Verwaltungsbehörden 17.03.1983 <td class="metadataCell">20011305</td>
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Radio et télévision. Autorité d'examen des plaintes472 N 17 mars 1983 #ST# Vierzehnte Sitzung - Quatorzième séance Donnerstag, 17. März 1983, Vormittag Jeudi 17 mars 1983, matin 8.00h Vorsitz - Présidence: Herr Eng 81.043 Radio und Fernsehen. Beschwerdeinstanz Radio et télévision. Autorité d'examen des plaintes Botschaft und Beschlussentwurf vom 8. Juli 1981 (BBI III, 105) Message et projet d'arrêté du 8 juillet 1981 (FF III, 101) Beschluss des Ständerates vom 28. September 1982 Décision du Conseil des Etats du 28 septembre 1982 Antrag der Kommission Eintreten Antrag Gerwig Die Beratungen des Bundesbeschlusses sind auszusetzen und nach der Behandlung des Radio- und Fersehartikels durchzuführen. Antrag Magnin Nichteintreten Proposition de la commission Entrer en matière Proposition Gerwig Surseoir à la discussion de l'arrêté fédéral jusqu'après l'examen de l'article constitutionnel sur la radio et la télévi- sion. Proposition Magnin Ne pas entrer en matière Präsident: Zu unserem ersten Geschäft liegt ein Ordnungs- antrag von Herrn Gerwig vor. Danach sind die Beratungen des Bundesbeschlusses auszusetzen und nach der Behandlung des Radio- und Fernsehartikels durchzuführen. Im Einverständnis mit den Antragstellern und den Kommis- sionssprechern schlage ich Ihnen vor, den Ordnungsantrag erst nach den Kommissionssprechern begründen zu lassen und darüber erst nach den Fraktionssprechern abstimmen zu lassen. - Sie sind damit einverstanden. Koller Arnold, Berichterstatter: Mit dem Bundesbeschluss über die unabhängige Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen erfüllt das Parlament ein Postulat, welches in unserem Lande schon seit mehr als zehn Jahren ansteht. Unmittelbarer Anlass der heutigen Vorlage war eine Motion von Ständerat Guntern aus dem Jahre 1979, mit welcher dieser den Bundesrat ersuchte, «. .. unverzüglich, ohne Rücksicht auf den zeitlichen Verlauf der Verfassungsvor- lage, eine Staats- und verwaltungsunabhängige Eieschwer- deinstanz für Radio und Fernsehen zu schaffen». Die Motion ist vom Ständerat im Dezember 1979 mit 27 gegen 5 und vom Nationalrat im Dezember 1980 mit 97 gegen 43 Stimmen gegen den Vorschlag des Bundesrates überwie- sen worden. Die Notwendigkeit der Schaffung einer unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen wird heute, wenigstens grundsätzlich, allgemein anerkannt. Bekanntlich hat auch die Delegiertenversammlung der Schweizerischen Radio- und Fernsehgesellschaft im Januar 1979 den Zen- tralvorstand ausdrücklich beauftragt, «bei den zuständigen Behörden vorstellig zu werden, damit eine solche unabhän- gige Beschwerdeinstanz so rasch wie möglich geschaffen werde». Der Bundesrat ist in der Folge nicht untätig geblie- ben. Mit Verfügung vom Juli 1979 setzte das Eidgenössi- sche Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement eine beratende Beschwerdekommission, die sogenannte Kom- mission Reck, ein, welche die Programmbeschwerden zu- handen des Departementes zu begutachten hat. Dabei erklärte Bundesrat Ritschard öffentlich, er werde sich kon- sequent an die Feststellungen und an die Anträge dieser Kommission, die rechtlich natürlich keine Entscheidungsge- walt hat, halten. Auch Bundesrat Schlumpf hält sich an diese Devise. Die Kommission Reck hat in den vergangenen drei Jahren zweifellos eine grosse und wertvolle Pionierarbeit geleistet, für welche dem Präsidenten Oskar Reck und allen Mitglie- dern auch an dieser Stelle bestens gedankt sei. Die ihr gestellte Aufgabe, beanstandete Sendungen auf ihre Über- einstimmung mit den Programmrichtlinien, wie sie in Artikel 13 der Konzession für die SRG umschrieben sind, zu prü- fen, ist schwierig, weil die Richtlinien nicht ohne sehr allge- meine, wertausfüllungsbedürftige Begriffe, wie «objektive, umfassende und rasche Information», «Interessen des Lan- des», «nationale Einheit und internationale Verständigung» auskommen, die es anhand von beanstandeten Sendungen zu konkretisieren gilt. Herr Reck, der von der Kommission angehört wurde, erklärte, es seien bis zum letzten Herbst total 75 Eingaben gemacht worden, die den Namen «Beschwerde» verdienten, davon seien 65 erledigt, in sie- ben Fällen habe die Beschwerdekommission auf Konzes- sionsverletzung erkannt. Welche Neuerungen bringt nun die bundesrätliche Vorlage gegenüber dem geltenden Rechtszustand? Zunächst ver- dient hervorgehoben zu werden, dass das materielle Recht, also die Programmrichtlinien für die Veranstalter, durch diese Vorlage überhaupt nicht berührt werden. Auch die neue, unabhängige Beschwerdeinstanz wird, wie die Kom- mission Reck, zu prüfen haben, ob beanstandete Sendun- gen Programmbestimmungen der Konzession verletzen. Im Falle der SRG ist dies bekanntlich Artikel 13 der Konzes- sion. Ich zitiere diesen wichtigen Artikel: «Die von der SRG verbreiteten Programme haben die kulturellen Werte des Landes zu wahren und zu fördern und sollen zur geistigen, sittlichen, religiösen, staatsbürgerlichen und künstlerischen Bildung beitragen. Sie haben eine objektive, umfassende und rasche Information zu vermitteln und das Bedürfnis nach Unterhaltung zu befriedigen. Die Programme sind so zu gestalten, dass sie den Interessen des Landes dienen, die nationale Einheit und Zusammengehörigkeit stärken und die internationale Verständigung fördern.» An diesen Entscheidungsgrundlagen der Beschwerdekom- mission ändert der vorliegende Bundesbeschluss also überhaupt nichts. Es handelt sich um einen reinen Organi- sations- und Verfahrenserlass. Trotz dieser Einschränkung sind die Verfahrens- und organisationsrechtlichen Neuerun- gen bedeutsam. Rechtlich am wichtigsten ist, dass die neu zu schaffende Beschwerdeinstanz nicht nur von den Veran- staltern, sondern auch von der Verwaltung unabhängig sein wird. Die unabhängige Beschwerdeinstanz wird künftig wie ein Gericht aus eigenem Recht - ohne jede Weisungs- oder Korrekturmöglichkeit von Seiten der Verwaltung - Pro- grammbeschwerden entscheiden. Man mag einwenden, auch die Kommission Reck sei fak- tisch vom EVED schon unabhängig gewesen. Aber es ist zweifellos wichtig, dass diese faktische Unabhängigkeit nun auch rechtlich abgesichert wird. Dadurch wird erreicht, dass die Beschwerdeinstanz künftig, über jeden Verdacht der Abhängigkeit erhaben, ihre oft sehr delikate Aufgabe erfüllen kann. Damit dürften die rechtlichen Voraussetzun- gen geschaffen sein, dass es der Beschwerdekommission gelingt, sowohl das Vertrauen des Publikums als auch der
Radio et télévision. Autorité d'examen des plaintes474 17 mars 1983 staatliche Ordnung von Radio und Fernsehen dürfte nicht nur geeignet sein, das Vertrauen der Bevölkerung in diese wichtigen Medien zu verbessern. Er wird auch die Autono- mie der Veranstalter vor ungerechtfertigten Angriffen schüt- zen und sollte so letztlich zu einer Hebung der Qualität der Radio- und Fernsehprogramme beitragen. In diesem Sinne empfiehlt Ihnen die vorberatende Kommis- sion mit 18 zu 8 Stimmen Eintreten auf die Vorlage. M. Coutau, rapporteur: C'est le 16 décembre 1980 que ce conseil a adopté une motion adoptée par le Conseil des Etats sur proposition de M. Guntern, et ceci par 97 voix contre 43. Un an plus tôt, le Conseil des Etats l'avait adop- tée, pour sa part, par 27 voix contre 5. Cette motion demande au Conseil fédéral de «créer sans délai (et sans se préoccuper du calendrier prévu par le projet d'article constitutionnel) une autorité de recours pour la radio et la télévision qui soit indépendante de l'Etat et de l'administra- tion». Il ne convient pas de revenir longuement ici sur Iss motifs qui nous ont conduit à l'adoption de ce texte. Rappelons simplement, d'abord, que le public éprouve un certain besoin de pouvoir exprimer officiellement ses critiques à l'égard d'émissions de radio ou de télévision qu'il ne consi- dère pas comme conformes aux directives de programmes incluses dans la concession octroyée à la SSR. Il s'agit essentiellement de préciser dans les directives internes de la SSR les dispositions figurant à l'article 13 de cette concession, selon lesquelles les programmes doivent «donner une information objective, étendue et rapide» et répondre «au besoin de divertissement» du public. En outre, «les programmes doivent servir l'intérêt du pays, ren- forcer l'union et la concorde nationale, et contribuer à une compréhension internationale». Il ne faut pas voir dans ce besoin de pouvoir contester la conformité de certaines émissions à ce texte, une volonté de brimer la liberté de création de la radio et de la télévision. Mais d'une part, ces deux moyens d'infomation exercent une fonction particuliè- rement importante dans l'information de l'opinion publique et, d'autre part, ils bénéficient d'une situation de monopole de fait. Dès lors, les voies de plaintes doivent être légitime- ment ouvertes aux auditeurs et aux téléspectateurs. En 1976, la SSR a institué une procédure interne pour trai- ter les requêtes des auditeurs et des téléspectateurs. Elle a modifié cette procédure par des directives qui datent du 21 juillet 1979. Mais il ne s'agit pas là d'une solution suffi- sante car, restant interne, la procédure fait de l'organisation professionnelle à la fois le juge et l'une des parties en cause. Une procédure de plainte externe existe ajssi sous la responsabilité du Département fédéral des transports, des communications et de l'énergie. Dès juillet 1979, une commission a été créée pour expertiser les plaintes à l'intention du département qui exerce sa surveillance. Mal- gré la qualité du travail de cette commission et l'engage- ment remarquable de son président, M. Oskar Reck, cette formule ne donne pas pleinement satisfaction non plus, et ceci notamment en raison du fait qu'on ne peut pas consi- dérer que les organes, qui statuent sur les plaintes, soient véritablement indépendants, cette fois-ci de l'administra- tion. De plus, on a pu constater que l'application des dispo- sitions de la loi sur la procédure administrative, dans des affaires de ce genre, n'allait pas sans poser un certain nom- bre de problèmes spécifiques. D'ailleurs, la nécessité de créer une institution indépen- dante d'examen des plaintes n'est officiellement contestée par personne. On a pu s'en convaincre encore lors de la procédure de consultation introduite à propos du projet d'article constitutionnel sur la radio et la télévision. En revanche, comme le confirme le vote de notre conseil en décembre 1980, l'unanimité n'est pas faite quant au moment d'instituer un tel organe indépendant pour l'exa- men des plaintes. Les uns, qui sont majoritaires, estiment que le besoin est urgent; à leurs yeux une solution doit être trouvée indépendamment de l'article constitutionnel en éla- boration. L'argument essentiel consiste à dire que la situa- tion actuelle n'étant pas pleinement satisfaisante, il convient d'anticiper, sur ce point, sur la disposition constitutionnelle à venir. Cette dernière a, certes, fait l'objet d'un message et d'un projet dont l'examen parlementaire a commencé, et il mentionne clairement la création d'une autorité d'examen des plaintes. Mais, d'une part, on ne sait pas quand ce pro- jet sera prêt à être soumis au peuple. Selon toute vraisem- blance, en tout cas pas avant la fin de 1984 au plus tôt. De plus, il faudrait encore attendre la promulgation d'une loi d'application qui pourrait retarder encore la mise en vigueur de l'autorité d'examen des plaintes. D'autre part, et surtout, il n'est pas possible d'affirmer aujourd'hui que le peuple et les cantons adopteront le projet d'article constitutionnel. En cas d'échec, l'autorité d'examen des plaintes ne pourrait pas être, en quelque sorte, repêchée même si elle n'avait guère été contestée en tant que telle. Une nouvelle procé- dure devrait alors être remise en route à partir de zéro. Cette incertitude et ce retard ne sont pas acceptables aux yeux de la majorité du Parlement qui a admis la motion Gun- tern. La minorité s'est à nouveau manifestée dans la commission chargée d'examiner le projet actuel, elle revient à la charge aujourd'hui avec la proposition de M. Gerwig. Cette mino- rité ne conteste guère, du moins le prétend-elle, l'autorité d'examen des plaintes dans son principe, mais elle refuse de la traiter indépendamment de l'article constitutionnel et, en effet, elle conteste que cette autorité indépendante puisse être créée, faute de fondement constitutionnel. Dès lors, la commission a longuement débattu de la consti- tutionnalité de l'arrêté qui nous est soumis. La majorité l'a admise; elle s'est référée d'abord à l'argument développé dans le message et sur lequel je ne reviens pas. Mais elle a également fondé sa conviction sur les considérants d'un jugement du Tribunal fédéral du 17 octobre 1980. Cet arrêt déclare en résumé que la radio-télévision est devenue un service public d'ampleur nationale, que le principe de la liberté d'expression empêche l'Etat d'exercer lui-même cette fonction, qu'il doit donc la concéder à un tiers et, en la concédant, l'Etat doit fixer un certain nombre de règles matérielles, en matière de programmes, et des organes indépendants pour en surveiller le respect. Cette argumen- tation a été contestée en partie mais la majorité s'y est ral- liée. La commission a eu l'occasion d'entendre longuement l'actuel président de la commission de recours, M. Oskar Reck. Il a fait part de ses expériences en confirmant encore, si besoin était, que cet organe répond bel et bien à une demande du public. Jusqu'au début novembre 1982, pas moins de soixante-quinze requêtes, pouvant être consi- dérées comme des plaintes, ont été déposées. Soixante- cinq cas ont été traités et dans sept d'entre eux, la commis- sion a constaté une atteinte à la concession. Dans toutes ses conclusions, la commission, il est vrai, a été suivie par le chef du département, ce qui atteste de facto, sinon de jure, son indépendance par rapport à une administration. En outre, la commission, et tout spécialement son prési- dent, ont eu à maintes reprises des contacts avec le public à la suite d'interventions qui, sans être formellement des plaintes, mettaient en cause telle ou telle émission. Par ces contacts, il a été possible de mieux faire comprendre les contraintes de l'information radiodiffusée et télévisée et, par là même, de jouer, à certains égards, un rôle de média- teur. Cet aspect de l'activité est considéré comme judicieux et l'arrêté que nous examinerons permettra, dans une certaine mesure, de le poursuivre. Pour le reste, cet arrêté n'apporte, matériellement, aucune innovation majeure. Il consacre essentiellement, en toutes formes, l'activité actuelle de la commission Reck. En revanche, juridique- ment, cet arrêté affirme d'abord le principe d'indépen- dance, tant à l'égard de l'organe de radio ou de télévision qu'à celui de l'administration. Cela lui confère la possibilité de prendre des décisions, et non plus seulement de pré- senter des recommandations. De plus, l'arrêté détermine plus clairement que jusqu'ici, sans pour autant restreindre
Radio et télévision. Autorité d'examen des plaintes476 17 mars 1983 Kommission Reck nicht mehr, weil sie etwas ganz anderes als die Kommission Reck wollen. Anlässlich der Debatte von 1980 ist dies sehr offen von Herrn Fischer-Hägglingen und von Herrn Huggenberger ausgeführt worden. Herr Fischer hat gesagt, er sei an sich mit der Kommission Reck einverstanden. Eine unabhängige Instanz, der weiterge- hende Kompetenz zustehe, sei jedoch nötig, damit nicht so zurückhaltend beurteilt werde. Auch Herr Huggenberger hat von vornehmer Zurückhaltung gesprochen und mehr Kompetenzen dieser Rekursinstanz gewünscht, als die Kommission Reck sie wahrnimmt. Letzte Woche ist in der »Neuen Zürcher Zeitung» über die Fraktionssitzung der FdP berichtet worden. Unter anderem heisst es: «In der Fraktion wurde ein Malaise gegenüber der bisherigen Beschwerde- praxis konstatiert und die Erwartung ausgedrückt, dass die neue Institution ihre Aufgabe baldmöglichst übernimmt.» Ich möchte Herrn Bundesrat Schlumpf fragen, ob wirklich mit dieser neuen Institution etwas viel Weitergehendes möglich ist, als dies die Kommission Reck jetzt tut. Ich möchte das wissen, weil wir nicht hinnehmen, dass dieser unabhängigen Kommission weitergehende Kompetenzen zugestanden werden sollen. Auch deshalb, weil diese Gefahr besteht, ist unsere Fraktion gegen die als verfas- sungswidrig zu bezeichnende Art der Schaffung dieser Kommission. Ich glaube, diese Leute - und viele davon sind hier in diesem Rate - wollen der Kommission ein Weisungs- recht bezüglich Programmgestaltung geben und damit in die journalistische Arbeit eingreifen. Ich wundere mich, dass gerade eine unabhängige Instanz dafür benützt wer- den soll, unsere Medien einzuschüchtern, und dies gerade von Politikern, für die häufig Unabhängigkeit darin besteht, dass ihre persönliche Meinung zum Ausdruck kommt. Unsere SRC befindet sich ohnehin schon in einem unerhört schwierigen Spannungsfeld der verschiedensten Mächte, die auf sie einwirken. Ich glaube, die SRG, das ist ihre ein- zige Chance, hat machtfrei zu sein, das heisst: sie hat staatsfrei zu sein und frei gegenüber allen Mächten in die- sem Staate, komme der Druck auf sie von der Wirtschaft, von der Politik, sei dies von links oder von rechts. Eine direkte Demokratie kann nur dann existieren, wenn eben Bürgerinnen und Bürger des Landes die freie Information auch wirklich erhalten. Wir sind speziell nach dem Communiqué der FdP sehr, sehr misstrauisch. Wir kennen jene, die auch von den Medien ausgerechnet das verlangen, was sie selbst nicht besitzen: Objektivität; sie werfen den Medien Manipulation vor und manipulieren selbst. Wenn etwa gerade die Freisinnigen - ohne Verfassungsgrundlage - eine andere Kommission mit anderen Kompetenzen wollen als jene der Kommission Reck, dann ist das eben das, was ich hier sagen wollte. Herr Kopp spricht von Fairness als Grundhaltung. Diese Grundhaltung müsste sich zuerst in einem Verfassungsarti- kel niederschlagen und dann in einer Gesetzgebung. Erst dann werden wir mit einer rechtlich abgesicherten Instanz eine Garantie haben, dass nicht nur wir, sondern auch die Medien ihre Arbeit und Aufgabe ernst nehmen und sie gut ausführen. In diesem Sinne beantrage ich Rückweisung bis zur Erledi- gung des Radio- und Fernsehartikels. Präsident: Herr Magnin begründet seinen Nichtehtretens- antrag. M. Magnin: J'ai déposé au nom du groupe du Parti du tra- vail, du Parti socialiste autonome et des Organisât òns pro- gressistes une proposition de non-entrée en matière sur l'arrêté instituant une autorité indépendante d'examen des plaintes en matière de radio et de télévision. Nous nous ral- lions naturellement à la proposition que vient de présenter M. Gerwig au nom du groupe socialiste, visant à surseoir à notre décision jusqu'au moment où un sort définitif sera fait à l'article constitutionnel. Toutefois, en cas de rejet de la proposition de M. Gerwig, nous maintenons notre proposi- tion de non-entrée en matière. Nous avons déjà dit dans le cadre de la discussion relative à la télévision par satellite qui a eu lieu l'année dernière qu'il fallait éviter de mettre la charrue devant les bœufs. Nous devons le répéter aujourd'hui. Un article constitutionnel sur la radio et la télévision est actuellement soumis à l'examen des Chambres fédérales. Le Conseil des Etats en a déjà terminé l'examen et la commission du Conseil national lui a consacré une première séance. On peut donc raisonnable- ment penser que cet article constitutionnel pourra être sou- mis au peuple au cours du deuxième semestre de l'année prochaine. Cet article constitutionnel, qui définit le cadre dans lequel doit se développer la politique des médias audio-visuels, dispose à son 4" alinéa que la Confédération crée une auto- rité indépendante de plainte. Excusez-moi de rappeler ce fait que chacun connaît certainement mais que certains semblent vouloir ignorer. En nous prononçant sur cet arrêté aujourd'hui, c'est-à-dire avant que l'article constitutionnel soit soumis au peuple, nous plaçons ce dernier devant un fait accompli en matière d'autorité de plainte. Qu'arrivera-t-il en effet si le peuple rejette l'article constitutionnel qui prévoit précisément l'ins- titution d'une autorité indépendante de plainte? Devra-t-on la supprimer parce qu'elle n'aura pas de base légale puis- que le peuple aura rejeté l'article constitutionnel en bloc, c'est-à-dire également l'institution d'une autorité de plainte, ou bien laissera-t-on cette dernière continuer à fonctionner, dans une certaine mesure contre la volonté du peuple et sans base constitutionnelle réelle, en se fondant simple- ment sur un arrêt du Tribunal fédéral reconnaissant a la Confédération le droit de légiférer en matière de pro- grammes? M. Gerwig a dit tout à l'heure que cet arrêt du Tribunal fédéral ne pouvait pas être invoqué en lieu et place de la base constitutionnelle, qui nous paraît absolument nécessaire en l'occurrence. Comme je l'ai dit, nous nous trouverions placés dans une situation peu claire et tout à fait illogique si le peuple rejette l'article constitutionnel. D'ailleurs, dans le message du Conseil fédéral relatif à l'arrêté que nous discutons, il rap- pelle que, dans sa réponse à la motion Guntern, dans laquelle il demandait à son auteur de transformer son inter- vention en postulat, il avait souligné que la Confédération désire réglementer durablement ce secteur des pro- grammes radio-télévision par le moyen d'un article constitu- tionnel et par une loi d'application. «Il ne serait donc pas judicieux, avait déclaré le Conseil fédéral, d'aborder un seul problème à la fois.» Le Conseil national et le Conseil des Etats n'avaient pas voulu entendre le Conseil fédéral à ce moment. Cette opi- nion du Conseil fédéral est parfaitement valable et nous la partageons: il ne serait pas judicieux, nous dirons même qu'il ne serait pas admissible, que le Parlement aille de l'avant alors que le peuple ne s'est pas encore prononcé au sujet de l'article constitutionnel sur la radio et la télévision. Cela serait d'autant moins admissible qu'il n'y a aucune urgence, ainsi que M. Gerwig l'a rappelé tout à l'heure. Il existe en effet une commission consultative qui fonctionne et qui, pour l'essentiel, répond aux besoins actuels. Atten- dons donc que les Chambres fédérales et surtout le peuple se soient prononcés sur l'article constitutionnel. C'est à la fois la voie du bon sens et la voie de la démocratie. J'en viens maintenant au fond du problème et examinerai trois points, soit l'opportunité de la création d'une autorité de plainte, l'intitulé abusif de celle qu'on nous propose et la possibilité d'appliquer, ou plutôt le caractère inapplicable, de certains articles de l'arrêté qui nous est soumis. J'examinerai tout d'abord l'opportunité. Contrairement à ce qu'a dit le rapporteur de langue française, le groupe du Parti du travail, du Parti socialiste ouvrier et des Organisa- tions progressistes de Suisse est, sinon carrément opposé à la création de cette autorité de plainte, à tout le moins extrêmement réservé à l'égard du projet d'arrêté soumis à notre examen car il est incontestablement unilatéral. Il est évident que l'objectif visé est bien, contrairement à co qu'a dit le rapporteur de langue française en conclusion de son
Radio et télévision. Autorité d'examen des plaintes 478 17 mars 1983 düng recht weit weg von den Richtlinien der Konzession liegt. Als Richtlinie gilt nach wie vor, dass eine Sendung einen Beitrag leisten soll zur geistigen, sittlichen, religiösen, staatsbürgerlichen und künstlerischen Bildung und dass eine Information objektiv, umfassend und gelegentlich auch rasch sein soll. Ob man es nun wahrhaben will oder nicht, gelegentlich bringen Mitarbeiter oder Mitarbeiterinnen ihre Informationen und ihre persönlichen Kommentare mit einer Einseitigkeit und einer Intoleranz vor, dass es nicht mehr überraschen darf, wenn darauf ein gewisses Malaise ent- steht. Das soll der Leistungsfähigkeit und dem im allgemei- nen hohen Stand unserer Radio- und Fernsehsendungen keinen Abbruch tun; aber man muss auch Entgleisungen sehen. Gerade die unzähligen Ausrutscher beweisen, dass ein wirksames und gelegentlich eben doch erfolgverspre- chendes Beschwerdeverfahren unerlässlich ist. Es ist zweifellos richtig, wenn der neue Radio- und Fernseh- artikel der Bundesverfassung in seinem Absatz 4 ausdrück- lich eine unabhängige Beschwerdeinstanz vorsieht. Aber die gegenwärtige Auseinandersetzung um diesen Artikel und die teils systematischen Angriffe gegen jeden ein- schränkenden Gehalt dieses Verfassungsartikels; lassen erahnen, dass auf diesem Wege die unabhängige Beschwerdeinstanz nicht so rasch eingeführt werden dürfte. Warten auf den Verfassungsartikel könnte ein War- ten auf Godot werden. Die CVP-Fraktion begrüsst daher die sofortige Einführung einer unabhängigen Beschwerdein- stanz auf dem Wege eines einfachen Bundesbeschlusses mit beschränkter Geltungsdauer. Das entspricht übrigens der von beiden Räten überwiesenen Motion von Ständerat Guntern. Wenn wir speditiv arbeiten, kann die neue Beschwerdeinstanz schon ab I.Januar 1984 funktionieren. Die CVP-Fraktion ist somit der Meinung, dass dem Antrag Gerwig, die Behandlung dieser Vorlage auszusetzen, nicht zuzustimmen ist. Es ist Zeit, dass wir handeln. Eine Verzö- gerung widerspricht den überwiesenen Motionen. Es besteht die Gefahr, dass man den Medienartikel zu Fall bringen will, und dann ist die unabhängige Beschwerdein- stanz ohnehin im Eimer. Es geht darum, ob wir nun ernst- haft eine Beschwerdeinstanz wollen oder nicht. Deshalb stellen wir Ihnen den Antrag, dass dem Antrag Gerwig nicht Folge gegeben wird. Quant à M. Magnin qui nous propose la non-entrée en matière et qui nous parle de la voie de la démocratie et de la liberté d'information, je dois constater tout de même ici que sa conception idéologique est opposée pour des rai- sons particulières, à cette autorité de plainte dans notre pays. En revanche, il est généralement proche d'une idéolo- gie qui recourt plutôt à la censure. Cette censure provoque une non-information et constitue en fait une désinformation. Dans ce contexte, son intervention et sa proposition de non-entrée en matière perdent toute crédibilité. Ich komme zurück auf die Verfassungsmässigkeit, die von Herrn Gerwig in Frage gestellt wird. Wir sind dabei der Überzeugung, dass Artikel 36 Bundesverfassung genügt, sonst wären ja die Tätigkeit der gegenwärtigen Beschwer- dekommission und die gegenwärtige Programmaufsicht durch das Verkehrs- und Energiewirtschaftsdepartement ebenfalls verfassungswidrig. So etwas hat meines Erach- tens aber noch niemand behauptet, auch Herr Gerwig nicht. Wenn eine Konzession erteilt ist und wenn mit einer Kon- zession bestimmte sachbezogene Bedingungen verbunden sind, dann hat der Konzessionsgeber die Möglichkeit und das Recht, eben die Einhaltung dieser Bedingungen durch- zusetzen. Das kann er durch eine Beschwerdeinstanz tun. Was wir hingegen nötig haben für eine unabhängige Beschwerdeinstanz mit eigener Entscheidungskornpetenz, ist eine gesetzliche Grundlage, und das ist der eigentliche Sinn des vorgeschlagenen Bundesbeschlusses. Parallel zu diesen Vorlagen (Verfassung und Btndesbe- schluss) begrüsst die CVP-Fraktion auch die neuen Bestim- mungen von ZGB und OR über den Persönlichkeitsschutz im allgemeinen und das Recht auf Gegendarstellung in den Medien im besonderen. Wir betrachten diese gesetzgeberi- schen Neuerungen als notwendig. Das Beschwerderecht im Bereich Radio und Fernsehen kann nur eine punktuelle Ergänzung sein. Was erwarten wir von der neuen Beschwerdeinstanz? Vorab soll sie unabhängig sein von Verwaltung, Parlament, SRG und anderen Veranstaltern, aber auch unabhängig von politischen und wirtschaftlichen Mächten. Das setzt völlig integre und unverfilzte Persönlichkeiten voraus. Selbstver- ständlich wird die Beschwerdeinstanz analog zu den Gerichten der administrativen Aufsicht des Bundesrates unterstehen. Das Verfahren soll speditiv sein. Es ist nicht zumutbar, wenn das Beschwerdeverfahren jahrelang hin- ausgezögert werden kann. Das Verfahren soll einfach gestaltet werden. Die Zugänglichkeit zur Beschwerdein- stanz soll soweit wie möglich erleichtert sein. Die Beschwerde soll umfassend sein und alle Veranstalter ein- schliessen, nicht nur die SRG. Streitig ist, ob ein Beschwerdeentscheid ans Bundesge- richt weiterziehbar sein soll. Einerseits ist Rücksicht zu nehmen auf die Überlastung des Bundesgerichtes und andererseits auf das legitime Bedürfnis nach einer zweitin- stanzlichen Überprüfung. Ich nehme vorweg, dass die CVP-Fraktion grossmehrheitlich für die ständerätliche Fas- sung mit einem umfassenden Weiterziehungsrecht an das Bundesgericht entschieden hat, weil sonst nur eine einzige Instanz in einer wichtigen Frage letztinstanzlich und allein entscheiden könnte. Das scheint uns nicht haltbar zu sein. Ich komme zum Schluss. Die CVP-Fraktion stellt fest, dass die unverzügliche Einführung einer unabhängigen Beschwerdeinstanz ein Gebot der Stunde ist, und zwar ohne auf den neuen Radio- und Fernsehartikel zu warten, dass es dabei nicht um einen verkappten Angriff auf die SRG geht, sondern um ein ganz selbstverständliches Recht des Zuhörers und des Zuschauers einer öffentlichen Mono- polanstalt. Die CVP-Fraktion grenzt sich damit deutlich ab einerseits von der Linken, welche die Freiheit von Radio und Fernsehen zu einer Art Narrenfreiheit ausarten lassen will, und andererseits von der Rechten, welche diesen Medien einen Maulkorb anhängen möchte. In diesem Sinne erachten wir eine angemessene Kontrolle durch eine unab- hängige Beschwerdeinstanz und gegebenenfalls durch das Bundesgericht als notwendig. Hofmann: Bei der Schaffung einer unabhängigen Beschwerdeinstanz für Radio und Fernsehen befinden wir uns in einem Spannungsfeld zwischen den Forderungen nach Medienfreiheit auf der einen Seite und dem Bedürfnis nach demokratischer Kontrolle auf der anderen Seite, näm- lich einer demokratischen Kontrolle, ob die SRG und ihre Medienschaffenden den ihnen konzessionsrechtlich erteil- ten Auftrag erfüllen. «Die Pressefreiheit ist gewährleistet.» Mit diesen vier Wor- ten ist das vitale Grundrecht der Presse in unserer Bundes- verfassung umschrieben. In einem Land der Pressefreiheit soll auch die Medienfreiheit von Radio und Fernsehen nicht touchiert werden. Der Pressefreiheit und Medienfreiheit steht aber auch eine Verantwortung derjenigen gegenüber, die an der Sammlung, Prüfung, Auswahl, Verarbeitung und Verbreitung von Nachrichten, Kommentaren sowie Unter- haltungsstoffen durch Massenmedien beteiligt sind. Freiheit und Verantwortung gehören zusammen. Damit die Presse- freiheit durch die Journalisten möglichst nicht missbraucht wird, haben die Journalisten selbst publizistische Grund- sätze, Standesgrundsätze, einen Pressekodex, einen Ehrenkodex geschaffen. Für die SRG bestehen die'Bestim- mungen der Konzession, und es bestehen ein Leitbild sowie Programmgrundsätze, die sie selbst geschaffen hat. Zwischen der Presse einerseits und der SRG als Monopol- betrieb anderseits bestehen aber aus der Sicht des Lesers, Zuhörers oder Zuschauers wesentliche Unterschiede. Die Schweiz ist das Land mit der grössten Zeitungsdichte pro Kopf der Bevölkerung, obwohl sich die Zahl der eigen- ständigen Titel im Verlaufe der letzten Jahre leider bedeu- tend verringert hat. Wer sich nicht durch einseitige Informa- tionen der Presse beeinflussen lassen will, kann sich nach wie vor quer durch verschiedene meinungsbildende Près-
Radio et télévision. Autorité d'examen des plaintes 480 N 17 mars 1983 schluss, sie stimmt dem Minderheitsantrag von Kollege Akeret bei Artikel 25 zu - er wird ihn noch eingehend begründen -, und sie ist bei Artikel 27 mehrheitlich gegen eine Durchbrechung des Personalstopps. Der Ordnungsan- trag Gerwig, die Schaffung einer unabhängigen Be- schwerdeinstanz bis zum Vorliegen eines Radio- und Fern- sehartikels zurückzustellen, ist abzulehnen. Die Begrün- dung dafür wurde bereits vom Kommissionspräsidenten und von Kollege Zbinden gegeben. Auch der Nichteintre- tensantrag Magnin ist zu verwerfen. Das geht aus meinen Darlegungen hervor. Müller-Aargau: Spätestens seit Montesquieu ist es Allge- meinwissen geworden, dass Macht kontrolliert werden muss. Der Mächtige geht immer soweit, bis er Schranken findet. Selbst die Tugend hat Schranken nötig - schreibt Montesquieu. Die Macht wurde damals weigehend in den politischen Institutionen gesehen. Das ist zeitbedingt. Aber genauso zeitbedingt ist, dass heute andere zusätzliche Institutionen zu Machtkomplexen geworden sind. Sie ste- hen oder liegen neben den staatlichen Stellen, ich denke an Wirtschaftsmächte und die elektronischen Medien. Während im Bereiche der Wirtschaft mit gesetzlichen Mit- teln - Kartellgesetz, Versicherungsgesetz, Bankenkontrolle usw. - Missbrauch von Macht und Machtballung mit mehr oder weniger Erfolg kontrolliert werden kann, hat der Bund im Bereiche der elektronischen Medien zur Monopolisie- rung mitgeholfen und damit eine Machtkonzentration ermöglicht und begünstigt, die in der Geschichte unseres Landes wohl einmalig ist und vielen, allzu vielen Menschen Angst macht. Macht muss entweder neutralisiert oder kontrolliert werden. Macht kann neutralisiert werden durch eine Gegenkraft. Mit Konkurrenz im elektronischen Medienbereich hätte dies ohne Aufwand und ohne Instanzen des Staates bewerkstel- ligt werden können. Nachdem in absehbarer Zeit eine sol- che Neutralisierung nicht möglich ist, muss kontrolliert wer- den. Eine Beschwerdeinstanz ist daher unumgänglich. Dass eine solche Instanz bereits besteht, wissen wir bestens, dass sie Klagefälle behandelt hat, auch. Die gedruckten Medien haben je nach Farbe lobend oder zerreissend dar- über berichtet. Glücklicherweise herrscht im Bereich der gedruckten Medien noch Konkurrenz. Dieses Beratergremium des Bundesrates kann gut oder schlecht sein; es baut die Angst und das Misstrauen nicht ab, dazu braucht es eine verwaltungsunabhängige Beschwerdeinstanz. Wir leben in solchen Zeiten, dass ein formaljuristischer Unterschied schon Beruhigung vermitteln kann. Damit schaffen wir bei den Konsumenten ein besse- res Klima, und auch die Medienschaffenden sollten diese Klimaveränderung eigentlich herbeiwünschen. Wir können uns um so leichter auf die Seite der Konsumenten stellen, als die Medienschaffenden selber unseren Versuch, die Kli- maverbesserung durch Abschaffung des Monopols mittels einer Initiative herzustellen, mit allen Mitteln bekämpft oder, was noch schlimmer ist, systematisch ignoriert hatten. Damit haben sie selber sich für Kontrolle entschieden. Die LdU/EVP-Fraktion hat sich immer für eine unabhängige Beschwerdeinstanz eingesetzt. Nach wie vor sind wir uns aber dessen bewusst, dass die Schaffung dieser Institution auf keiner festen verfassungsmässigen Grundlage beruht. In diesem Sinne wäre die Aussetzung, wie der Antrag Ger- wig es verlangt, nicht ohne Logik und teilweise gerechtfer- tigt. Aus verfassungsmässigen Gründen und aus Gründen des korrekten Verfahrens - genau wie Herr Gerwig - habe ich mich seinerzeit gegen die Überweisung der Molion und das Vorziehen dieses Geschäftes ausgesprochen. Ich hätte gerne zuerst den Radio- und Fernsehartikel behandelt. Nachdem aber beide Räte dieses Vorgehen beschlossen haben, sehe ich keinen Grund mehr, mich der Real sierung dieser notwendigen Institution zu widersetzen. Wir können nicht immer von vorne anfangen, sonst werden wir nicht mehr ernstgenommen. Die Motion ist überwiesen und damit für uns bindend. Es tut mir leid, dass ich das sagen muss: Alle Verzöge- rungsmanöver kommen aus derselben Ecke, was langsam Verdacht aufkommen lässt. Der mutmassliche Zeitplan für den Radio- und Fernsehartikel kann vielleicht auch wieder durch eine Verzögerungstaktik in die Länge gezogen wer- den, und das rechtfertigt dann um so deutlicher das Vorzie- hen dieses Geschäftes. Der Nichteintretensantrag von Herrn Magnin steht für uns daher ausser Diskussion. Ich persönlich bin überzeugt, dass weder die Institutionen Radio und Fernsehen noch die Konsumenten mit einer Beschwerdeinstanz grosse Umbrüche erleben werd»n. Weder eine permanente Einschüchterung einerseits noch Konsumententerror andererseits werden die Folg« s«in. Letzten Endes wird es meist so bleiben, wie es ist. Klagtn über eine Sendung, die Emotionen, Wut, Aggression und schreiende Ohnmacht ausgelöst haben, werden weiterhin durch ein langfädiges, subtiles, rechtsstaatliches Verfahren sauber analysiert und objektiviert. Dabei wird soviel Zeit verbraucht, dass die Stimmung längst verflogen ist und kei- ner die damalige echte und berechtigte Wut mehr nachvoll- ziehen bzw. selber begreifen kann, so dass sich vor allem die Kläger langsam ihres damaligen Vorgehens zu schämen beginnen. Distanz bringt nicht in jedem Falle Klärung und Abklärung. Das Resultat kann auch Vernebelung sein. Radio und Fernsehen lösen Stimmungen aus, im positiven wie im negativen Sinne. Gelegentlich wäre die einzig rich- tige und gesunde Reaktion nicht das berühmte Drehen am Knopf, wie Herr Hofmann gesagt hat, sondern der Pflaster- stein in die Mattscheibe. Das wäre Psychohygiene mit Nachwirkung. Das Fluchen würde mindestens so lange anhalten, bis ein neuer Glotzkasten dort steht oder jene Stelle im Hause für alle Zeiten endgültig freibleibt. Und man träfe zudem erst noch die Richtigen: die auf hohe Einschalt- quoten geilen Redaktoren. Vom rechtsstaatlichen Gesichtspunkt aus ist die unabhän- gige Beschwerdeinstanz notwendig und richtig. Mag auch die Hauptwirkung im Bereiche des Psychischen, der Aufhe- bung der Ohnmachtsgefühle und der Beruhigung, liegen, so rechtfertigt dies alleine schon das Vorziehen dieser Vor- lage. All jenen, die sonst bei jeder Gelegenheit Ohnmacht und Ausgeliefertsein anprangern - wenn es gelegen kommt - und sogar Reklame als Manipulationsinstrument ankla- gen, schweigen oder verniedlichen, wenn es um Manipula- tion oder Verziehung des Menschen durch Sendungen der elektronischen Medien geht; und dies obwohl sie wissen, dass dieses Tun nach den gleichen kommunikationstechni- schen Regeln verläuft. Ich habe immer Verständnis für Ihre Voten für eine menschlichere Welt gezeigt, Herr Gerwig, aber in dieser Frage sind Sie etwas blind. Das habe ich in einschlägigen Kommissionen mehrmals festgestellt. Wenn ich sage, die Ohnmachtsgefühle gegenüber den Medien seien gross und weit verbreitet, dann wird sicher irgendeine dümmliche Umfrage durchgeführt, die zehn Wochen später das Gegenteil beweist, auch wenn auf dem Arbeitsweg, am Arbeitsplatz oder am Stammtisch am Tage nach der Sen- dung von nichts anderem gesprochen wird als von der gestrigen Entgleisung. Man kann das Eisen nur solange schmieden, als es heiss ist. Wut und Entrüstung können bekanntlich nicht über Wochen und Monate hinweg auf klei- nem Feuer warmgehalten werden. Daher gehen alle Unter- suchungen fehl. Wir können nur Augen und Ohren offenhal- ten und lauschen. Wenn Sie nichts hören, Herr Gerwig, dann kann ich nur fragen: In welchen Kreisen bewegen Sie sich? Ich habe den spontan Aufstand des Aargauervolkes nach der Sendung über das Aargauer Fest miterlebt. Da braucht es tatsächlich keinen Vorbeter aus der gedruckten Presse, wie man gerne vorgibt. Dass zu einem sinnvollen und rechtsstaatlichen Verfahren die Aufhebung und Archivie- rung alles einschlägigen Materials gehört, auch wenn dies etwelche Mühen und einiges an Aufwand kostet, ist selbst- verständlich. Ich empfehle Ihnen im Namen der LdU/EVP-Fraktion die Ablehnung des Aussetzungsantrages Gerwig, des Nichtein- tretensantrages von Herrn Magnin, Eintreten auf die Vor-
Radio et télévision. Autorité d'examen des plaintes 482 17 mars 1983 Zuschauern nicht zumuten können.»? Nie ist so etwas vor- gekommen, obwohl eigentlich öfters so rapportiert werden müsste. Sogar unbequeme dritte Meinungen werden unter- drückt, weil sie marginal sein könnten und daher - da sonst proportional zu stark betont - nicht mehr objektiv wären, ich frage mich: wollen wir das eigentlich? Es gibt offenbar gewisse Zuschauer - und leider gehören sehr viele Politiker dazu -, die auf eine Meinung, die ihnen nicht passt, nur noch mit einer Beschwerde reagieren können. Das sind doch Leute, die mit Radio und Fernsehen nicht umgehen können. Sie vermögen sich nicht kritisch mit einer anderen Meinung auseinanderzusetzen; sie können nicht warten, bis das nächste Mal der gegenteilige Standpunkt ausgestrahlt wird, ja, sie können nicht einmal den Knopf abstellen. Auch das könnte man nämlich, statt eine Beschwerde einzurei- chen. Man verlangt Objektivität, ohne zu wissen, was das überhaupt ist. Ein Standesherr, der sich diesbezüglich stark gemacht hat, hat auf die entsprechende Frage eines Jour- nalisten geantwortet: «Objektivität ist das, was jeder denkt.» Und so etwas will man nun in die Verfassung neh- men! Indem nun als Ausfluss dieser Haltung Beschwerden geführt werden, indem eine solche Instanz «hingswürgt» wird, werden doch Intoleranz und Kleinlichkeit verbreitet, und dies schadet der Qualität der Sendungen. Herr Hofmann lobt den Kompromiss, der im Fernsehen ver- mehrt gebracht werden müsse. Der Kompromiss, Herr Hof- mann, ist das Resultat verschiedener politischer Meinun- gen, und es geht doch nicht an, dass man dem Zuschauer nur noch gerade den Kompromiss unterbreitet. Auch er soll demokratisch mitdenken können, und deshalb sind ihm auch die verschiedenen Meinungen zu unterbreiten. Ich will zum Schluss nur eines sagen: Die Schweiz konnte früher viele Gegensätze überwinden, sprachliche, religiöse und politische. Das ist ein wichtiger Grund für das Funktio- nieren unseres Staates; gerade Radio und Fernsehen soll- ten die Aufgabe haben, gegenseitiges Verständnis für Min- derheiten und für andere Meinungen zu fördern. Dazu gehört, dass man sich miteinander auseinandersetzen, dass man meinetwegen auch streiten kann, denn, was im kleinen gilt, das gilt auch im grossen. Wer nicht lernt, Kon- flikte zu erleben und auszutragen, wer sie vertuschen, sich ihnen entziehen will, der wird letztlich von diesen Konflikten eben doch wieder eingeholt. Daher ist die Lösung dieses Problems nicht einfach eine sogenannte 'Objektivität und eine Beschwerdeinstanz, sondern wir müssen lernen, uns mit den Medien auseinanderzusetzen, und wir müssen uns wieder auf die Toleranz zurückbesinnen. Lüchinger: Herr Gerwig beantragt folgendes: «Die Eteratun- gen des Bundesbeschlusses sind auszusetzen und nach der Behandlung des Radio- und Fernsehartikels durchzu- führen.» So wie die Kommissionssitzungen programmiert sind, werden wir in der Herbstsession die Behandlung des Radio- und Fernsehartikels durchführen können, dann, viel- leicht in der Dezembersession, spätestens im nächsten Frühjahr, folgt die Differenzbereinigung. In der Begründung hat nun Herr Gerwig aber etwas ganz anderes gesagt. Er hat uns erklärt, dass wir natürlich warten müssen bis nach der Annahme des Radio- und Fernsehartikels durch das Volk, hat er doch seinen Antrag mit der mangelnder Verfas- sungsgrundlage begründet. Herr Gerwig ist in seiner Begründung sogar noch einen Schritt weiter gegangen. Er hat erklärt, nach der Annahme des Verfassungisartikels müsse die Beschwerdeinstanz - ich habe mir das notiert, Herr Gerwig - im Rahmen der dann zu erarbeitenden Gesetzgebung geordnet werden, und nun wissen wir alle, was für eine heikle, schwierige Gesetzgebung da auf uns zukommen wird. Die Ausführungsgesetzgebung zum Radio- und Fernsehartikel wird Jahre beanspruchen, so dass der Antrag Gerwig bedeutet, dass wir dieses Geschäft bis ungefähr ins Jahr 1990 verschieben. Das ist der Antrag Gerwig. Wenn Sie diese Konsequenz ziehen, Herr Gerwig, dann verstehen Sie uns vielleicht, wenn wir nicht so ganz daran glauben, dass Sie im Grunde genommen für eine sol- che Beschwerdeinstanz sind. Nun zur verfassungsmässigen Begründung. Herr Gerwig hat mich zitiert, zwar richtig, nur - wie es üblich ist - nicht ganz vollständig.'Ich habe tatsächlich als deutschsprachi- ger Berichterstatter der Kommission am 25. September 1980 folgendes gesagt: «Als strenger, dem demokratischen Verfassungsprinzip verpflichteter Verfassungsrechtler neige auch ich zur Ansicht, dass die Verfassungsgrundlage für Radio und Fernsehen sehr dürftig und zweifelhaft ist.» Ich habe dann aber beigefügt, Herr Gerwig, dass die Verfas- sungspraxis seit vielen Jahrzehnten eben auf dem gegentei- ligen Standpunkt steht. Auch die Bundesversammlung, wel- che ja die Verfassungspraxis trägt, hat die ganze Radio- und Fernsehverordnung seit Jahrzehnten auf den Post- und Telegraphenartikel abgestützt. Ich möchte Sie daran erin- nern, dass auch die sozialdemokratische Fraktion diese Verfassungsgrundlage während Jahrzehnten so mitgetra- gen hat und erst heute, wo es darum geht, eine Be- schwerdeinstanz für Radio und Fernsehen zu schaffen, eine Kehrtwendung macht. Vielleicht erinnern Sie sich, dass wir im September 1980 die Verhandlungen unterbrechen mussten; wir haben sie im Dezember weitergeführt, und in der Zwischenzeit ist dann dieser Bundesgerichtsentscheid gekommen. Damals habe ich folgendes gesagt: «Hingegen möchte ich in Erinnerung rufen, dass inzwischen, seit unserer ersten Debatte, das Bundesgericht in einem Rechtsstreit zwischen der General- direktion der SRG und dem Departement um eine Pro- grammbeschwerdefrage entschieden hat, dass die Pro- grammauflagen der Konzession des Bundesrates an die SRG verfassungsmässig sind. Das Bundesgericht hat also die Verfassungsmässigkeit von Programmbedingungen anerkannt, und wenn Programmauflagen verfassungsmäs- sig sind, so muss auch eine Kontrolle der Einhaltung dieser Programmauflagen im Sinne der Verfassung sein. Ich meine, dass wir nicht päpstlicher sein sollten als unsere juristischen Päpste in Lausanne.» Das habe ich damals gesagt, und mit dieser Begründung bitte ich Sie, den Ord- nungsantrag von Herrn Gerwig abzulehnen. Ganz zum Schluss möchte ich doch mein Bedauern aus- drücken, dass in dieser ganzen Medienfrage der unheilvolle parteipolitische Bruch einfach nicht behoben werden kann, dieser Bruch zwischen den Sozialdemokraten und der wei- teren Linken auf der einen Seite und allen ändern Parteien auf der ändern Seite. Herr Gerwig, Sie sollten mit uns lang- sam dazu beitragen, dass wir diesen Bruch überbrücken können im Interesse von Radio und Fernsehen und im Inter- esse der Programmacher, für welche Sie ja eintreten wol- len. M. Baechtold: Je remercie le président de me donner la parole maintenant. En effet, je l'avais demandée pour le débat d'entrée en matière mais, finalement, je préfère m'exprimer d'abord sur la proposition de M. Gerwig et ne voterai contre l'entrée en matière que si ladite proposition est refusée. Je sais que le Conseil fédéral ne désirait pas cette autorité de plainte et qu'il s'est rangé, par obligation, à la position du Conseil des Etats. Je peux imaginer que, si cet arrêté est vot.é, notre gouvernement n'entend pas compliquer les choses et reconduira probablement la commission Reck, qui portera un nouveau titre. Je sais aussi que l'arrêté, à son article 2, exclut du ressort de l'autorité de plainte l'appréciation du caractère subversif d'une émission ou dangereux pour la sécurité extérieure, appréciation qui res- tera de la compétence du département. Je sais que ce département pourra contester lui-même les émissions devant cette autorité, et cela pose autant de questions que cela n'en résout. Je sais enfin que la SSR - la société concessionnaire - semble s'accommoder, elle, de ce pro- jet, mais là aussi, il y a matière à se poser des questions, que se poseront tous ceux qui ont approché ces médias de l'intérieur, ceux qui ont présidé une société régionale de radio-télévision ou qui ont fait partie de son comité direc-
Radio et télévision. Autorité d'examen des plaintes 484 17 mars 1983 Ich habe in meinem Eintretensreferat jene Punkte genannt, die rechtsstaatlich sehr unbefriedigend sind: Der erste Punkt besteht darin, dass eine beratende Kommission fak- tisch Entscheidungsgewalt hat, und wie Herr Zbinden mei- ner Meinung nach zu Recht gesagt hat, ist es für den Bun- desrat irgendwie entwürdigend, wenn er erklärt, er halte sich zum vorneherein blind an die Anträge einer ihn bera- tenden Kommission. Rechtsstaatlich ist weiter unbefriedigend, dass die Pro- grammbeschwerden lediglich als Aufsichtsbeschwerden behandelt werden und damit nicht einmal einen rechtlichen Erledigungsanspruch gewähren. Am schlimmsten ist es zurzeit mit dem Rechtsschutz bestellt. Nach der bisherigen Praxis des Bundesgerichtes ist es heute auf dem Gebiete Programmaufsicht folgendermassen: Wenn das Departe- ment bzw. die Kommission Reck in einem Entscheid zum Schluss kommt, die Konzession werde durch eine Sendung verletzt, wenn also eine Konzessionsverletzung bejaht wird, dann hat die SRG, und künftig auch ein anderer Veranstal- ter, das Rechtsmittel der Verwaltungsgerichtsbeschwerde an das Bundesgericht. Wenn aber die gleiche Konmission Reck erklärt, die Konzession werde durch eine Sendung nicht verletzt, dann haben die privaten Beschwerdeführer, weil das Bundesgericht sagt, das sei keine Verfügung im Rechtssinne, nicht die Möglichkeit, ans Bundesgericht zu gehen. Eine derartige Ungleichbehandlung ist doch rechts- staatlich unbefriedigend. Nun noch eine kurze Bemerkung zum Zeitplan, über den auch schon gesprochen worden ist. Wenn wir diese Vorlage jetzt beraten, haben wir eine Chance, dass die rechtsstaat- lich allein befriedigende unabhängige Beschwerdeinstanz ab nächstem Jahr eingesetzt werden kann. Wenn wir aber den Radio- und Fernsehartikel der Verfassung abwarten, braucht man nicht viel Phantasie, um realistiscnerweise feststellen zu müssen, dass dann eine solche unabhängige Beschwerdeinstanz, selbst wenn der Radio- und Fernsehar- tikel im dritten Anlauf von Volk und Ständen angenommen wird, im Rahmen eines Ausführungsgesetzes frühestens im Jahre 1988 bestellt werden könnte. Aus all diesen Gründen bin ich der Meinung, dass wir das, was jetzt rechtlich und politisch machbar ist, jetzt tun und diesen Erlass vorweg behandeln sollten. Im übrigen bin ich wie Herr Lüchinger der Meinung, dass wir auch im Hinblick auf die kommende Beratung des Radio- und Fernseharti- kels auf diesem so wichtigen Gebiet endlich aus dem lange Jahre dauernden Grabenkrieg herauskommen sollten. M. Coutau, rapporteur: En fait, le débat que nous venons d'avoir ne diffère guère de celui que nous avons eu lors de l'adoption de la motion Guntern. Les avis sont les mêmes, les arguments aussi; par conséquent, il n'y a pas lieu de s'attarder encore plus longtemps pour les répéter une fois encore. Nous en convenons, la base légale générale de l'activité de la radio et de la télévision, fondée sur l'article 36 de la constitution, est fragile. Tout le monde le reconnaît. Mais tout le monde admet aussi que les programmes actuels existent, ils sont produits, ils sont diffusés et ceci sur cette même base de l'article 36. Ce qui est nouveau, c'est préci- sément que le jugement du Tribunal fédéral de 1980 a fixé les normes d'application du droit par rapport à cet article. Et l'on peut lire dans une analyse du jugement, faite par un juriste spécialiste des questions de radio et de télévision, M. Biaise Rostand, le passage suivant: «Le fait ds prévoir dans la concession une clause sur les programmes repose sur une double justification d'après le Tribunal fédéral: pre- mièrement, il s'agit de garantir la qualité de l'information, condition d'une libre formation de l'opinion. Ainsi, à deux reprises, le Tribunal fédéral parle de l'intérêt du public à obtenir des informations satisfaisantes. Deuxièmement, comme il n'existe pas de rapport de droit direct entre les usagers et l'organisme de radiodiffusion, il est rationnel que l'Etat tienne compte de l'intérêt de ceux qui sont es desti- nataires des émissions et qui les financent indirectement par le canal de l'Etat.» C'est l'avis du Tribunal fédéral qui fixe la légitimité de l'interprétation constitutionnelle de notre arrêté. Le Tribunal fédéral tire, de l'ensemble de cette argu- mentation, la conclusion qu'il faut admettre que la Confédé- ration est un droit d'imposer aux concessionnaires des règles qui tendent à assurer une exploitation du service public conforme à l'intérêt général. Il va même plus loin on affirmant qu'il n'est pas exclu qu'il s'agisse là d'un devoir de l'autorité concédante découlant de la nécessité de sauve- garder l'intérêt public. J'ajoute qu'il s'agit aussi de sauvegarder l'intérêt de l'indi- vidu contre un organe puissant, thème qui est assez sou- vent repris sur les bancs socialistes. On est alors étonné d'entendre M. Leuenberger s'opposer à cette possibilité de défense ouverte contre une «puissance» qui est importante en matière d'information. D'ailleurs, contrairement à ce qui a été dit à plusieurs reprises, notamment par M. Gerwig, cette autorité d'examen des plaintes ne vise en rien à s'immiscer dans l'élaboration des programmes, ni a priori dans l'activité journalistique des collaborateurs de la SSR. Voyez-vous, la démocratie ne demande pas seulement la liberté d'information, mais également la liberté d'obtenir que les atteintes qui sont portées à la concession puissent être démontrées. Il y va de la défense de l'individu par rap- port à une situation de monopole, en particulier en ce qui concerne l'information nationale. M. Magnin nous demande de ne pas entrer en matière. M. Gerwig nous demande de différer l'examen de cet arrêté jusqu'au moment où le peuple - car c'est à cela que revient sa proposition - aura admis le nouvel article sur la radio et la télévision. Or, il y a une certaine urgence et l'activité même de la com- mission Reck en témoigne. Je crois que la demande existe, qu'il y a une nécessité d'offrir au public cette possibilité de demander de reconnaître des atteintes éventuelles portées à la concession. C'est pourquoi on ne peut pas envisager de suivre M. Gerwig, dont la proposition reviendrait à diffé- rer de plusieurs années, et non pas de quelques mois, très vraisemblablement, la mise en vigueur de cette autorité d'examen des plaintes. De plus, le sort de l'article constitutionnel n'est en tout cas pas fixé à l'heure actuelle ni dans son échéance, ni dans sa matérialité. Nous avons encore à franchir un certain nombre d'étapes avant de le mettre définitivement au point. Est-ce que finalement cet article constitutionnel aura la teneur qui nous est proposée, à l'origine, par le Conseil fédéral? Est-ce que, notamment, l'alinéa 4 qui prévoit l'institution d'une autorité de recours sera maintenu ou non? Ce n'est pas sûr. On pourrait très bien imaginer une autre hypo- thèse: que deux articles distincts soient présentés, l'un sur la compétence de la Confédération en matière de radio et de télévision qui serait reconnue; et l'autre qui établisse la base constitutionnelle de l'autorité de plaintes. Toutes les possibilités sont encore ouvertes et, par conséquent, il me semble peu opportun, par rapport au besoin qui est res- senti dans la population, de différer l'entrée en fonction de cette autorité indépendante d'examen des plaintes. C'est sur ce dernier point que je terminerai. Il est vrai que la situation actuelle n'est pas pleinement satisfaisante. D'une part, la relation entre la commission actuelle et le départe- ment n'est pas nette. Formellement, c'est une relation de consultation, la commission a une fonction essentiellement consultative. En réalité, le département, à plusieurs reprises, a admis qu'il apliquerait sans autre les recomman- dations et les appréciations de la commission. Il y a là une ambiguïté qui ne convient pas à un ordre public fondé sur le droit et il faut que nous décidions aujourd'hui clairement de la situation juridique qui doit exister entre l'autorité d'exa- men des plaintes et le département. Enfin, la question du recours est également peu satisfai- sante à l'heure actuelle. Au cas où l'autorité d'examen des plaintes, dans sa forme actuelle, décide qu'un recours n'est pas admis, c'est-à-dire qu'il n'y a pas d'atteinte portée à la concession, le tiers qui a déposé ce recours n'a guère de possibilité d'aller plus loin et d'en référer au Tribunal fédé- ral. En revanche, si la commission Reck admet le recours,
Radio et télévision. Autorité d'examen des plaintes 48617 mars 1983 Befürchtungen von Herrn Gerwig noch in bezug auf das, was gegenüber dem Bisherigen faktisch anders wird, etwas Fundamentales geschaffen, sondern es soll ein Zustand normalisiert werden, der - wie Herr Zbinden, Herr Coutau und andere dargelegt haben - unbefriedigend ist. Dieser Bundesbeschluss schafft ein sauberes institutionelles Gewand für eine Einrichtung, die sich bewährt hat, die bis- her aber in einer Organisationsform arbeiten musste, die völlig unbefriedigend und auch atypisch ist. Ich möchte Sie bitten, diese beiden Anträge abzulehnen und auf die Vorlage einzutreten. Präsident: Wir stimmen nun über den Ordnungsantrag des Herrn Gerwig ab. Bundesrat und Kommission beantragen Ihnen, diesen Antrag abzulehnen. Abstimmung - Vote Für den Ordnungsantrag Gerwig 49 Stimmen Dagegen 88 Stimmen Präsident: Wir setzen nun die Eintretensdebatte fort. Die Redezeit für Einzelsprecher beträgt fünf Minuten. Mme Aubry: A plusieurs reprises à cette tribune, j'ai dit combien une instance indépendante de plainte était une nécessité dans le contexte actuel de l'expansion des média électroniques. Non pas que cela implique une condamna- tion de l'actuelle commission des plaintes, appelée du nom de son président commission Reck, mais il faut admettre qu'avec son pouvoir uniquement consultatif cette commis- sion ne constitue pas une véritable autorité de plainte. D'autre part, toujours compte tenu de la prolifération des média électroniques, le nombre de gens, de groupes et d'associations qui sont concernés par les émissions, donc sujets à d'éventuelles plaintes, va toujours en augmentant. La Commission Reck est débordée et lorsque son verdict au sujet d'une plainte déposée est connu, trop de temps s'est écoulé depuis son dépôt et surtout depuis l'émission concernée. On ne sait plus de quoi il s'agit. Ce que nous demandons c'est justement une autorité de plainte indépendante, et cette indépendance doit se tra- duire par une non-appartenance aux autorités fédérales, en particulier au Parlement et à la SSR. Ainsi nous aurons véri- tablement chez les membres de cette future autorité une liberté d'action que ne connaissent pas aujourd'hui les membres de l'actuelle commission Reck. La neutralité de cette future commission - et j'insiste sur ce mot - implique en outre, qu'aucun collaborateur ni aucun memore d'un conseil d'administration ou de la Direction de la télévision et de la radio n'en fasse partie. Il y faut des représentants de tous les milieux de la population. Les personnes qui feront partie de cette future autorité de plainte indépendante devront être donc choisies en fonction de leurs compé- tences uniquement. Un point qui me semble aussi important, c'est celui du délai de dépôt de la plainte, trois mois au moins. Tout d'abord il permet au plaignant de réfléchir à l'opportunité de déposer une plainte, ensuite il permet de constituer un dossier fondé sur des bases sérieuses. Il faudrait ici imiter la loi sur la procédure administrative, dont l'article 50, tou': comme l'article 29 du code pénal suisse, prévoit trois mois pour le dépôt d'une plainte. En ce qui concerne les diffuseurs, et là je ne suis pas d'accord avec M. Magnin, ils devraient être tenus de conserver au moins pendant quatre mois les enregistre- ments et les documents originaux en rapport avec les émis- sons. Cela permettrait des demandes, des contrôles, cha- cun ne possédant pas un système d'enregistrement vidéo. C'est précisément, monsieur Magnin, parce que tous les citoyens ou tous les groupements n'ont pas les moyens de se procurer ces appareils encore très coûteux. Rappelons à ce sujet - M. Koller, président de la commis- sion l'a d'ailleurs fait - le jugement prononcé en octobre 1980 par le Tribunal fédéral et qui avait trait à ure plainte contre une émission de la télévision romande. On avait constaté et démontré à cette occasion l'impossibilité de se référer à des preuves avancées par les interviewés et les intervieweurs une fois le montage de l'émission réalisé. Cette lacune doit être comblée, ce qui permettrait d'éclairer un peu mieux les travaux d'une autorité de plainte. En conclusion, et parce que la procédure actuelle ne donne pas au plaignant la possibilité, respectivement au recourant, les garanties juridiques normalement accordées dans un Etat de droit, nous devons accepter la création d'une auto- rité indépendante de plainte. Ce sera déjà un premier pas en attendant l'article constitutionnel sur la radio et la télévi- sion dont nous ne devons pas désespérer de voir un jour l'acceptation. C'est aussi un élargissement des moyens juridiques destinés à assurer l'exécution du mandat des programmes dans le respect de la liberté des uns et des autres. C'est pourquoi je voterai l'entrée en matière et vous demande d'en faire autant. Signora Bacciarini: II servizio nazionale di radio-diffusione esiste da ben 50 anni. E' stato giustamente dichiarato d'interesse pubblico. Che la radio-televisione sia un servizio pubblico non è ormai più da dimostrare, lo dimostra abbon- dantemente la popolarità di cui gode, lo dimostrano le cifre d'ascolto e di gradimento. Che un tale servizio pubblico, che tratta questioni politiche, sociali e culturali, che contri- buisce dopo e con la scuola alla diffusione della cultura e alla formazione dell'opinione dei cittadini, sia rimasto fino ad oggi senza una regolamentazione, senza un articolo costi- tuzionale, senza la possibilità di critica concreta da parte del cittadino, è inammissibile. Radio e televisione sono stru- menti validi ed efficaci di educazione permanente del citta- dino, ma quale educazione, quale possibilità di formazione indipendente delle opinioni può avere il cittadino, se lo si considera solo un consumatore passivo di notizie? In una società liberale, il cittadino partecipa alle formazione dell'opinione comune solo se può esercitare una discus- sione critica. E quindi giusto permettere al cittadino di adire a una autorità indipendente e sottolineo questo termine, che a me sembra essenziale, a una autorità indipendente di ricorso in materia radio-televisiva, nei casi in cui ritenesse esista un conflitto di opinione fra il pubblico e la radio-televi- sione. Intervengo per portare la mia adesione al decreto federale sull'autorità indipendente di ricorso in materia di radio-tele- visione e lo faccio in italiano poiché questo problema - e quindi la necessità di una autorità di ricorso indipendente - questo problema, dicevo, è molto sentito anche in Ticino. Lo provano i numerosi interventi alle assemblee annuali della CORSI, la cooperativa della radio-televisione della svizzera italiana, lo provano gli interventi, sempre sull' argo- mento, sulla stampa, in particolare le numerose lettere dei lettori, e alla radio, nelle trasmissioni aperte al pubblico. Lo provano l'inserimento nei programmi di tutti i partiti della necessità di una vigilanza attraverso i canali istituzionali, affinchè siano garantiti l'obiettività dell'informazione e il plu- ralismo delle opinioni nell'ambito della radio e televisione. L'autorità di ricorso propostaci dal Consiglio federale e dalla nostra commissione anticipa parzialmente l'articolo costituzionale sulla radio e la televisione. Essa, questa auto- rità, ha però il merito di dare una base giuridica e di rispon- dere con tempestività ai numerosi atti parlamentari, ricor- date che alcuni datano dal 1972, e a una esigenza molto sentita e che è stata confermata dalle risposte alla consulta- zione sull'articolo costituzionale. Un articolo del decreto che ci occupa oggi, e che è stato parecchio controverso nell'ambito commissionale, è l'arti- colo 25 che statuisce il diritto di ricorso al Tribunale fede- rale. Malgrado il parere negativo su questo articolo, parere oggettivamente comprensibile di coloro che temono di ulte- riormente gravare con questa procedura sul lavoro del Tri- bunale federale, sono personalmente dell'opinione di man- tenere, come del resto ha fatto la maggioranza della com- missione e anche il Consiglio degli Stati, la facoltà di impu- gnare la decisione all'autorità di ricorso ricorrendo al Tribu- nale federale. Per le ragioni esposte voterò l'entrata in
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Radio und Fernsehen. Beschwerdeinstanz Radio et télévision. Autorité d'examen des plaintes In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1983 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 14 Séance Seduta Geschäftsnummer 81.043 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 17.03.1983 - 08:00 Date Data Seite 472-487 Page Pagina Ref. No 20 011 305 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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