Postulat Gurtner
1831
85.465 Postulat Allenspach AHV/IV. Überweisung der Bundesbeiträge AVS/Al. Versement de la contribution fédérale
Wortlaut des Postulates vom 12. Juni 1985
Der Bundesrat wird ersucht, bei nächster Gelegenheit eine Änderung von Artikel 107 Absatz 2 AHVG in dem Sinne in Aussicht zu nehmen, dass der Bund die Bundesbeiträge an den Ausgleichsfonds der AHV/IV nicht mehr quartalsweise, sondern monatlich überweist.
Texte du postulat du 12 juin 1985
Le Conseil fédéral est prié d'entamer dès que possible une révision de l'article 107, 2º alinéa, LAVS, afin que la Confédé- ration verse ses contributions au Fonds de compensation de l'AVS/Al mensuellement et non trimestriellement.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aliesch, Bonny, Bremi, Cincera, Eng, Eppenberger-Nesslau, Früh, Künzi, Loretan, Lüchinger, Mühlemann, Müller-Meilen, Pfund, Reich, Schule, Steinegger, Stucky, Villiger, Wanner, Weber- Schwyz, Zwingli (21)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Die AHV- und IV-Renten sind zu Beginn des Monats zahlbar, die Bundesbeiträge werden gemäss geltendem Artikel 107 Absatz 2 AHVG nachschüssig vierteljährlich ausgerichtet. Sie werden jeweils am drittletzten Arbeitstag des Quartals überwiesen. Diese Überweisungsart war solange zweckmäs- sig als die Beitragssummen bescheiden waren. Im Jahre 1984 beliefen sich aber die gesamten Überweisungen des Bundes auf rund 800 Millionen Franken pro Quartal. Es ist zu erwarten, dass die Quartalsüberweisungen schon relativ bald die Milliardengrenze übersteigen. Die quartalsweise Überweisung führt zu einer unnötigen Aufblähung der Liqui- ditätshaltung, denn die am Quartalsende eintreffenden Bun- desgelder müssen bis zur nächsten Vorschusszahlung an die AHV-Ausgleichskassen kurzfristig angelegt werden. Die Grössenordnung und die geforderte Geschwindigkeit dieser Geldverschiebungen zwischen Bund, AHV-Fonds, Banken, Nationalbank und Postcheck der Ausgleichskassen werfen immer mehr Probleme auf. Monatliche Überweisungen der Bundesbeiträge an den AHV-Ausgleichsfonds könnten den gesamten Geldverkehr um volle 10 Milliarden Franken pro Jahr reduzieren. Es muss auch angenommen werden, dass die bisherige Überweisungsregelung der Nationalbank die inländische Geldmengensteuerung erschwert.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 11. September 1985
Déclaration écrite du Conseil fédéral du 11 septembre 1985 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis
85.508 Postulat Gurtner Zuckerimporte aus Entwicklungsländern. Förderung Développement des importations de sucre du Tiers-Monde
Wortlaut des Postulates vom 20. Juni 1985 Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen:
Die Zuckerimporte aus Entwicklungsländern, in denen Zucker unter sozial und ökologisch vernünftigen Bedingun- gen produziert wird, auf Kosten der Importe aus EG-Ländern zu fördern;
Zuckerimporte aus Entwicklungsländern insbesondere mittels Zollpräferenzen zu erleichtern;
Die Abgabe für Rohrzuckerimporte aus gesundheitspoli- tischen Gründen tiefer anzusetzen als für die übrigen Im- porte.
Texte du postulat du 20 juin 1985
Le Conseil fédéral est invité à envisager:
D'encourager les importations de sucre provenant de pays en développement, dans lesquels cette denrée est produite dans des conditions raisonnables du point de vue social et écologique, et de le faire au détriment des importa- tions opérées dans les pays de la CE;
De faciliter les importations de sucre du Tiers-Monde au moyen de préférences douanières notamment;
De fixer les taxes sur les importations de sucre de canne à un niveau inférieur à celui applicable aux autres importa- tions, et cela pour des raisons de politique sanitaire.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Braunschweig, Carobbio, Fetz, Herczog, Jaeger, Maeder-Appenzell, Robert, Weder-Basel (9)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
In der Schweiz sind die Importe von Rohrzucker aus Entwicklungsländern seit den sechziger Jahren sozusagen in die Bedeutungslosigkeit abgesunken. 1984 stammten 98 Prozent des gesamten Zuckerimportes aus den EG-Ländern. Rohrzucker aus Entwicklungsländern würde einen klaren Kostenvorteil gegenüber dem Rübenzucker Europas aufwei- sen. Die staatliche Schutzpolitik von rübenzuckerproduzie- renden Ländern Europas führt allerdings zu einem Über- schussangebot von Rübenzucker - vor allem in der EG -, der dank Subventionen billiger wurde als Rohrzucker. Die Überproduktion der EG drückt zusätzlich die Preise für Rohrzucker auf dem Weltmarkt.
Die Zuckerpolitik der Industrieländer inklusive der Schweiz schädigt so die Exporterlöse der Entwicklungsländer. Zuk- ker gehört aber für viele Entwicklungsländer zu den wichtig- sten Exportprodukten. Für einige Länder bildet Zucker sogar den Hauptdevisenbringer.
Es sollten aber nicht generell Zuckerimporte aus Entwick- lungsländern forciert werden. Vielmehr verdienen jene Bezugsquellen eine besondere Förderung, wo der Zucker unter sozial zumutbaren und ökologisch verträglichen Bedingungen produziert wird.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 11. September 1985 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 11 septembre 1985 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis
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Postulat Allenspach AHV/IV. Überweisung der Bundesbeiträge Postulat Allenspach AVS/AI. Versement de la contribution fédérale
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1985
Année
Anno
Band
IV
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
18
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 85.465
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 04.10.1985 - 08:00
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Seite
1831-1831
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20 013 781
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