Postulat Lanz
527
Postulat zielt dahin, wenn möglich den vor 1974 geltenden Zustand wieder herzustellen.
Seit Juni 1974 sind die geänderten Vorschriften (Verord- nung zum Postverkehrsgesetz) in Kraft, welche im Bestre- ben, den Zustelldienst der PTT zu vereinfachen und Kosten zu senken, erlassen wurden. Es sei hier ausdrücklich aner- kannt, dass durch die Briefkastenversetzungen an die Grundstückgrenzen die gewünschte Rationalisierung und Kostensenkung durchgeführt werden konnten, was sicher als positiv zu werten ist.
Allmählich haben sich aber die negativen Seiten der ange- ordneten Briefkastenversetzungen verdeutlicht. Trägt diese Massnahme doch der zunehmenden Ueberalterung der Bevölkerung und den Behinderten keine Rechnung. Für ältere Leute, Behinderte und Kranke ist es eine unverhältnis- mässige Erschwernis, bei jeder Jahreszeit und Witterung ihren Briefkasten im Freien leeren zu müssen. Im Hinblick darauf, dass im schweizerischen Durchschnitt gut 15 Pro- zent der Einwohner 65jährig und älter sind, betreffen solche Hindernisse einen immer grösser werdenden Teil der Bevöl- kerung. Verschiedene, meistens vom Bund subventionierte, Organisationen (z. B. Pro Senectute) tragen mit ihren Hilfe- leistungen auf der einen Seite dazu bei, dass Betagte, Behin- derte und Kranke möglichst lange nicht in teure Spitäler oder Pflegeheime gehen müssen. Dadurch spart die öffentli- che Hand Geld. Auf der anderen Seite wird diese - auch aus zwischenmenschlicher Sicht richtige - Entwicklung durch die erwähnte Regelung wieder erschwert.
Seit langem und heute erst recht gehen die Bestrebungen dahin, nicht durch Einzelmassnahmen und Spezialbewilli- gungen den Behinderten ein einfacheres Leben zu ermögli- chen, sondern generelle allgemeingültige Richtlinien zu erlassen. Diese Denkweise trägt langsam Früchte in gesell- schaftlicher, baulicher und verkehrstechnischer Hinsicht. Um so widersprüchlicher ist es deshalb, im eigenen Wohn- bereich wieder Hürden erstellen lassen zu müssen, wo sonst mit viel Geld und Einsatz versucht wird, behindertengerecht zu bauen. Auch die Möglichkeit, dass Behinderte ein Gesuch stellen können, um den Briefkasten beim Haus belassen zu dürfen, bringt wenig. Wer weiss denn heute, ob er nicht schon morgen vorübergehend krank ist oder behin- dert bleibt?
Die PTT haben aufgrund der in den Ausführungsbestimmun- gen vorgeschriebenen Masse das Anbringen eines neuen Ablagekastens verlangt. Die Bauweise dieses Normbrief- und Ablagekastens birgt jedoch die Gefahr des Postdieb- stahls in sich. Weitere Nachteile sind: Bei nicht geleerten Kasten Animierung zu Einbrüchen, Wasseransammlung im Kasten, Verschandelung des Strassenbilds. Ein nachträgli- ches Anbringen an bestehenden Häusern ist zudem mit baulichen Schwierigkeiten verbunden. Es wäre deshalb wünschenswert, wenn auch auf diese Vorschrift verzichtet werden könnte.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 25. Februar 1987
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 25 février 1987 Der Bundesrat hat die Anliegen des Postulanten geprüft und ihnen im Rahmen der Teilrevision der Verordnung I zum Postverkehrsgesetz teilweise Rechnung getragen. Er ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen, und bean- tragt gleichzeitig Abschreibung.
Abgeschrieben - Classé
86.156
Postulat Lanz Bahnlinie Luzern-Montreux Ligne ferroviaire Lucerne-Montreux
Wortlaut des Postulates vom 15. Dezember 1986 Der Bundesrat wird eingeladen, das Projekt einer Meter- spur-Bahnlinie zwischen Luzern und Montreux mit allen ihm zur Verfügung stehenden materiellen und ideellen Mitteln zu unterstützen und so zu fördern, dass die Realisation wenn möglich auf den Zeitpunkt der CH 91 abgeschlossen sein wird.
Texte du postulat du 15 décembre 1986
Le Conseil fédéral est invité à encourager et à soutenir par tous les moyens dont il dispose le projet de ligne ferroviaire à voie métrique entre Lucerne et Montreux, et de faire en sorte que l'aménagement de cette ligne soit terminé pour CH 91.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-St. Gallen, Aregger, Borel, Bratschi, Cevey, Clivaz, Deneys, Dubois, Eggenberg-Thun, Euler, Fehr, Fierz, Fischer-Sursee, Friedli, Geissbühler, Gloor, Günter, Hari, Hofmann, Iten, Jung, Leuenberger-Solothurn, Leuenberger Moritz, Maeder- Appenzell, Martignoni, Martin, Mauch, Meizoz, Meyer-Bern, Müller-Bachs, Müller-Scharnachtal, Neukomm, Oester, Ogi, Perey, Pitteloud, Rechsteiner, Reimann, Röthlin, Rubi, Ruffy, Sager, Savary-Fribourg, Schärli, Schnider-Luzern, Schnyder-Bern, Seiler, Stamm Judith, Stamm Walter, Stap- pung, Tschuppert, Villiger, Zwygart (53)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Idee einer durchgehenden, umsteigefreien Meterspur- Bahnlinie Montreux-Luzern ist nicht neu, hat jedoch in jüngster Zeit konkrete Formen angenommen. Durch Einle- gen einer dritten Schiene auf den Normalspurstrecken Zwei- simmen-Spiez-Interlaken sowie gewisser Anpassung der bestehenden technischen Anlagen bestünde die Möglich- keit, ein - sowohl im Hinblick auf Entwicklung der touristi- schen und wirtschaftlichen Anziehungskraft als auch in bezug auf Fahrzeitverkürzung äusserst attraktives - Netz von Eisenbahnverbindungen zu schaffen, das sich vom Gen- fersee über die Waadtländer-, Freiburger- und Berneralpen bis nach Obwalden, Nidwalden und Luzern erstreckt. Die vorgeschlagene Lösung ist nicht nur geeignet, in den Frem- denverkehrsorten, die durch Schmalspurbahnen an die Transversale Luzern-Interlaken-Montreux angeschlossen sind (wie Engelberg, Grindelwald, Lauterbrunnen, Lenk, Gruyères usw.), zur Entwickung des Fremdenverkehrsge- werbes beizutragen, sondern auch einen Beitrag zur Ver- besserung der allgemeinen Demographie und Volkswirt- schaft aller an der Transversale liegenden oder an dieser angeschlossenen Gebiete zu leisten.
Die technische Machbarkeit wurde vom Ingenieurbüro Ber- net und Weyeneth in Bern überprüft und hat gezeigt, dass das Projekt durchaus realisierbar ist. Die Kosten würden sich auf etwa 30 Millionen Franken belaufen. Dabei handelt es sich um technische Massnahmen, die keinerlei Investitio- nen für Kunstbauten benötigen und technisch keine schwie- rigen Probleme stellen. Aus umweltschützerischer Sicht ist hervorzuheben, dass keine Landbeanspruchung nötig sein wird.
Das Projekt könnte auf den Zeitpunkt der CH 91 verwirklicht werden. Damit würden die Attraktivität der Eisenbahn und deren Umweltvorteile bestätigt werden und ein zukunftge- richtetes, bleibendes Werk geschaffen, das kaum soviel kosten würde wie 1 bis 2 km Autobahn.
Postulat Pini
528
N 20 mars 1987
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 18. Februar 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 18 février 1987 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Die Prüfung des darin zum Ausdruck kommenden Anliegens ist im Gange.
Ueberwiesen - Transmis
86.137 Postulat Savary-Waadt Förderung der Bioenergie Postulat Savary-Vaud Promotion de la bio-énergie
Wortlaut des Postulates vom 11. Dezember 1986 Der Bundesrat wird eingeladen, das Programm zu Pilot- und Demonstrationsanlagen der Wärmeerzeugung um Biogas- und Bioaethanolanlagen zu erweitern.
Texte du postulat du 11 décembre 1986
Le Conseil fédéral est invité à compléter le programme des installations énergétiques pilotes et de démonstration par la mise en place d'installations de bio-gaz et de bio-ethanol.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Berger, Candaux, Cottet, Dubois, Giudici, Perey, Petitpierre, Revaclier, Thévoz, Wan- ner
(10)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit La recherche, le développement et la réalisation d'installa- tions et d'appareils fiables ont incontestablement un carac- tère important pour l'utilisation des énergies renouvelables indigènes. Or si, dans le catalogue des projets élaborés par le Conseil fédéral, l'énergie solaire et les pompes à chaleur ont trouvé place, il n'en est pas de même pour la bio- énergie.
Pourtant, aujourd'hui, cette énergie non polluante mérite d'être prise en considération: personne ne comprendrait que la Suisse n'apporte pas sa contribution à la recherche et au développement de moyens permettant d'y recourir.
Le biogaz est déjà utilisé avec succès par quelques agricul- teurs. Ceux-ci ont consenti à des efforts financiers tant pour les installations que pour la mise au point de leurs projets. Mais il reste beaucoup à faire pour que cette forme d'éner- gie ne soit pas trop coûteuse aux utilisateurs.
Quant au bio-ethanol, son application n'est pas encore connue dans notre pays. Il est évident que la baisse des prix pétroliers ne pousse pas à son développement.
Mais le bio-éthanol a tant d'autres avantages qu'il mérite notre intérêt. Outre le fait qu'il est non polluant, il dispose en plus d'un bon indice d'octane, ce qui permet de l'incorporer. à l'essence et en réduire ainsi la consommation. Il assure des débouchés pour certains surplus agricoles et peut per- mettre la promotion de nouvelles cultures ligneuses. Son développement permettrait de créer des emplois en milieu rural.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 18. Februar 1987 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 18 février 1987 Le Conseil fédéral est disposé à accepter le postulat.
Ueberwiesen - Transmis
86.982
Postulat Pini Staatssekretäre der Departemente Postulato Pini Segretari di Stato dipartimentali Postulat Pini Secrétaires d'Etat départementaux
Wortlaut des Postulates vom 1. Dezember 1986 Mit dem Ziel, die Regierungstätigkeit und den Geschäftsver- kehr zwischen Bundesrat und Parlament besser zu organi- sieren und zu erleichtern, laden wir den Bundesrat ein, nochmals zu prüfen, ob nicht die Zahl der Staatssekretäre erhöht und für jedes Departement ein solches Amt geschaf- fen werden sollte.
Zu diesem Zweck ersuchen wir den Bundesrat, unseren Räten einen Bericht vorzulegen und darin aufzuzeigen, wie diese Neuerung verwirklicht werden könnte, ohne dass der Vorrang der Regierung in politischen Fragen angetastet wird.
Testo del postulato del 1 dicembre 1986
Allo scopo di meglio organizzare e snellire l'attività governa- tiva e quella relativa ai rapporti con il Parlamento, il Consi- glio federale è invitato a riconsiderare il problema del- l'aumento del numero dei Segretari di Stato, prevedendo l'istituzione di tale carica a livello di tutti i Dipartimenti governativi.
A tale scopo il Consiglio federale è invitato a presentare alle Camere un rapporto sulle possibili modalità con le quali questa innovazione istituzionale potrebbe essere attuata senza ledere la priorità della competenza politica del Colle- gio governativo.
Texte du postulat du 1er décembre 1986
Afin de mieux organiser et de rendre plus efficaces les activités du gouvernement, en particulier dans ses rapports avec le Parlement, le Conseil fédéral est invité à revoir le problème de l'augmentation du nombre des secrétaires d'Etat, en prévoyant la création d'une telle charge au niveau des départements fédéraux.
A cet effet, le Conseil fédéral est prie de présenter aux conseils législatifs un rapport sur les possibilités d'innover sur le plan institutionnel sans porter atteinte à la compé- tence politique du collège gouvernemental, qui doit rester prioritaire.
Schriftliche Begründung - Motivazione scritta - Développement par écrit
Il 26 settembre 1984 il sottoscritto postulante presentava all'attenzione del Consiglio federale una mozione in cui si chiedeva di elaborare un progetto di legge prevedente l'isti- tuzione della carica di Segretario di Stato per ogni Diparti- mento governativo, ridefinendo, nel contempo, le sue attuali funzioni a livello politico-istituzionale e conferendo al Parla- mento la facoltà di nomina.
Questa mozione perseguiva, attraverso le sue proposte, lo scopo di meglio articolare e nel contempo sostenere l'esple- tamento dei compiti esecutivi del Collegio governativo.
C'è chi riteneva e ritiene tutt'oggi che l'eccessiva mole di lavoro governativo incide negativamente sulla prontezza e sulla creatività politica dei nostri sette Consiglieri federali e, dunque, sulla qualità esecutiva medesima del Consiglio federale. La mozione ricordava, nella sua motivazione, le proposte e gli studi che antecedentemente sono stati fatti riguardo a questo problema, che è stato oggetto di interes- santi considerazioni da parte del Consiglio federale nel suo messaggio del 12 febbraio 1975 concernente un progetto di revisione della legge sull'organizzazione dell'Amministra- zione federale.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Lanz Bahnlinie Luzern-Montreux Postulat Lanz Ligne ferroviaire Lucerne-Montreux
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1987
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
86.156
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
20.03.1987 - 08:00
Date
Data
Seite
527-528
Page
Pagina
Ref. No
20 015 275
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.