Federal Council on UN accession information campaign

20011333Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)18.03.1983Other

Zusammenfassung

In reply to an interpellation on the planned information campaign for Swiss UN accession, the Federal Council stated that it was not conducting propaganda but factual public information. It relied on the administration’s duty to keep the public informed, explained the staffing and budgets of the EDA’s press and information services, denied the existence of any new UN information unit, and said the message and explanatory brochures could be distributed free of charge as part of established practice. It also affirmed that the information would cover all aspects, including arguments against accession.

Regest

Federal duty to inform the public; UN accession campaign and neutrality of official information. The Federal Council may, on the basis of its duty to keep the public continuously informed, disseminate its message and explanatory brochures on a politically significant proposal without thereby engaging in impermissible propaganda. Official information must be factual and balanced; it need not be confined to passive publication but may include active dissemination, provision of speakers, and participation in discussions, provided that the competing arguments are also presented and the administration does not act as a partisan campaign body. The existence and extent of information resources are assessed by reference to the relevant services and actual staffing, not to an alleged special task force.

Gesamter Gesetzestext

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  1. März 1983 N

Interpellation Fischer-Bern

82.548 Interpellation Fischer-Bern Propaganda für den UNO-Beitritt Propagande en faveur de l'adhésion à l'ONU

Wortlaut der Interpellation vom 4. Oktober 1982

Der Bundesrat wird um Stellungnahme zu folgenden Fragen ersucht:

  1. Aus welchen Gründen wird zugunsten des Antrags auf UNO-Beitritt zu Lasten der Steuerzahler eine besondere Kampagne in Aussicht genommen, während für andere ebenso komplizierte, politisch wichtige und brisante Geschäfte der öffentlichen Auseinandersetzung freier Lauf gelassen wird?

  2. Wie viele Beamte des EDA befassen sich heute schon mit Presse- und Informationsfragen, und welches sind die totalen Aufwendungen hierzu?

  3. Wie gross ist die vom Bundesrat in Aussicht genommene neue Stabsstelle mit einem «UNO-Informationsbeauftrag- ten», und welches Budget steht ihr zu Verfügung (inkl. Per- sonal- und Sachkosten)?

  4. Welche Propagandamittel beabsichtigt der Bundesrat zugunsten des UNO-Beitritts einzusetzen?

  5. Wie kommt es, dass das EDA heute schon die Botschaft und andere Schriften zugunsten des UNO-Beitritts gratis abgibt, während die Botschaften und Druckschriften für andere Geschäfte bei der EDMZ bezahlt werden müssen? 6. Nachdem der Bunderat betont, dass es ihm bei der gan- zen Angelegenheit um eine «Information» der Öffentlichkeit gehe, wird er gebeten, darzulegen, wie Gewähr dafür gebo- ten wird, dass die vom EDA betriebene Aufklärung streng neutral erfolgt, das heisst, dass die Gründe für und gegen einen Beitritt der Schweiz zur UNO dem Stimmbürger zur selbständigen Urteilsbildung gleichwertig präsentiert wer- den.

Texte de l'interpellation du 4 octobre 1982

Le Conseil fédéral est invité à se prononcer sur les ques- tions suivantes:

  1. Pour quelles raisons envisage-t-on de mener, aux frais des contribuables, une campagne spéciale en faveur de l'adhésion de la Suisse à l'ONU alors que d'autres pro- blèmes d'intérêt général, tout aussi complexes, importants et controversés, ne font l'objet d'aucune action particu- lière?

  2. A ce jour, combien de fonctionnaires du Département fédéral des affaires étrangères sont-ils déjà occupés par les questions relatives à la presse et à l'information et quel est le montant des dépenses prévues à cet effet?

  3. Le Conseil fédéral a prévu de mettre sur pied un nouvel état-major, dirigé par un chargé de l'information pour les questions relatives à l'adhésion de la Suisse à l'ONU. Com- bien de membres comptera cet état-major et de quel bud- get (frais de matériel et de personnel inclus) disposera-t-il?

  4. Quels moyens de propagande le Conseil fédéral entend-il mettre en œuvre pour l'adhésion de la Suisse à l'ONU?

  5. Comment se fait-il que le Département fédéral des affaires étrangères distribue d'ores et déjà, gratuitement, le message et diverses brochures à l'appui de l'adhésion à l'ONU, alors qu'en d'autres occasions il faut se procurer les messages et autres imprimés auprès de l'OFCIM contre paiement?

  6. Le Conseil fédéral a souligné que toutes ces disposi- tions étaient prises pour informer le public, mais quelle garantie peut-il donner que l'information fournie par le Département fédéral des affaires étrangères est parfaite- ment objective, c'est-à-dire qu'elle met bien sur un pied

d'égalité les arguments pour et les arguments contre l'adhésion de la Suisse à l'ONU de manière que le citoyen puisse former son propre jugement?

Mitunterzeichner - Cosignataires: Akeret, Allenspach, Ammann-Bern, Aregger, Aubry, Augsburger, Barras, Bas- ler, Blocher, Bonnard, Bremi, Bürer-Walenstadt, de Capi- tani, de Chastonay, Couchepin, Dürr, Eisenring, Eppenber- ger-Nesslau, Fischer-Weinfelden, Fischer-Hägglingen, Flu- bacher, Frei-Romanshorn, Früh, Füeg, Gautier, Geissbüh- ler, Graf, Hari, Hofmann, Hösli, Hunziker, Iten, Jeanneret, Jost, Junod, Kloter, Kopp, Kühne, Kunz, Landolt, Loretan, Lüchinger, Martin, Massy, Meier Kaspar, Messmer, Nef, Oehler, Oester, Ogi, Räz, Reichling, Roth, Rüegg, Rutishau- ser, Rüttimann, Schalcher, Schärli, Schnider-Luzern, Schny- der-Bern, Schwarz, Soldini, Steinegger, Stucky, Teuscher, Thévoz, Vetsch, Villiger, Weber-Schwyz, Weber Leo, Wel- lauer, Wyss, Zbinden, Zwygart (74)

Schriftliche Begründung - Développement par écrit Der Urheber verzichtet auf eine Begründung und wünscht eine schriftliche Antwort.

Schriftliche Stellungnahme des Bundesrates Rapport écrit du Coneil fédéral

  1. Der Bundesrat hat nach dem Gesetz die Pflicht, dafür zu sorgen, «dass die Öffentlichkeit über seine Absichten, Ent- scheidungen und Massnahmen . . . dauernd orientiert wird». (Art. 8, Verwaltungsorganisationsgesetz vom 19. Septem- ber 1978.) Ausgehend von dieser Pflicht, erachtet es der Bundesrat als wichtig, dass der Stimmbürger Kenntnis von den Gründen erhält, die die Landesregierung bewogen haben, den eidgenössischen Räten mit Botschaft vom 21. Dezember 1981 den Beitritt der Schweiz zur UNO zu beantragen.

Die Rolle der Bundesverwaltung besteht in erster Linie darin, den interessierten Personen und Organisationen die verlangten Auskünfte zu erteilen und sich für Vorträge und Diskussionen zur Verfügung zu halten.

Dieses Vorgehen ist keineswegs neu, wie der Vergleich mit der Abstimmung über den Beitritt der Schweiz zum Völker- bund (1920) oder der Abstimmung über das Freihandelsab- kommen mit der EG (1972) zeigt.

  1. Abgesehen von den entsprechenden Diensten der DEH, die sich ausschliesslich mit der Information über Fragen der technischen Zusammenarbeit und der humanitären Hilfe befassen, erfolgt die Information der Öffentlichkeit über die Tätigkeit des EDA sowie der schweizerischen diplomati- schen Vertretungen im Ausland durch den Informations- und Pressedienst (IPD). Mit dieser Arbeit sind beim IPD drei Mitarbeiter betraut.

Dem IPD steht jährlich ein Kredit von 130 000 Franken für die Anschaffung von Geschenkbüchern für hohe ausländi- sche Gäste, für schweizerische Fachliteratur zuhanden aus- ländischer Journalisten sowie für die Einladung und Betreu- ung ausländischer Journalisten in der Schweiz zur Verfü- gung.

In der Direktion für internationale Organisationen beschäfti- gen sich zwei Mitarbeiter teilweise mit der Information und Dokumentation über die Frage des Beitritts der Schweiz zur UNO und die Mitwirkung der Schweiz in den internationalen Organisationen. Der Aufwand für die dazu erforderlichen Informationsmittel beträgt im Jahre 1982 62 000 Franken.

  1. Es gibt keine neue Stabsstelle für die UNO-Information. Wie schon erwähnt, sind zwei Mitarbeiter der Direktion für internationale Organisation neben anderen Aufgaben seit längerer Zeit mit der Erfüllung der sehr zahlreichen Doku- mentationsbegehren betraut und stehen für die Vermittlung von Referenten und Diskussionsteilnehmern zur Verfügung. Eine kürzlich stattgefundene personelle Ablösung hat keine Veränderung der bestehenden Situation zur Folge.

Das Schwergewicht ihrer Tätigkeit liegt bei der mündlichen und schriftlichen Auskunfterteilung an Journalisten, Lehrer, Politiker, Verbände, Parteien sowie interessierte Organisa-

Interpellation Pini

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18 mars 1983

tionen und Gesellschaften. Im Durchschnitt werden pro Woche etwa 30 bis 40 Begehren beantwortet. Ferner stellen sich die Mitarbeiter des EDA auf ausdrückliche Einladung hin auch für Vorträge zur Verfügung.

Dem EDA stehen für die erwähnten Aufgaben 1983 Mittel von 150 000 Franken zur Verfügung. Damit müssen unter anderem sämtliche Drucksachenkosten bestritten werden.

  1. Der Bundesrat wird keine Propagandamittel einsetzen, sondern um eine sachliche Aufklärung bemüht sein. Die Grundlage für die Information der Öffentlichkeit stellt seine Botschaft dar.

Seit kurzem steht zudem eine Zusammenfassung der UNO-Botschaft in Form einer einfachen Broschüre zur Ver- fügung. Geplant sind die Herausgabe einer Broschüre über die Teilnahme der Schweiz an der internationalen Zusam- menarbeit im Rahmen des Systems der Vereinten Nationen und eine Kurzfassung der UNO-Botschaft.

Dies alies sind Hilfsmittel, um den Informationsbegehren aus der Öffentlichkeit in geeigneter Weise begegnen zu können. Der Bundesrat beabsichtigt zudem, durch ein per- sönliches Engagement den Stimmbürger über seine Beweggründe in der Frage des UNO-Beitritts in Kenntnis zu setzen.

  1. Nachdem der Bundesrat in den Schlussfolgerungen sei- ner drei UNO-Berichte an die eidgenössischen Räte, die von diesen jeweils mit grosser Mehrheit gutgeheissen wor- den sind, immer wieder die Notwendigkeit einer verstärkten Information unterstrichen hat, wäre es geradezu wider- sprüchlich und gegen den Willen des Parlaments, den inter- essierten Bürgern und Bürgerinnen das grundlegende Dokument vorzuenthalten. Bei grösseren Bestellungen wer- den einzelne Exemplare der UNO-Botschaft und ergänzend die gewünschte Anzahl der Zusammenfassung abgegeben. Im übrigen ist die Gratisabgabe von Botschaften keines- wegs neu; für staatspolitisch wichtige Vorlagen entspricht sie einer gängigen Praxis.

  2. Bei den Informationsanstrengungen des EDA gelangen alle Aspekte der Beitrittsfrage zur Darstellung. Aufgabe des EDA ist es, Sachkenntnisse zu vermitteln und über die vom Bundesrat verfolgten Ziele zu informieren. Mit dem Beginn der parlamentarischen Behandlung der UNO-Vorlage wer- den zudem Politiker, Parteien und interessierte Organisatio- nen mehr und mehr zu Trägern der Information.

Es versteht sich von selbst, dass die Auskunfterteilung des EDA nach streng sachlichen Kriterien erfolgt. Dazu gehört beispielsweise auch die Vermittlung von Gegnern des Bei- tritts für kontradiktorische Veranstaltungen.

Präsident: Der Interpellant ist von der Antwort des Bundes- rates nicht befriedigt.

82.584 Interpellation Pini Tätigkeit der Orbital Transport AG Interpellazione Pini Attività sussidiarie dell'Orbital Transport AG Interpellation Pini Activité de la SA Orbital Transport

Wortlaut der Interpellation vom 7. Oktober 1982

Kürzlich hat das italienische Fernsehen in einem Dokumen- tarfilm über die Tätigkeit der OTRAG - Orbital Transport AG Deutschland - berichtet. Die Gesellschaft soll zum Zweck haben, auf privater Ebene wissenschaftliche Flaumfor- schungsversuche mit Raketen durchzuführen. Im Doku-

mentarfilm, den sich natürlich auch zahlreiche Fernsehzu- schauer unseres Landes anschauten, wurde jedoch darge- legt, dass die Versuche militärstrategische Ziele hätten. Der Film hat weiter aufgezeigt, dass die OTRAG mit einer Gesellschaft in der Schweiz verbunden ist, die allem Anschein nach die Aufgabe hat, die Privatkapitalien zur Finanzierung der Tätigkeit der deutschen AG aufzutreiben.

Ich bitte den Bundesrat abzuklären:

  1. ob die OTRAG tatsächlich auf die direkte Mitarbeit einer Gesellschaft in der Schweiz, und zwar mit Sitz in Zürich, zählen kann;

  2. wie sich, falls die OTRAG tatsächlich auf privater Ebene militärstrategische Ziele verfolgt, die aktive Mitarbeit der Gesellschaft in der Schweiz mit der eidgenössischen Gesetzgebung vereinbaren lässt, welche die Ausfuhr und die Finanzierung von Kriegswaffen regelt, die fürs Ausland bestimmt sind.

Testo della interpellazione di 7 ottobre 1982

Recentemente la Televisione italiana ha trasmesso un docu- mentario riguardante le attività della OTRAG - Orbital Trans- port AG Deutschland - i cui scopi sarebbero l'attuazione, a titolo privato, di esperimenti missilistici per ricerche scienti- ficospaziali. Tuttavia il documentario, seguito ovviamente anche da molti telespettatori del nostro Paese, denuncia che tali esperimenti missilistici avrebbero obiettivi strate- gico-militari. Per di più, il citato documentario televisivo, ha rilevato che l'OTRAG fa capo ad une Società sussidiaria in Svizzera, verosimilmente destinata al reperimento di capitali privati per il finanziamento delle attività della citata Società germanica.

L'interpellante chiede al Consiglio federale di appurare:

  1. Se effettivamente la OTRAG beneficia di una collabora- zione diretta con una Società sussidiaria in Svizzera e più precisamente con sede a Zurigo;

  2. Se l'attività della OTRAG perseguisse in effetti, a titolo privato, scopi strategico-militari, come può conciliarsi la col- laborazione attiva di una Società sussidiaria in Svizzera con la legislazione federale che disciplina l'esportazione o il finanziamento di armi belliche destinate a Paesi esteri.

Texte de l'interpellation du 7 octobre 1982

La télévision italienne a diffusé récemment un document sur les activités de l'OTRAG - Orbital Transport AG Deutschland - dont l'objectif serait la réalisation, à titre privé, d'expériences en matière de missiles en vue de recherches scientifiques dans l'espace. Toutefois, ce docu- mentaire, qui a manifestement été vu par beaucoup de spectateurs de notre pays, dénonce le fait que de telles expériences auraient un but stratégique et militaire. De plus, ledit film a souligné que l'OTRAG est rattachée à une société auxiliaire en Suisse, qui tente vraisemblablement de trouver des capitaux privés pour financer les activités de la société allemande susmentionnée.

L'interpellateur demande au Conseil fédéral de dire :

  1. Si, effectivement, l'OTRAG bénéficie d'une collaboration directe avec une société auxiliaire en Suisse, et plus préci- sément une entreprise ayant son siège à Zurich;

  2. Au cas où l'activité de l'OTRAG consisterait en effet à poursuivre des objectifs stratégiques et militaires à titre privé, comment on peut concilier la collaboration active d'une société auxiliaire en Suisse avec la législation fédé- rale qui règle l'exportation et le financement d'armes de guerre destinées à des pays étrangers.

Mitunterzeichner - Cofirmatari - Cosignataires: Bacciarini, Barchi, Carobbio, Cotti, Delamuraz, Dupont, Jelmini, Pedrazzini, Robbiani (9)

Schriftliche Begründung - Sviluppo scritto Développement par écrit

Recentemente la Televisione italiana ha messo in onda un lungo, dettagliato documentario sulle attività della OTRAG

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

Interpellation Fischer-Bern Propaganda für den UNO-Beitritt Interpellation Fischer-Bern Propagande en faveur de l'adhésion à l'ONU

In

Dans

In

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1983

Année

Anno

Band

II

Volume

Volume

Session

Frühjahrssession

Session

Session de printemps

Sessione

Sessione primaverile

Rat

Nationalrat

Conseil

Conseil national

Consiglio

Consiglio nazionale

Sitzung

15

Séance

Seduta

Geschäftsnummer 82.548

Numéro d'objet

Numero dell'oggetto

Datum

18.03.1983 - 08:00

Date

Data

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523-524

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20 011 333

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