Verwaltungsbehörden 06.06.1985 84.082
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Alkohollager Delsberg. Gesamterneuerung
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85.024 Bekämpfung des Alkoholismus. Berichte der Kantone Lutte contre l'alcoolisme. Rapports des cantons
Antrag der Kommission Kenntnisnahme vom Bericht
Proposition de la commission Prendre acte du rapport
Frau Blunschy unterbreitet namens der Kommission für Gesundheit und Umwelt den folgenden schriftlichen Be- richt:
Artikel 15 der Übergangsbestimmungen der Bundesverfas- sung bestimmt, dass die Kantone vom Reinertrag der Alko- holverwaltung der Geschäftsjahre 1980/81 bis 1984/85 nur den «Alkoholzehntel», d. h. 5 Prozent, erhalten. Diese 5 Prozent entsprechen einem Zehntel des früheren Kantons- anteils von 50 Prozent des Reinertrages. Die Einnahmen hat jeder Kanton zur Bekämpfung der Ursachen und Wirkungen des Alkoholismus zu verwenden.
Artikel 45 des Alkoholgesetzes vom 21. Juni 1932 verpflichtet die Kantone, jährlich über die vorgenommene Verteilung des Alkoholzehntels Bericht zu erstatten. Im Berichtsjahr 1982/83 sind alle Kantone ihrer verfassungsmässigen Pflicht nachgekommen und haben mindestens ihren Anteil am Reinertrag der Alkoholverwaltung für «Zehntelzwecke» ver- wendet. Die Gesamtaufwendungen betrugen 14,054 Millio- nen Franken. Das Geld wird beispielsweise für die Aufklä- rung, aber auch für die Unterstützung von Fürsorgestellen oder Heilstätten aufgewendet.
Der neue Artikel 32bis Absatz 9 der Bundesverfassung, über den am 9. Juni 1985 abgestimmt wird, sieht eine Erhöhung des Kantonsanteils auf 10 Prozent vor. Andererseits wird die Zweckbindung erweitert. Inskünftig ist der Alkoholzehntel sowohl für die Bekämpfung des Alkoholismus wie des Suchtmittel-, Betäubungsmittel- und Medikamentenmiss- brauchs in ihren Ursachen und Wirkungen zu verwenden. Das Schema für die Berichterstattung der Kantone über die Verwendung ihres Anteils (Rubrikenschema) wird gegen- wärtig in Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Kom- mission für Alkoholfragen revidiert und zu gegebener Zeit den Kantonen zur Stellungnahme unterbreitet. Der neue Berichtsrahmen soll gleichzeitig mit der Neuregelung des Reinertragsanteils in Kraft treten. Bis und mit Bericht 1984/ 85 gilt noch das alte Rubrikenschema.
Die Kommission für Gesundheit und Umwelt beantragt, vom Bericht Kenntnis zu nehmen.
Zustimmung - Adhésion
An den Ständerat - Au Conseil des Etats
84.082 Alkohollager Delsberg. Gesamterneuerung Entrepôt de la régie des alcools à Delémont. Rénovation
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Botschaft und Beschlussentwurf vom 31. Oktober 1984 (BBI III, 1033) Message et projet d'arrêté du 31 octobre 1984 (FF III, 1040).
Beschluss des Ständerates vom 14. März 1985 Décision du Conseil des Etats du 14 mars 1985
Antrag der Kommission Eintreten
Proposition de la commission Entrer en matière
Frau Blunschy, Berichterstatterin: Der Bundesrat beantragt Ihnen, einen Kredit von 37,7 Millionen Franken für die Gesamterneuerung des Alkohollagers Delsberg zu bewil- ligen.
Der Bund ist aufgrund des Alkoholmonopols verpflichtet, die Versorgung unseres Landes mit preisgünstigem Alkohol in den erforderlichen Mengen, Sorten und Qualitäten zu garantieren. Vier Fünftel des von der Alkoholverwaltung abgegebenen Alkohols dienen als Grundstoff für technisch- industrielle, pharmazeutische und kosmetische Produkte. Nur ein Fünftel wird vom Spirituosengewerbe als gebrannte Wasser zu Trinkzwecken benötigt.
Der Bedarf an Alkohol muss zu 70 Prozent aus dem Ausland gedeckt werden. Die Preise des im Ausland eingekauften Sprits unterliegen starken Schwankungen. Steigende Erdöl- und Erdgaspreise wirken sich automatisch auf den Preis des synthetischen Sprits aus, während Ernteausfälle Preiserhö- hungen beim Agrarsprit zur Folge haben können.
Wegen dieser Auslandabhängigkeit und um Preisschwan- kungen ausgleichen zu können, ist eine genügende Lager- kapazität in der Schweiz nötig. Der Bund besitzt vier Alko- hollager: in Delsberg, Romanshorn, Schachen/LU und in Daillens. Die Lager Schachen und Romanshorn sind in den letzten Jahren modernisiert und ausgebaut worden. Das Lager Daillens ist in den Jahren 1967 bis 1971 erbaut worden und entspricht den heutigen Erfordernissen. Das Lager Delsberg hingegen ist dringend sanierungsbedürftig. Es genügt den heutigen Gewässerschutzvorschriften nicht mehr. Sämtliche Tanks sind im Freien ohne Auffangwanne aufgestellt. Gemäss Gewässerschutzgesetz müssen diese Anlagen bis spätestens 1. Juli 1987 den Erfordernissen des Gewässerschutzes angepasst werden. Sonst müsste der Betrieb auf diesen Termin eingestellt werden.
Beanstandungen sind auch von seiten des eidgenössischen Starkstrominspektorats angemeldet worden, weil die ver- alteten Anlagen den Sicherheitsvorschriften nicht mehr entsprechen. Ferner ist auch die bestehende Löschanlage ungenügend.
Ein Verzicht auf die Sanierung und damit eine Schliessung des Betriebes kommt nicht in Frage, weil heute schon - gemessen am Gesamtbedarf - die Kapazität der vier Alko- hollager zu klein ist. Bei Wegfall des Lagers Delsberg wür- den zusätzlich grössere Lagermengen fehlen. Es kommt dazu, dass der Standort Delsberg für die Region Nordwest- schweiz besonders günstig ist. Denken wir an die chemi- sche Industrie in Basel. Es ist daher sinnvoll, dieses Alkohol- lager weiter zu betreiben, die dringend nötigen Sanierungen vorzunehmen und gleichzeitig die Lagerkapazität zu erhö- hen. Das Lagervolumen soll von heute 160300 Hektoliter auf 225500 Hektoliter vergrössert werden.
Die Kommission Gesundheit und Umwelt hat am 10. Mai das bestehende Alkohollager Delsberg besichtigt. Herr Bundes- rat Stich, die Vertreter des Amtes für Bundesbauten sowie der Alkoholverwaltung haben das Bauvorhaben erläutert
Entrepôt de la régie des alcools à Delémont
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N 6 juin 1985
und alle gewünschten Auskünfte erteilt. Die Kommission hatte auch Gelegenheit, mit den Behörden der Stadt Dels- berg sowie des Kantons Jura zu sprechen und konnte mit Befriedigung feststellen, dass diese Behörden die Gesamt- erneuerung des Lagers Delsberg begrüssen. Die Kommis- sion Gesundheit und Umwelt empfiehlt Ihnen daher einstim- mig, der Gesamterneuerung des Alkohollagers Delsberg zuzustimmen und den hierfür benötigten Kredit von 32,7 Millionen Franken zu bewilligen.
Mme Vannay, rapporteur: La Commission de la santé publi- que et de l'environnement a étudié le projet de rénovation totale de l'entrepôt de la Régie fédérale des alcools à Delé- mont et elle vous demande d'entrer en matière sur ce projet devisé à 32700000 francs. En 1971, le nouvel entrepôt de Daillens était achevé et mis en service. En 1977, celui de Schachen était modernisé et agrandi et en 1981, il en était de même de celui de Romanshorn. Restaient donc à pren- dre les mesures d'assainissement et d'agrandissement du quatrième entrepôt de la régie des alcools, celui de Delé- mont, construit entre les années 1953 et 1957. Cet entrepôt est d'une grande importance puisqu'il assure le 30 pour cent des besoins de la régie, desservant spécialement les régions de Bâle, Soleure, Neuchâtel, Jura et, en partie, Berne et Argovie. Il convient donc de le maintenir et de lui apporter les améliorations nécessaires pour que tout soit conforme aux normes exigées, notamment en maière de protection des eaux, de protection civile, en matière d'équipement pour la lutte contre l'incendie, ou encore de la sécurité des installations électriques. En plus des améliorations techni- ques indispensables, il sera procédé à des agrandissements. La capacité d'entreposage sera augmentée et passera de 160300 hectolitres à 225500 hectolitres. En outre, les voies d'accès et de raccordement ferroviaire seront réaménagées ou étendues.
Aucun élément nouveau par rapport à la description et à l'analyse du message n'étant à faire ressortir, je me bornerai donc à souligner un seul point: l'attente et la satisfaction qu'éprouvent les Jurassiens pour ce projet. Les représen- tants du canton du Jura et de la ville de Delémont ont rappelé à la commission l'importance économique de l'en- trepôt de Delémont pour la région et aussi pour les entre- prises vu les travaux qui devront être exécutés dans le cadre de cette rénovation. A souligner aussi que la Régie fédérale des alcools, tout comme l'Office des constructions fédé- rales, ont associé la municipalité de Delémont et ses ser- vices industriels et d'urbanisme à tout le déroulement de l'établissement du projet. L'information, la concertation, la collaboration ont été ressenties très positivement, de même que l'attribution de mandats d'ingénieurs ou d'architectes à des bureaux de la place.
En mars de cette année, l'Office des constructions fédérales a déjà fait paraître dans les journaux locaux et dans les journaux professionnels une mise en soumission des tra- vaux qui a suscité quelque 250 réponses. C'est dire que les entreprises locales ont été bien informées et auront pu prendre leurs dispositions pour être prêtes au moment op- portun.
En conclusion, c'est à l'unanimité que la commission a accepté l'entrée en matière et a voté le projet tel que pré- senté. Nous vous recommandons d'en faire autant, de voter l'arrêté fédéral proposé et déjà accepté à l'unanimité par le Conseil des Etats, cela afin que les travaux puissent débuter dans les meilleurs délais.
Eintreten wird ohne Gegenantrag beschlossen Le Conseil décide sans opposition d'entrer en matière
Detailberatung - Discussion par articles
Titel und Ingress, Art. 1 und 2 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates
Titre et préambule, art. 1 et 2 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats
Angenommen - Adopté Gesamtabstimmung - Vote sur l'ensemble Für Annahme des Beschlussentwurfs 95 Stimmen (Einstimmigkeit)
An den Bundesrat - Au Conseil fédéral
Schluss der Sitzung um 12.10 Uhr La séance est levée à 12 h 10
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Jahr
1985
Année
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Band
III
Volume
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Session
Sommersession
Session
Session d'été
Sessione
Sessione estiva
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
05
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 84.082
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
06.06.1985 - 08:00
Date
Data
Seite
919-920
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Ref. No
20 013 435
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