Verwaltungsbehörden 16.12.1983 83.909
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Interpellation Couchepin
b. Diese Feststellungen schliessen Verbesserungen nicht aus. Dabei ist jedoch behutsam vorzugehen, zumal gewisse neue Formen der Mitwirkung, wie etwa die «Demokratie des Betroffenseins», staatsrechtlich und staatspolitisch schwere Bedenken erwecken. Vor allem ist darauf zu achten, dass das Verhältnis von Demokratie, Rechtsstaat und Föderalis- mus nicht gestört wird, sondern im Gleichgewicht bleibt, auch wenn es neu ausgemessen wird.
An den Grundpfeilern unserer direkten Demokratie (Initia- tive und Referendum) will zweifellos niemand rütteln. Eine andere Frage ist, ob diese Institutionen heute noch greifen, d. h. ob sie, vom Bürger aus betrachtet, noch an den richti- gen «Objekten» ansetzen. Heute ist die Mitsprache des Bürgers vor allem bei der abstrakten Rechtsetzung gewähr- leistet, weniger bei Entscheidungen über konkrete Sachver- halte (wie Errichtung von Kernkraftwerken, Tunnels, Stras- sen, Waffenplätzen). Es fragt sich daher, ob einerseits von Demokratieüberschüssen (obligatorisches Gesetzesrefe- rendum in einzelnen Kantonen) und andererseits von Demo- kratiedefiziten (fehlende Gesetzesinitiative im Bund, fehlen- des Verwaltungs- und Finanzreferendum im Bund und in einzelnen Kantonen) gesprochen werden muss. Im Bund sind Lösungsansätze für einen entsprechenden Umbau im Sinne einer Stärkung der direkten Demokratie besonders im Rahmen der bundesstaatlichen Aufgabenneuverteilung sowie der eingeleiteten Totalrevision der Bundesverfassung aufgezeigt worden; in Kantonen und Gemeinden sind ähnli- che Bestrebungen im Gang.
Vor allem die Vorbereitungsphase für Einzel- und Gesamt- projekte dürfte Verbesserungen zugänglich sein. Die Erfah- rung zeigt, dass die betroffene Bevölkerung von den Behör- den und den Projektträgern vielfach umfassender und früh- zeitiger informiert und gezielter zum Gespräch eingeladen werden könnte. Den Massenmedien fällt dabei eine beson- dere Verantwortung zu. Sachzwänge sind möglichst zu ver- meiden. Die Strategie der vollendeten Tatsachen ist nicht nur schädlich, sie ist auch entbehrlich. Langwierige Verfah- ren sind nach Möglichkeit zu vereinfachen.
Verbesserungsfähig ist - je nach Sachbereich - auch der Rechtsschutz, der die Überprüfung von Beschlüssen und Entscheidungen ermöglicht. Es darf in diesem Zusammen- hang etwa an die Verbandsbeschwerde im neuen Umwelt- schutzgesetz erinnert werden. Rechtskräftige Beschlüsse und Entscheidungen sind indessen von jedermann zu respektieren. Auch das gehört zu den Spielregeln unserer Demokratie.
Zukunft Einsicht, Kraft und Wille nicht fehlen werden, zu nationalen Aufgaben zu stehen, die Solidarität und Opfer verlangen.
Le président: L'auteur de l'interpellation est partiellement satisfait.
83.909 Interpellation Couchepin Illegale Informationsbeschaffung durch ausländische Behörden
Transmission illégale d'informations à des autorités étrangères
Wortlaut der Interpellation vom 7. Oktober 1983
Nach unserer Gesetzgebung können Ausländer unbe- schränkt Kapital in unser Land bringen.
Die Informationen über Kunden von Schweizer Banken, die sich anscheinend in den Händen der französischen Behör- den befinden, werfen die Frage auf, wie diese Informationen beschafft worden sind.
Der Bundesrat wird gebeten, folgende Fragen zu beant- worten:
Hat der Bundesrat Informationen, die darauf schliessen las- sen, dass französische Behörden versucht haben, zum Nachteil der Schweizer Banken Bankangestellte zu beste- chen?
Wie will der Bundesrat unserer Gesetzgebung Nachachtung verschaffen, und wie will er verhindern, dass ausländische Behörden unser Land in Misskredit bringen und sich Infor- mationen über Kunden von Schweizer Banken mit Metho- den beschaffen, die eine illegale Übermittlung von Nachrich- ten aus der Schweiz ins Ausland voraussetzen?
Texte de l'interpellation du 7 octobre 1983
La détention de capitaux dans notre pays par des étrangers est autorisée sans restriction par notre législation.
Les informations apparemment en main d'autorités fran- çaises sur des clients de banques suisses soulèvent la question des méthodes utilisées pour obtenir ces renseigne- ments.
Le Conseil fédéral est prié de répondre aux questions sui- vantes:
Le Conseil fédéral possède-t-il des informations qui laissent penser que des tentatives de corruption d'employés de banque sont effectuées par des autorités françaises au détriment de banques suisses.
Comment le Conseil fédéral entend-il faire respecter cette législation et s'opposer à ce que des autorités étrangères jettent le discrédit sur notre pays et se procurent des infor- mations sur des clients de banques suisses par des pro- cédés qui impliquent une transmission illégale des rensei- gnements de Suisse à l'étranger?
Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Conseil fédéral
Le Conseil fédéral dispose actuellement d'indices, selon lesquels des fonctionnaires français ont fait des tentatives de corruption au détriment de banques suisses et de leurs clients. Le Ministère puplic de la Confédération a entrepris des investigations sur le plan de service prohibé de rensei- gnements économiques. Pour l'heure, il n'y a toutefois pas encore de preuves à satisfaction de droit concernant des actes effectués sans autorisation en Suisse par des fonction- naires étrangers ou relatives à la transmission d'informa- tions précises sur les clients de banques suisses.
16 décembre 1983
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Interpellations Vetsch et Ogi
C'est ici le lieu de rappeler les faits déjà connus depuis un certain temps, d'après lesquels les indicateurs et autres informateurs touchent en France pour leurs activités des sommes pouvant atteindre le tiers du montant de l'affaire en cause. Ce droit, expressément consenti par l'Etat français, représente une invite non négligeable à des actions illégales. Depuis toujours, le Conseil fédéral tente de faire respecter les règles de droit en vigueur dans notre pays par tous les moyens à sa disposition. Dans le présent cas, domine au premier chef une poursuite pénale pour service de rensei- gnements économiques, au sens de l'article 273 CP. Selon les résultats, il importera d'examiner si l'état de fait de l'article 271 CP - actes exécutés sans droit pour un Etat étranger - est donné ou non.
Le président: L'auteur de l'interpellation est satisfait.
82.903 Interpellation Vetsch Beschaffung eines neuen Kampfpanzers Acquisition d'un nouveau char de combat
83.334 Interpellation Ogi Beschaffung neuer Kampfpanzer Acquisition de nouveaux chars de combat
Wortlaut der Interpellation Vetsch vom 30. November 1982 Der Bundesrat wird um die Beantwortung folgender Fragen gebeten:
Teilt der Bundesrat diese Auffassung?
Ist der Bundesrat bereit, als beste Alternative zur Eigen- entwicklung im militärischen wie im volkswirtschaftlichen Interesse für die nächste Beschaffung die Lizenzfabrikation mit einem wesentlich über der Hälfte liegenden schweizeri- schen Produktionsanteil und einem schweizerischen Gene- ralunternehmer sicherzustellen?
Durch die Vorteile wie Arbeitsplatzsicherung und Erhal- tung einer leistungsfähigen eigenen Rüstungsindustrie rechtfertigt sich ein namhafter Mehrpreis. Bei einer gesamt- haften und langfristigen Beurteilung handelt es sich tatsäch- lich nur um scheinbare Mehrkosten.
In welcher Grössenordnung sieht der Bundesrat die verant- wortbaren Mehrkosten zugunsten eines hohen inländischen Produktionsanteils?
Wie bewertet er die volkswirtschaftlichen und militärischen Vorteile?
Texte de l'interpellation Vetsch du 30 novembre 1982 Le Conseil fédéral est invité à répondre aux questions sui- vantes:
Le Conseil fédéral partage-t-il cette manière de voir?
de rechange la plus favorable au développement indigène du char en question - qu'il soit fabriqué sous licence par les soins d'un entrepreneur général du pays, la part de produc- tion suisse dépassant largement 50 pour cent, en pareille hypothèse ?
Quel est, de l'avis du Conseil fédéral, l'ordre de grandeur des charges supplémentaires tolérables au titre d'un pour- centage de production suisse élevé?
Comment le gouvernement apprécie-t-il les avantages, sur les plans militaire et de l'économie générale ?
Mitunterzeichner - Cosignataires: Ammann-Bern, Bremi, (Friedrich), Früh, Hunziker, Kühne, Oehler, Reichling, Rei- mann, Schüle, Wellauer (11)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
In der Junisession 1980 hat der Nationalrat drei Motionen diskutiert, mit denen die Eigenentwicklung eines Kampfpan- zers gefordert wurde, nachdem der Bundesrat diesbezüg- lich einen negativen Entscheid getroffen hatte. In der Debatte kam klat zum Ausdruck, dass der inländischen Industrie die Voraussetzungen für die Entwicklung eines schweizerischen Kampfpanzers für eine spätere Beschaf- fungsrunde erhalten bleiben müssen. Es sei mit allen Mitteln eine grösstmögliche Unabhängigkeit vom Ausland, die lang- fristige Erhaltung des eigenen Rüstungspotentials und des entsprechenden Know-how sowie die Sicherung der Arbeitsplätze anzustreben. Diese Bedingungen können nur durch die Lizenzproduktion mit einem hohen schweizeri- schen Anteil erfüllt werden. In dieser Erwartung hat der Rat die Vorstösse als Postulate überwiesen.
Dem Vernehmen nach ist man bei der Schweizer Industrie sehr beunruhigt über die neueste Tendenz der GRD, aus Kostengründen vom Lizenzbau des neuen Kampfpanzers abzugehen. Statt des erwarteten schweizerischen Produk- tionsanteils am Gesamtvorhaben von etwa 70 Prozent, würde der Inlandanteil möglicherweise um die Hälfte redu- ziert. Dies könnte den Verlust von 1000 Arbeitsplätzen in der einschlägigen Branche bedeuten! Es wird vom Volk und besonders von den Mitarbeitern in Unternehmungen mit Kurzarbeit und Entlassungen nicht verstanden, wenn der Bund auf diese Weise Arbeitsplätze gefährden und die lang- fristige Erhaltung einer leistungsfähigen eigenen Rüstungs- industrie in Frage stellen würde.
Wortlaut der Interpellation Ogi vom 28. Februar 1983
Seit einiger Zeit hat das EMD zwei Panzertypen durch die Truppen in umfangreichen Versuchen und Vergleichstests erprobt. Die Evaluation durch das zuständige Bundesamt für mechanisierte Truppen (BAMLT) ist abgeschlossen. Dem Vernehmen nach liegen nun den zuständigen Organen die Anträge der Truppe vor. Ebenfalls vorgesehen ist die Beschaffung des neuen Kampfpanzers im Rahmen des Aus- bauschrittes 1984 bis 1987.
In diesem Zusammenhang bitten wir nun den Bundesrat um die Beantwortung folgender Fragen:
Hält er die Beschaffung eines neuen Kampfpanzers für den Einsatz auf operativer Stufe gemäss dem jüngst vorge- stellten Armeeleitbild nach wie vor als zwingend notwendig und zeitlich dringend?
Wenn ja, wann gedenkt der Bundesrat den Typenent- scheid zu fällen und die Beschaffung einzuleiten?
2.1. Wird ein allfällig positiver Entscheid rechtzeitig so fal- len, dass die erste Tranche neuer Kampfpanzer bereits im Rüstungsprogramm 1984 enthalten sein wird? Wenn nein, was sind die Gründe für die Verzögerung?
2.2. Stimmt die Annahme, dass solche Verzögerungen durch Pressionen aus dem Ausland bedingt sind?
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
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Jahr
1983
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Anno
Band
V
Volume
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Wintersession
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Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
12
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 83.909
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 16.12.1983 - 08:00
Date
Data
Seite
1855-1856
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Pagina
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20 012 089
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