National Council approves five-minute speaking-time limit

20011741Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)19.09.1983Granted

Zusammenfassung

At the opening of its autumn session, the National Council debated the president's proposal to limit individual speeches in entry and general debates to five minutes. Dafflon objected, arguing that repeated time limits unfairly curtailed parliamentary rights and especially disadvantaged smaller groups. The chamber voted 67 to 44 in favor of the president's proposal, thereby adopting the speaking-time restriction.

Regest

Parliamentary procedure; speaking-time limits in plenary debate: the chamber may, by majority vote, impose a general time limit on individual speeches where this serves the orderly and expeditious conduct of business. An objection based on a claimed restriction of members' rights does not prevail absent a contrary decision of the chamber.

Gesamter Gesetzestext

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale

Nationalrat - Conseil national

1983 Herbstsession - 18. Tagung der 41. Amtsdauer Session d'automne - 18e session de la 41ª législature

Erste Sitzung - Première séance

Montag, 19. September 1983, Nachmittag Lundi 19 septembre 1983, après-midi 15.30 h Vorsitz - Présidence: Herr Eng

Präsident: Zu Beginn dieser Session habe ich die schmerzli- che Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass unser Garderobier, Herr Erwin Haering, vorgestern bei einem Autounfall im Wallis tödlich verunglückt ist. Herr Haering hat dem Parlament als Tribünenwächter und in den letzten Jahren als dienstberei- ter und liebenswürdiger Garderobier in vorbildlicher Weise gedient, wofür wir ihm heute danken. Seinen Angehörigen entbieten wir unser herzliches Beileid. Ich bitte die Mitglie- der des Rates und die Besucher auf den Tribünen, sich zu Ehren des Verstorbenen zu erheben. (Rat und Tribünenbe- sucher erheben sich.)

Die hochgemuten Erwartungen, die in unserem Rat noch während der vergangenen Sommersession in die Madrider KSZE-Konferenz gesetzt worden waren, sind durch den bar- barischen Abschuss eines zivilen südkoreanischen Ver- kehrsflugzeuges durch die Sowjetarmee bitter enttäuscht worden. Entgegen internationalen Verpflichtungen bietet die Sowjetunion auch nicht Hand für eine geordnete Unter- suchung und angemessene Entschädigung der Angehöri- gen der 269 schuldlosen Opfer des Flugzeugabschusses. Mit dem Bundesrat muss auch unser Rat einen eklatanten Verstoss gegen elementarste Grundsätze des Völkerrechtes und eine krasse Missachtung universeller humanitärer Prin- zipien feststellen und den Vorfall schärfstens verurteilen. Den Angehörigen der Opfer entbieten wir unser tiefes Bei- leid.

Erfreuliches kann dagegen für unsere demokratischen Ein- richtungen festgehalten werden: Wie immer man sich zum Ausgang der Laufentaler Abstimmung stellen mag, bestätigt doch die Stimmbeteiligung von 93 Prozent, dass Bürgerin- nen und Bürger zur Urne gehen, wenn ein Entscheid auf demokratischem Weg verlangt wird, der den Stimmberech- tigten nicht nur unmittelbar betrifft, sondern für ihn auch wichtig ist. Erfreulich ist aber auch das Demokratieverständ- nis beider Lager, hat es doch weder auf die Abstimmung hin noch nachher unangemessene, unseren Rechtsstaat bedro- hende Reaktionen gegeben.

Allerdings wird aus der hohen Laufentaler Stimmbeteiligung kaum der Schluss gezogen werden dürfen, dass die kom- menden Wahlen gesamtschweizerisch auch nur annähernd auf gleiches Interesse stossen werden. Daran dürfte selbst

das eine oder andere Votum im Rat, das auf die Wahlen hin präpariert wird, nichts ändern. Ich möchte damit denn auch die Bitte verbinden, Rücksicht auf das gedrängte, wiederum sehr zuversichtlich aufgestellte Sessionsprogramm zu neh- men und möglichst der speditiven Erledigung der Ratsge- schäfte und noch nicht den Wahlen Priorität einzuräumen. Damit eröffne ich die Sitzung und die letzte Session der Legislaturperiode. Wir beantragen Ihnen wie bisher eine Redezeitbeschränkung, nämlich bei Eintretens- und allge- meinen Debatten fünf Minuten für Einzelsprecher.

M. Dafflon: A chaque début de session, on nous propose de ne pas autoriser un débat et de ne pas permettre aux orateurs de parler plus de cinq minutes; cela devient une litanie.

De plus, nous ne sommes plus un Parlement, nous ne pouvons plus parler. On recourt uniquement à la procédure écrite.

Les membres des petits groupes, qui ne sont pas repré- sentés au sein des commissions, n'ont pas la possibilité de faire valoir leur point de vue. Cette tribune est le seul endroit où ils puissent s'exprimer. Or, toute une série de points nécessite l'intervention des petits groupes.

Si l'on ne nous accorde que cinq minutes à chaque fois, je considère qu'on limite abusivement les droits des parlemen- taires. Je veux bien que le temps de parole soit limité, dans des situations particulières, mais pas de manière perma- nente.

Par conséquent, je vous propose de ne pas accepter la suggestion du président et de laisser les orateurs parler durant le temps auquel ils ont droit; il est déjà suffisamment court comme cela.

Präsident: Herr Dafflon opponiert der Redezeitbeschrän- kung. Wir stimmen ab.

Abstimmung - Vote Für den Antrag des Präsidenten Für den Antrag Dafflon

67 Stimmen 44 Stimmen

138 - N

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Titelblatt

Frontispice Frontispizio

In

Dans

In

Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale

Jahr

1983

Année

Anno

Band

IV

Volume

Volume

Session

Herbstsession

Session

Session d'automne

Sessione

Sessione autunnale

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

00

Séance

Seduta

Geschäftsnummer


Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum

19.09.1983

Date

Data

Seite

1093-1093

Page

Pagina

Ref. No

20 011 741

Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.

Schlagwörter

parliamentary procedurespeaking timeplenary debatemajority votesession management