l'égalité absolue entre les sexes - l'égalité telle que l'entendent les philosophes - sera toujours une utopie. Il n'en reste pas moins que le peuple suisse a exprimé plusieurs fois, à l'occasion des votations organisées entre 1971 et 1985, sa volonté de traduire cette égalité dans les faits. Et cette évolution de l'opinion publique satisfait à la condition sine qua non de la ratification de la Convention du 18 décembre 1979 sur l'élimination de toutes les formes de discrimination à l'égard des femmes.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Bäumlin, Bircher, Blunschy, Borel, Bundi, Chopard, Christi- nat, Clivaz, Deneys, Eggenberg-Thun, Eggli-Winterthur, Euler, Fankhauser, Fehr, Fetz, Friedli, Gloor, Grendelmeier, Gurtner, Hubacher, Humbel, Jaggi, Lanz, Leuenberger-Solo- thurn, Leuenberger Moritz, Longet, Maeder-Appenzell, Mauch, Meizoz, Meyer-Bern, Müller-Bachs, Nauer, Neu- komm, Ott, Pitteloud, Reimann, Renschler, Robbiani, Robert, Rohrer, Rubi, Ruch-Zuchwil, Ruffy, Seiler, Stamm Judith, Stappung, Uchtenhagen, Vannay, Wagner, Weber Monika, Weber-Arbon, Weder-Basel, Zehnder, Ziegler (55)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Interpellant verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Beantwortung.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 2. Dezember 1985
Rapport écrit du Conseil fédéral du 2 décembre 1985 Am 16. Juli 1985 hat Frau Bundesrätin Kopp anlässlich der Weltkonferenz zum Jahrzehnt der Frau erklärt, dass die Schweiz beabsichtige, das Uebereinkommen von 1979 über
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Motion Carobbio
die Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau möglichst bald zu unterzeichnen, wenn einst das zur Kon- kretisierung des Artikels 4 Absatz 2 der Bundesverfassung eingeleitete Aenderungsverfahren auf Gesetzesebene weiter fortgeschritten sein werde.
Der Bundesrat ist der Ansicht, dass der günstige Ausgang der Volksabstimmung vom vergangenen September über das neue Eherecht ein klares Anzeichen für den Willen der Bürger bildet, noch mehr als bisher die rechtliche und tatsächliche Gleichstellung zwischen Mann und Frau in der Schweiz zu verwirklichen, und die Annahme erlaube, dass unser Land, im Zuge der gesetzgeberischen Aenderungen, den Erfordernissen internationaler Akte wie des Ueberein- kommens von 1979 entsprechen wird.
Aus diesem Grunde wird der Bundesrat dieses Ueberein- kommen in den kommenden Monaten unterzeichnen. Die Ratifikation dieser Akte wird jedoch, abhängig vom Fort- schritt der Gesetzesrevision für eine verbesserte Gleichstel- lung zwischen Mann und Frau, nicht vor der nächsten Legislaturperiode erfolgen können.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat schlägt vor, die Motion in ein Postulat umzu- wandeln.
Ueberwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
86.193
Motion Carobbio Ambulante medizinische Behandlungen Mozione Carobbio Cure extra ospedaliere Motion Carobbio Traitements médicaux ambulatoires
Wortlaut der Motion vom 18. Dezember 1986 Unter Bezugnahme auf den Bericht des Nationalfonds «Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit im schweizerischen Gesundheitswesen (Ergebnisse des Nationalen Forschungs- programms Nr. 8)» sowie angesichts der Notwendigkeit, für die Eindämmung der Kosten konkrete Lösungen zu finden, ersuchen die Unterzeichneten den Bundesrat, zu prüfen, ob die langdauernde spitalexterne Pflege von Kranken zu Hause, namentlich die Pflege von Betagten, durch Aende- rungen gesetzlicher Bestimmungen gefördert werden kann.
Testo della mozione del 18 dicembre 1986
I sottoscritti, richiamato il rapporto del Fondo nazionale sul programma nazionale di ricerca per una maggiore efficienza del sistema sanitario svizzero e in vista di trovare soluzioni concrete atte a contenere i costi, domandano al Consiglio federale di studiare la possibilità di modifiche legislative per favorire la cura extraospedaliera di lunga durata a domicilio, in particolare per le persone anziane.
Texte de la motion du 18 décembre 1986
Se référant au rapport du Fonds national sur le programme de recherche pour une plus grande efficacité du système médical suisse et en vue de trouver des solutions permettant de freiner l'évolution des coûts, les soussignés demandent au Conseil fédéral d'étudier la possibilité de modifier la loi de façon à favoriser les traitements médicaux de longue durée à domicile, en particulier pour les personnes âgées.
Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Fetz, Friedli, Gloor, Gurtner, Herczog, Longet, Magnin (7)
Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit
La necessità di trovare soluzioni atte a contenere i costi delle cure mediche, farmaceutiche ed ospedaliere non deve più essere dimostrata. Una fra le possibili misure indicate dal recente rapporto del Fondo nazionale sul programma nazionale di ricerca per una maggiore efficienza del sistema sanitario è la promozione delle cure extraospedaliere di lunga durata a domicilio, in particolare per le persone anziane. Tale promozione potrebbe essere ottenuta ad esempio con un aumento dei contributi pubblici nell'ambito della legge sull'assicurazione malattia a quegli enti - can- toni, comuni - che promuovono strutture a tale scopo. Oppure attraverso maggiori sussidi a riduzione dei premi di quegli assicurati che, su indicazione medica, accettano di continuare le cure a domicilio. Si tratta quindi di esaminare la possibilità di modifiche legislative nel quadro della LAM o della LAVS o della LAI che vadano in tale senso.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 27. Mai 1987 Risposta scritta del Consiglio federale del 27 maggio 1987
Rapport écrit du Conseil fédéral du 27 mai 1987
L'autore della mozione invita il Consiglio federale a vagliare la possibilità di modificazioni legislative dell'assicurazione malattia, dell'AVS e dell'Al per favorire le cure mediche extraospedaliere di lunga durata, a domicilio, in particolare per le persone anziane.
Assicurazione malattia
Dopo la presentazione della Mozione Carobbio del 18 dicembre 1986, le Camere federali hanno adottato il 20 marzo 1987, la revisione parziale dell'assicurazione malattia (legge federale sull'assicurazione malattia e mater- nità, LAMM) nella forma detta del programma d'urgenza. Ora, la LAMM prevede una serie di provvedimenti atti a favorire le cure extraospedaliere e ad alleviare e migliorare la condizione d'assicurato delle persone anziane. Citiamo particolarmente i provvedimenti seguenti:
estensione delle prestazioni obbligatorie delle casse malati alle cure prodigate fuori dall'ospedale (art. 12 cpv. 1 n. 1 lett. b e art. 21 cpv. 6 LAMM) e ciò senza limite di durata (Art. 12 cpv. 3 LAMM);
assegnazione di un sussidio federale speciale alle casse malati che permette di compensare le spese supplementari cagionate dagli assicurati anziani invalidi, a livello delle cure medico-farmaceutiche (art. 35 LAMM);
conteggio delle spese del Cantone per le cure extraospe- daliere al momento della fissazione della partecipazione cantonale ai sussidi federali (art. 38ter cpv. 2 lett. c LAMM); - coordinamento più accentuato e più efficace delle cure medico-farmaceutiche prestate negli stabilimenti di cura, i ricoveri e a domicilio (art. 19bis LAMM);
Riteniamo che i provvedimenti precitati raggiungono almeno essenzialmente a livello dell'assicurazione malattia, l'obiettivo cui tende la Mozione Carobbio. Sul piano pratico, i Cantoni devono tener conto in modo appropriato delle cure extraospedaliere nell'ambito delle loro pianificazioni ospedaliere (art. 19bis cpv. 6 LAMM). Solo in tal modo si potrà operare una compressione dei costi, auspicata dall'au- tore della mozione.
AVS/AI
Svariati provvedimenti sono già stati adottati nell'AVS/Al per promuovere l'aiuto a domicilio a favore di persone grandi invalidi e invalidi il cui stato esige cure e assistenza. Così: - 65 milioni di franchi sono stati versati nel 1986 a numerose istituzioni che si dedicano all'assistenza delle persone anziane (cure a domicilio, aiuto a domicilio, cure mediche, consulenze ecc.) fondandosi sull'articolo 101bis LAVS. Si tratta di un sostegno considerevole della causa dei tratta- menti medici extraospedalieri;
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Braunschweig Beseitigung jeder Form von Diskriminierung der Frau. Ratifikation des Uebereinkommens
Motion Braunschweig Elimination de toutes les formes de discrimination à l'égard des femmes. Ratification de la convention
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Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 85.903
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 19.06.1987 - 08:00
Date
Data
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974-975
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