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26 septembre 1985
N
1600
Bail à ferme agricole. Loi
Elfte Sitzung - Onzième séance
Donnerstag, 26. September 1985, Vormittag Jeudi 26 septembre 1985, matin 8.00 h
Vorsitz - Présidence: Herr Koller Arnold
81.073
Landwirtschaftliche Pacht. Bundesgesetz Bail à ferme agricole. Loi
Siehe Seite 1316 hiervor - Voir page 1316 ci-devant Beschluss des Ständerates vom 25. September 1985 Décision du Conseil des Etats du 25 septembre 1985
Differenzen - Divergences
Art. 4 Abs. 3, 9, 24 Abs. 2, 28 Abs. 2 Bst. d, 33, 61 Abs. 1 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Art. 4 al. 3, 9, 24 al. 2, 28 al. 2 let. d, 33, 61 al. 1 Proposition de la commission Adhérer au Conseil des Etats
Art. 30a, 33a und 61 Abs. 5 Antrag der Kommission Festhalten
Art. 30a, 33a et 61 al. 5 Proposition de la commission Maintenir
Nussbaumer, Berichterstatter: Nach den ständerätlichen Beschlüssen von gestern verbleiben nur noch wenige Diffe- renzen. Unsere Kommission, die ebenfalls gestern tagte, schliesst sich bei allen Differenzen, mit Ausnahme der zwei wichtigsten, dem Ständerat an. Die Kommission hat sich verschiedene Überlegungen gemacht. Wir möchten mög- lichst dieses Gesetz noch in dieser Session unter Dach bringen, und das ist der Grund, weshalb wir bei allen Diffe- renzen, wo es irgendwie nur möglich war, Ihnen beantragen möchten, dem Ständerat zu folgen. Nachdem wir durch unsere guten Beschlüsse dem Ständerat ermöglicht haben, das Vorpachtrecht für unsere welschen Freunde ins Gesetz aufzunehmen, nach kantonalisierter Regelung, hoffen wir, man würde für das grosse Anliegen, das wir noch bei der parzellenweisen Verpachtung und der übermässigen Zupacht haben, Verständnis finden. Leider hat der Ständerat dort bei diesen zwei wichtigsten Differenzen im ganzen Verfahren an seinen Beschlüssen festgehalten.
Ich möchte Ihnen beantragen, bei Artikel 4 auf die schriftli- che Form zu verzichten, d.h. diese kleine Modifikation des geltenden Vorpachtrechts an Alpweiden ebenfalls in der Fassung des Ständerates zu übernehmen.
Die Änderungen bei Artikel 24 Absatz 2 sind mehr redaktio- neller Art. Wir hatten dort beschlossen, der Pächter sei berechtigt, ersatzweise notwendige Reparaturen selber aus- zuführen. Dieses «ersatzweise» lässt sich interessanter- weise nicht ohne weiteres ins Französische übersetzen, und deshalb wurde dann vorgeschlagen, man solle dieses «ersatzweise» ersatzlos streichen. Aber ändern tut es im materiellen Gehalt wenig. Die französische Fassung ist ganz gleich geblieben. Dort, beim letzten Satz von Artikel 24
Absatz 2, stand irrtümlicherweise das letzte Mal auf der Fahne, der Pächter könne jederzeit, spätestens aber bei Beendigung der Pacht, hierfür Entschädigung verlangen. Dieses «jederzeit» war irrtümlich noch auf der Fahne. Das war schon bei früheren Beratungen gestrichen worden. Nun finden Sie den richtigen Text. Aber man kann eigentlich bei Artikel 24 Absatz 2 nicht mehr von einer Differenz sprechen. Das waren mehr oder weniger redaktionelle Änderungen. Bei Artikel 28 können wir, es ist nicht eine sehr wichtige Differenz, ebenfalls dem Ständerat nachgeben.
Schwieriger ist die ganze Angelegenheit bei Artikel 30a, bei der parzellenweisen Verpachtung, und bei Art. 33a betref- fend die Ermächtigung der Kantone, dass sie auf ihrem Gebiet kantonalisiert diese beiden Instrumente einführen könnten. Im Ständerat wurde zur Begründung dieser beiden Artikel etwas Falsches vorgebracht. Dazu muss ich kurz Stellung nehmen. Es wurde gesagt, man wolle eine eidge- nössische Lösung für die parzellenweise Verpachtung und für die übermässige Zupacht, weil in verschiedenen Kanto- nen das Volk zu einem solchen Gesetz nicht zustimmen würde. Das stimmt natürlich nicht. Es ist aber so, dass, wenn hier die Kantonalisierung beschlossen würde, wie es der Ständerat will, wir in 26 Kantonen eigene Pachtgesetze schaffen müssten. Ich frage Sie: Sind das nicht etwas viele Gesetze wegen dieser zwei Artikel? Ich kann Ihnen als Solothurner sagen: Bei 4 Prozent landwirtschaftlicher Bevölkerung ist das Pachtrecht (kantonales Pachtgesetz) überhaupt kein Thema. Man würde sich dieses Problems kaum annehmen, und wir müssten in den meisten Kantonen eine Volksabstimmung über ein kantonales Pachtgesetz durchführen. Alle bundesrechtlich vorgeschriebenen Bestimmungen können ohne kantonales Gesetz in der Pra- xis verwirklicht werden. Wenn wir also hier eine eidgenössi- sche Lösung beantragen, die Kommission tut dies mit allen gegen 2 Stimmen, so möchten wir einfach verhindern, dass in diesem Bereich in den Kantonen grosse Gesetzesberatun- gen noch losgehen müssen. Aber wir haben nicht Angst vor dem Volk. Es ist natürlich klar, dass Herr Präsident Debétaz sehr scharf reagiert hat, mit der Bemerkung, man wolle im Parlament das Volk übergehen. Wir haben uns auch über- legt, ob wir beantragen sollen, unsere Beschlüsse zu Artikel 30a und 33a gemäss Artikel 17 des Geschäftsverkehrsgeset- zes definitiv zu erklären. Die Kommission hat darauf verzich- tet, hofft aber auf die gute Einsicht des Ständerates.
Bei Artikel 33, das war ja das letzte Mal das Anliegen unseres Kollegen Bonnard, möchten wir nun auch dem Frieden und Verfahren zuliebe dem Ständerat zustimmen. Aber wir hof- fen auf der anderen Seite, dass man auch unsere Situation einmal etwas besser würdigen wird.
Bei Artikel 61 Absätze 1 und 5 handelt es sich um Über- gangsbestimmungen. Absatz 1 hängt zusammen mit dem Artikel 4. Weil wir uns dort dem Ständerat anschliessen, entfällt die Differenz bei Artikel 61 Absatz 1. Bei Artikel 61 Absatz 5 geht der Ständerat von der kantonalisierten Rege- lung nach Art. 30a und 33a aus. Der Nationalrat rechnet damit, dass seine Beschlüsse verwirklicht werden. Materiell wären wir uns sonst bei diesem Absatz 5 einig. Bei uns entfällt einfach der erste Satz des Absatzes 5 von Artikel 61, weil wir eine eidgenössische Lösung vorschlagen.
Ich schlage Ihnen also im Namen der grossen Mehrheit der Kommission vor, bei den Artikeln 30a, 33a und 61 Absatz 5 unbedingt an unseren Beschlüssen festzuhalten.
M. Thévoz, rapporteur: Le Conseil des Etats a fait, hier, un pas important et éliminé certaines divergences en acceptant à l'article 5, l'inscription du droit de préaffermage des des- cendants accordé aux cantons. Le Conseil des Etats, en revanche, a maintenu ses positions à l'article 4, 3e alinéa, l'article 9, l'article 24, 2º alinéa, l'article 28, 2ª alinéa, lettre d, et l'article 33. Il s'agit là, cependant, de divergences qui n'ont pas une importance fondamentale et votre commis- sion vous propose, pour ces articles-là, de vous rallier à la solution du Conseil des Etats.
Une seule divergence importante subsiste aux articles 30a et 33a. Ces dispositions concernent la compétence à donner
Gesicherte Berufsbildung. Volksinitiative
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aux cantons, en matière d'autorisation d'affermage par par- celles et d'affermage complémentaire. Par 17 voix contre 14, le Conseil des Etats a décidé hier de maintenir cette compé- tence cantonale.
Vos deux collègues qui, hier en séance de commission, se sont faits les porte-parole du Gouvernement vaudois, qui les adjurait d'inciter notre conseil à se rallier à ce point de vue, ont eu le sentiment d'être totalement isolés et incompris. Sans aller jusqu'à déclarer qu'il s'agit là d'une condition irréversible, la commission, par 12 voix contre 2 et une abstention, tient ferme et ne veut pas entendre parler de l'octroi de cette compétence aux cantons. Elle est persua- dée que, vu le résultat relativement serré du vote au Conseil des Etats, celui-ci finira par se rallier à ce point de vue. La majorité de la commission estime que les partisans des compétences cantonales, ayant obtenu satisfaction sur le droit de préaffermage des descendants, doivent maintenant céder en matière d'affermage par parcelles et d'affermage complémentaire. Telle est la situation. Il nous appartient maintenant de décider. J'ajoute encore qu'il existe une ultime divergence à l'article 61, lettre 5, concernant les mesures transitoires. Nous maintenons sur ce point de vue notre position, et croyons savoir que le Conseil des Etats se ralliera sans peine à la modification des dates et des délais qui s'impose à cet effet.
M. Bonnard: Le groupe libéral n'a cessé, quant à lui, de dire, en ce qui concerne l'affermage par parcelles et l'affermage complémentaire, que le Conseil des Etats était dans le vrai et qu'il était juste de laisser les cantons décider s'ils voulaient ou non ces procédures sur leur territoire.
Nous devons, cependant, constater que la majorité du Conseil des Etats s'est amenuisée (17 voix contre 14). Votre commission fait preuve d'une fermeté inébraniable. Une proposition de notre part de s'en tenir à la version du Conseil des Etats n'aurait dès lors pas de chance de succès. Nous ne la présenterons donc pas.
Par conséquent, vous allez maintenir votre position et je crois que notre président a raison de dire que le Conseil des Etats s'y ralliera vraisemblablement. Cependant, nous tenons à dire tout à fait clairement que vous allez voter une loi dont certaines parties, c'est-à-dire celles qui nous occu- pent à présent, vont rester lettre morte dans certaines régions du pays qui ne veulent pas de la réglementation proposée ni au niveau du gouvernement, ni au niveau du législateur cantonal, ni au niveau des milieux professionels, ni dans la population. Or, une loi qui reste lettre morte, fût- ce en partie, est une mauvaise loi. Cette situation nous préoccupe. En cette matière, une solution centralisée ne s'imposait pas. La situation de l'agriculture est tellement différente d'une région à l'autre dans ce pays qu'une législa- tion plus souple aurait certainement été préférable.
Steinegger: Ich muss für einmal dem Kollegen Bonnard widersprechen. Ich glaube, wir sind hier in einem Bereich, wo wir eine einheitliche eidgenössische Regelung brau- chen. Auch von der agrarpolitischen Zielsetzung dieses Abschnittes aus müssen wir für eine einheitliche Lösung einstehen. Agrarpolitische Zielsetzungen sind Angelegen- heit des Bundes; er zahlt auch alles. Aus diesen Gründen müssen wir hier Bundesrecht vorsehen.
Ich darf vielleicht noch erwähnen, dass hier der Nationalrat wesentliche Vorleistungen erbracht hat. Wir haben beim Vorpachtrecht der Kantonalisierung zugestimmt; damit ist ja das Vorpachtrecht eine eigentliche «Lex Vaud» geworden. Wir sind auch bei der Grenze, bis zu welcher aufgeteilt werden kann, dem Ständerat entgegenkommen. Wir sind von der «ausreichenden Existenz» zur «guten Existenz» gekommen und haben gehofft, gerade mit dieser Regelung den besonderen Bedürfnissen in der Westschweiz Rech- nung tragen zu können. Dazu ist ja bei den Verhandlungen hier auch von seiten des Bundesrates erklärt worden, dass bei der Beurteilung dieser «guten Existenz» durchaus regio- nale und lokale Gesichtspunkte eine Rolle spielen können - im Waadtland eben beispielsweise die Betriebsstruktur.
Ich möchte Ihnen also beliebt machen, dass wir an diesen Artikeln 30a und 33a festhalten.
Bundesrätin Kopp: Ich möchte Sie meinerseits dringend bitten, an Ihrem Beschluss festzuhalten. Herr Steinegger hat soeben zu Recht dargelegt, dass es sich hier um ein Kern- stück der Vorlage handelt. Wir sind dem Ständerat weit entgegengekommen, indem wir akzeptiert haben, dass es sich um eine «gute Existenz» handeln muss und dass es bei der Auslegung dieses Begriffs genügend Spielraum für kan- tonale Auslegungen gibt. Es ist offensichtlich, dass eine «gute Existenz» im Waadtland und eine solche im Bergge- biet oder im Kanton Appenzell anders beurteilt wird.
Ich möchte Sie auch bitten, nun mit der nötigen Mehrheit diesen Beschluss aufrechtzuerhalten, denn im Ständerat fehlten lediglich zwei Stimmen. Ich lege ausserordentlich grossen Wert darauf, dass dieses Geschäft, das wir nun seit mehreren Jahren beraten, in dieser Session definitiv verab- schiedet werden kann.
Angenommen - Adopté
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
84.062 Gesicherte Berufsbildung. Volksinitiative Formation professionnelle garantie. Initiative populaire
Botschaft und Beschlussentwurf vom 22. August 1984 (BBI II, 1377) Message et projet d'arrêté du 22 août 1984 (FF II, 1397)
Antrag der Kommission Zustimmung zum Entwurf des Bundesrates
Antrag Gurtner Art. 2
Die Bundesversammlung empfiehlt Volk und Ständen, die Volksinitiative anzunehmen.
Proposition de la commission Adhérer au projet du Conseil fédéral
Proposition Gurtner Art. 2
L'Assemblée fédérale recommande au peuple et aux can- tons d'accepter l'initiative.
Motion I der Kommissionsminderheit
(Bircher, Christinat, Deneys, Fankhauser, Jaeger, Reimann, Uchtenhagen)
Berufsbildung. Bundesbeiträge
Der Bundesrat wird aufgefordert, dem Parlament beförder- lich eine Gesetzesänderung zu beantragen, wonach ange- sichts der grossen Bedürfnisse im Berufsbildungswesen wiederum die im neuen Bundesgesetz über die Berufsbil- dung festgelegten Bundesbeiträge ausgerichtet werden.
Motion I de la minorité de la commission
(Bircher, Christinat, Deneys, Fankhauser, Jaeger, Reimann, Uchtenhagen)
Formation professionnelle. Subventions fédérales
Le Conseil fédéral est invité à proposer au Parlement dans les plus brefs délais une modification de loi afin que, en raison des grands besoins de la formation professionnelle,
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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Herbstsession
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Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
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11
Séance
Seduta
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81.073
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Datum 26.09.1985 - 08:00
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