N
9 octobre 1986
1486
Postulat Jung
86.530 Postulat Segmüller Eidgenössisches Fähigkeitszeugnis für Hauspflegerinnen Certificat fédéral de capacité. Aides familiales
Wortlaut des Postulates vom 20. Juni 1986 Der Bundesrat wird ersucht, unverzüglich die Revision der Verordnung über die hauswirtschaftliche Ausbildung und über die Berufsbildung der Bäuerin vom 16. Januar 1974 den Bestimmungen des Berufsbildungsgesetzes vom 1. Januar 1980 anzupassen.
Damit kann die Grundlage für die eidgenössische Regelung der Ausbildung der Hauspflegerinnen geschaffen und den Hauspflegerinnen endlich ein eidgenössisches Fähigkeits- zeugnis ausgestellt werden.
Texte du postulat du 20 juin 1986
Le Conseil fédéral est prié de réviser dans les plus brefs délais l'ordonnance du 16 janvier 1974 sur la formation en matière d'économie familiale et la formation professionnelle de la paysanne et de la rendre conforme aux dispositions de la loi fédérale du 1er janvier 1980 sur la formation profes- sionnelle.
Ainsi, les conditions de base nécessaires à la réglementation fédérale de la formation d'aide familiale pourraient être créées, permettant enfin d'introduire un certificat fédéral de capacité pour les aides familiales.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Blunschy, Camenzind, Columberg, Cotti Flavio, Darbellay, Fankhauser, Feigenwin- ter, Hess, Iten, Kühne, Nussbaumer, Oehler, Röthlin, Ruck- stuhl, Schmidhalter, Seiler, Stamm Judith, Zwygart (18)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die Anpassung der hauswirtschaftlichen Verordnung vom 16. Januar 1974 an die Aufgabenteilung Bund/Kantone 1. Paket ist demnächst abgeschlossen (Wegfall der Rege- lung des hauswirtschaftlichen Unterrichts auf Stufe Volks- schule, Wegfall Stufe Fortbildungsschule, Wegfall hauswirt- schaftlicher Kurse für Erwachsene).
Nachteilig wirkt sich aber weiterhin aus, dass die Verord- nung sich nach wie vor auf das alte Berufsbildungsgesetz von 1963 abstützen muss. Davon betroffen sind insbeson- dere die 12 Hauspflegerinnenschulen in unserem Land, die jedes Jahr ca. 150 Schülerinnen ausbilden. Dem Beruf der Hauspflegerin (oder Familienhelferin) kommt immer mehr Bedeutung zu infolge der gesamtgesellschaftlichen Verän- derungen (Ueberalterung, kürzere Spitalaufenthalte).
Nachteilig wirkt sich die jetzt noch gültige Verordnung unter anderem darin aus, dass die Ausbildung der Hauspflegerin bisher nicht eidgenössisch geregelt werden konnte (kein eidgenössisches Fähigkeitszeugnis). Die Grundlage dazu kann erst mit einer Revision der Verordnung, gestützt auf das neue Berufsbildungsgesetz (Art. 77 Abs. 2) geschaffen werden.
Ebenfalls benachteiligt ist durch die fehlende Revision der Berufsschulunterricht für Haushaltlehrtöchter, der weiterhin nur nach altem Recht, nämlich mit 30 Prozent respektive 27 Prozent subventioniert werden kann. Eine Revision der Verordnung würde auch hier eine Abstützung auf das Berufsbildungsgesetz und damit die Anhebung des Subven- tionssatzes auf 40 Prozent respektive 37 Prozent, analog zu allen übrigen Berufen, erlauben.
In Würdigung der sachlichen Dringlichkeit erscheint es nicht gerechtfertigt, die Revision der Verordnung weiterhin zu verschieben bis zum Zeitpunkt der Realisierung des 2. Paketes Aufgabenteilung Bund/Kantone.
Die genannten Revisionspunkte stellen inhaltlich den Haupt- bestandteil der notwendigen Revision dar. Sie sind absolut unbestritten.
Ich ersuche daher den Bundesrat um unverzügliche Revi- sion der Verordnung, um damit endlich der ungerechtfertig- ten Diskriminierung eines ganzen Berufszweiges ein Ende zu bereiten.
Erst mit dieser Revision wird es nämlich überhaupt möglich, den Hauspflegerinnen ein eidgenössisches Fähigkeitszeug- nis auszustellen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 10. September 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 10 septembre 1986 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
85.114
Postulat Jung Fleisch und Fleischwaren. Forschungsanstalt Viande et produits carnés. Station de recherche
Wortlaut des Postulates vom 20. Dezember 1985 Im Zeitalter moderner Technologien ist der Vollzug staatli- cher Massnahmen auf gesicherte Forschungsergebnisse abzustützen. Im Gegensatz zu anderen Lebensmitteln wie Milch, Getreide, Obst, Gemüse und Wein fehlt für Fleisch und Fleischwaren eine Eidgenössische Forschungsanstalt. Fleisch ist das Produkt, das nach Angaben des Schweizeri- schen Bauernverbandes mit 40 Prozent des Endrohertrages der Landwirtschaft am meisten einbringt und nach Erhe- bung des BIGA den Konsumenten mit 22 Prozent der Haus- haltausgaben anteilsmässig am meisten belastet. Im Inter- esse der Produzenten und Konsumenten wird der Bundesrat ersucht, gestützt auf die Artikel 16 und 17 des Landwirt- schaftsgesetzes, auf Bundesebene eine Forschungsanstalt für die Belange des Fleisches zu schaffen. Dieser For- schungsstelle wären folgende Aufgaben zuzuordnen:
Sicherstellung einer genügenden Qualität des Fleisches und der Fleischwaren. Dies kann dadurch geschehen, dass Empfehlungen bezüglich der einzelnen Endprodukte ausge- arbeitet werden oder Anleitungen für die Fleischherstellung veröffentlicht werden;
Ueberprüfung der bekannten und neuen Technologien im Hinblick auf mögliche Gesundheitsrisiken (Anwendung von Zusatzstoffen wie Nitrit, Phosphat, Räuchern; neue Appa- rate wie Separator, Tumbler; Elektrostimulation; Warmzerle- gung; Bestrahlung);
Untersuchung der Auswirkungen von Entwicklungen in der Zucht- und Tierhaltung sowie der Fütterung auf die Qualität von Fleisch und Fleischwaren (z. B. PSE, DFD);
Prüfung des Rückstandverhaltens, der Toxikologie und der Analytik von Tierarzneimitteln (zur Zeit sind rund 200 Wirkstoffe bekannt, über die nur rudimentäre Kennt- nisse bestehen);
Erstellen von Gutachten im Hinblick auf die Ausfuhr von Fleischwaren (z. B. Ausfuhr von Bündnerfleisch in die USA (Fremdstoffe), nach Japan (Mikroorganismen), nach der BRD (Salpeter);
Zentrale Durchführung von Fremdstoffuntersuchungen (Uebersichtsuntersuchungen zur Abklärung der Belastung der Bevölkerung, Untersuchungen für den Vollzug);
Postulat Schnider-Luzern
1487
Betreuung von Praktikanten, die später Vollzugsaufgaben zu übernehmen haben;
Vorbereitung von Informationen über die Ernährung und die Lebensmittelhygiene im Verbraucherbereich (Auftrag der Geschäftsprüfungskommission).
Texte du postulat du 20 décembre 1985
A l'ère des technologies modernes, l'exécution des mesures prises par l'Etat doit se fonder sur des résultats de recherches scientifiquement assurés. Contrairement à ce qui existe pour d'autres denrées alimentaires telles que le lait, les céréales, les fruits, les légumes et le vin, il n'y a pas de station fédérale de recherches s'occupant de la viande et des produits carnés. Or, selon les données de l'Union des paysans suisses, la viande contribue pour la plus grande part (40 pour cent) au rendement brut de notre agriculture; selon les relevés de l'OFIAMT, elle représente la plus grande part (22 pour cent) des dépenses pour le ménage. Dans l'intérêt des producteurs et des consommateurs, le Conseil fédéral est prié de créer, en vertu des articles 16 et 17 de la loi sur l'agriculture, une station de recherches sur la viande et les produits carnés. Cette institution aurait à assumer les tâches suivantes:
Assurer une qualité suffisante de la viande et des produits carnés. Elle pourrait s'acquitter de cette tâche en élaborant des recommandations pour les divers produits finals ou en publiant des instructions touchant la production de viande; - Procéder à un examen des technologies connues et des nouvelles technologies quant aux risques qu'elles compor- tent pour la santé (utilisation d'additifs tels que nitrites, phosphates, préparation de produits fumés; nouveaux appareils tels que séparateurs, tumbler; stimulation électri- que; découpage à chaud; irradiation);
Déterminer les effets de nouvelles évolutions dans le domaine de l'élevage et de l'exploitation du bétail en ce qui concerne la qualité de la viande et des produits carnés (p. ex. PSE = viande qui sue, DFD = viande trop foncée); - Déterminer le comportement des médicaments vétéri- naires, la toxicologie et les méthodes analytiques y relatives (il y a actuellement quelque 200 agents actifs sur lesquels on ne dispose que de connaissances rudimentaires);
Etablir des rapports d'expertise en vue de l'exportation de produits carnés (p. ex. exportation de viande séchée des Grisons aux Etats-unis (matières étrangères), au Japon (micro-organismes), en RFA (salpêtre);
Exécuter de manière centralisée des recherches sur la teneur en matières étrangères (observation d'ensemble per- mettant de déterminer la charge nocive imposée à la popula- tion, recherches en vue de l'exécution des mesures);
Assurer la formation de stagiaires qui devront assumer des tâches d'exécution;
Elaborer des informations sur des questions d'alimenta- tion et sur l'hygiène des denrées alimentaires dans le domaine de la consommation (mandat de la Commission de gestion).
Mitunterzeichner - Cosignataire: Keine - Aucun
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Zur Zeit besteht in der Schweiz keine Institution, welche sich den im Postulat zitierten Aufgaben vertieft annehmen kann. Wir sind deshalb auf ausländische Untersuchungen ange- wiesen. Die Ergebnisse dieser ausländischen Forschungen können allerdings nur bedingt auf die schweizerischen Ver- hältnisse übertragen und müssen vorher überprüft werden. Der Bund unterhält sieben landwirtschaftliche Forschungs- anstalten mit über 800 Mitarbeitern. Keine dieser Anstalten bearbeitet jedoch die Belange des Fleisches. Die Bedeutung des Fleisches als Einkommensquelle in der schweizerischen Landwirtschaft (über 40 Prozent des Endrohertrages, d. h. rund 3 Milliarden Franken pro Jahr) würden es rechtfertigen, einer oder mehreren bestehenden Forschungsanstalten zusätzliche Aufgaben auf dem Gebiet des Fleisches zu über- tragen.
Die Tätigkeit einer solchen Anstalt würde zu einer Verbesse-
rung der Qualität von Fleisch und Fleischwaren, zu besser fundierten Vorschriften, zu einer wirksameren Kontrolle und insgesamt zu mehr Vertrauen der Verbraucher in das Lebensmittel Fleisch führen. In letzter Zeit beanstandeten Konsumenten oft die Qualität des Fleisches. Die gerügten Mängel betreffen insbesondere die Beschaffenheit und die Konsistenz sowie den Geschmack. Die Stagnation beim Absatz von Fleisch ist teilweise auch bedingt durch Quali- tätsmängel des Fleisches. Die Produzenten und die Konsu- menten sind deshalb gleichermassen daran interessiert, dass die Qualität des Fleisches verbessert wird. Die Ursa- chen dieser Qualitätsmängel sind mit der viehwirtschaftli- chen Produktion eng verbunden. Wegen diesem engen Zusammenhang zwischen der Fleischqualität und der vieh- wirtschaftlichen Produktion wäre es angezeigt, die For- schungsanstalt für die Belange des Fleisches der bereits bestehenden Forschungsanstalt für viehwirtschaftliche Pro- duktion in Grangeneuve anzugliedern. Verschiedene Paral- lelen bestehen auch zur Milch. Daher wäre auch eine Anglie- derung an die Forschungsanstalt für Milchwirtschaft im Liebefeld zu prüfen.
Schliesslich muss auch darauf hingewiesen werden, dass in der Vernehmlassung zur Aenderung der Eidgenössischen Fleischschauverordnung (1983/84) sechs Kantone und sechs Organisationen gefordert haben, der Bund solle doch eine Forschungsanstalt für die Belange des Fleisches er- richten.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 16. Juni 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 16 juin 1986 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Ueberwiesen - Transmis
86.501
Postulat Schnider-Luzern Erneuerung bestehender Wohnbauten Postulat Schnider-Lucerne Rénovation de logements
Wortlaut des Postulates vom 18. Juni 1986 Das Instrumentarium des Bundes nach dem Wohnbau- und Eigentumsförderungsgesetz zur Unterstützung von Erneue- rungen an bestehenden Wohnbauten hat sich, mit Aus- nahme des Berggebiets, als wenig wirksam erwiesen. Davon sind insbesondere auch viele kleine und mittlere Bauernbe- triebe im Talgebiet betroffen. Dringende Sanierungsprojekte können des öftern aus finanziellen Gründen nicht verwirk- licht werden.
Der Bundesrat wird deshalb eingeladen, Möglichkeiten zu prüfen, mit denen das bestehende Instrumentarium zur Unterstützung von Erneuerungen an bestehenden Wohn- bauten verbessert werden kann. Dazu hat er insbesondere eine Ergänzung des Wohnbau- und Eigentumsförderungs- gesetzes zu prüfen, weiter die analoge Anwendbarkeit des Bundesgesetzes über die Verbesserung der Wohnverhält- nisse in Berggebieten auf das Talgebiet oder aber die Mög- lichkeit, das Bundesgesetz über Investitionskredite in der Landwirtschaft mit dem Wohnbau- und Eigentumsförde- rungsgesetz zu kombinieren, damit für landwirtschaftliche Betriebe im Talgebiet ähnliche Bedingungen gelten wie für landwirtschaftliche Betriebe im Berggebiet.
Texte du postulat du 18 juin 1986
Les moyens que la loi fédérale encourageant la construction et l'accession à la propriété de logements donne à la Confé-
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Jung Fleisch und Fleischwaren. Forschungsanstalt Postulat Jung Viande et produits carnés. Station de recherche
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1986
Année
Anno
Band
III
Volume
Volume
Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
15
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
85.114
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 09.10.1986 - 08:00
Date
Data
Seite
1486-1487
Page
Pagina
Ref. No
20 014 689
Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.