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und gewerblichen Betriebe mit billigem Milchpulver aktiv fördert, bewirkt man - ob gewollt oder ungewollt - das Gegenteil. Wenn man sich für die Verbesserung der Situa- tion der kleinen und mittleren Bauern einsetzt, stösst man stets auf Hindernisse und Widerstand. Wenn ich bei der Revision des Landwirtschaftsgesetzes eine Herabsetzung der Höchsttierbestände verlange, dann kommen die bekannten Gegenargumente, auf die ich jetzt nicht einge- hen kann. Und wenn ich heute fordere, man solle die indu- striellen und gewerblichen Mastbetriebe wenigstens nicht mit billigem Magermilchpulver fördern, dann wird auch die- ser Vorschlag abgelehnt. So wird es schliesslich verunmög- licht, eine Politik im Interesse der kleinen und mittleren Betriebe zu realisieren.
Noch eine letzte Bemerkung: Ich stütze mich bei meinen Anträgen auf seriöse Unterlagen, unter anderem auf eine Studie im «Tages-Anzeiger»-Magazin vom 18. Juni 1983. Diese Studie ist einem engagierten Landwirt und Ihnen, Herr Bundesrat, gewidmet. Ich zitiere: «Ihnen, Kurt Furgler, denn ihrer energischen Persönlichkeit wird es gelingen, selbst im Bundesamt für Landwirtschaft bauernfreundliche Akzente zu setzen.»
Bundespräsident Furgler: Danke vorerst für die gewidmeten Bilder. Ich möchte nur ganz kurz zum aufgeworfenen Pro- blem Stellung beziehen, nachdem Herr Baumlin einerseits zu den Punkten a und b sagte, er sei von unseren Massnah- men insoweit überzeugt, dass er sich weitergehende Mass- nahmen fast nicht vorstellen könne.
Seit wir die Milchkontingentierung eingeführt haben, sind wir von der Wechselwirkung einer Kontingentierung, bezo- gen auf alle anderen Produktionszweige, voll und ganz überzeugt. Wenn wir die 31 Millionen Doppelzenter haben, dann ist der Plafond erreicht; wir können ihn nicht auswei- ten. Jegliche Mehrproduktion muss zu Mehrkosten führen (Käseexport und anderes mehr). Wir haben auch festgestellt, dass durch die Kontingentierung unter anderem das Ver- hältnis der Bergbauern und deren Produktionsweise zu den Talbauern beeinflusst worden ist.
Ich habe vor wenigen Tagen in einer Bauernversammlung darauf hingewiesen, dass ein Kontingentsinhaber, der an die Grenze seines eigenen Kontingentes kommt und weiss, dass er mit Blick auf den Rückbehalt oder die Überlieferungsab- gabe in eine schwierige Situation gerät, mittels Aufzucht oder Mast noch etwas auffangen kann. Sobald das geschieht, sind aber unsere Freunde im Berggebiet wie- derum betroffen. Kurz und gut: Wir sehen auch hier, dass der gesamte Landwirtschaftsbereich - Ackerbau und alles, "was der Boden in den jeweiligen Produktionsräumen über- haupt hergibt - laufend und mit grösster Sorgfalt weiter untersucht und guten Lösungen entgegengeführt werden muss. Wunder können wir nicht bewirken, das wissen Sie alle so gut wie ich.
Ich wage aber zu behaupten, dass wir zusammen mit den Bauernorganisationen, zusammen mit den Bauern selbst, in den letzten Jahren grosse Fortschritte erzielt haben. Das ist staatspolitisch und versorgungspolitisch von grosser Bedeutung. Wir werden bei der Behandlung des sechsten Landwirtschaftsberichts auf diese Zusammenhänge ohne Zweifel eintreten können.
Nun ganz knapp zur Problematik Magermilchpulver: Darf ich daran erinnern, dass bei der Zentrifugation von Milch einerseits Rahm entsteht, daraus eventuell Butter, anderer- seits Magermilch.
Es ist nun am Bundesrat, die beiden Milchbestandteile, Fett (lies Rahm und Butter) und Eiweiss (lies Magermilch), zu bewerten. Da hat nun eine interessante Entwicklung statt- gefunden. Während der Wert der Magermilch im Jahre 1960 9 Prozent des Milchgrundpreises ausmachte, stieg der Pro- zentsatz zehn Jahre später, 1970, auf 11 Prozent an, und seit dem 1. Juli 1983 beträgt der Wertanteil der Magermilch immerhin 20 Prozent. Die getroffenen Massnahmen gingen also in Richtung der Zielvorstellungen von Herrn Bäumlin und brachten auch eine Entlastung der BUTYRA-Rechnung. Magermilch oder Magermilchpulver - das muss man beden-
ken, wenn man diese Dinge diskutiert - entstehen aber nicht einfach nur bei der Verbutterung, sondern zwangsläufig (und zwar in grossem Ausmass) auch bei der Herstellung von Vollrahm, Halbrahm und Kaffeerahm. Diese Verwer- tungsarten belasten die Milchrechnung überhaupt nicht, sondern sie führen der Milchrechnung in Form der Rahmab- gabe jährlich zwischen 12,5 bis 13 Millionen Franken zu. Magermilch und Magermilchpulver entstehen auch aus der Zentrifugation der täglichen Restmilchmengen in Molke- reien und der Wochenendmilch. Die Konsumgewohnheiten dieser Gesellschaft, in der wir leben, haben dazu geführt, dass man zurzeit keine andere Verwertung sieht. Bitte, auch darüber wird man immer wieder nachdenken. Aber Sie spüren aus diesen wenigen Sätzen, Herr Bäumlin, dass die tägliche Zentrifugation für reine Butterherstellung heute auf ein Minimum beschränkt ist. Daraus leitet sich auch ab, dass die anfallende Magermilch bzw. das Magermilchpulver ver- wertet werden müssen.
Dies erfolgt in flüssiger oder in Pulverform im Lebensmittel- und im Futtermittelsektor. Das Gesamte wird weiterbearbei- tet. Ich füge aber jetzt schon bei, dass die von Ihnen vorge- schlagene Höherbewertung der Magermilch um weitere 30 Rappen schlicht und einfach unrealistisch ist. Ich bestätige jedoch das Ziel, die Eiweisskomponente der Milch im Rah- men des Möglichen höher zu bewerten.
In diesem Sinne werden wir weiterarbeiten, und ich glaube, dass man das Problem bei anderer Gelegenheit vertieft diskutieren kann.
Präsident: Herr Baumlin ist mit der Umwandlung in ein Postulat einverstanden. Es wird aus der Mitte des Rates nicht bekämpft.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
83.511 Motion Brélaz Landwirtschaftsgebiet. Erhaltung Sauvegarde des terres agricoles
Wortlaut der Motion vom 23. Juni 1983
Der Bundesrat wird eingeladen, die Landwirtschaftsgesetz- gebung in Anlehnung an die Forstgesetzgebung so zu ändern, dass die landwirtschaftliche Nutzfläche nicht mehr weiter vermindert werden kann.
Texte de la motion du 23 juin 1983
Le Conseil fédéral est invité à modifier la législation afin que la surface des terres agricoles exploitées du pays ne puisse plus diminuer davantage, ceci en s'inspirant des disposi- tions applicables aux forêts.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Dupont, Günter, [Kauf- mann], Longet, Massy, Oehen, Oester, [Roy], Soldini, [Teu- :: scher] (10)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Ces dernières années, le bétonnage de notre pays s'est effectué au rythme effarant de 1 mètre carré par seconde. Au nombre des catégories les plus touchées, on compte les terres agricoles. Or le maintien d'une surface agricole suffi- sante et d'une paysannerie forte, est indispensable aussi bien au niveau de l'approvisionnement du pays que de la protection de la nature et du paysage. Certes la loi sur l'aménagement du territoire se donne, entre autres, pour but le maintien de surfaces agricoles. Mais les dispositions d'application cantonales, qui sont d'ailleurs extrêmement
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N
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variables, peuvent faire craindre que bien des terres agri- coles exploitées ne disparaissent encore dans le futur avant qu'un maintien strict ne soit assuré.
C'est pourquoi des mesures plus draconiennes doivent être prises rapidement pour maintenir au niveau actuel la surface des terres agricoles exploitées, même si cela mène à des conflits avec d'éventuelles zones à bâtir. La sauvegarde d'une surface suffisante de terres cultivées pour l'approvi- sionnement du pays est en effet plus importante que la poursuite d'un bétonnage tentaculaire qui tendrait, à terme, à urbaniser tout notre territoire.
En matière de maintien, la législation sur les forêts a fait ses preuves puisque la surface de celles-ci a même légèrement tendance à augmenter. C'est pourquoi il conviendrait de s'inspirer de cette législation (en particulier au niveau du remplacement des surfaces lors de destructions) dans le domaine de la conservation des terres agricoles exploitées.
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 14. September 1983
Rapport écrit du Conseil fédéral du 14 septembre 1983
Depuis la dernière guerre mondiale, la surface des terres cultivées n'a cessé de diminuer sous la pression de l'évolu- tion économique et de l'accroissement démographique (près de 50 pour cent). Par ailleurs, la sévérité de la législa- tion sur les forêts (obligation de maintenir l'aire forestière du pays) a incité les milieux intéressés à se tourner pour ainsi dire uniquement vers les terres exploitées par l'agriculture aux fins de satisfaire les besoins en terrains destinés à la construction de logements et de bâtiments industriels, à l'aménagement de voies de communication, de places de sport, etc. Si des aires forestières importantes ont dû être sacrifiées, elles ont été largement remplacées, tôt ou tard, par le reboisement d'anciennes terres agricoles.
Malgré cette situation, l'augmentation des rendements par hectare et l'amélioration des performances dans l'exploita- tion du bétail ont permis aux paysans d'accroître leur pro- duction de 50 pour cent durant la période de 1939 à la fin des années 60, voire même jusqu'à 90 pour cent en moyenne pendant les trois périodes 1939 à 1980/1981 et 1982 respectivement. De plus, la population suisse s'est très fortement accrue depuis la dernière guerre mondiale, ce qui ne nous a pas empêché d'atteindre sur le plan alimentaire un taux d'autoapprovisionnement supérieur à celui de 1939. Le motionnaire propose de stopper le processus de réduc- tion de la surface des terres agricoles en prenant des mesures draconiennes, aussi efficaces que celles arrêtées pour la sauvegarde des forêts. Aux termes de la loi fédérale sur la police des forêts, cela signifierait qu'il faudrait tout d'abord maintenir la superficie actuelle, puis, comme c'est le cas pour les forêts (autorisation de défrichement), que les terres agricoles ne pourraient être utilisées à d'autres fins qu'après examen du cas et uniquement lorsqu'il est établi qu'il y va de l'intérêt public.
Étant donné que les terres utilisables à d'autres fins que l'exploitation agricole seraient fort rares, pareilles mesures de protection en faveur de l'économie rurale devraient avoir de profondes répercussions sur l'évolution économique du pays et sur le niveau de vie de la population. Elles touche- raient pratiquement toutes les branches de notre économie ainsi que toutes les couches de notre population; l'agricul- ture elle-même pâtirait du renchérissement qu'il en résulte- rait. Dans ces conditions, il serait indispensable d'ouvrir une discussion de principe sur les objectifs de croissance de notre économie.
D'autre part, ce que demande l'auteur de la motion ne saurait être réalisé sans une révision globale de la loi fédé- rale sur l'aménagement du territoire (LAT). Les questions soulevées par lui ont déjà été discutées lors de l'élaboration de cette loi (initiative parlementaire Oehen, du 25 novembre 1974, 12.161). Entrée en vigueur le 1er janvier 1980, ladite loi poursuit les mêmes objectifs, en recourant toutefois à des mesures moins draconiennes. Elle énonce en premier lieu le principe: «La Confédération, les cantons et les communes veillent à assurer une utilisation mesurée du sol» (art. 1, 1er
al. LAT). Elle demande ensuite d'observer, lors des travaux de planification, la règle suivante: «Réserver à l'agriculture suffisamment de bonnes terres cultivables» (art. 3, 2º al., let. a LAT). La LAT est conçue dans un esprit fédéraliste et confie la responsabilité de l'exécution principalement aux cantons. Dans la plupart de ceux-ci, les travaux sont déjà en cours. La Confédération, de son côté, participe à l'établisse- ment des plans directeurs cantonaux (art. 6 à 13 LAT). Elle élabore les conceptions et les plans sectoriels nécessaires à l'accomplissement des tâches dans le domaine de l'aména- gement du territoire; elle collabore avec les cantons et approuve leurs plans directeurs. Par arrêté du 5 novembre 1980, le Conseil fédéral a orienté les cantons sur les études de base, les conceptions, les plans sectoriels et les projets de construction de la Confédération; il les a informés, entre autres, sur les terres ouvertes en assolement jugées impor- tantes pour l'approvisionnement du pays et dont la sauve- garde doit être assurée par des mesures relevant de l'amé- nagement du territoire. D'autre part, lorsqu'il approuva le plan directeur du canton des Grisons, premier à être soumis après l'entrée en vigueur de la LAT (arrêté du 6 décembre 1982), le Conseil fédéral a relevé tout particulièrement la nécessité de protéger les surfaces agricoles et a exigé que le canton prenne des mesures supplémentaires. Enfin, par lettre commune du 18 mai 1983, l'Office fédéral de l'aména- gement du territoire et l'Office fédéral de l'agriculture se sont adressés aux directions et départements compétents des cantons pour leur exposer leur avis sur des questions pendantes en rapport avec l'agriculture, dans le cadre de l'aménagement du territoire.
Soucieux aussi de sauvegarder les terres agricoles, le Con- seil fédéral accorde une grande importance à l'exécution de la LAT. Il est parfaitement conscient du travail considérable qui doit encore être accompli et des nombreux problèmes à résoudre dans les différents domaines technique, juridique, politique ainsi que ceux en rapport avec notre régime fédé- raliste. Cependant, étant donné que les autorités disposent des moyens nécessaires à une protection convenable des terres agricoles, une modification de la législation en vigueur sur l'agriculture et l'aménagement du territoire ne s'impose pas aujourd'hui.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Déclaration écrite du Conseil fédéral Le Conseil fédéral recommande le rejet de la motion.
Antrag Nussbaumer Überweisen als Postulat
Proposition Nussbaumer
Transmettre comme postulat
Präsident: Der Bundesrat beantragt in der schriftlichen Ant- wort, die Motion abzulehnen.
M. Brélaz: Ma motion a été déposée il y a près de deux ans. Depuis, la situation a quelque peu évolué.
Il faut savoir que, ces vingt dernières années, le sol de la Suisse a été construit à un rythme à peine inférieur à un mètre carré par seconde. Cela signifie que, depuis le début de nos débats ce matin à 8 heures, une surface correspon- dante à peu près à vingt fois celle de cette salle a été asphaltée ou bétonnée d'une manière ou d'une autre. Le problème est donc tout à fait sérieux, d'autant plus que ce sont surtout les terres agricoles qui sont touchées, c'est-à- dire des terrains consacrés à l'agriculture ou à l'élevage il y a vingt ou trente ans.
Or, depuis que cette motion a été déposée et qu'elle a essuyé un refus assez sec, on a pu lire dans un certain nombre de périodiques, par exemple, que le directeur de l'Office fédéral de l'agriculture, M. Piot, était favorable au maintien de la zone agricole suisse. Du côté de l'Union suisse des paysans également, on s'est fortement inquiété de la diminution des surfaces des terres agricoles. Par
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conséquent, un refus catégorique à l'étude de ce problème serait excessif.
En outre, il faut trouver des solutions, car il ne suffit pas de constater un fait. Or, je pense que l'on peut en trouver par le biais de législations semblables à celles qui sont appliquées pour la forêt. Cela ne signifie aucunement qu'il faut faire la même, mais simplement que l'on pourrait s'inspirer de ces dispositions qui ont malgré tout démontré leur efficacité, puisque, depuis le début de ce siècle, non seulement la surface des forêts suisses n'a pas diminué, mais a même légèrement augmenté; même si elle est malheureusement très menacée actuellement pour d'autres raisons: Des zones de buissons ou autres ont en effet petit à petit été classées en zones forestières.
Il faut savoir que, aujourd'hui déjà, un plan comme celui de M. Wahlen à l'époque devient difficilement envisageable compte tenu de ce qui reste comme surface cultivable. D'ailleurs, si l'on poursuit dans cette direction, il sera rendu absolument impossible. D'autre part, l'agriculture joue dans notre pays un rôle absolument fondamental. Il serait donc extrêmement néfaste pour les structures de notre pays, pour . son économie et son approvisionnement en cas de conflit, de continuer éternellement dans le même sens en laissant à la génération suivante la résolution du problème.
En conclusion, cette motion mérite nettement mieux qu'un refus sec.
Nussbaumer: Ich habe den Antrag gestellt, die Motion Bré- laz sei als Postulat zu überweisen. Ich habe diesen Antrag gestellt, weil ich aus meinen bisherigen Erfahrungen mit dem Bundesrat nicht glauben kann, dass er dieses Anliegen schroff ablehnen will. Seit 1950 sind 150 000 Hektaren Land- wirtschaftsland überbaut oder aufgeforstet worden. Der Bundesrat weist darauf hin, dass die Produktion auf Flä -. chen, welche den Bauern entzogen wurden, wettgemacht wurde durch Leistungen in der Tierhaltung und dank höhe- ren Hektarenerträgen; der Selbstversorgungsgrad sei höher als 1939. Diese scheinbar beruhigende Feststellung basiert auf der falschen Annahme, die Landesversorgung könne in alle Zukunft hinein auf die ungeheuren Futtermittelimporte, die auf 350 000 Hektaren Auslandfläche wachsen, abgestellt werden.
Wie steht es um die weiteren Leistungssteigerungen? Sind sie auf die Dauer ökologisch tragbar? Von 450 000 Hektaren Fruchtfolgeflächen fehlen nach ersten Grobschätzungen · für jedermann klar werden, dass die beiden Kurven der rund 70 000 Hektaren, die schon in Bauzonen eingezont sind. Kein geringerer als Herr Dr. Stüdeli vom Schweizeri- schen Verband für Landesplanung schlug kürzlich vor, das Kulturland sei zu schützen wie der Wald. Seine Ansichten decken sich weitgehend mit denjenigen des Motionärs. Der Bundesrat macht schliesslich auf den möglichen Zielkonflikt aufmerksam, den ein Raumschutz zugunsten der Agrarwirt- schaft auslösen könnte. Er befürchtet nachteilige Auswir- kungen auf die Wirtschaft und den Lebensstandard des Volkes.
Ich frage Sie, Herr Bundespräsident, und Sie alle: Was ist das für ein Wachstum, das nur mit der Zerstörung des Bodens möglich wird? Mehr überbauter Boden heisst in Zukunft weniger Lebensstandard und weniger Lebensquali- tät, weniger Erholungsraum, weniger Ernährungssicherheit und weniger Landschaft zur touristischen Nutzung. Inner- halb überbauter Streusiedlungsgebiete haben wir genügend Landreserven für ein weiteres qualitatives Wachstum. Die Baugebiete können und müssen in unserem Land verdichtet werden. Die Ausnützungsziffern von 0,1 bis 0,2 könnten ohne Schaden für die Wohnqualität erhöht werden. Mit den Industriezonen steht es so: 30 Prozent unserer erschlosse- nen Industriegelände sind heute ungenutzt oder total unter- nutzt. Auch hier besteht ein grosser Spielraum für ein weite- res Wachstum ohne Grünlandzerstörung. Der Tourismus leidet heute unter der ungenügenden Auslastung seiner Einrichtungen. Zweitwohnungen sind nur bis zu 10 bis 20 Prozent belegt. Die vorhandenen touristischen Transportan- lagen vermögen grössere Kapazitätssteigerungen zu ver- kraften. Wir müssen - ob wir wollen oder nicht - dazu
kommen, mit den bestehenden Siedlungsflächen auszu- kommen. Ein Flächenrecycling ist von Gesetzes wegen zu studieren. Nicht jedes neue Bedürfnis soll mit einem weite- ren Konsum grünen Landes einhergehen. Ich fordere, es müsse ein anderes Wachstum, das nicht auf Zerstörung aufbaut, in die Wege geleitet werden. Ich begrüsse die Bestrebungen des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepar- tementes und des Eidgenössischen Justiz- und Polizeide- partementes, die Fruchtfolgeflächen und die Grünlandflä- chen vermehrt zu schützen. Die notwendigen Gesetzesrevi- sionen und Verordnungsrevisionen für den Schutz des grünen Landes brauchen viel Zeit.
Ich bitte Sie, Herr Bundespräsident, diesen Vorstoss als Postulat entgegenzunehmen. Die schroffe Ablehnung der Motion könnte den Fehlschluss aufkommen lassen, der Bundesrat räume dem Schutz des unverbauten Landes auch 1985 nur sekundäre Bedeutung ein. Ich bitte Sie, meinem Antrag zuzustimmen.
Oehen: Ich habe nun die Ehre, 14 Jahre diesem hohen Rate anzugehören, und genau 14 Jahre sind es her, dass ich mich zum ersten Mal intensiv und nachhaltig genau für dieses Problem erwärmt, eingesetzt habe.
Herr Bundespräsident, ich bewundere immer wieder Ihre Eloquenz. Sie ist nachahmenswert. Ich werde Ihre Vollkom- menheit nie erreichen; dessen bin ich mir bewusst. Sie haben in diesem Geschäft heute zum dritten Mal Gelegen- heit, Ihre Eloquenz unter Beweis zu stellen, wie Sie sie heute morgen schon unter Beweis gestellt haben. Aber, Herr Bun- despräsident, auf die Dauer kann man ein echtes Problem auch mit der grössten Eloquenz nicht mehr unter den Tisch wischen und nicht überspielen.
Zweimal in der Vergangenheit haben Sie in hervorragender Art und Weise das Problem für den Rat als nicht dringlich erscheinen lassen. Sie haben von haushälterischem Umgang mit dem Land, dem landwirtschaftlich nutzbaren Land gesprochen, und Sie haben uns damit jedesmal den Eindruck gegeben, dass alles gemacht werde, um diesen Prozess der Selbstzerstörung aufzuhalten. Das Resultat: Wir haben in diesen 14 Jahren mindestens 250000 Hektaren Kulturland weiter überbaut und verloren.
Meine Damen und Herren, so geht es nicht weiter! Die weltweite Entwicklung in bezug auf die Bevölkerungsver- mehrung, in bezug auf den Verlust produktiven Landes lässt Erhöhung der Lebensmittelproduktion und der Bevölke- rungszunahme sich weltweit gesehen endgültig überschnei- den werden, d. h., dass wir mit der Produktion auch bei optimalster Verteilung der Lebensmittel nicht mehr mitkom- men werden. In dieser Perspektive scheint es mir tatsächlich etwas vom Allerdringlichsten, dass wir die eigenen Lebens- grundlagen einem absoluten Schutz unterstellen. Ich bin mir dabei völlig bewusst, dass damit schwere gesellschaftspoli- tische Probleme verbunden sind. Ich stelle Ihre Bedenken, Herr Bundespräsident, die Sie in der Vergangenheit in die- ser Richtung äusserten, überhaupt nicht in Zweifel. Aber, wie schon mein Vorredner gesagt hat, ist es höchste Zeit, dass sich die besten Spezialisten Ihres Departementes und des Justizdepartementes über das Problem beugen, um Lösungen zu finden, damit wir in allernächster Zeit diesem bedauernswerten, tragischen Verlust an Kulturland Einhalt gebieten können.
Ich bitte Sie deshalb sehr, Herr Bundespräsident Furgler, nehmen Sie die Motion Brélaz als Postulat, als Auftrag entgegen, diesem Problem alle Aufmerksamkeit zu schenken.
Bundespräsident Furgler: Ich bin Herrn Brélaz dankbar, das er dieses wichtige Problem zur Debatte stellt, und ich kann auch Herrn Oehen sofort beruhigen. Ich pflege die Sprache nicht einzusetzen, um Probleme vom Tisch zu wischen, sondern um sie mit Gleichgesinnten einer Lösung entge- genzuführen. Wenn Sie gelegentlich nicht zu den Gleichge- sinnten gehörten, dann ändert das noch nichts an dieser Arbeitsmethode. Das kann sich ja in Zukunft ändern.
N 13 mars 1985
500
Postulat Darbellay
Ich darf Ihnen ferner sagen, dass im Laufe der 14 Jahre, die wir hier miteinander verbracht haben, das Raumplanungs- gesetz geschaffen worden ist, auch um ein Problem zu meistern, und Sie wissen, dass seither tatsächlich in allen Behörden, aber auch im Volk eine Sinnesänderung einge- treten ist. Also freuen wir uns ob dem Erreichten! Sofort füge ich aber bei, dass nach wie vor viel zu tun bleibt.
Viel zu tun bleibt, weil das von Herrn Brelaz, von Herrn Nussbaumer und von Ihnen, Herr Oehen, dargestellte Pro- blem auch uns in der Regierung Sorge bereitet. Wenn wir der Motion mit Nein begegneten, so deshalb, weil die Forde- rung viel zu apodiktisch gestellt wurde. Wenn Sie wollen, dass wir die Landwirtschaftsgesetzgebung so ändern, dass die landwirtschaftliche Nutzfläche nicht mehr weiter vermin- dert werden kann, ist ein sofortiger Totalstopp unerlässlich. Ich bin froh, dass jetzt im Laufe der Debatte auch die Erweiterung in Richtung Postulat diskutiert wird, weil ich dieses Problem keineswegs stur so minimisieren würde, als ob wir nicht Mittel und Wege miteinander suchen sollten, um der Erhaltung des Kulturlandes - ich drücke mich einmal positiv aus - das Wort zu reden und mit den Kantonen, mit den Gemeinden zusammen Massnahmen in dieser Richtung zu finden.
Wenn Sie vielleicht während Ihrer Session eine Stunde Zeit haben, um an der Universität Bern die hochinteressante Ausstellung über dieses Problem zu besichtigen - ich war am vergangenen Freitag zur Eröffnung dort -, dann spüren Sie, dass die Landwirtschaft und die Forschungsanstalten, die zum EVD gehören, in dieser Richtung tätig geworden sind. Die 3000 Hektaren, die wir per annum verloren haben, bereiten mir und Ihnen allen Sorge. Ich bin glücklich, dass als Wirkung der Raumordnung nun die Richtpläne der Kan- tone sichtbar machen, dass man auch in den Nutzungsplä- nen dem Boden, dem unwiederbringlichen, Sorge trägt. «Falsch überbaut ist fort», das wissen Sie, das wissen wir. Wenn ich das Raumplanungsgesetz so hoch schätze, so deswegen, weil damit eine neue Lagebeurteilung ausgelöst wurde, wo gesiedelt werden soll und wo nicht.
Tatsächlich besteht zwischen dem EJPD und meinem Departement eine sehr enge Zusammenarbeit; sie führte zu einer Einladung an die Vorsteher der für die Raumplanung und die Landwirtschaft zuständigen kantonalen Departe- mente für eine Konferenz im Mai 1985, an der wir die Idee der Fruchtfolgefläche mit 450000 Hektaren detaillieren und gleichsam Partner suchen werden, um die Erhaltung dieser Fläche zusammen mit den Kantonen zu verwirklichen.
Wer die Zusammenhänge zwischen Staatspolitik, Versor- gungspolitik, Krisenvorsorge, guter Landwirtschaftspolitik, aber auch Erhaltung der Umwelt so gewichtet wie das Parlament und die Regierung, wird nicht darum herumkom- men zu sagen, dass das ein ganz bedeutsames Anliegen ist. So verstanden, und weil ich aus den Worten von Herrn Brélaz spürte, dass er die übertrieben scharf formulierte Motion, die wir ablehnen mussten, selbst viel offener inter- pretiert, kann ich mich meinerseits bereitfinden, angesichts der Bedeutung des Kulturlandes, die ich als ebenso gross erachte wie die Bedeutung des Waldes, alles daranzusetzen, um weiterzustudieren und weiterzukommen, um mit Einsatz aller sinnvollen Mittel die Probleme nicht vom Tisch oder unter den Tisch zu wischen, sondern zu lösen. Ich nehme sie als Postulat entgegen.
M. Brélaz: Devant cet assaut de bonne volonté, je me rallie aussi à la solution du postulat. J'espère ainsi que nous n'aurons pas besoin de voter.
Überwiesen als Postulat - Transmis comme postulat
83.924 Postulat Darbellay Schlechtwetterentschädigung. Landwirtschaftsbetriebe Indemnités en cas d'intempéries. Exploitations agricoles
Wortlaut des Postulates vom 8. Dezember 1983
Der Bundesrat wird eingeladen, Artikel 65 der Verordnung vom 31. August 1983 zum Bundesgesetz über die obligatori- sche Arbeitslosenversicherung und die Insolvenzentschädi- gung so zu ändern, dass die Arbeitnehmer der Betriebe nach Absatz 3 (Rebbau- und Obstbaubetriebe) die Schlecht- wetterentschädigung unabhängig von der Natur des schlechten Wetters erhalten.
Texte du postulat du 8 décembre 1983
Le Conseil fédéral est invité à modifier l'article 65 de l'ordon- nance sur l'assurance-chômage obligatoire et l'indemnité en cas d'insolvabilité du 31 août 1983, de manière à permet- tre aux travailleurs des exploitations citées au 3ª alinéa (exploitations viticoles, fruitières, etc.) d'obtenir l'indemnité en cas d'intempéries, quelle que soit la nature de l'intempé- rie en cause.
Mitunterzeichner -- Cosignataires: Butty, Columberg, Dirren, Dupont, Jung, Massy, Revaclier, Ruckstuhl, Savary-Fri- bourg, Ziegler (10)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Alors que pour les entreprises et exploitations citées à l'alinéa 1, toutes les intempéries y compris le gel et la neige ouvrent le droit aux indemnités, il n'en va pas de même pour les exploitations agricoles énumérées à l'alinéa 3. Pour celles-ci, seules entrent en ligne de compte une sécheresse inhabituelle ou des pluies intempestives.
Cette discrimination pénalise les exploitants agricoles don- nant priorité à l'engagement de travailleurs indigènes et elle pourrait les pousser à donner la préférence à des travailleurs saisonniers étrangers.
Elle est en outre en opposition avec la politique pratiquée ces dernières décennies, tant par les pouvoirs publics que par les écoles, pour donner à nos jeunes travailleurs agri- coles une excellente formation professionnelle. En effet, ou bien l'exploitant engage le personnel indigène à titre tempo- raire, il n'aura pas alors à le rétribuer en cas de gel ou de neige, mais il ne pourra pas s'assurer son service à long terme, le travailleur saisira la première occasion d'obtenir un travail à l'année, même s'il ne correspond pas à sa forma- tion. Ou bien l'exploitant veut pouvoir compter sur une main d'œuvre régulière, il devra alors lui assurer une rétribution annuelle. Il aurait donc un intérêt pécuniaire immédiat à avoir recours à des travailleurs étrangers saisonniers, absents durant l'hiver. Est-ce bien ce que nous recherchons au moment où le maintien de l'emploi pour les travailleurs indigènes est l'un de nos soucis prioritaires; au moment où les citoyens nous invitent sans équivoque à stabiliser, voire à diminuer le nombre des travailleurs étrangers?
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates vom 29. Februar 1984
Rapport écrit du Conseil fédéral du 29 février 1984
Depuis de nombreuses années, l'assurance-chômage indemnise, dans le secteur de la construction, les pertes de travail pour cause d'intempéries. C'est pourquoi, au sein des Chambres fédérales, l'idée a prévalu de conserver, dans le nouveau droit de l'assurance-chômage, l'indemnité en cas d'intempéries, bien que celle-ci couvre un risque vraiment particulier. Toutefois, une majorité a été d'avis qu'il fallait réglementer et appliquer de façon stricte et même restrictive
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Motion Brélaz Landwirtschaftsgebiet. Erhaltung Motion Brélaz Sauvegarde des terres agricoles
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Jahr
1985
Année
Anno
Band
II
Volume
Volume
Session
Frühjahrssession
Session
Session de printemps
Sessione
Sessione primaverile
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
09
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
83.511
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
13.03.1985 - 15:00
Date
Data
Seite
497-500
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Pagina
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