Interpellation Etique
995
Mitunterzeichner - Cosignataires: Allenspach, Bühler- Tschappina, Bürer-Walenstadt, Cincera, Columberg, Dünki, Giger, Grendelmeier, Kühne, Künzi, Leuenberger Moritz, Lüchinger, Müller-Meilen, Nauer, Seiler, Spoerry, Uchtenha- gen, Weber-Schwyz, Weber Monika, Zwygart (20)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit 1987 soll das letzte Teilstück der N 3 Zürich-Chur eröffnet werden. Dadurch wird sich die Konkurrenzsituation für die Bahn wesentlich verschärfen, weshalb eine entsprechende Attraktivitätssteigerung des öffentlichen Verkehrs unum- gänglich ist. Nach den vorliegenden Informationen ist eine solche nicht vorgesehen. Das heutige Angebot vermag jedoch nur in ungenügendem Masse zu befriedigen, was wohl zum Teil darin gründet, dass widersprüchliche Begeh- ren vorliegen: Einerseits verlangt die Stadt Zürich schnelle Bahnverbindungen nach Graubünden, anderseits beanstan- den die oben erwähnten Ortschaften, dass sie nicht ihrer Bedeutung entsprechend mit SBB-Schnellzügen bedient werden. Gegenwärtig bietet sich den Bewohnern dieser Einzugsgebiete am linken Zürichseeufer nur alle zwei Stun- den die Möglichkeit, die Zürcher Spinne mit Anschlüssen nach der ganzen Schweiz (und umgekehrt) zu erreichen. Diese Bedienung stellt gegenüber andern Regionen der Schweiz eine augenfällige Benachteiligung dar.
Das muss nicht so bleiben. Die beiden erwähnten Begehren lassen sich mit bescheidenem Mehraufwand auf geradezu ideale Art und Weise realisieren, indem die Schnellzüge von und zur Zürcher Vollspinne die erwähnten Zentren des lin- ken Zürichseeufers bedienen und zu den Hauptverkehrszei- ten mit IC-Zügen Basel-Zürich-Chur überlagert werden. Beide Züge könnten in Landquart und in Chur die gleichen RhB-Anschlusszüge bzw. Postautokurse erreichen. In Zürich treffen die IC-Züge eine knappe halbe Stunde früher ein und vermitteln so Schnellverbindungen nach Basel, Bern und Winterthur. Das gleiche Konzept gilt auch für die umgekehrte Richtung und stellt folgerichtig die Basis für den Halbstundentakt dar; dieser befindet sich im Hinblick auf die «Bahn 2000» im Aufbau. Die bereits bestehenden IC- Züge nach Oesterreich könnten in dieses Konzept eingebet- tet werden, indem von und zu diesen Zügen Anschlussver- bindungen Sargans-Chur (und umgekehrt) angeboten würden.
Die in Frage stehenden SBB-Mehrleistungen liegen weit unter den von den SBB vorgesehenen Angebotsverbesse- rungen auf dem ganzen Netz. Es wäre ein Akt der Gerechtig- keit, wenn auch die bevölkerungsreichen Gemeinden des linken Zürichseeufers in angemessener Weise davon profi- tieren könnten. Dies umso mehr, als auch der Bezirk Horgen durch Zustimmung zum Halbmilliardenkredit zugunsten der Zürcher S-Bahn einen aktiven Beitrag an die Förderung des öffentlichen Verkehrs geleistet hat.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 21. Mai 1986
Rapport écrit du Conseil fédéral du 21 mai 1986
Die Interpellation hat zum Ziel, die zweistündlich verkeh- renden IC-Züge Basel-Zürich-Chur in Schnellzüge mit zusätzlichen Halten umzuwandeln. Dafür sollten, zeitlich um 30 Minuten versetzt, neue IC-Züge nach Chur eingesetzt und teilweise mit den Intercity-Zügen nach Oesterreich kombi- niert werden.
Die umgewandelten Schnellzüge aus der vollen Anschluss-Gruppe in Zürich (sog. «Zürcher Spinne») müss- ten in Landquart und Chur die nämlichen Anschlüsse ver- mitteln, wie die später verkehrenden IC-Züge. Mit einer solchen Konzeption wären folgende Nachteile verbunden: - Rund 3/4 aller Verbindungen von weiter als Zürich in Richtung Graubünden würden ungefähr um eine halbe Stunde verlangsamt. Dies gilt besonders für die Fahrgäste aus IC-Zügen der Deutschen Bundesbahn.
nebst der Umsteigezeit noch eine beträchtliche zusätzliche Wartezeit.
Bei einer Vereinigung der IC-Züge Basel-Chur mit denje- nigen der Relation Basel-Wien müssten im Bahnhof Sar- gans Rangierungen vorgenommen werden. Diese würden die Fahrzeit verlängern und führten zu einer Entwertung der erst kürzlich fertiggestellten Sarganserschlaufe.
Nebst diesen verkehrlichen Verschlechterungen ergäben sich zusätzliche betriebliche Schwierigkeiten als Folge von Doppelspurlücken und der beschränkten Aufnahmekapazi- tät des Zürcher Hauptbahnhofs.
unveränderte IC- und Schnellzugsleistungen,
stündlicher Eilzug Zürich-Pfäffikon mit Weiterfahrt als Regionalzug bis Ziegelbrücke,
stündlicher Regionalzug Zürich-Pfäffikon mit Abfahrt in der vollen Anschlussgruppe.
Dieses Bedienungskonzept wurde den Kantonen Zürich und Schwyz unterbreitet und hat deren Unterstützung erhalten. 4. Ein verbessertes Zugsangebot zwischen Zürich und Zie- gelbrücke wird im Jahr 1990 bei Betriebsaufnahme der Zür- cher S-Bahn möglich sein. Für die Strecke Zürich-Chur dagegen dürfte ein dichterer Fahrplan erst mit der «Bahn 2000» machbar werden.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.
86.399
Interpellation Etique Eisenbahntunnel unter dem Aermelkanal Tunnel ferroviaire sous la Manche
Wortlaut der Interpellation vom 20. März 1986
Die französische und die britische Regierung haben beschlossen, unter dem Aermelkanal einen Eisenbahntun- nel zu bauen. Die Verwirklichung dieses Projekts, die zu den bedeutendsten Ereignissen des ausgehenden Jahrhunderts gehören wird, wird das Verkehrsnetz Europas und nament- lich den Nord-Sud-Eisenbahnverkehr zweifellos stark beein- flussen.
Es ist anzunehmen, dass eine Eisenbahnverbindung zwi- schen Frankreich und Grossbritannien nicht nur das Ver- kehrsvolumen zwischen diesen beiden Ländern, sondern auch zwischen ihnen und den übrigen europäischen Staa- ten, wie der Schweiz und Italien, steigern wird. Dies wird die bestehenden Verkehrsverbindungen stärker belasten, wahr- scheinlich aber auch neue Verkehrsströme und Verbindun- gen zur Folge haben.
Deshalb bitten wir den Bundesrat um Antwort auf folgende Fragen: Wie wird sich der Eisenbahntunnel unter dem Aer- melkanal auf die schweizerische Bahnpolitik auswirken? Welche Auswirkungen sind auf die grossen Achsen des Nord-Süd-Verkehrs unseres Landes und auf die entspre- chenden Grenzübergänge zu erwarten?
Texte de l'interpellation du 20 mars 1986
Les gouvernements français et britannique se sont mis d'accord sur le principe de la construction d'un tunnel ferroviaire sous la Manche. Cette réalisation, qui marquera la fin de ce siècle, ne manquera pas d'avoir des répercus- sions profondes sur la géographie des transports en Europe et plus particulièrement au niveau du trafic ferroviaire Nord-Sud.
Interpellation Stamm Judith
996
N
20 juin 1986
Il y a tout lieu de penser qu'un tunnel ferroviaire reliant la France et la Grande-Bretagne développera non seulement le trafic entre les deux pays directement concernés, mais encore entre eux et les autres pays européens, la Suisse et l'Italie par exemple. Il en résultera un renforcement des courants de trafic existant aujourd'hui, mais vraisemblable- ment aussi l'apparition de nouveaux courants et de nouvel- les liaisons.
Aussi, nous demandons au Conseil fédéral de préciser quel- les incidences le tunnel ferroviaire sous la Manche aura sur notre politique ferroviaire suisse. Quels seront les effets que l'on peut en attendre sur les grands axes du trafic Nord-Sud à travers la Suisse, ainsi que pour les points de pénétration de ce trafic dans notre pays?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aubry, Bonnard, Borel, Candaux, de Chastonay, Christinat, Clivaz, Cotti Flavio, Cou- chepin, Eggly-Genève, Frey-Neuchâtel, Giudici, Gloor, Hou- mard, Jeanneret, Kohler Raoul, Maitre-Genève, Perey, Petit- pierre, Pini, Revaclier, Rime, Ruffy, Salvioni, Thévoz (25)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit L'auteur renonce au développement et demande une réponse écrite.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 21. Mai 1986 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 21 mai 1986 L'accord franco-britannique sur la construction d'un tunnel sous la Manche doit être ratifié par les deux Parlements. Cette ratification n'a pas encore eu lieu et aucune décision n'a encore été prise au sujet de l'extension des lignes d'accès.
La construction du tunnel sous la Manche permettra de conduire des trains directs de l'Angleterre vers le continent, d'où la possibilité de réduire le temps de parcours d'au moins 30 minutes. Des gains de temps plus importants, soit de plusieurs heures, pourraient être réalisés à l'aide de nouvelles lignes à grande vitesse entre la Manche et l'arc alpin. La planification de ce réseau est en cours.
Les améliorations prévues de l'offre entraîneront une aug- mentation du trafic ferroviaire par les points-frontière de l'ouest et du nord-ouest de la Suisse, ainsi qu'à travers les Alpes. C'est pourquoi le Conseil fédéral tient à intégrer les lignes de transit suisses dans le futur réseau ferroviaire européen à grande vitesse. Ces questions sont traitées tant dans le cadre de la Conférence des ministres européens des transports que sur le plan bilatéral. Le Conseil fédéral conti- nuera d'oeuvrer dans cette direction.
Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates teilweise befriedigt.
86.370
Interpellation Stamm Judith Organisierte Debatten Débats organisés
Wortlaut der Interpellation vom 18. März 1986 Die Beratungen über im Parlament traktandierte Geschäfte werden grundsätzlich in freier Diskussion durchgeführt. Jedem Parlamentarier steht dabei das Recht zu, seine Mei- nung zu äussern, bevor er von seinem Stimm- und Wahl- recht Gebrauch macht. Den äusseren Rahmen der Beratun- gen kann der Nationalrat, soweit er nicht gegen Verfas- sungs- oder Gesetzesrechte verstösst, selber festlegen. Ins- besondere kann er in Ausnahmefällen die Gesamtredezeit beschränken. Gemäss Artikel 64a des Geschäftsreglements
wird die beschränkte Gesamtredezeit angemessen auf die angemeldeten Redner verteilt.
In diesem Zusammenhang bitte ich um Auskunft auf fol- gende Fragen:
Ist das Büro nicht auch der Meinung, dass die häufigen organisierten Debatten, die nicht nur die Gesamtredezeit, sondern faktisch auch die Zahl der Wortmeldungen zum vornherein beschränken, im Hinblick auf Verfassungs- und Gesetzesrecht problematisch sind?
Ist das Büro nicht auch der Meinung, dass organisierte Debatten nur in Ausnahmesituationen zu rechtfertigen sind?
Texte de l'interpellation du 18 mars 1986
Les débats sur des objets à l'ordre du jour du Parlement se déroulent en principe sous forme de libre discussion. Cha- que parlementaire dispose en effet du droit d'exprimer son opinion avant de faire usage de son droit de vote. Le Conseil national peut fixer lui-même les limites des débats à la condition de ne violer ni la constitution ni la loi. Il peut notamment, dans des cas particuliers, limiter le temps de parole total. Selon l'article 64a du Règlement du Conseil national, ce temps de parole total est alors réparti équitable- ment entre les orateurs inscrits.
A ce sujet, je prie le Bureau du conseil de répondre aux questions suivantes:
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Gemäss Artikel 31 Absatz 3 des Geschäftsreglementes des Nationalrates haben sich Anfragen zu Angelegenheiten des Rats ans Büro zu richten und nicht an den Bundesrat. Jedem Parlamentarier steht das Recht zu, sich zu einem zur Beratung kommenden Geschäft im Plenum mündlich zu äussern. Dazu hat er sich, wenn er das Wort verlangen will, schriftlich beim Präsidenten zu melden (Art. 58 Abs. 2 Geschäftsreglement). Im Sinne der Rationalisierung des par- lamentarischen Betriebs gilt dieses Rederecht allerdings nicht unbeschränkt. So kann ein Parlamentarier gemäss Artikel 61 des Geschäftsreglementes zum selben Punkt nur zweimal sprechen. Zudem ist seine Redezeit auf zehn Minu- ten und bei der zweiten Wortmeldung auf fünf Minuten beschränkt. Auf Vorschlag der Fraktionspräsidentenkonfe- renz kann der Rat darüber hinaus die Gesamtredezeit beschränken (Art. 64a Geschäftsreglement). Dabei wird so vorgegangen, dass die beschränkte Gesamtredezeit ange- messen auf die angemeldeten Redner verteilt wird.
In letzter Zeit werden öfters wichtige Geschäfte in Form der «organisierten Debatte» durchberaten. Dabei wird nicht nur die Gesamtredezeit, sondern faktisch auch die Anzahl der Wortmeldungen beschränkt. Organisierte Debatten lassen sich allerdings nur in absoluten Ausnahmesituationen recht- fertigen, wird doch damit das bundesrechtlich garantierte Rederecht stark tangiert. Zudem sind zuerst die im Geschäftsreglement vorgesehenen Rationalisierungsmass- nahmen anzuwenden, bevor als ultimo ratio die organisierte Debatte zum Zug kommen kann.
Schriftliche Stellungnahme des Büros Rapport écrit du Bureau
Die Urheberin weist in der Begründung ihrer Interpellation selbst darauf hin, dass das Geschäftsreglement verschie- dene Rationalisierungsmöglichkeiten anbietet. Von diesen Massnahmen wird am häufigsten die generelle Beschrän- kung der Redezeit auf fünf Minuten (Art. 61 Abs. 2) ange- wendet.
Für kleinere, unbestrittene Vorlagen oder für Vorlagen, bei denen das Eintreten nicht bestritten ist, hat die Fraktions- präsidentenkonferenz in den letzten Jahren auch oft eine Beschränkung der Eintretensdebatte auf die Kommissions- und Fraktionssprecher (Art. 64 Abs. 2) vorgeschlagen. Das
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Interpellation Etique Eisenbahntunnel unter dem Aermelkanal Interpellation Etique Tunnel ferroviaire sous la Manche
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1986
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
16
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 86.399
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 20.06.1986 - 08:00
Date
Data
Seite
995-996
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Pagina
Ref. No
20 014 463
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