Postulate on equal treatment in traffic insurance penalties

20012081Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)16.12.1983Granted

Zusammenfassung

In the National Council, a postulate sought to amend VZV Art. 145 No. 4 so that, in minor cases, a cyclomotorist without compulsory liability insurance would be punished only by a fine rather than detention and a fine. The Federal Council declared itself ready to accept the postulate, and it was transmitted.

Regest

Parliamentary postulate transmission; where the Federal Council declares itself ready to accept a postulate, the chamber may transmit it for examination. The decision concerns a request for equal treatment in the sanctioning of minor cases of missing compulsory liability insurance for cyclomotorists and motor-vehicle drivers.

Gesamter Gesetzestext

  1. Dezember 1983 N

1849

Postulat Schärli

83.593 Postulat Keller Motorfahrradlenker und Motorfahrzeugführer. Gleichbehandlung Cyclomotoristes et conducteurs de véhicules à moteur. Egalité de traitement

Text des Postulates vom 5. Oktober 1983

Es ist stossend, dass der Gesetzgeber dem Motorfahrzeug- führer ohne vorgeschriebene Haftpflichtversicherung «in leichten Fällen» nur Busse androht, dem Motorfahrradlen- ker ohne vorgeschriebene Haftpflichtversicherung dagegen immer Haft und Busse. Daher ersuche ich den Bundesrat, Artikel 145 Ziffer 4 der Verordnung über die Zulassung von Personen und Fahrzeugen zum Strassenverkehr (VZV) mit folgendem Satz zu ergänzen:

«In leichten Fällen wird der Fehlbare mit Busse bestraft.»

Texte du postulat du 5 octobre 1983

Le fait que le conducteur d'un véhicule à moteur non cou- vert par l'assurance prescrite de la responsabilité civile ne soit passible que de l'amende lorsqu'il se rend coupable d'une infraction mineure, alors que le cyclomotoriste, dans le même cas, est passible des arrêts et de l'amende, est manifestement injuste. Je demande donc au Conseil fédéral de compléter l'article 145, chiffre 4 de l'ordonnance réglant l'admission des personnes et des véhicules à la circulation routière (OAC) par la phrase suivante:

«Dans les cas de peu de gravité, le coupable sera puni de l'amende.»

Mitunterzeichner - Cosignataires: (Biderbost), Blunschy, Cantieni, Columberg, Darbellay, Dirren, Feigenwinter, (Hug- genberger), Humbel, Kühne, (Meier Werner), (Merz), (Müller- Luzern), Nussbaumer, Oester, (Scherer), Segmüller, (Spiess), Wellauer, Ziegler-Solothurn (20)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

  1. Die obligatorische Bestrafung der Motorfahrradlenker ohne vorgeschriebene Haftpflichtversicherung - auch in leichten Fällen - mit einer Freiheitsstrafe bedeutet eine unnötige Härte. Die meist jugendlichen Motorfahrradlenker und ihre Eltern stehen oft völlig überrascht vor dieser harten Massnahme. Die Abstempelung durch eine derartige Frei- heitsstrafe, auch in leichten Fällen, kann bei Jugendlichen nicht als sinnvolle erzieherische Einwirkung bezeichnet werden.

  2. Dass Motorfahrzeuglenker in leichten Fällen nur mit Busse bestraft werden, gilt erst seit der Änderung des Stras- senverkehrsgesetzes (SVG) vom 20. März 1975. Damals wurde Artikel 96 Absatz 2 der folgende Satz angefügt: «In leichten Fällen wird der Fehlbare mit Busse in der Mindest- höhe einer Monatsgrundprämie bestraft.»

Bis zu diesem Zeitpunkt bestand für den Richter die «Versu- chung», die Mindeststrafe mit Hilfe von Artikel 100 Ziffer 1 Absatz 2 SVG herabzusetzen oder gar auszuschalten. Dabei ist aber zu beachten, dass in Artikel 100 Ziffer 1 Absatz 2 SVG nicht von «leichten Fällen», sondern von «besonders leichten Fällen» die Rede ist.

Mit Blick auf die in «leichten Fällen» als unangemessen empfundene Härte besteht heute auch gegenüber den fehl- baren Motorfahrradlenkern die Tendenz, auf Artikel 100 Ziffer 1 Absatz 2 SVG auszuweichen. Das Bundesgericht lehnt aber eine grosszügige Auslegung dieser Bestimmung ausdrücklich ab. So hielt es beispielsweise in einem Urteil vom 15. August 1979 fest: «Diese Bestimmung kommt nur zur Anwendung, wenn selbst eine geringfügige Busse als stossend empfunden würde.»

  1. Es gibt keinen Grund, denselben Sachverhalt (Fehlen der Haftpflichtversicherung in leichten Fällen) bei Motorfahr-

zeuglenkern, zum Beispiel eines PW oder Motorrades, mit Busse zu bestrafen, bei Motorfahrradlenkern jedoch mit Haft und Busse.

Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.

Überwiesen - Transmis

83.502 Postulat Schärli Finanzierung der Nationalstrassen. Revision des Bundesbeschlusses Financement des routes nationales. Révision de l'arrêté

Wortlaut des Postulates vom 22. Juni 1983

Der Bundesrat wird eingeladen zu prüfen, ob der Bundesbe- schluss über die Finanzierung der Nationalstrassen nicht in dem Sinne revidiert werden sollte, dass die Zollzuschläge auf den Treibstoffen zurückerstattet werden, die für ge- werbsmässige Touristentransporte auf Gewässern verwen- det werden.

Texte du postulat du 22 juin 1983

Le Conseil fédéral 'est invite à examiner s'il ne serait pas opportun de réviser l'arrêté fédéral sur le financement des routes nationales, de sorte que les surtaxes douanières prélevées sur les carburants utilisés pour le transport pro- fessionnel de touristes sur les lacs et cours d'eau soient remboursées.

Mitunterzeichner Cosignataires: Bürer-Walenstadt, (Fischer-Bern), Iten, Jung, Landolt, (Müller-Luzern), Röthlin, (Scherer), Schnider-Luzern, Villiger, Weber-Schwyz (11)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit

Gemäss Artikel 3 des Bundesbeschlusses über die Finanzie- rung der Nationalstrassen wird der Treibstoffzollzuschlag auf den zu land-, forst- und fischereiwirtschaftlichen Zwek- ken verwendeten Treibstoffen den Verbrauchern zurücker- stattet. Diese Ausnahmeregelung sollte aus folgenden Gründen auch für gewerbsmässige Touristentransporte auf Gewässern gelten:

Steuern und Zölle sind voraussetzungslos geschuldete Abgaben, die primär zur Deckung des Finanzhaushalts eines Gemeinwesens verwendet werden. Bestimmte Steu- ern und Zölle können aber auch zweckgebunden sein. Sie fliessen dann nicht mehr dem allgemeinen Haushalt zu, sondern dienen zur Erfüllung bestimmter Aufgaben. Die Aufgaben, die mit der zweckgebundenen Abgabe (hier: Treibstoffzollzuschlag) verwirklicht werden, müssen in engem Zusammenhang mit den Abgabepflichtigen stehen. Dies ist bei den Treibstoffzollzuschlägen normalerweise der Fall. So finanziert nämlich der Automobilist mit seinen Zuschlägen die Strassen.

Für die Erhebung von Steuern und Zöllen gilt grundsätzlich das Prinzip der «Allgemeinheit, Gleichheit und Verhältnis- mässigkeit» der Belastung. Das bedeutet, dass alle Perso- nen gleichermassen abgabepflichtig sind und Ausnahmen davon sachlich begründet sein müssen. Artikel 3 des Bun- desbeschlusses über die Finanzierung der Nationalstrassen enthält nun eine solche Ausnahme. So müssen Personen für den Treibstoff, den sie für die Land-, Forst- und Fischerei- wirtschaft brauchen, keinen Zollzuschlag zahlen. Der Grund

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Postulat Keller Motorfahrradlenker und Motorfahrzeugführer. Gleichbehandlung Postulat Keller Cyclomotoristes et conducteurs de véhicules à moteur. Egalité de traitement

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Seduta

Geschäftsnummer 83.593

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Datum

16.12.1983 - 08:00

Date

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Seite

1849-1849

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20 012 081

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