Verwaltungsbehörden 19.09.1983 1983
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Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale
Nationalrat - Conseil national
1983 Herbstsession - 18. Tagung der 41. Amtsdauer Session d'automne - 18e session de la 41ª législature
Erste Sitzung - Première séance
Montag, 19. September 1983, Nachmittag Lundi 19 septembre 1983, après-midi 15.30 h Vorsitz - Présidence: Herr Eng
Präsident: Zu Beginn dieser Session habe ich die schmerzli- che Pflicht, Ihnen mitzuteilen, dass unser Garderobier, Herr Erwin Haering, vorgestern bei einem Autounfall im Wallis tödlich verunglückt ist. Herr Haering hat dem Parlament als Tribünenwächter und in den letzten Jahren als dienstberei- ter und liebenswürdiger Garderobier in vorbildlicher Weise gedient, wofür wir ihm heute danken. Seinen Angehörigen entbieten wir unser herzliches Beileid. Ich bitte die Mitglie- der des Rates und die Besucher auf den Tribünen, sich zu Ehren des Verstorbenen zu erheben. (Rat und Tribünenbe- sucher erheben sich.)
Die hochgemuten Erwartungen, die in unserem Rat noch während der vergangenen Sommersession in die Madrider KSZE-Konferenz gesetzt worden waren, sind durch den bar- barischen Abschuss eines zivilen südkoreanischen Ver- kehrsflugzeuges durch die Sowjetarmee bitter enttäuscht worden. Entgegen internationalen Verpflichtungen bietet die Sowjetunion auch nicht Hand für eine geordnete Unter- suchung und angemessene Entschädigung der Angehöri- gen der 269 schuldlosen Opfer des Flugzeugabschusses. Mit dem Bundesrat muss auch unser Rat einen eklatanten Verstoss gegen elementarste Grundsätze des Völkerrechtes und eine krasse Missachtung universeller humanitärer Prin- zipien feststellen und den Vorfall schärfstens verurteilen. Den Angehörigen der Opfer entbieten wir unser tiefes Bei- leid.
Erfreuliches kann dagegen für unsere demokratischen Ein- richtungen festgehalten werden: Wie immer man sich zum Ausgang der Laufentaler Abstimmung stellen mag, bestätigt doch die Stimmbeteiligung von 93 Prozent, dass Bürgerin- nen und Bürger zur Urne gehen, wenn ein Entscheid auf demokratischem Weg verlangt wird, der den Stimmberech- tigten nicht nur unmittelbar betrifft, sondern für ihn auch wichtig ist. Erfreulich ist aber auch das Demokratieverständ- nis beider Lager, hat es doch weder auf die Abstimmung hin noch nachher unangemessene, unseren Rechtsstaat bedro- hende Reaktionen gegeben.
Allerdings wird aus der hohen Laufentaler Stimmbeteiligung kaum der Schluss gezogen werden dürfen, dass die kom- menden Wahlen gesamtschweizerisch auch nur annähernd auf gleiches Interesse stossen werden. Daran dürfte selbst
das eine oder andere Votum im Rat, das auf die Wahlen hin präpariert wird, nichts ändern. Ich möchte damit denn auch die Bitte verbinden, Rücksicht auf das gedrängte, wiederum sehr zuversichtlich aufgestellte Sessionsprogramm zu neh- men und möglichst der speditiven Erledigung der Ratsge- schäfte und noch nicht den Wahlen Priorität einzuräumen. Damit eröffne ich die Sitzung und die letzte Session der Legislaturperiode. Wir beantragen Ihnen wie bisher eine Redezeitbeschränkung, nämlich bei Eintretens- und allge- meinen Debatten fünf Minuten für Einzelsprecher.
M. Dafflon: A chaque début de session, on nous propose de ne pas autoriser un débat et de ne pas permettre aux orateurs de parler plus de cinq minutes; cela devient une litanie.
De plus, nous ne sommes plus un Parlement, nous ne pouvons plus parler. On recourt uniquement à la procédure écrite.
Les membres des petits groupes, qui ne sont pas repré- sentés au sein des commissions, n'ont pas la possibilité de faire valoir leur point de vue. Cette tribune est le seul endroit où ils puissent s'exprimer. Or, toute une série de points nécessite l'intervention des petits groupes.
Si l'on ne nous accorde que cinq minutes à chaque fois, je considère qu'on limite abusivement les droits des parlemen- taires. Je veux bien que le temps de parole soit limité, dans des situations particulières, mais pas de manière perma- nente.
Par conséquent, je vous propose de ne pas accepter la suggestion du président et de laisser les orateurs parler durant le temps auquel ils ont droit; il est déjà suffisamment court comme cela.
Präsident: Herr Dafflon opponiert der Redezeitbeschrän- kung. Wir stimmen ab.
Abstimmung - Vote Für den Antrag des Präsidenten Für den Antrag Dafflon
67 Stimmen 44 Stimmen
138 - N
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Frontispice Frontispizio
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Jahr
1983
Année
Anno
Band
IV
Volume
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Session
Herbstsession
Session
Session d'automne
Sessione
Sessione autunnale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
00
Séance
Seduta
Geschäftsnummer
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum
19.09.1983
Date
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Seite
1093-1093
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20 011 741
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