Postulat Müller-Bachs
1828
N
4 octobre 1985
geben, indem diese Registrierung nochmals vorgeschlagen wird. Wir können daher die Diskussion über die Registrie- rung anlässlich der Behandlung seines Vorstosses führen.
Überwiesen gemäss Antrag des Bundesrates Transmis selon la proposition du Conseil fédéral
85.375 Postulat Müller-Bachs Trainwesen. Reorganisation Troupes de train. Réorganisation
Wortlaut des Postulates vom 13. März 1985
Der Bundesrat wird ersucht, das Trainwesen unserer Armee auf seine Tauglichkeit überprüfen zu lassen und nötigenfalls Korrekturmassnahmen zu treffen.
Texte du postulat du 13 mars 1985
Le Conseil fédéral est invité à faire contrôler l'efficacité des troupes du train de notre armée et à prendre au besoin des mesures correctrices.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bäumlin, Brélaz, Bundi, Cincera, Dünki, Eisenring, Frei-Romanshorn, Longet, Morf, Oester, Rebeaud, Renschler, Robert, Spälti, Wanner, Wel- lauer, Zwingli (17)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Unter dem Aspekt der Landesverteidigung ist unser Gelände charakterisiert durch motorfahrzeuggängige Achsen (Mittel- land, Alpentäler) und bergiges oder hügeliges Umgelände. Die Ausnutzung dieser Gegebenheiten, wie zum Beispiel Umgehung und Angriff in die Flanke einer eingedrungenen Armee sowie Störung ihrer rückwärtigen Verbindung, gehört zu den wesentlichen Elementen unserer militäri- schen Landesverteidigung. Strassen sind verletztlich oder im bergigen Gelände für Umgehungen gar nicht vorhanden, so dass einem von Motor, Treibstoff, Witterung und Strasse unabhängigen Transportsystem, wie es mit der Traintruppe gegeben ist, besondere Bedeutung zukommt. Seine Funk- tionstüchtigkeit muss in Friedenszeiten durch eine Reihe von Massnahmen sichergestellt werden.
Unsere Trainsoldaten und -kader wären erstaunt, wenn sie im Falle einer Mobilmachung anstelle der militärdienstge- wohnten Lieferantenpferde und «Bünde» eine Schar dieser Freizeitpferde vor sich sehen würden, die wir mit der Pferde- stellung erfassen müssen, um 'wenigstens den heutigen Soll-Bestand und ein Minimum an Ersatzpferden zusam- menzubringen. Unter den Haflingern sind zwei Kategorien als Dienstpferde besonders fragwürdig: sehr fette, tonnen- förmige, mit Senkrücken, Hängebauch und ohne Widerrist, dann der moderne, leichte, feine Reittyp, den man sich nicht mit einem Bastsattel und zwei Kochkisten beladen vorstellen kann. Manche können einzeln gar nicht vorgetrabt werden, weil sie an ihrem Stallgenossen kleben. Auch unter den Freibergern gibt es viele, die nur aus Nostalgie und wegen
der Halteprämie gehalten werden. Die Ausbildung und das Training aller von der Pferdestellung erfassten Trainpferde wären eine vordringliche Aufgabe der Traintruppen in den Wiederholungskursen. Das könnte verwirklicht werden, indem jeder Trainsoldat zwei Pferde betreut, ein dienstge- wohntes Lieferanten- oder Trainbundespferd und einen «Trainneuling». Jedes Pferd, für das eine Halteprämie bezahlt wird, müsste unentgeltlich für einen Wiederholungs- kurs zur Verfügung gestellt werden. Dabei könnten einer- seits die tauglichen Pferde an den Traindienst gewöhnt und die untauglichen ausgemustert werden.
Alle von der Pferdestellung erfassten Trainpferde müssten den Trainkolonnen fest zugeteilt werden. Sie müssten regel- mässig bei ihrem Halter durch den Kolonnenkommandan- ten, seine Stellvertreter oder die Truppenpferdärzte inspi- ziert werden. Auch dabei würde man unangenehme Überra- schungen erleben. Ich habe schon Ställe voll Lieferanten- pferde gesehen, die seit Wochen nicht mehr ins Freie gebracht worden waren.
Jedes diensttaugliche Pferd müsste, wie früher die «Eidge- nossen», ein Dienstbüchlein, d. h. ein Pferdebüchlein, erhal- ten, das neben den bisherigen Verbaleintragungen Auskunft gibt über seine Eignung in den Wiederholungskursen, über seinen Einsatz beim Halter und das Ergebnis der Inspek- tionen.
Ausbau und Pflege der Saumwege: Bei der heutigen Organisation des Trainwesens ändert das Einsatzgebiet der Traineinheiten von Jahr zu Jahr. Selten kann das WK-Pro- gramm den Anforderungen an die Ausbildung und einem sinnvollen Einsatz des Trains gerecht werden. Die Trainkom- mandanten suchen Beschäftigung für ihre Truppe bei Gemeindebehörden und Alpkorporationen, was sicher zu begrüssen wäre, wenn derweil eine vordringliche Aufgabe, nämlich der Ausbau und die Pflege des Saumwegnetzes unter taktischen Gesichtspunkten, nicht vernachlässigt würde. Bis zum Überdruss werden Biwaks gebaut oder infanteristische Übungen mitgemacht, wobei die Pferde ste- hen und stehen. Während der Manöver, die meist und ver- nünftigerweise den Ansprüchen der motortransportierten und mechanisierten Truppen angepasst sind, werden die Pferde bald irgendwo versteckt, bald über zu grosse Strek- ken verschoben oder verladen, ohne einem Einsatz zuge- führt zu werden. Meist bedeutet der Train eine Hypothek für den Truppenkommandanten. Für den Train selbst geht dabei wertvolle Zeit und auch die Motivation verloren. Der Train müsste territorial eingeteilt und eingesetzt werden. Trainkader und -soldaten müssten ihr umschriebenes Ein- satzgebiet genauestens kennen und für ihre speziellen Auf- gaben einrichten: Ausbau und Pflege des Saumwegnetzes, Bau von permanenten, unauffälligen und im Hinblick auf den Einsatz günstig gelegenen Stallungen. Das WK-Pro- gramm müsste so angelegt werden, dass den Kampftrup- pen, die Pferde benötigen, ad hoc im jeweiligen Territorial- bereich diensttuende Trainzüge oder -kolonnen unterstellt werden können.
Verbesserung des Bestandes an traindiensttauglichen Pferden: Mit dem fast vollständigen Verschwinden der Arbeitspferde in der Landwirtschaft ging auch die Basis für die Requirierung von Trainpferden verloren. In jüngster Zeit bricht eindrücklich die Erkenntnis durch, dass der Trend zu immer schwereren Maschinen und möglichst rationellen Monokulturen verhängnisvoll ist. Nicht bloss aus militäri- schem, sondern vor allem auch aus ökonomischem und ökologischem Interesse müssen wir das Pferd wieder in der Landwirtschaft einführen. Es gibt einen grossen Katalog von Arbeiten und Transporten in der Land-, Alp- und Forstwirt- schaft, die vorteilhafterweise mit Pferden durchgeführt wer- den. Aus der Sicht der Trainpferdebeschaffung bzw. im Interesse der Landesverteidigung wäre es angezeigt, die Halteprämien für diensttaugliche landwirtschaftliche Arbeitspferde und für professionell eingesetzte Saumpferde zu verdoppeln. Ausserdem sollte den Landwirten die Beschaffung militärdiensttauglicher Pferde erleichtert werden.
Postulat Müller-Bachs
1829
Schriftliche Erklärung des Bundesrates vom 17. Juni 1985 Déclaration écrite du Conseil fédéral du 17 juin 1985 Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis
85.480 Postulat Schnider-Luzern Schussgeldtarife - Indemnités de tir
Wortlaut des Postulates vom 18. Juni 1985
Damit unsere Armee ihre Ausbildung im scharfen Schuss durchführen kann, benötigt sie Übungsplätze. Durch Erschliessung und Überbauung werden diese mehr und mehr eingeschränkt. Dadurch werden immer mehr Truppen auf immer weniger Übungsplätzen eingesetzt. Dort entsteht deshalb eine Belastung, welche das normale Mass, wie es in Artikel 33 der Militärorganisation der Schweizerischen Eid- genossenschaft postuliert ist, weit übersteigt. In solchen Fällen schliesst das EMD mit den Eigentümern Vereinbarun- gen ab. Die Vergütung der durch militärische Übungen in solchen Vertragsgebieten entstehenden Schäden erfolgt aufgrund von Schussgeldtarifen. Diese Tarife wurden letzt- mals am 14. Dezember 1971 festgelegt und vom EMD ge- nehmigt.
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Der Bundesrat wird deshalb ersucht, eine Erhöhung dieser Schussgeldtarife zu prüfen und diese den gestiegenen Kosten der Schadenbehebung anzupassen.
Texte du postulat du 18 juin 1985
Pour pouvoir assurer l'instruction au tir à balle, notre armée a besoin de places d'exercice. Celles-ci se font de plus en plus rares, les terrains étant viabilisés et bâtis. Il s'ensuit qu'il y a toujours plus de troupes qui s'exercent sur un nombre toujours plus réduit de places. De ce fait, les propriétaires de ces terrains subissent des entraves et des dommages qui dépassent de beaucoup ce qui peut raisonnablement être exigé d'eux, comme le veut l'article 33 de l'Organisation militaire. Dans de tels cas, le DMF conclut des conventions avec ceux-ci. Les indemnités versées pour les dommages causés par des exercices militaires dans les zones qui font l'objet d'un contrat sont prévues dans un tarif des indem- nités de tir. Ce tarif a été fixé, pour la dernière fois, le 14 décembre 1971 et approuvé par le DMF.
C'est pourquoi le Conseil fédéral est invité à examiner la possibilité d'augmenter ces tarifs et de les adapter au coût plus élevé qu'entraîne la réparation des dommages.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Aregger, Bäumlin, Blun- schy, Bonnard, Butty, Cantieni, Fischer-Sursee, Frei- Romanshorn, Geissbühler, Graf, Hari, Hess, Humbel, Jung, Kühne, Landolt, Lanz, Müller-Aargau, Müller-Scharnachtal, Nef, Nussbaumer, Ogi, Perey, Pini, Röthlin, Rubi, Ruckstuhl, Rüttimann, Schärli, Schmidhalter, Segmüller, Seiler, Stamm Judith, Stappung, Uhlmann, Wellauer, Ziegler (37)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 14. August 1985
Rapport écrit du Conseil fédéral du 14 août 1985
Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis
85.497 Postulat Müller-Bachs Militärische Lehrer - Enseignants pour l'armée
Wortlaut des Postulats vom 20. Juni 1985
Der Bundesrat wird ersucht, die Möglichkeit zu prüfen, den Instruktorenmangel mit seinen negativen Auswirkungen zu beheben, indem parallel zur Instruktorenlaufbahn Stellen für militärische Lehrer geschaffen werden.
Texte du postulat du 20 juin 1985
Le Conseil fédéral est invité à étudier la possibilité de remé- der à la pénurie d'instructeurs et aux conséquences néga- tives qui en découlant, en créant des places d'enseignants pour l'armée parallèlement à la carrière d'instructeur.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Brélaz, Cavadini, Cincera, Humbel, Oester, Ott, Rebeaud, Spalti, Wellauer, Wick (10)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Militärische Aktionen, auch der Verteidigungskampf, sind vordergründig rein technische Abläufe. Der einzelne Soldat ist vergleichbar mit einem bestimmten Bestandteil einer Maschine, die möglichst zuverlässig und wirkungsvoll zu funktionieren hat. Die Ausbildung des Soldaten konzentriert sich auf diese instrumentelle Funktion.
Auf dem Niveau der Offiziere misst man den geistigen Quali- täten mehr Bedeutung zu und räumt deren Förderung, zum Beispiel an Militärakademien, einen gewissen Platz ein. In einer Milizarmee beanspruchen wir die Unteroffiziere und Soldaten nicht bloss als Werkzeuge, sondern auch als Staatsbürger. Als Bürger und Soldat sind auch sie ständig einem ideologischen Trommelfeuer ausgesetzt. Ganz unab- hängig davon bedrückt es uns, dass wir dem Kriegsgesche- hen in aller Welt nicht wirkungsvoller entgegentreten kön- nen, und andererseits sind wir uns bewusst, dass die Menschheit noch weit davon entfernt ist, die Voraussetzun gen für ein friedliches Austragen von Konflikten zu erfüllen. Man kann sich auf den Standpunkt stellen, dieses Span- nungsfeld sei ein persönliches Problem jedes einzelnen und könne in militärischen Schulen und Kursen ausser acht gelassen werden. Die Grundhaltung des Soldaten zum gei- stigen Abschalten überträgt sich leicht auch auf den Bürger und bewirkt eine Einstellung, die man mit «après moi le déluge» charakterisieren kann.
Im Bericht der GPK an das EMD über die Inspektion zur Frage des Instruktorenmangels in der Schweizerischen Armee vom 22. Mai 1985 wird auf Seite 2 oben die Feststel- lung gemacht: «Die Ausbildung in unserer Milizarmee ist dadurch gekennzeichnet, . . . , dass aber zugleich das Miliz- kader, welches die Rekruten auszubilden hat, in bezug auf seine eigene Funktionsstufe jeweils selber noch in der Aus- bildung steht.» ... «Um die Aufgabe der Landesverteidi- gung glaubwürdig zu erfüllen, bedarf die Milizarmee daher besonderer Anstrengungen im Bereich der Ausbildung.» Mit dem Mangel an Instruktoren wird der Gehalt an unseren militärischen Schulen und Kursen immer dürftiger.
Für die Ausbildung von Offizieren, Unteroffizieren und Sol- daten sollten militärische Lehrer im Offiziersrange zur Verfü- gung stehen, welche folgende Voraussetzungen erfüllen: Ausbildungsstufe: Mittelschullehrer.
Schwerpunktfächer: Geschichte, Geographie, Staatskunde, Turnlehrer.
Als permanente Angehörige des militärischen Lehrkörpers müssten sie zusätzlich die folgenden Funktionen über- nehmen:
Fachlehrer in einem technischen oder logistischen Berei- che. Spezialauftrag im Rahmen Vorbereitung der K Mob. Die Anstellung als militärischer Lehrer müsste bezüglich Grundbesoldung mindestens jener eines Mittelschullehrers entsprechen.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Müller-Bachs Trainwesen. Reorganisation Postulat Müller-Bachs Troupes de train. Réorganisation
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1985
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Anno
Band
IV
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
18
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 85.375
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Numero dell'oggetto
Datum 04.10.1985 - 08:00
Date
Data
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1828-1829
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