N 11 mars 1985
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Motions Vannay/Dirren
verfügen die Arbeitsmarktbehörden über griffige Instru- mente zum Schutz von einheimischen Arbeitnehmern. Des- halb muss auch dieser Punkt abgelehnt werden.
Letzter Punkt, nur ganz knapp: die Ausbildungs- und Umschulungsmöglichkeiten. Ich durfte Ihnen hier schon mehrfach sagen, wie sehr wir - vor allem beim BIGA - die Durchführung der Umschulungs- und Weiterbildungskurse, an welche die Arbeitslosenversicherung Beiträge bis zu 50 Prozent bezahlt, fördern. Nach dem Willen des Gesetzge- bers ist es Ihr Recht, verehrte Arbeitgeberorganisationen und Arbeitnehmerorganisationen, Kantone und Gemeinden sowie gemeinnützige Institutionen, dies zu nutzen. Mit ande- ren Worten: Wir haben das Instrument.
Aus all diesen Gründen, und nur aus diesen - nicht weil wir das Problem nicht ernst nehmen -, kamen wir zum Schluss, dass diese vier Punkte uns nicht zur Lösung führen. Ich werde mit Arbeitgeber- wie Arbeitnehmerorganisationen über die hier aufgeworfenen Fragen gesondert weiterdisku- tieren, um nach besseren Lösungen zu suchen; gemeinsam werden wir sie auch finden.
Präsident: Sie haben zu entscheiden. - Die sozialdemokrati- sche Fraktion hält an der Form der Motion fest. Der Bundes- rat beantragt Ihnen, die Motion abzulehnen.
Abstimmung - Vote Für die Überweisung der Motion Dagegen
43 Stimmen 85 Stimmen
84.547 Motion Vannay Arbeitslosenversicherungsgesetz. Revision der Artikel 32 bis 37 Loi sur l'assurance-chômage. Révision des articles 32 à 37
84.562 Motion Dirren Wetterbedingte Arbeitsausfälle. Karenztag Assurance-chômage. Interruptions de travail en raison des conditions atmosphériques et jour d'attente
84.563 Motion Dirren Wetterbedingte Arbeitsausfälle. «Selbstbehalt» für Arbeitgeber Interruptions de travail en raison des conditions atmosphériques. Participation de l'employeur
Wortlaut der Motion Vannay (84.547) vom 4. Oktober 1984 Der Bundesrat wird eingeladen, die Artikel 32 bis 37 des Arbeitslosenversicherungsgesetzes so zu ändern, dass für die wetterbedingte Kurzarbeit, wie sie besonders in gewis- sen Landesgegenden vorkommt, eine Härtefälleklausel ein- geführt wird.
Diese Klausel sollte vorsehen, dass die Sozialversicherungs- beiträge der Arbeitgeber oder/und der Arbeitnehmer sowie der Karenztag ganz oder teilweise zu Lasten der Arbeits- losenversicherung gehen.
Texte de la motion Vannay (84.547) du 4 octobre 1984 Le Conseil fédéral est invité à revoir certaines dispositions de la législation sur l'assurance-chômage (art. 32 à 37) pour
qu'en cas de chômage partiel dû aux intempéries - spéciale- ment dans certaines régions du pays - une clause de rigueur soit introduite.
Il s'agirait de pouvoir mettre à la charge de l'assurance- chômage, tout ou partie des sommes dues par l'employeur, ou (et) par le travailleur, pour payer les cotisations aux assurances sociales et le jour d'attente.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-Saint-Gall, Bäumlin, Borel, Bratschi, Braunschweig, Bundi, Christinat, Deneys, Eggenberg-Thoune, Euler, Fankhauser, Fehr, Friedli, Gloor, Hubacher, Jaggi, Lanz, Leuenberger-Soleure, Longet, Mauch, Meizoz, Meyer-Berne, Neukomm, Pitteloud, Reimann, Renschler, Riesen-Fribourg, Robbiani, Rubi, Ruffy, [Schmid], Stamm Walter, Stappung, Uchtenhagen, Wagner, Weber-Arbon, Zehnder (37)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
L'application de la loi sur l'assurance-chômage a provoqué parfois des difficultés inattendues pour certaines entre- prises et certaines catégories de travailleurs.
Ainsi en est-il, par exemple, de petites ou moyennes entre- prises de montagne travaillant dans la construction et le génie civil.
Ces entreprises, qui n'ont pas de travail en plaine, doivent parfois cesser toute activité en hiver, et cela durant plusieurs semaines, voire plusieurs mois. Elles emploient du person- nel indigène ou des travailleurs à l'année qui vont se retrou- ver au chômage.
L'employeur doit alors faire face à plusieurs obligations, entre autres: la prise en charge de l'indemnité du jour d'attente et les cotisations aux assurances sociales, ce qui représente environ 1000 francs par mois et par travailleur. Ces charges peuvent devenir si lourdes qu'elles mettent en péril l'existence même de l'entreprise et face à cette situa- tion, l'employeur se voit contraint de licencier son personnel qu'il réengagera à la fin de l'hiver. Bien sûr que ces licencie- ments sont préjudiciables aux travailleurs (droits d'ancien- neté, assurances sociales, etc.) et doivent absolument être évités.
Pour ce faire, il faudrait décharger l'employeur de tout ou partie de ces charges qui ne pourront pas être répercutées sur les prix.
C'est dans ce sens qu'il s'agirait d'introduire dans la loi une clause de rigueur permettant de tenir compte des intérêts des employeurs et des travailleurs victimes de ces circons- tances particulières.
Wortlaut der Motion Dirren (84.562) vom 5. Oktober 1984 Der Bundesrat wird eingeladen, dem Parlament einen Ände- rungsvorschlag für Artikel 43 des Arbeitslosenversiche rungsgesetzes mit folgendem Inhalt vorzuschlagen: Analog zu Artikel 32 AVIG soll dem Arbeitgeber in Härtefäl- len die Pflicht erlassen werden, den Karenztag bei wetterbe- dingten Arbeitsausfällen zu übernehmen.
Texte de la motion Dirren (84.562) du 5 octobre 1984
Le Conseil fédéral est invité à proposer au Parlement de modifier l'article 43 de la loi sur l'assurance-chômage par analogie à l'article 32 de la LACI; dans les cas de rigueur, l'employeur doit être libéré de l'obligation de prendre à son compte le jour d'attente, lorsqu'une interruption de travail est due aux conditions atmosphériques.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bürer-Walenstadt, Butty, de Chastonay, Columberg, Cotti Flavio, Darbellay, Humbel, Iten, Jung, Pini, Schärli, Schmidhalter, Seiler, Wellauer, Ziegler (15)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Gemäss Artikel 50 der Arbeitslosenversicherungsverord- nung kann das BIGA den Arbeitgeber auf Gesuch hin von der Pflicht befreien, den Karenztag zu übernehmen. Dies ist aber nur dann möglich, wenn die Arbeitsausfälle auf Kurzar- beit beruhen und nicht auch dann, wenn die Arbeitsausfälle wetterbedingt sind. Die Zeit seit dem Inkrafttreten des neuen
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Arbeitslosenversicherungsgesetzes hat aufgezeigt, dass diese Differenzierung ungerechtfertigt und nicht haltbar ist. Die Schlechterstellung des Arbeitgebers bei wetterbeding- ten Arbeitsausfällen diskriminiert einzelne Wirtschafts- zweige und benachteiligt gewisse Regionen unseres Lan- des. Gerade die Berg- und Randregionen, die auf die Bau- wirtschaft angewiesen sind, werden schwerwiegend benachteiligt. Diese Benachteiligung wird nun noch dadurch erhöht, dass der Bundesrat sich in früheren Äusse- rungen für eine grosszügige Handhabung dieser leider nur für Kurzarbeit geltenden Ausnahmebestimmungen ausge- sprochen hat. Eine grosszügige Handhabung von Artikel 50 AVIV ist sicher zu begrüssen. Nur sollte die Befreiung vom Karenztag auch dann gelten, wenn die Arbeitsausfälle durch schlechtes Wetter hervorgerufen werden.
Wortlaut der Motion Dirren (84.563) vom 5. Oktober 1984 Das neue Arbeitslosenversicherungsgesetz (AVIG) verlangt vom Arbeitgeber bei Kurzarbeit oder bei wetterbedingten Arbeitsausfällen einen zu hohen «Selbstbehalt».
Der Bundesrat wird deshalb beauftragt, über eine Gesetzes- revision den Selbstbehalt des Arbeitgebers herabzusetzen. Denn gerade im Berggebiet wird die Arbeitslosigkeit, entge- gen dem Ziel des Gesetzes, nicht herabgesetzt, sondern noch gefördert.
Texte de la motion Dirren (84.563) du 5 octobre 1984
La nouvelle loi sur l'assurance-chômage (LACI) impose à l'employeur une participation trop élevée en cas de réduc- tion d'horaire ou d'interruption de travail due aux conditions atmosphériques.
C'est pourquoi le Conseil fédéral est chargé de réduire la participation de l'imployeur par la voie d'une révision de la loi. Car, spécialement dans les régions de montagne, les dispositions actuelles favorisent le chômage au lieu de le combattre, ce qui est contraire au but de la loi.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Bürer-Walenstadt, Butty, de Chastonay, Columberg, Cotti Flavio, Darbellay, Humbel, Iten, Jung, Pini, Schärli, Schmidhalter, Seiler, Wellauer, Ziegler .(15)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Das noch junge Arbeitslosenversicherungsgesetz (AVIG) vom 25. Juni 1982 bringt neben unbestrittenen Verbesserun- gen, gerade für das Berggebiet, grosse Probleme. So ver- langt das AVIG bei Kurzarbeit oder bei schlechtwetterbe- dingten Arbeitsausfällen, dass der Arbeitgeber auch bei der Einstellung der Arbeiten die Sozialversicherungsbeiträge für den Arbeitnehmer voll weiterbezahlt und für einen Tag der Abrechnungsperiode den Arbeitnehmerlohn (Karenztag) selber bezahlen muss (Art. 37 AVIG). Dadurch ergeben sich für manchen Unternehmer untragbare Lasten von rund 1000 Franken pro Monat und Arbeitskraft. Speziell im Berggebiet verursacht die geltende Regelung unhaltbare Zustände. Die Zahl von wetterbedingten Arbeitsausfällen ist hier naturge- geben gross. Ich denke beispielsweise an das Baugewerbe im Winter. Der Arbeitgeber sieht sich wegen der hohen Lasten in vielen Fällen veranlasst, die Arbeitnehmer wäh- rend der wetterbedingten Arbeitseinstellung zu entlassen! Dadurch verlieren die Arbeitnehmer ihren Status, gehen teilweise ihres Versicherungsschutzes verlustig oder erlei- den gewisse finanzielle Einbussen. Zudem werden die ein- heimischen Arbeitskräfte gegenüber den Saisonniers bei der Arbeitsplatzsuche benachteiligt.
Dieser Zustand verlangt, dass das AVIG, auch wenn es noch nicht lange in Kraft ist, revidiert wird!
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates
vom 27. Februar 1985 zu den Motionen Vannay und Dirren Das neue Arbeitslosenversicherungsgesetz führte erstmals eingehende Vorschriften über die Entschädigung bei Kurz- arbeit und Schlechtwetter ein. Man wollte damit bewusst Schranken gegen gewisse vorher zutage getretene Miss- bräuche aufrichten. Es scheint nun aber, dass diese Schran- ken vor allem in Berggegenden zu ernsten Problemen füh-
ren, besonders wenn Betriebe infolge des Winters während Monaten geschlossen bleiben.
Wie weit die in den Motionen geforderten einzelnen Geset- zesänderungen vorgenommen werden können, ohne vom Ziel, Missbräuche zu verhindern, allzu sehr abzurücken, ist indessen noch nicht abschliessend zu beurteilen. Man kann sich auch fragen, ob nicht eine differenzierte Lösung, wel- che den Besonderheiten der Berggebiete Rechnung trägt, zu suchen sei. Das ganze Problem bedarf jedenfalls im Hinblick auf die verschiedenen an sich möglichen Massnah- men noch eingehender Prüfung, weshalb die Motionen nicht tel quel angenommen werden können. Der Bundesrat ist aber bereit, die verschiedenen in diesem Zusammenhang vorgebrachten Begehren zur Prüfung im Lichte der Erfah- rungen dieses Winters entgegenzunehmen.
Rapport écrit du Conseil fédéral du
27 février 1985 concernant les motions Vannay et Dirren
La nouvelle loi sur l'assurance-chômage a introduit pour la première fois des dispositions détaillées sur les indemnités en cas de réduction de l'horaire de travail et en cas d'intem- péries. On voulait par là établir quelques limites afin d'empê- cher certains abus qui se sont produits par le passé. Il semble toutefois que ces limites aient engendré de sérieux problèmes dans les régions de montagnes surtout, en raison du fait que, durant l'hiver, des entreprises restent fermées pendant des mois.
On ne peut pas encore déterminer dans quelle mesure les diverses modifications légales proposées par les auteurs des motions pourront être réalisées, sans trop s'éloigner du but consistant à empêcher les abus. On peut également se demander s'il ne conviendrait pas de rechercher une solu- tion différenciée qui tiendrait compte des particularités des régions de montagnes. L'ensemble du problème mérite en tout cas d'être examiné à fond eu égard aux diverses mesures possibles; partant, les motions ne peuvent être acceptées telles quelles. Le Conseil fédéral est toutefois disposé à examiner les diverses demandes formées à ce sujet, à la lumière des expériences accumulées cet hiver.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates
Der Bundesrat beantragt, die Motionen in Postulate umzu- wandeln.
Déclaration écrite du Conseil fédéral
Le Conseil federal propose de transformer les motions en postulats.
Mme Vannay: L'élaboration de la loi fédérale sur l'assu- rance-chômage, du 25 juin 1982, avait, comme toile de fond, entre autres, la crainte des abus. Il fallait éviter ou réprimer les abus par toutes sortes de mesures, fussent-elles vexa- toires ou économiquement et humainement très pénibles. On en est ainsi arrivé, à côté de tout ce que la loi a apporté de bon et de mieux, à provoquer des situations fort domma- geables et regrettables, autant pour le travailleur que pour l'employeur, augmentant les difficultés économiques de chacun. Et je cite à titre d'exemple ce qui se passe pour certaines petites entreprises de montagne et leurs employés, notamment en Valais.
Déjà après quelques mois de mise en application des nou- velles dispositions légales sur le chômage, les intéressés faisaient connaître leur point de vue et tiraient la sonnette d'alarme. Autant l'Association suisse des entrepreneurs que les commissions paritaires du bâtiment et du génie civil, ou encore les syndicats des travailleurs du bois et du bâtiment s'adressaient aux autorités compétentes, à savoir à vous, Monsieur le Conseiller fédéral, chef du Département de l'économie publique, à l'OFIAMT ou aux départements can- tonaux de l'économie publique.
En fait, il s'agissait d'attirer l'attention plus spécialement sur les conséquences des mesures applicables en cas de chô- mage partiel et pour les arrêts de travail dus aux intempé- ries, avec la prise en charge, par l'employeur, du jour d'at- tente et des prestations sociales. Cette prise en charge par
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Motions Vannay/Dirren
l'employeur a représenté une dépense nouvelle et, pour certaines petites entreprises, des coûts si élevés qu'ils met- taient en péril l'existence même de l'entreprise. Dans les régions de montagne, il existe un certain nombre de petites et moyennes entreprises de construction et de génie civil. Leur activité est très localisée et est parfois complètement paralysée pendant des semaines, voire des mois en hiver, et plus personne ne peut travailler. Il s'ensuit des jours de chômage durant lesquels l'employeur doit continuer de payer les charges sociales et un jour de carence par période, ce qui représente pratiquement 1000 francs de charges par mois par employé, calculés sur un salaire de maçon, par exemple.
Pour échapper à ces charges jugées trop lourdes, les entre- preneurs choisissent purement et simplement de licencier leur personnel pour le réengager le beau temps revenu. Ainsi, en Valais, à fin janvier 1984, on trouvait 82 entreprises qui avaient donné leur congé à 227 ouvriers. Aujourd'hui, une année après, on compte 161 entreprises qui ont licencié 571 travailleurs, et ces chiffres ne tiennent pas compte des gens qui se sont recyclés dans les remontées mécaniques, par exemple. C'est donc dire que le mouvement que nous déplorions l'an dernier s'est amplifié et prend des propor- tions tout à fait inquiétantes et néfastes. Cela représente bien évidemment une détérioration de la situation des tra- vailleurs qui subissent une perte de revenu de 20 à 30 pour cent, un déclassement puisque certains auront, après cela, un statut de saisonnier et subiront, de plus, une perte supplémentaire de cinq jours d'attente en cas de nouvelle mise à la porte. C'est aussi une détérioration dans le finan- cement des prestations sociales, AVS/AI, deuxième pilier, assurance-accidents, droit d'ancienneté, etc., et ce manque de financement se répercutera tôt ou tard sur le travailleur et sa famille.
Cette situation m'a donc amenée à déposer une motion et à demander au Conseil fédéral d'étudier en profondeur ces effets pervers de la loi sur l'assurance-chômage et de propo- ser des mesures. Il ne s'agit pas de remettre en cause les améliorations apportées, notamment par la prise en charge des prestations sociales par l'employeur, mais il existe des cas de rigueur qu'il faudrait évaluer avec soin et prendre en compte, par exemple en mettant à la charge des caisses de chômage tout ou partie de ces charges qui mettent en péril l'existence des petites et moyennes entreprises de mon- tagne, et cela afin d'empêcher par tous les moyens le licen- ciement des travailleurs.
J'attends donc que M. le conseiller fédéral nous dise ce qu'il entend entreprendre, et surtout dans quel délai, pour que l'on ne se retrouve pas, aux portes de l'hiver prochain, avec la même situation, fort déplorable, que nous avons actuelle- ment puisque, je le répète, il y a eu plus de 570 licencie- ments dans notre canton.
Dirren: Ich möchte nicht auf die Zahlen zurückkommen, die Frau Vannay soeben publiziert hat und die wahrscheinlich auch durch die Arbeitslosenkasse geliefert worden sind. Meine erste Motion zielt auf die Übernahme dieses Karenz- tages hin. Es soll auch der Karenztag bei der Schlechtwet- terperiode entschädigt werden bzw. übernommen werden können. Hiervon ist besonders die Bauwirtschaft, die durch die saisonale Arbeitslosigkeit geprägt ist, betroffen. Arti- kel 50 ist deshalb entsprechend weiter zu fassen, denn er wird heute bereits in vielen Kreisen als ungerecht und als ungleich gewertet, und ich bin überzeugt, dass auch die zweite Motion, die auf den allzu grossen Selbstbehalt durch die Übernahme dieser Soziallasten, wie sie Frau Vannay nun dargelegt hat, hinzielt, einer Korrektur bedarf.
In dieser Kündigungsperiode erhalten die Arbeitnehmer keine Beitragsleistungen für die zweite Säule; sie merken es dann, wenn sie ins Pensionierungsalter kommen. Die Unter- nehmungen ihrerseits sind belastet mit den AHV-Beiträgen, die sie während dieser Arbeitslosenperiode gleichwohl abgeben müssen. Die Leute werden also im Frühjahr wieder eingestellt und haben dann diese Lücken in der Sozialversi- cherung. Wir wissen auch, dass Unternehmungen mit vielen
Grenzgängern unterschiedlich, also hier zuvorkommend, behandelt werden, denn diese Grenzgänger werden Ende der Bauperiode nach Hause entlassen und kommen dann im April oder Mai zurück, und der betreffende Unternehmer hat eigentlich diesbezüglich keine Belastung. Es muss also auch hier ein ausgleichender Effekt erzielt werden.
Der Bundesrat anerkennt in seiner Antwort, dass diese Schranken besonders im Berggebiet während der Winterpe- riode zu grossen Problemen führen. In seiner Antwort spricht er deshalb von differenzierten Lösungen für das Berggebiet. Wir wollen aus dem Gesetz und der Verordnung keinen Selbstbedienungsladen machen, denn auch wir wol- len diese Missbrauchsbekämpfung unterstützen. Aber in diesen Punkten drängt sich eine Revision auf. Die gegen- wärtigen Massnahmen nagen an der Substanz unserer Unternehmungen. Wir können nur mit guten, finanzkräfti- gen Unternehmungen weiterhin gute Sozialpolitik betreiben und die Löhne für die Arbeitnehmer garantieren. Bereits im letzten Jahr hat Herr Bundespräsident Furgler erwähnt, dass die Winterperiode 1983/84 überprüft und analysiert werden müsse. Heute wird in der Antwort darauf hingewiesen, dass weiterhin Erfahrungen im Winter 1984/85 gesammelt wer- den müssen. Diese Beobachtungsperiode erstreckt sich nun über diesen zweiten Winter, und ich hoffe, dass auch Resul- tate von Mittellandbetrieben vorliegen, denn die Kältepe- riode während dieser Winterzeit hat wahrscheinlich auch hier einzelne Bauunternehmungen betroffen.
Der Verordnungsentwurf, der gegenwärtig in der Venehm- lassung ist, regelt die hier angeschnittenen Probleme nicht; ich bin überzeugt, dass nach Rücksprache mit dem Walliser Baumeisterverband und dem Schweizerischen Baumeister- verband diese Versuchsphase nun abgeschlossen werden muss, dass analysiert werden muss. Ich gebe der Hoffnung Ausdruck, dass für die Winterperiode 1985/86 die Auswer- tungen vorliegen und auch bereits Revisionsvorschläge unterbreitet werden.
Ich bin einverstanden, damit man hier eine zweckmässige Beurteilung vorantreiben kann, die beiden Motionen in Postulate umzuwandeln, möchte jedoch Herrn Bundespräsi- dent Furgler ersuchen, uns noch einige Aufklärungen zu geben, was sein Departement über die differenzierten Mög- lichkeiten denkt, was bereits anvisiert ist und welchen Revi- sionsfahrplan man uns vorschlagen kann.
Bundespräsident Furgler: Das Problem der Schlechtwetter- entschädigung im Baugewerbe hat sich, verglichen mit allen anderen Kantonen, vor allem im Wallis in ausgeprägtem Masse gestellt. Sie spürten es aus den parlamentarischen Interventionen, aus einer Resolution des Kantonsparlamen- tes mit entsprechender Mitteilung an den Bundesrat.
Es ist uns auch bekannt, dass ein Teil der Unternehmer ihre Arbeitnehmer im Frühwinter entliessen mit dem Verspre- chen, sie im Frühling wieder einzustellen, und ihnen teil- weise die BVG-Beiträge während des Winters hindurch wei- terbezahlten, so dass man dort eigentlich von Pro-forma- Entlassungen sprechen könnte. Das Ausmass der im Wallis vorgenommenen vorübergehenden Entlassungen ist aber schwer zu beziffern. Ohne Zweifel ist die Struktur, die geographische und die geologische, in diesem Kanton mit- zugewichten, was Sie auch aus den Voten von Frau Vannay und von Herrn Dirren soeben verspürt haben.
Gesamtschweizerisch zeigt der Zahlenvergleich bei den Ganzarbeitslosen im Vergleich Januar 1984/Januar 1985 lediglich eine Zunahme von 34 510 auf 36 161, also um 1651. Im Wallis sind es nun allein 1055. Im Baugewerbe, inklusive Malerei, sind die gesamtschweizerischen Vergleichswerte Januar 1984 1671 und Januar 1985 2584; das ergibt einen Anstieg von 913 Personen, im Wallis allein sind es 335 Personen. Es hat sich hier also eine Art Walliser Sonderfall herauskristallisiert, der vielleicht auch damit zu tun hat, dass im Winter die Bautätigkeit nicht nur in den Hochtälern eingestellt wird, wo die Witterungsverhältnisse begreifli- cherweise eine Bautätigkeit nicht mehr zulassen, sondern weitgehend auch in der Rhoneebene; da handelt es sich um Ausfälle von zweieinhalb bis drei Monaten.
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Wir haben das alles ausserordentlich sorgfälig untersucht, und ich bin gerne bereit, dem Intervenienten diesbezüglich ergänzende Unterlagen zur Verfügung zu stellen.
Wir haben uns trotzdem bereit gefunden, diese Vorstösse als Postulate entgegenzunehmen.
Ich sähe, um die Fragen von Frau Vannay und von Herrn Dirren zu beantworten, folgende zwei Erleichterungsmög- lichkeiten, die aber noch näher bedacht und auch gewogen werden müssen:
Erstens die Möglichkeit des Erlasses des Karenztages in Härtefällen analog zur Kurzarbeit. Das würde uns aber eine Flut von Erlassgesuchen bringen und müsste also admini- strativ mit allem Plus und Minus noch näher abgeklärt werden. Falls bei der Kurzarbeit in bezug auf den Karenztag etwas geändert würde - ich spreche bewusst im Konjunktiv -, so wäre die entsprechende Regelung auch bei der Schlechtwetterentschädigung einzuführen.
Zweitens: Von den Sozialversicherungsbeiträgen könnten eventuell jene für die AHV/IV-Erwerbsersatzordnung - wie bei Ganzarbeitslosen - von der Arbeitslosenversicherung übernommen werden, keineswegs aber jene für Kranken- kassen, BVG-Einrichtungen, Ferienentschädigungen usw. Die Übernahme auch dieser Beiträge wäre angesichts der Vielzahl der Träger nicht mehr praktikabel. Im übrigen darf ich sie darauf hinweisen, dass Sie bei der Revision des Arbeitslosenversicherungsgesetzes das Problem des Karenztages ausdiskutiert und - um Missbräuchen vorzu- beugen - eine Änderung gegenüber dem früheren Recht beschlossen haben.
In diesen beiden Bereichen sehe ich also gewisse Erleichte- rungsmöglichkeiten. An diese Arbeit treten wir sofort heran. Ich bitte aber die Vertreter des Kantons Wallis vor allem dafür zu sorgen, dass dort, wo sie das Gefühl haben, die soeben dargestellten statistischen Zahlen gäben ihnen viel- leicht ohne jede Einwirkung des Bundes Möglichkeiten zur Korrektur, dass von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht wird.
Präsident: Ist Frau Vannay mit der Umwandlung der Motion in ein Postulat einverstanden? Das ist der Fall. Herr Dirren hat das für seine beiden Motionen bereits angekündigt. Werden die Postulate aus der Mitte des Rates bekämpft? Das ist nicht der Fall. Sie sind überwiesen.
Überwiesen als Postulate - Transmis comme postulats
Schluss der Sitzung um 19.35 Uhr La séance est levée à 19 h 35
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Motion Vannay Arbeitslosenversicherungsgesetz. Revision der Artikel 32 bis 37 Motion Vannay Loi sur l'assurance-chômage. Révision des articles 32 à 37
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Consiglio nazionale
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06
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Datum
11.03.1985 - 14:30
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