Interpellation Morf
482
N 21 mars 1986
sen. Gründliche Abklärungen haben gezeigt, dass die bisher verwendeten Schnellverfahren mit Stichprobenerhebungen nicht genügen, um Fragen nach einem Zusammenhang Kernkraftwerk-Abgaben-Waldschäden zu beantworten. Für das Gebiet Kernkraftwerk Beznau/Eidgenössisches Institut für Reaktorforschung (6000 ha) und Umgebung Kernkraft- werk Mühleberg liegen aus dem Sommer 1985 Infrarotluft- bilder vor, die nach den Methoden der Eidgenössischen Anstalt für das forstliche Versuchswesen die Erstellung von Waldschadenskarten ermöglichen. Derartige Karten bilden die Grundlagen für alle weiteren Abklärungen und Folgerun- gen. Die Vorarbeiten für die Auswertung für das Gebiet Kernkraftwerk Beznau/Eidgenössisches Institut für Reaktor- forschung sind angelaufen. Die Durchführung des Projektes wird ca. 400 000 Franken kosten und ist zeitaufwendig.
2./3. Der Bundesrat hat keinerlei Veranlassung, an der Arbeit der Eidgenössischen Kommission zur Ueberwachung der Radioaktivität und der Hauptabteilung für die Sicherheit der Kernanlagen zu zweifeln, deren Stellungnahmen, insbeson- dere hinsichtlich Waldschäden durch Radioaktivitätsabga- ben aus Kernanlagen, er als völlig unabhängig betrachtet. Er hat somit keine Veranlassung, andere Stellen mit diesen Aufgaben zu betrauen.
Sollte es sich als notwendig erweisen, die detaillierten Untersuchungen und Auswertungen auch auf die Umge- bung des Kernkraftwerks Mühleberg auszudehnen, würde der Bundesrat nicht zögern, einen entsprechenden Auftrag zu erteilen.
Die Oeffentlichkeit wird zu gegebener Zeit über die Ergeb- nisse der Waldschadenskartierung und die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen orientiert.
Im übrigen verweisen wir auf unsere Antwort vom 9. Dezem- ber 1985 zur Einfachen Anfrage Oehen (85.685, vom 19. Sep- tember 1985). In dieser wurde - im Gegensatz zu der in der Begründung des Interpellanten geäusserten Auffassung - u. a. ausgeführt, dass die im Heft Nr. 43 der Schriftenreihe «Umweltschutz» erschienene Literaturstudie vom Bundes- amt für Umweltschutz nicht verfasst, sondern lediglich publiziert wurde, ohne sie zu werten.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
49 Stimmen 65 Stimmen
85.986 Interpellation Morf Gesundheitsunterricht Education sanitaire
Wortlaut der Interpellation vom 19. Dezember 1985
Im Bericht über die pädagogischen Rekrutenprüfungen 1984 - den Räten eben erst zugestellt - erachten nur ein Viertel der Rekruten, die in der Schule Gesundheitsunter- richt hatten, diesen Unterricht als genügend (S. 60/61). Da eine umfassende Gesundheitserziehung sowohl in volks- wirtschaftlicher Hinsicht als auch im Hinblick auf den Umweltschutz positive Auswirkungen haben könnte, haben die Verfasser des Berichtes sicher recht, wenn sie das Umfrage-Ergebnis als bedauerlich bezeichnen und sofortige Massnahmen fordern.
Welche Massnahmen wird der Bundesrat nun treffen, um die Aufmerksamkeit der Kantone vermehrt auf diese unbe- friedigende Situation und auf mögliche Vorkehren zu deren Besserung zu lenken?
Texte de l'interpellation du 19 décembre 1985
Selon le rapport sur les examens pédagogiques des recrues en 1984, que les Chambres viennent seulement de recevoir, seule une recrue sur quatre estime que l'enseignement dispensé à l'école sur les questions de santé est satisfaisant. Comme une éducation sanitaire aussi complète que possi- ble pourrait avoir des effets heureux tant du point de vue économique que dans l'optique de la protection de l'envi- ronnement, les auteurs du rapport ont certainement raison de dire que le résultat de l'enquête est regrettable et de demander qu'on prenne immédiatement des mesures.
Quelles mesures le Conseil fédéral va-t-il arrêter afin d'attirer - davantage que jusqu'ici - l'attention des cantons sur cette situation peu satisfaisante et sur les moyens d'y remédier?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Borel, Bratschi, Braunschweig, Christinat, Eggenberg-Thun, Frei-Romans- horn, Gloor, Grendelmeier, Hari, Künzi, Leuenberger-Solo- thurn, Ogi, Robbiani, Rüttimann, Stamm Judith, Stappung, Wagner, Weber-Arbon (19)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Die Urheberin verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 3. März 1986
Rapport écrit du Conseil fédéral du 3 mars 1986
Wenn von den an den pädagogischen Rekrutenprüfungen befragten Rekruten nur gut die Hälfte Gesundheitsunterricht an den Schulen genoss und von denen gar nur ein Viertel diesen Unterricht als genügend qualifiziert, so ist dies in der Tat bedauerlich und sicher nicht im Sinne des Bundesrates. Allerdings ist Gesundheitserziehung bzw. Gesundheitsför- derung als permanente Aufgabe zu verstehen, die - soll sie Erfolg haben - nicht auf · die relativ kurze Schulzeit beschränkt bleiben darf. Bereits im Vorschulalter, also vor allem im Elternhaus, ist damit zu beginnen, prägen doch bekanntlich die ersten Lebenserfahrungen und -gewohnhei- ten zu einem guten Teil das spätere Verhalten. Während der Nachschulperiode schliesslich, in der Regel der längste Lebensabschnitt, gewinnen Massnahmen der Gesundheits- information an Bedeutung.
Nicht nur volkswirtschaftliche Ueberlegungen könnten - wie die Interpellation bemerkt - zugunsten der Gesundheitser- ziehung sprechen, sondern auch individuelle: der Wert guter Gesundheit wird bekanntlich oft erst dann entdeckt, wenn er verlorengegangen ist.
Gesundheits- und Erziehungswesen fallen weitgehend in den Zuständigkeitsbereich der Kantone. Diese zeichnen für den Gesundheitsunterricht an den Schulen verantwortlich. Als Folge der föderalistischen Strukturen sind die diesbe- züglichen Möglichkeiten und Modelle jedoch sehr verschie- den und zum Teil erst im Ansatz vorhanden.
Auf Bundesebene ist auf den Beginn dieses Jahres eine Sektion Prävention im Bundesamt für Gesundheitswesen gebildet worden. Diese hat u. a. zur Aufgabe, in Zusammen- arbeit mit den Kantonen gesamtschweizerische Präven- tionsmassnahmen, so nicht zuletzt Gesundheitserziehung an den Schulen, zu propagieren und zu koordinieren. Andere gesundheitserzieherische Massnahmen stehen wegen ihrer Dringlichkeit kurz vor der Realisation (AIDS- Broschüre); weitere befinden sich im Planungsstadium. So wird die Bildung eines Präventivfonds geprüft, der u. a. gesamtschweizerische Gesundheitskampagnen zu finanzie- ren hätte. Die Gesundheitserziehung muss allerdings durch flankierende Massnahmen insbesondere auf der Angebots- seite (Gesetze, Preisgestaltung, Werbung usw.) von im Uebermass genossenen schädlichen Genussmitteln (Alko- hol, Tabak) unterstützt werden, soll die Volksgesundheit langfristig verbessert werden.
Abstimmung - Vote
Für den Antrag auf Diskussion Dagegen
53 Stimmen 41 Stimmen
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Interpellation Morf Gesundheitsunterricht Interpellation Morf Education sanitaire
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Jahr
1986
Année
Anno
Band
I
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
17
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 85.986
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 21.03.1986 - 08:00
Date
Data
Seite
482-482
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20 014 240
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