projekte
20011281 ΓÇó Federal decree on job-creation credits debated and amended
20011281Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)09.03.1983Modified
The National Council debated the federal decree on additional credits to promote employment. It first accepted entry into consideration and rejected a referral back to the Federal Council. It amended the preamble to include Art. 31quinquies BV. The chamber then rejected proposals to limit the package to military items and export guarantees, to delete the Skyguard procurement, and to add a 50 million road-noise credit. It accepted the full 40.2 million construction and installation credit after the reduction proposal was withdrawn, and it rejected the strikeout of the 25 million applied-research credit. The excerpt ends with the debate interrupted, so only partial final disposition is visible.
Art. 31quinquies BV; federal employment-boosting credits and parliamentary discretion over the composition of a countercyclical package; the legislature may combine military, infrastructural, energy, research and export-support measures if they satisfy the program’s employment objective and are sufficiently mature for prompt implementation. A proposal that would strip the package down to one sector only is to be rejected where it would destroy the regional and sectoral balance of the program (consid. debated plenary). By contrast, a measure lacking project maturity, legal basis, or timely executability may be excluded from the package. The National Bank cannot be turned into a special-purpose financer for such measures; its independence and monetary mandate remain decisive.
Renforcement de l'économie. Mesures314 9 mars 1983 #ST# Achte Sitzung - Huitième séance Mittwoch, 9. März 1983, Nachmittag Mercredi 9 mars 1983, après-midi 15.00 h Vorsitz - Présidence: Herr Eng/M. Gautier 83.003 Stärkung der Wirtschaft. Massnahmen Renforcement de l'économie. Mesures Fortsetzung - Suite Siehe Seite 288 hiervor - Voir page 288 ci-devant Bundesrat Purgier: Der Bundesrat hat sich entschlossen, Ihnen diese Anträge zu unterbreiten, weil sie wirtschaftlich, politisch und aufgrund der geltenden Verfassungsgrund- lage als notwendig erscheinen. Ich werde mir erlauben, diese drei Gesichtspunkte im Laufe der Begründung immer wieder mitzuberücksichtigen. Sie wissen, und haben es vom Herrn Kommissionspräsiden- ten Risi und von Herrn Coutau plastisch dargestellt erhal- ten, dass die Weltwirtschaft seit drei Jahren in e:ner kriti- schen Situation steht. Ich wage zu behaupten, dass sich die Weltwirtschaft seit dem letzten Weltkrieg nie mehr in einer so langen und so tiefen Krise befunden hat. Die Herausfor- derung, die sich damit verbindet, ist im Umstand begründet, dass beinahe unzählige Probleme zumeist universellen Zuschnitts (Arbeitslosigkeit, Inflation, Protektionismus, Armut in der Dritten und Vierten Welt, Verschuldung, Wäh- rungsinstabilitäten) möglichst gleichzeitig, bei veränderten Vorzeichen, einer Lösung entgegenzuführen sind. Wir sehen uns einer gefährlichen Ballung von Problemen mit sehr unterschiedlichen Handlungsspielräumen der einzel- nen Nationen gegenüber. Die Gründe dieser Entwicklung sind vielfältig. Sie haben es übereinstimmend gehört von den Parteisprechern: Neben konjunkturellen sind auch ungelöste strukturelle Probleme für die heutige Situation verantwortlich. Ich darf nur wenige in Erinnerung rufen: Überkapazitäten in traditionellen Pro- duktionsbereichen wegen des Aufholens der Schwellenlän- der, auch wegen in Japan erfolgter Kapazitätsaufstockung; ungenügende strukturelle Anpassung mancher Industrie- staaten; gleichzeitiges Auftreten von Ertragsbilanzdefiziten in vielen OPEC-Ländern und Zahlungsschwierig<eiten in Schwellenländern und Ostblockstaaten, was bei den Betrof- fenen zu einer neuen Dimensionierung - lies: Redimensio- nierung - ihrer Investitions- und Einfuhrpläne führte, mit nachhaltigen Auswirkungen negativer Art auch auf uns. Sodann nenne ich unter dem Rezessionseinfluss - trotz Sparmassnamen - hohe, den Emissionsmarkt stark bela- stende Budgetdefizite, hohe Realzinse im Zuge der infla- tionsbedingten restriktiven Wirtschaftspolitik, was in den Industriestaaten zur Investitionsschwäche beigetragen hat. Auch Ungewissheit über die weitere technologische Ent- wicklung und damit unsichere Ertragserwartung der Inve- storen müssen bei der Beschreibung dieser Lage miter- wähnt werden. Nicht vergessen sei die von Tag zu Tag stär- ker werdende Flucht in protektionistische Praktiken, die für uns besonders schädlich sind. Diese ungünstigen weltwirtschaftlichen Rahmenbedingun- gen hatten lange kaum Auswirkungen auf die Schweiz. Aber jetzt haben sie durchgeschlagen. Und zwar waren sie zuerst im Uhrenbereich spürbar, gesamthaft im letzten Jahr auch im Maschinenbereich. Wenn Sie das Bruttoinlandpro- dukt im dritten Quartal 1982 um real mit 2,5 Prozent weniger - verglichen mit dem Vorjahr - einstufen mussten, dann bedeutete dies den stärksten Einbruch seit der Rezession 1974/75. Dazu trug insbesondere - nicht überraschend für einen exportabhängigen Staat, wie wir es sind - der Export bei, der im dritten Quartal den Vorjahreswert um real 9,3 Prozent unterschritt und auch im vierten Quartal noch real um 8 Prozent unter dem Vorjahreswert lag. Die rückläufige Produktion schlug sich in den Arbeitslosen- zahlen nieder, und diese sind, ja nicht «statistisches Mate- rial». Ich bin Ihnen dankbar, dass Sie diese menschliche Komponente der Wirtschaftspolitik heute morgen sehr deutlich ins Zentrum Ihrer Überlegungen stellten. Wenn noch in der vergangenen Jahresmitte rund 10 000 Personen arbeitslos waren, dann waren es Anfang dieses Jahres 28 000. Die Teilarbeitslosigkeit hat sich seit dem Januar 1982 verdreifacht; sie erfasst nun gegen 70000 Berufstä- tige. Das alles hat den Bundesrat veranlasst, diesbezüglich Massnahmen zu treffen. Ich erwähne sie gleichsam vorweg; sie müssen ja nicht heute zum Beschluss erhoben werden. Sie wissen, dass in der Kompetenz des EVD die Verlänge- rung der Bezugsdauer für die Teilarbeitslosigkeit lag. Wir haben im Januar die entsprechende Bezugsdauer namhaft verlängert, mit entsprechender Wirkung. Wir werden das Gleiche, gestützt auf das noch gültige Arbeitslosengesetz, für dieses Jahr in einem allgemeinverbindlichen Bundesbe- schluss von Ihnen erbitten. Sie sind zuständig; es geht nicht um einen referendumspflichtigen Beschluss. Mitte dieses Jahres muss ein kritischer Punkt erkannt wer- den: viele dieser jetzt Arbeitslosen wären dann von der Aussteuerung betroffen, wenn wir diese Erweiterung nicht zu treffen wagten. Das ändert nichts daran, dass diese Massnahmen mit dem Inkrafttreten des verstärkten und ver- besserten Arbeitslosengesetzes per I.Januar 1984 dahin- fallen. Ich wollte Ihnen diese, die Arbeitslosen direkt betreffenden und für sie besonders wertvollen Massnahmen gleich zu Beginn meiner Ausführungen bekanntgeben und sie, soweit sie bereits erfolgt sind, kurz in Erinnerung rufen. Uns liegt daran, diesen Menschen zu zeigen, dass wir mit ihnen solidarisch sind, wobei ich mit allen, die gesprochen haben, vollständig darin übereinstimme, dass man nicht dramatisieren soll und dass man im Vergleich mit anderen, denen es viel schlechter geht, noch ordentlich dasteht. Aber für den Menschen, der keine Arbeit hat, ist das nur ein sehr schwacher Trost. Indem wir alle anderen Probleme zu meistern versuchen - über die wir stundenlang gesprochen haben und auf die auch ich kurz eintrete (Anpassung an die Erfordernisse der heutigen Zeit) - hoffe ich zuversichtlich mit dem Bundesrat, dass es wieder aufwärtsgehen wird. Bei diesem Lagebild muss doch noch kurz festgehalten werden: Export, Produktion und Auftragsvorrat, insbeson- dere in der Maschinenindustrie, sanken weit überproportio- nal. Dass im vierten Quartal des letzten Jahres der Arbeits- vorrat in diesem Bereich auf einen nie erreichten Tiefstand von unter sechs Monaten sank, gab in der Privatwirtschaft und im Bund mit Anlass zu sorgfältiger Überlegung. Die Bauwirtschaft ist vom Rückgang generell weniger stark betroffen; der Arbeitsvorrat ist auch dort im vierten Quartal um 16 Prozent gesunken, und in manchen Bereichen zeig- ten sich konjunkturelle sowie strukturelle Schwierigkeiten. Sie werden eine Rolle spielen, wie ich noch zu zeigen habe. Auch hier rechnen die Verantwortlichen der Branche noch für geraume Zeit mit Abschwächungen, die es zur Kenntnis zu nehmen gilt und denen man ohne staatliche Hife zu begegnen hat. Wenn der Staat aber dort, wo es besonders spürbar wird, einen Impuls geben kann, dann ist das auch bei voller Respektierung des freien, marktwirtschaftlichen Systems erwünscht. Ich sprach von der Arbeitslosensituation, und ich sage noch einmal: Verglichen mit dem Ausland ist die Zahl sicher nicht derart bedrohlich. Aber die Einzelschicksale, die sich dahinter verbergen, gaben uns Anlass zum Handeln. Ich möchte nicht verschweigen, dass einzelne Indikatoren einen ersten Hoffnungsschimmer ergeben. Unternehmerbe-
Renforcement de l'économie. Mesures 316 9 mars 1983 nerhof und meinem Departement, zwischen allen sieben Departementen. Wo da ein Zielkonflikt noch nicht ausgetra- gen ist, vermag ich nicht zu erkennen. In der Politik und auch persönlich werden Sie immer zwi- schen Einnehmen und Ausgeben in einem gewissen Ziel- konflikt stehen, den zu meistern wir, so glaube ich, in der Lage sind. Gesunde Staatsfinanzen werden also als Rah- menbedingung klar bejaht. Möglichst geringe Verschuldung des Staates nach innen und - besonders wichtig - nach aussen. Ich werde Ihnen nachher anhand einiger weniger Beispiele noch kurz zeigen, wohin es führt, wenn die Staa- ten in derartigen Schuldenlasten stecken, dass sie die Zin- sen kaum mehr zu erbringen vermögen; das wollen wir ganz sicher nicht imitieren. Aber ich lege bei dieser Sach- betrachtung doch Gewicht darauf - mit Blick auf diejenigen, die das Programm nicht wollen -, dass wir unserer Finanz- politik nicht untreu werden, indem wir diese Massnahmen beschliessen. Ein dritter Punkt, den ich unter die wirtschaftlichen Rah- menbedingungen einordne, sind gut ausgebildete, stets zur Weiterbildung bereite Arbeitnehmer. Ich habe grössten Respekt - das sage ich Ihnen ganz offen - vor Arbeitgeber- und Arbeitnehmerorganisationen, die in diesem Zusammen- hang, gemeinsam mit dem Parlament, zusammen auch mit der Regierung, ein Berufsbildungsgesetz geschaffen haben und in der Praxis dem Ausbildungs- und Weiterbildungspro- blem sorgfältigste Beachtung schenken. Wenn wir nicht so weit abgeglitten sind wie andere Staaten, hängt das mit die- sem Wissensstand unserer Leute sehr eng zusammen. Wer das erste und zweite Impulsprogramm, mit dem man etwas unziemlich und nicht ganz korrekt umgesprungen ist, wirk- lich studiert hat und dessen Wirkung zum Nennwert nahm (wie das Gott sei Dank dann noch geschehen ist von einzel- nen, die korrigiert haben), stellt dann fest, dass wir in dieser Richtung Wertvolles unternommen haben, um den techno- logischen Sprung zu bewältigen, um junge Menschen dar- auf einzustellen, dass sie im Laufe ihres Lebens den Beruf mehrere Male wechseln müssen. Das war anders, als wir jung waren! Diese Zeichen sind erkannt, und hier hat das Amt für Konjunkturfragen eine ausgesprochen segensrei- che Impulsfunktion ausgeübt; ich möchte das auch einmal mit Blick auf meine Mitarbeiter und auf alle, die in den Kan- tonen, Gemeinden und vor allem in den Unternehmen am gleichen Strick ziehen, festhalten. Wir wollen hie" weitere Fortschritte erzielen; das ist noch bedeutsamer als bisher. Alles, was mit Blick auf Mikroelektronik, neue Technologien angesprochen worden ist, verlangt diesbezüglich unsere Aufmerksamkeit, und ich war froh, dass auch in Ihrer vorbe- ratenden Kommission diesbezüglich Akzente gesetzt wor- den sind. Ein vierter Punkt, der zu den Rahmenbedingungen gehört und den ich ganz bewusst erwähne, weil er ja nicht im Pro- gramm steht, aber stillschweigend unsere Politik begleiten muss, ist die möglichst vernünftige, d. h. nicht übe r mässige Belastung der Wirtschaft mit Abgaben, aber auch mit Büro- kratie. Ich weiss, welche Bedeutung die Kostenseite in der Wirtschaft hat. Es ist ganz selbstverständlich, dass wir - Regierung und Parlament - miteinander die Belastung durch Steuern und Sozialabgaben immer wieder abzuwä- gen haben. Aber bitte vergessen Sie nicht, dass unsere Art Staat das auf drei Ebenen geschehen lässt, bei Bund, Kan- tonen und Gemeinden. Dort, wo Sie direkten Einfluss auf Kantone und Gemeinden haben, hoffe ich auf ähnliche Stel- lungnahmen. Wir haben, und das ist in der Diskussion nicht erwähnt wor- den, aus diesen Überlegungen beispielsweise anno 1978 Steuererleichterungen bei der direkten Bundessteuer ein- geführt. Ich erinnere an die Verlängerung der Verlustvor- tragsperiode, an die Heraufsetzung der Abschreibungs- sätze; das bleibt in Kraft und muss in Kraft bleiben. Dort, wo wir mit Bezug auf den Erlass von Vorschriften nach Ihrer Auffassung die Marktkräfte behindern und daher zu weit gegangen sein sollten, erbitte ich mir von Ihnen Präzisierun- gen; das muss ja nicht heute geschehen, das können Sie mir später mitteilen. Wo abgebaut werden kann an Normen- dichte, die nicht nötig ist, tun wir das. Ich möchte aber vor Pauschalurteilen warnen; denn es ist ganz klar, dass im Zeitalter der Computer, im Zeitalter der Nuklearwissen- schaft und -technik gewisse Dinge formuliert werden müs- sen im Interesse aller, die in diesem Staate leben. Ich erwähne nur noch ganz kurz unter diesem Aspekt der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die ausreichende Geldversorgung, vor allem aber das, was ich zu den Aus- und Weiterbildungsstätten gesagt habe. Ich komme beim Kredit von 800 000 Franken, den wir beantragen, noch ein- mal auf diese wichtige Frage zurück, die ja auch von Frau Uchtenhagen und mehreren anderen Sprechern hier disku- tiert worden ist. Wenn wir von diesen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sprechen, wollen wir nicht vergessen, dass wir ein funda- mentales Interesse daran haben, mit Blick auf kommende Generationen die Infrastruktur laufend den Erfordernissen der Zeit anzupassen. Sie haben in Europa genügend Indu- striestaaten, die erkennen lassen, wohin es führt, wenn man da aus falschem Sparen heraus nicht rechtzeitig gewisse Entscheide trifft. Ich bitte Sie, das mitzubedenken, wenn wir miteinander nach Lösungen suchen. Von ganz zentraler Bedeutung - vertieft werden wir es bei der ERG behandeln - sind die offenen Märkte als Rahmen- bedingungen. Wenn es (auch nach den jüngsten Weltwirt- schaftsgipfeln) nur noch verbal stimmt, was jeder dem anderen bekundet - nämlich er wolle selbstverständlich den freien Welthandel -, während er in Tat und Wahrheit die Zollstationen einschränkt (bestimmt, bei welchem Zollamt welches Produkt eingeführt werden muss usw.), dann kom- men wir in eine schwierige Lage; sicher widerspricht sol- ches dem Sinn des GATT, dem Sinn aller Abmachungen, die wir international getroffen haben. Ich darf Ihnen jetzt schon sagen, dass es eine der Hauptbe- strebungen unseres Bundesamtes für Aussenwirtschaft (BAWI) ist, in jedem Regierungsgespräch mit allen Partner- staaten, die es betrifft, darauf hinzuweisen, dass wir am freien Welthandel nicht nur interessiert sind, sondern an ihm festhalten müssen, wenn wir die Weltwirtschaftspro- bleme lösen wollen. Dass ein Wettbewerb nur so funktionie- ren kann, versteht sich von selbst. Bei dem zweiten Kapitel von Rahmenbedingungen, nach denen man sich erkundigt hat, nenne ich die gesellschaftli- chen. Sie sind für unsere Art Eidgenossenschaft ganz essentiell. Ausgehend von den freien, selbstverantwortli- chen Menschen, die sich viel zutrauen, Arbeitgebern und Arbeitnehmern, Leuten im Parlament und in der Regierung, schlicht alle eigenverantwortliche Menschen, die aber auch erfüllt sind von ihrer Solidaritätsverpflichtung gemäss der Idee des Staates, der sich Eidgenossenschaft nennt, aus- gehend von diesen einzelnen Menschen messe ich ent- spannten Sozialpartnerbeziehungen allergrösste Bedeu- tung bei. Wir wollen in der Regierung alles daran setzen, um auch in dieser kritischen Phase diese Gespräche zu för- dern, wobei wir wissen, dass die Hauptbedeutung den freien Gesprächen zwischen den Tarifpartnern, zwischen den Sozialpartnern selbst beizumessen ist. Das ist direkt kausal für den sozialen Frieden. Was ich sodann hier einbringe unter «gesellschaftliche Rah- menbedingungen» ist das soziale Sicherheitsnetz. Dort, wo der einzelne freie, sich viel zutrauende Mensch eben nicht allein auskommt, braucht er die Ihnen bekannten sozialen Sicherheiten, die wir alle miteinander und unsere Vorgänger geschaffen haben, und denen wir Sorge tragen wollen, auch wenn wir um die Interdependenz zwischen sozialem Netz und Kosten sehr wohl wissen, auch wenn wir uns demzu- folge immer wieder um das richtige Mass zu kümmern haben. Das alles kann unter dem Aspekt der gesellschaftlichen Rahmenbedingungen nur gewagt werden, wenn wir das Verständnis für die gesamtwirtschaftlichen Zusammen- hänge bei Jung und Alt fördern. Das ist ein permanenter Bil- dungsauftrag, den wir alle miteinander zu erfüllen haben. Es ist so leicht, einander am Zeug zu flicken, es ist etwas schwieriger, einander zu verstehen; es braucht vor allem
Renforcement de l'économie. Mesures 318 9 mars 1983 zum binnenwirtschaftlichen Teil unseres Programms ein- brachte, meine ich, dass die Antwort wie folgt gegeben werden kann: Er und andere, die diesbezüglich noch unge- wiss waren, übersehen vielleicht, dass die Aufträge für Aus- rüstung auch in die Binnenwirtschaft einfliessen - nehmen Sie die Maschinenindustrie -; denn, abgesehen vielleicht von der Uhren- und der chemischen Industrie, haben wir keine reinen Exportindustrien. Also: hier besteht ein Ver- bundsystem, so dass die beantragten Aufträge bereits Wir- kung zeitigen müssen. Ich wollte das gleich bei dieser Gele- genheit klarstellen. Und ich darf bei dieser Gelegenheit Herrn Roth noch sagen: Der interessante Gedanke, dass wir junge Menschen in Gebiete - er sprach vom Tourismus - bringen könnten, von Staates wegen, wo man noch Bedarf an Arbeitskräften habe, scheitert natürlich an unse- rer völlig freien, dem Zwang abholden Ordnung. Wir schrei- ben ja niemandem den Arbeitsplatz vor; wir können nur durch Überzeugung Menschen einladen, vielleicht diese durchaus guten bestehenden Chancen zu ergreifen. In die gleiche Richtung geht das, was ich bei der Eröffnung des Bauforums mit Herrn Willy Messmer in Basel erlebte, als man uns sagte, es seien noch tausend Lehrstellen frei im Baubereich. Auch das hat mich beeindruckt, weil ich weiss, wie jene Industrie sich darum kümmert, junge Men- schen zu ermutigen, diesen Weg zu beschreiten. Der Stel- lenwert unserer Ankurbelungsmassnahmen ist also respek- tabel. Auf der Ebene der Durchführung setzt er sich - wie alles, was man von Staates wegen tun kann - aus einer Viel- zahl von Einzelaufträgen und Positionen zusammen. Das konnte nicht vermieden werden. Da nun sind Fragen über Fragen gestellt worden. Ich möchte nur auf wenige eingehen und beginne ganz kurz mit dem Hinweis darauf, dass vermutlich der härteste Gegner des Programms, Herr Fischer, bei seinem Rundschlag etwas gar zu viel umlegte. Er hat sogar den sozialdemokra- tischen Wald, den er aussparen wollte, mit umgelegt, so dass er nachher nicht mehr darin lustwandeln konnte! Auch das kann passieren, wenn man überforsch attackiert. Ich meine, dass dieser Rundschlag zwar von einer phänomena- len körperlichen Fitness Zeugnis ablegte, aber mit Bezug auf Alternativen nichts erbrachte, weil Herr Fischer über- sah, dass zur Forstwirtschaft auch die Pflege des Waldes gehört, nicht nur das Holzschlagen. Wenn er also in der Detailberatung noch irgend etwas miteinbringen könnnte, wäre ich dankbar. Vielleicht gelingt es mir - allerdings ein fast übermütiges Unterfangen -, ihn durch die Diskussion, die wir miteinander führen, sogar noch zu einem Ja zu die- sem Programm zu bewegen. (Heiterkeit) Von verschiedenen Votanten wurde die regionale Bedeu- tung ganz vehement ins Zentrum gestellt. Ich habe dafür volles Verständnis. Wenn man weiss, dass die Arbeitslosig- keit in den Uhrenregionen eben nicht dem Landesdurch- schnitt entspricht, sondern bis auf 5 oder 6 Prozent ansteigt, während der Anteil an der Erarbeitung des Brutto- inlandproduktes höchstens 2 Prozent beträgt, dann sind das Differenzen, die die dortigen Regierungen und die Men- schen, die diese Regionen vertreten, zu besonderer Sorge veranlassen müssen. Wir wollen alles daran setzen - ich wiederhole, was ich bereits in der Kommission sagte, auch wenn ich Ihnen die Beträge jetzt nicht in Franken und Rappen nennen kann -, dass diese Beschaffungen unter Wahrung der Vergebungs- praxis, die wir nun einmal haben, so verlaufen, dass auch diese Regionen davon profitieren. Sie sind so angelegt; wir werden in der Detailberatung bei jedem einzelnen Projekt dazu Hinweise machen können. In diesem Sinne darf ich Madame Aubry, Madame Deneys, Herrn Vetsch, Herrn Borei, Herrn Jelmini, Herrn Robbiani und Herrn Rothen ant- worten, die aus derartigen Regionen kommen. Es ist natür- lich nicht gleichgültig, wenn eine Stadt wie Grenchen innert weniger Jahre mehrere tausend Einwohner verliert, nicht nur, weil das weniger Steuersubstrat mit sich bringt, son- dern weil das in der ganzen Region die Sorge um künftige Generationen beinhaltet. Dass aber der Wille dieser Men- schen ungebrochen ist, das vorhandene eigene Wissen - und es ist gross - für den Aufbau neuer Technologien, neuer Industrien einzusetzen, ist nach meinem Empfinden ausserordentlich positiv zu werten. Der Bundesrat wird das unterstützen. Ich weiss, dass auch die Arbeitgeberseite und die Gewerkschaft das unterstützen, und miteinander werden wir Erfolg haben. Es braucht Zeit. Wir haben keine Allheilmittel, die wir verteilen können, aber wir können mit- einander diesen Weg begehen. Wenn Sie von regionaler Wirkung sprechen, vergessen Sie bitte nicht, dass natürlich die Mischkredite und das, was durch die ERG-Hilfe in unsere Wirtschaft einfliesst, sich auch in diesen Regionen auswirkt. Herr Delamuraz hat sich in dieser Richtung erkundigt. Ich antworte noch kurz auf die andere Frage, die von ihm und Herrn Butty angeschnitten worden ist: Darf ich Ihnen zu diesen 10 Prozent sagen, dass Sie ja diese Beschlüsse gefasst haben. Die Laufzeit beträgt noch drei Jahre. Alles, was gekürzt worden ist, muss gekürzt bleiben. Wir standen im Bundesrat vor dieser Situation, und es ist selbstver- ständlich, dass wir den Entscheid unserer vorgesetzten Instanz - lies Parlament - zu respektieren haben. Ihr Wille hat demzufolge Wirkung. Wenn Sie diesen Willen wieder revidieren wollen, ist das Ihr gutes Recht, aber wir halten uns an die getroffenen Beschlüsse. Das bedeutet konkret, dass die Summen, die wir hier sprechen, in den Einzelmass- nahmen, die wir vergeben, je um 10 Prozent gekürzt wer- den, so dass jedermann gleich behandelt wird. Das ist viel- leicht ein Zusatzargument, das Sie mitbedenken wollen. Es führt dazu, dass eine etwas grössere Zahl an Bezügern bei dem nun zu beschliessenden Quantum möglich sein wird. Herr Delamuraz, ich kann Ihnen sagen, dass das, was Sie mit «rattrapage» als Gefahr umschrieben haben, peinlich exakt untersucht worden ist, als wir die Projekte auswähl- ten. Es sollen Bestellungen sein, die beschäftigungsbedeut- sam sind. Ich darf das allen Fraktionen hier sichtbar machen. In bezug auf die «répartition géographique» habe ich mich bereits aussprechen dürfen. Herrn Stich darf ich sagen: Das Amt für Konjunkturfragen wird die Abklärungen vornehmen, die Sie mit Bezug auch auf den Vollzug und die beschäftigungspolitischen Wirkun- gen der einzelnen Massnahmen erhoffen, damit wir in spä- teren Phasen auf diesen Erfahrungsschatz Bezug nehmen können. Dass für kommende Zeiten etwas vorbereitet wird, gehört zum Regieren: Gouverner c'est prévoir. Für mich ist klar, dass wir mit der Abwicklung dieses Programms nicht aus unserer Pflicht entlassen sind. Auch wenn wir genau wissen, dass das grosse Werk von der privatwirtschaftli- chen Selbstverantwortung getragen werden muss, fühlen wir uns verpflichtet - auch mit Blick auf den Strukturanpas- sungsprozess - zu überblicken und zu überprüfen. Wir wer- den beim zweiten Teil des Programms, der die regionalen Strukturen verstärkt, dazu Wesentliches aussagen können. Ich war etwas überrascht, dass der Sitznachbar von Herrn Nationarat Stich, Herr Eggli, so stark enttäuscht war. Mit Blick auf unsere eigene Lagebeurteilung zu Wirtschafts- situation glaube ich sagen zu dürfen, dass ich heute - aber auch schon in der Kommission - versucht habe, Ihnen schonungslos offen zu sagen, wie es um uns steht, ohne zu dramatisieren, aber mit dem Wunsch, dass Sie uns unter- stützen mögen. Soweit die öffentliche Hand - ich verstehe darunter alle drei Stufen, also auch die Exekutive, der Sie angehören - mitwirken kann, bleibt das weiteren Gesprä- chen vorbehalten. Ich habe mir das notiert. Sie haben recht, wenn Sie den Teilarbeitslosen einen hohen Stellenwert beimessen. Ich habe gesagt, welche Mass- nahme wir bereits im Januar zu ihrem Schutz getroffen haben. Wir werden sie nicht einfach nicht beachten, son- dern wir wissen, dass mit diesem Instrument keineswegs Strukturerhaltung betrieben werden- soll, wohl aber die Möglichkeit der Erhaltung von Beschäftigung wahrgenom- men werden muss, damit nachher der Weg auch in neue Technologien besser beschriften werden kann. Ich darf Herrn Günter in diesem Zusammenhang sagen, dass wir mit Blick auf das Energiesparen bei der Vorberei- tung dieses Projektes alles vorgekehrt haben, dass wir also
Renforcement de l'économie. Mesures 320 9 mars 1983 ganzen Volk zu zeigen: Die ERG brauchen wir, sie ist eines unserer schnittigsten Instrumente - wenn wir so handeln, wie wir Ihnen vorschlagen - für unsere Exportindustrie und damit für alle Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Auch das hat mit der Erhaltung von Arbeitsplätzen sehr viel zu tun. Verändern wir dieses Instrument auch nicht so - und schaf- fen damit die Gefahr -, dass zu viele Köche den Brei verder- ben. Sie haben ja die klare Kontrolle über die ERG durch Ihre Finanzkommission. Der sind alle Daten offen. Aber es versteht sich von selbst, dass man mit einem ausgespro- chen feinfühligen, diskreten Kenntnisnehmen von der Wirt- schaftssituation einzelner Unternehmen zu diesen wichti- gen und heiklen Problemen Stellung beziehen muss. Wir blieben von der weltweiten Rezession nicht verschont. Ein Resultat ist diese ERG. Dass wir mit dem, was ich vor einer Stunde über das Partizipieren durch unsere National- bank, durch die BIZ und durch die Teilnahme am Währungs- fonds sagte, auch sehr viel Aussenhandelspolitik betreiben, sei nicht verschwiegen. Wenn Sie an die Partnerstaaten, die in schwieriger Lage waren, und an die Folgen beispiels- weise der Zinsentwicklung denken, dann genügen Ihnen wenige Zahlen. Der jetzige, etwas verbesserte Stand wirkt sich auf besonders empfindliche Schuldnerländer wie folgt aus: 1 Prozent abgesunkener Zins des sogenannten LIBOR (das ist die London Interbank Offered Rate) wirkt sich für einen Staat wie Mexiko mit sage und schreibe 600 Millionen US-Dollar aus, für Brasilien 450 Millionen und für Argenti- nien 200 Millionen US-Dollar. Sie sehen die Zusammen- hänge mit dem, was ich Ihnen soeben geschildert habe. Fazit: Wir wollen bei diesen internationalen Projekten wei- terhin mitarbeiten. Es blieb unbestritten - auf Details kann ich bei der lachfol- genden Debatte noch einmal eingehen -, dass wir auch die Mischkredite um 100 Millionen aufstocken. Da darf ich heute schon sagen, dass diese 100 Millionen nicht kompensiert werden können, sonst würden wir Bluff betreiben. Der jet- zige Rahmenkredit soll erhöht werden. Davon profitieren durch die Projekte die Empfängerstaaten, aber auch unsere Industrie. Ich komme mit Blick auf die aussenhandelspolitischen Ein- zelheiten in der Detailberatung auf mehrere Positionen noch zu sprechen. Darf ich heute mit folgendem schlies- sen: Dieses ganze Massnahmenprojekt kann nicht nur als Beschaffungsprogramm verstanden werden, sondern es umspannt auch den zweiten Teil, über den wir später bera- ten werden. Vor allem jene Infrastruktur-Stützungsaktionen in den Regionen, unter Wahrung unserer freien, sozialen marktwirtschaftlichen Institutionen, werden von zentraler Bedeutung sein. Wenn ich im Namen des Bundesrates sowohl vor einer Dramatisierung der Lage als auch vor einem «So-tun-als-ob-nichts-zu-geschehen-hätte» warne, dann dürfte das eine realistische Lagebeurteilung sein. Es stellen sich unserem Land schwierige Anpassungspro- bleme. Wir glauben, dass die Voraussetzungen zur Über- windung dieser Probleme relativ günstig sind. Wir verfügen über intakte politische Strukturen sowie über gute Bezie- hungen unter den Sozialpartnern; beides dürfte dazu füh- ren, dass wir die gegenwärtigen Belastungen ertragen kön- nen. Die Beschäftigungslage ist auch noch günstiger als in den meisten 'vergleichbaren Staaten. Zudem hält das soziale Sicherheitsnetz, das durch gemeinsame Anstren- gungen geknüpft wurde. Auch unsere Wettbewerbsfähig- keit ist in weiten Bereichen noch intakt. Wir wollen uns bemühen, durch systematische Förderung der Aus- und Weiterbildung sowie der Forschung die Wett- bewerbskraft zu erhalten und in Richtung neuer Technolo- gien zu stärken. Zudem dürfen wir mit Befriedigung "eststel- len, dass weite Teile der Wirtschaft, Arbeitgeber und Arbeit- nehmer, gewillt sind, sich diesen Herausforderungen durch verstärkt innovatives Verhalten zu stellen und sie zu mei- stern. Die vorgeschlagenen massvollen Beiträge des Bun- des stellen einen wichtigen Schritt zur Fortführung dieser Politik dar. Sie deckt sich mit unserem wirtschaftspoliti- schen Kurs. Jüngst wurde vom Direktionspräsidenten eines Unterneh- mens meiner engeren Heimat im Rheintal gesagt: Nur wenn es uns parallel mit der Bewältigung konjunktureller Pro- bleme gelingt, auch strukturelle Anpassungen weiterzufüh- ren, die der rasche technologische Wandel von uns fordert, bleiben wir stark und konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt. Das soll geschehen, dazu genügt die schöpferische Kraft, die den Menschen in diesem Staat eigen ist. Und wenn wir bei allen Wirtschaftsdebatten nicht vergessen, dass ja nicht nur in Franken und Rappen, in Tonnen und Kilogrammen zu gewichten ist, sondern in menschlichen Werten, dann dürfte es uns leichtfallen, miteinander die richtigen Ent- scheide zu treffen. Ich ersuche Sie, den Nichteintretensantrag von Herrn Fischer wie auch den Antrag von Herrn Villiger abzulehnen, weil der Rückweisungsantrag einen Zeitverlust mit sich brächte und somit ein zeitgerechtes Handeln gefährden würde. Bundesbeschluss über zusätzliche Kredite zur Förderung der Beschäftigung Arrêté fédéral ouvrant de nouveaux crédits destinés à promouvoir l'emploi Le président: Nous nous trouvons en présence d'une pro- position de non-entrée en matière présentée par M. Fi- scher-Berne. Elle sera opposée à celle de la majorité de la commission, qui vous invite à entrer en matière. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission (Eintreten) 144 Stimmen Für den Antrag Fischer-Bern (Nichteintreten) 3 Stimmen Le président: Vous venez de décider l'entrée en matière. Je vous prie maintenant de vous prononcer sur la proposition de M. Villiger, qui vise au renvoi du projet au Conseil fédé- ral. La majorité de la commission s'y oppose. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission 126 Stimmen Für den Antrag Villiger 18 Stimmen Titel und Ingress Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Antrag Weber-Arbon Ingress .. . gestützt auf Artikel 31quinquies und Artikel 85 Ziffer 10 der Bundesverfassung,... Titre et préambule Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Proposition Weber-Arbon Préambule ..., vu les articles 319"'"«" 1 "* et 85, chiffre 10, de la constitu- tion, ... Weber-Arbon: In der bundesrätlichen Botschaft wie auch in der Debatte wurde die Verfassungsbestimmung des Arti- kels 31quinquies angerufen. Ich zitiere sie Ihnen nochmals, Absatz 1 Bautet: «Der Bund trifft Vorkehren für eine ausge- glichene konjunkturelle Entwicklung insbesondere zur Ver- hütung und Bekämpfung von Arbeitslosigkeit und Teue- rung.» Ich bin erstaunt, dass diese Verfassungsnorm, die eine Verpflichtung an unsere Adresse beinhaltet, Konjunk- turpolitik zu treiben, sich im Ingress unseres Beschlussent- wurfes nicht findet. Mein Antrag geht dahin, das im Ingress zu verdeutlichen, was heute vormittag von verschiedenen
Renforcement de l'économie. Mesures322 N 9 mars 1983 gen Fischer bitten, in Zukunft solche Entgleisungen zu unterlassen. Gerwig: Wenn die Seele der Sozialdemokraten angespro- chen wird, kommen eben einige von ihnen nach vorne. Gestern habe ich noch einigermassen gelacht, es war eine «Polit-Show»; aber heute war es nicht einmal mehr lustig, was Sie da sagten, Herr Fischer. Gestern haben Sie erklärt: Alles, was da vom Bundesrat komme, sei Mumpitz. Wir in Basel würden nun sagen: Was jetzt von Ihnen gekommen ist, ist «dummer Seich». Das möchte ich Ihnen auci einmal erklären, und zwar an zwei ganz wichtigen Punkten. Sie haben hier erklärt, Ihr Antrag sei deshalb nötig, weil wir der Rüstungsindustrie nicht erlaubten, Warfen in Drittwelt- länder zu liefern. Das bedeutet auf Deutsch: Sie stellen die- sen Antrag, weil wir es unterlassen haben, der Rüstungs- industrie zu ermöglichen, Waffen in jene Länder zu liefern, in denen Leid und Auseinandersetzung schon gross genug sind. Das ist Ihre Seele, Herr Otto Fischer, und wir sind froh, wenn wir eine andere haben, wenn wir um diese Seele auch immer wieder ringen müssen. Hätten Sie in Ihrer Jugend - was vielleicht nötig gewesen wäre, damals aber noch nicht als normal galt - eine Analyse gemacit, dann wären Sie heute ein recht guter und forscher Sozialdemo- krat. Blocher: Herr Gerwig, ich verstehe Ihre Empfindlichkeit nicht recht. Wir haben schon Schwereres über uns ergehen lassen müssen, als was Sie hier über sich ergehen Hessen. Zur Waffenausfuhr: Sie dürfen das Problem nicht so ver- niedlichen, wie Sie es soeben getan haben. Ihr Parteitag hat beschlossen, das Waffenausfuhrverbot der Schweiz sei auf die neutralen Länder auszudehnen. Es geht nicht um das Elend in der Dritten Welt, sondern um falsche Restriktionen. Sie wissen ferner, dass auch aus Ihren Kreisen Exporte für Lastwagen, Flugzeuge, die an sich für zivile Bedürfnisse gebaut worden sind, aber natürlich auch militärisch gebracht werden können, zunehmend unter Beschuss geraten; mit einem Lastwagen können Sie sowohl Soldaten wie Baumaterial befördern. Es ist eine Tatsache, dass diese für unsere Landesverteidigung absolut notwendige Indu- strie es heute immer schwerer hat, sich aus der Schweiz heraus zu behaupten. Ein ganz kleines Beispiel: Ein Unternehmer, der kleine Bestandteile - Zünder - für den zivilen Bereich entwickelte, die man aber auch im Militärischen benützen kann, hat in der Schweiz investiert; er braucht einen grösseren Absatz und erreicht diesen allein durch grössere Exporte. Was tut er als nächstes? Er muss eine Fabrik im Ausland aufstellen, beispielsweise in Italien. Damit werden genau gle ch viele Zünder in andere Länder geliefert, aber nicht mehr von der Schweiz, sondern von Italien aus. Wir müssen ganz eindeu- tig wieder zu einer vernünftigen Ausfuhrregelung kommen. Ich glaube, dass auch das Schweizervolk dem, wenn man ihm die Zusammenhänge zeigt, zustimmen würde. Frau Uchtenhagen, es ist nicht so, dass gerade die militäri- schen Projekte, die hier figurieren, die Anforderungen an ein Beschäftigungsprogramm schlecht erfüllen würden; im Gegenteil: das ist das Lupenreinste dieses Massnahmenpa- ketes, es geht in die Maschinenindustrie, in die notleiden- den Industrien, auch die Apparateindustrie der Uhrenregio- nen. Von all diesen Projekten geht am meisten in diese Gebiete, wo Arbeitslosigkeit herrscht. Warum? Weil im mili- tärischen Bereich die Präzisionsindustrie einen relativ gros- sen Anteil hat. Darum erfüllt dieser Antrag Fischer - den ich dem Mehrheitsantrag vorziehe - die Voraussetzungen am besten. Das Problem Rüstungsindustrie und Ausfuhrverbot ist eine Tatsache. Es besteht! Risl-Schwyz, Berichterstatter: Der Antrag Fischer lag auch der Kommission vor; wir haben ihn mit 20 zu 2 Stimmen abgelehnt. Der Antrag ist im Blick auf die Beschältigungs- lage ungenügend und wäre politisch nicht verkraftbar. Ich bitte Sie, ihn abzulehnen. M. Coutau, rapporteur: M. Fischer-Berne nous demande d'écarter du projet tout ce qui ne concerne ni la garantie contre les risques à l'exportation, ni le domaine militaire. Il est vrai que ces deux points sont les points probablement essentiels de notre programme. Toutefois, votre commis- sion a rejeté cette proposition par 20 voix contre 2 et 3 abs- tentions, essentiellement parce qu'elle ne permet pas de tenir compte de l'objectif dont la nécessité a été relevée à plusieurs reprises dans plusieurs interventions, c'est-à-dire l'effet régional et l'effet de «branche» que d'autres projets peuvent exercer en matière d'emploi. Effectivement, quand on pense aux routes, au transport, au logement, à l'énergie, à la protection des eaux et à l'industrie des machines, dans tous ces domaines on peut créer un certain nombre d'emplois, qui sont garantis par les crédits que nous vous demandons. Il est évident que c'est par ce biais-là que nous pouvons équilibrer, sur le plan régional, l'ensemble de ce programme. C'est la raison pour laquelle la commission à la majorité vous demande de rejeter cette proposition. Bundesrat Purgier: Auch ich möchte Sie im Namen des Bundesrates bitten, den Antrag Fischer abzulehnen. Ich durfte Ihnen vorher - wie auch die Komissionssprecher - darstellen, weshalb das ganze Programm diesen Impuls erbringen muss, so dass sich daraus zwingend ergibt: Wollte man wesentliche Teile herausschneiden, würde das ganze Programm zu einem Krüppel. Wir hätten in keiner Weise mehr die gleiche Wirkung; aus der Sicht des Bundes- rates wäre es nicht ganz ehrlich, so zu tun, als ob nun nur- mehr im Bereich des Militärischen - so sehr ich diesen Teil unterstütze - Massnahmen zu treffen wären. Das ganze Projekt ist ausgereift, und wir haben wirklich darauf geach- tet, auch in die Regionen hinaus Wirkungen zu erzielen. Wollten Sie das nun so beschneiden, wie es Herr Fischer wünscht, dann bleibe praktisch nur die Skyguard bestehen. Alle anderen unter unseren guten Vorarbeiten würden ent- fallen, zum Beispiel verschiedene Bauvorhaben im Energie- bereich usw.; ich verweise auf Seite 15. Es ist auch nicht einzusehen, weshalb im Exportbereich nur die ERG spielen soll, die Mischkredite aber nicht. Hier ist vermutlich Herrn Fischer noch ein Lapsus unterlaufen. Das alles führt dazu, dass ich Ihnen empfehle, den Antrag abzulehnen. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Kommission Für den Antrag Fischer-Bern 114 Stimmen 3 Stimmen M. Baechtold: Je m'excuse de poser une question à notre ministre du commerce ici, mais je ne vois pas où j'aurais pu le faire sinon à l'article 1° r . Monsieur le Conseiller fédéral, une émission renommée de la télévision suisse alémanique a marqué, il y a quelques mois, l'étonnement de certains citoyens devant notre Etat endetté - et il va s'endetter encore davantage dans le cadre des mesures que nous discutons - et sa Banque nationale si puissante qui accumule des réserves et qui, l'émission le relevait avec surprise, a un statut de banque privée. Où va cet argent de la Banque nationale? L'émission nous laissait sur notre faim! En fait, vous le savez mieux que moi, Mon- sieur le Conseiller fédéral, notre loi sur la Banque nationale a suivi l'esprit fédéraliste de la fin du siècle dernier. Même si la Confédération désigne la majorité de son comité, même si elle a droit à un tiers des bénéfices une fois que les actionnaires, qui sont les cantons, les banques cantonales ou les privés, ont touché leurs 6 pour cent légal, la Confé- dération n'est pas actionnaire elle-même. On a totalement renoncé à faire de cette banque une banque d'Etat, un ser- vice du Département des finances. Cependant, on connaît les opérations impressionnantes auxquelles peut se livrer notre Banque nationale pour soutenir une monnaie sur le marché monétaire, par exemple le dollar; on connaît son pouvoir, ses possibilités, ses richesses, ses réserves. Alors, j'en reviens à l'article 1«' r de cet arrêté que nous dis- cutons. Le Conseil fédéral va décider de l'ampleur et de la
Renforcement de l'économie. Mesures 324 9 mars 1983 Neuverteilung ist erst noch gesetzlich zu ordnen. Im Bun- desgesetz über den Umweltschutz und dessen Verordnun- gen sind zudem die Grenzwerte, die Auswahlkriterien, die Entschädigungsanteile usw. ebenfalls erst noch festzule- gen. Obwohl man mit etwa 50 Millionen Franken pro Jahr für Lärmschutzmassnahmen generell an Strassen rechnet, ist der Bund aus den dargelegten Gründen - ausser bei Natio- nal- und Hauptstrassen - noch nicht bereit. Herr Muheim, es nützt also nichts, wenn Sie mit dem Kopf durch die Wand rennen wollen. Weil erstens die Baubran- che nicht generell als notleidend bezeichnet werden darf, zweitens die gesetzlichen Voraussetzungen für Beitragslei- stungen generell an Schallschutzbauten an Strassen noch weitgehend fehlen, drittens eine Schallschutzkonzeption zur technischen Bewältigung des Lärms (Alarmwert, Immis- sionsgrenzwerte usw.) noch nicht verfügbar ist und viertens eine Liste und Beschreibung von Projekten und deren regionale Verteilung fehlt, können die beantragten Mass- nahmen in allernächster Zeit gar nicht getroffen werden. Das ist der Grund, Herr Muheim, weshalb wir diesen Antrag ablehnen. Muheim: Ich möchte nicht mit dem Kopf durch die Wand, aber wenn ich diesen Antrag der Kommissionsmehrheit ver- trete, so möchte ich doch etwas nach vorne stossen. Bei der Auswahl der Massnahmen für die Arbeitsbeschaf- fung scheint es mir klar zu sein, dass das Moment der Dringlichkeit mitberücksichtigt werden muss. Aus diesem Grunde hat Ihnen die Kommissionsmehrheit zusätzlich zu den bundesrätlichen Vorschlägen einen Betrag von 50 Mil- lionen Franken beantragt. Dieser Betrag soll in den Jahren 1983, 1984 und 1985 dazu verwendet werden, entlang von Hauptstrassen den Lärm zu bekämpfen. Nach einer Studie des Bundesamtes für Umweltschutz gibt es etwa 800 Kilometer Strassen, an denen nicht nur die Grenzwerte, sondern die sogenannten Alarmwerte über- schritten sind. Das sind Strecken, die zum Teil innerorts und zum Teil ausserorts liegen. Man muss hier feststellen, dass die Lage für die Bewohner an diesen Strassen uner- träglich ist. Deshalb gehören solche Schallschutzmassnah- men zur allerersten Priorität. Wenn man einen Alarmwert von nur 70 Dezibel in Rechnung stellt, braucht es einige hundert Millionen Franken, um diesen Schutz durchzufüh- ren. Trotz der Dringlichkeit des Problems ist bisher eigentlich sehr wenig getan worden, und zwar vor allem deswegen, weil diese finanziellen Aufwendungen für die Gemeinden und die Kantone ohne Beiträge des Bundes einfach nicht tragbar sind. Die Stadt Zürich hat an der Westtangente eine erste Sanierungsetappe durchgeführt. Das kostete 7,5 Mil- lionen Franken. Eine zweite Etappe ist in der Schublade, weil sogar für die Stadt Zürich die Tragbarkeit verneint wurde. Man kann auch nicht sagen, dass man mit diesen Schallschutzmassnahmen keine Erfahrungen hätte; gerade in Zürich hat man entsprechende Erfahrungen gemacht. Es ist nicht verwunderlich, dass der Städteverband, der Gemeindeverband und auch die Vereinigung für Landespla- nung ganz energisch Beträge des Bundes an diese Schall- schutzmassnahmen verlangt haben. Wenn Sie diesen 50 Millionen Franken zustimmen, treffen wir eigentlich zwei Fliegen auf einen Schlag: Wir haben einerseits eine Arbeitsbeschaffung für das Baunebenge- werbe, vor allem für das Holz- und Metallgewerbe. Es besteht auch durchaus die Möglichkeit, diese Massnahmen fürs erste vor allem in Krisengebieten auszulösen. Auf der anderen Seite machen wir einen Schritt zum Ziel der Lärm- bekämpfung an unseren Strassen, zur Behebung der Fol- gen des Strassenbaues, den wir in den letzten Jahren in unserem Land hatten. Der Antrag der Kommissionsmehrheit trägt wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität in unseren Städten, aber auch ausserorts bei. Es sind Investitionen für die Zukunft. Man kann meines Erachtens nicht sagen, dass diese Pro- jekte nicht innert nützlicher Frist bereitzustellen wären. Die Beschäftigungswirkung wäre durchaus vorhanden. Es geht vor allem um Ausrüstungen aus der Holz- und der Metall- branche, und man könnte, wie bereits gesagt, nicht nur städtische Agglomerationen, wo wir ja Arbeitslosigkeit haben, sondern auch spezielle Krisengebiete berücksichti- gen. Es wird heute geltend gemacht, dass man die Alarmwerte noch nicht festgelegt habe. Das müsste jetzt endlich einmal geschehen. Nachdem nun die Treibstoffzollvorlage ange- nommen worden ist, sollte sich doch die Möglichkeit der Finanzierung auch über diesen Weg eröffnen. Wenn wir diese Verpflichtungskredite jetzt aber nicht beschliessen, werden wir eben noch lange warten müssen, dann werden in den nächsten zwei, drei Jahren sicher noch keine sol- chen Massnahmen ausgeführt. Wir sollten jetzt das Zeichen setzen, damit man die Alarmwerte endlich festlegt und damit auch die Finanzierung geregelt wird. Es ist notwendig, dass wir hier umweltschützerisch einen Impuls geben. Es ist auch eine ausgezeichnete Gelegen- heit, unserem Gewerbe - gerade in städtischen Agglomera- tionen, aber auch in besonderen Krisengebieten - einen Beschäftigungsimpuls zu geben. Ich möchte Sie also dringend ersuchen, diesem Vorschlag zuzustimmen. Er wird beiden Zielen dienen können. Bratschi: Ich bedauere es eigentlich, dass unser verdienter bernischer Volkswirtschaftsdirektor in seinem Votum zur Unterstützung der Minderheit die Stadt Bern vergessen hat. Wenn wir nämlich von der Stadt Bern ausgehen, kommen wir zu anderen Schlüssen, als dies offenbar beim Kanton der Fall ist. Wir und auch der Städteverband - das weiss Herr Bernhard Müller ja sehr gut - sind der Überzeugung, dass der Antrag der Mehrheit, den Herr Muheim soeben begründet hat, nämlich diese 50 Millionen Franken für den Schallschutz an städischen Hauptverkehrs- und an Kan- tonsstrassen, eine Initialzündung nicht nur für die Arbeits- beschaffung, sondern auch für den Umweltschutz gewesen wäre. Wir haben in Bern eingehende Untersuchungen über die Belästigung der Stadtbevölkerung durch Verkehrslärm durchgeführt. Dabei hat sich herausgestellt, dass wir allein in der Stadt Bern sogenannte 25 Problemkilometer an Hauptverkehrs- und Kantonsstrassen haben, wo die Anwohner einem Lärmpegel von 70 Dezibel und mehr aus- gesetzt sind. Es betrifft dies im Durchschnitt pro Strassen- meter einen Einwohner, d. h. in der Stadt Bern zusammen 25000 von 140000 Menschen. Diese Leute leiden Tag für Tag unter dem Lärm, und jedes Hinausschieben von Schall- schutzmassnahmen bedeutet für sie ein Hinausschieben der Hilfe und eine Verlängerung ihres Leidens. Man sollte deshalb verschiedene Massnahmen, wie sie ja auch im Umweltschutzgesetz vorgesehen sind, im Rahmen des Arbeitsbeschaffungsprogrammes vorziehen. Ein Warten auf das Umweltschutzgesetz, das auf 1985 in Kraft treten soll, ist kaum mehr zu verantworten, dies um so weniger, als die verschiedenen Massnahmen, die vorgängig in den Kantonen und Städten getätigt werden, kostenmäs- sig nicht rückerstattet werden. In Sachen Umweltschutz wird also kaum mehr viel geschehen, solange die Unterstüt- zung durch den Bund fehlt. Dabei ist festzustellen, dass in der Stadt Bern heute bereits Projekte und Massnahmen in der Höhe von mindestens 200 000 Franken zur sofortigen Ausführung bereitstehen und weitere Arbeiten auf dem Gebiete des Schallschutzes innerhalb eines halben Jahres zur Ausführung bereitgestellt werden könnten. Beispiele hierfür sind Schallschutzwände, Schallschutzfenster usw. Im übrigen haben wir in der Stadt Bern schon solche Schall- schutzfenster anbringen müssen, nämlich an Schulhäusern bei Hauptstrassen, wo man sonst nicht mehr hätte unter- richten können. Es geht aber noch um weitere Projekte, um Abschirmbauten, das Schliessen von Baulücken, letztlich um die Gestaltung von Vorgärten und die Nutzung von Wohnungen. Wenn wir nicht immer nur vom Umweltschutz reden wollen - und dies tun wir seit dem Umweltschutzartikel in der Bun- desverfassung, d. h. also über zehn Jahre lang -, so müs-
Renforcement de l'économie. Mesures 326 N 9 mars 1983 soweit sie zum Hauptstrassennetz gehören. Nun haben wir sofort abgeklärt: Gibt es ausführungsreife Projekte: ja oder nein? Die Antwort lautete: Für die Verwirklichung in der nach unseren Kriterien hier nötigen Zeitspanne: nein. Lärm- schutzmassnahmen werden ja an und für sich nicht isoliert, sondern in Verbindung mit Ausbauprojekten verwirklicht. Sie wissen auch als Fachmann aus Ihrer früheren Regie- rungstätigkeit, dass dabei die Projektverwirklichung noch mit diversen Schwierigkeiten gepflastert ist, beispielsweise Enteignungen. Vor allem aber ist das Umweltschutzgesetz zurzeit noch nicht in Kraft, in welchem der von Ihnen in Ihrem Antrag eingebrachte Alarmwert definiert wird. Wie wollen wir nun noch nicht projektreife Dinge, gestützt auf eine Definition aus einem noch nicht in Kraft befindli- chen Gesetz, hier einbringen? Das ist die Situation, vor die sich der Bundesrat gestellt sah. Ich gebe aber gleichzeitig für den Bundesrat bekannt, dass wir überzeugt sind, dass - gestützt auf den neuen Verfassungsartikel über die Treib- stoffzölle - inskünftig die Möglichkeit benutzt werden wird, Kantonsstrassen zu subventionieren. Aber die Ausfüh- rungsgesetzgebung liegt begreiflicherweise noch nicht vor. Fazit: Wenn wir aus diesen Überlegungen zur Ablehnung kommen, darf nicht daraus herausgelesen werden, wir wären dem Problem gegenüber nicht aufgeschlossen. Aber es fehlt im Rahmen dieses Beschäftigungsprogrammes an der Erfüllung der Kriterien, die ich Ihnen in meinem ersten Votum geschildert habe. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit 62 Stimmen Für den Antrag der Minderheit 54 Stimmen 314.501.90 Antrag der Kommission 314.501.90 Bauten ... 30,2 Mio. Fr. Antrag Butty 314.501.90 Bauten und Anlagen,... wie Bundesrat Antrag Lüchinger 314.501.90 Bauten und Anlagen,... 15 Mio. Fr. 314.501.90 Proposition de la commission 314.501.90 Constructions... 30,2 mio. fr. Proposition Butty 314.501.90 Constructions et installations, ... selon Conseil fédéral Proposition Lüchinger 314.501.90 Constructions et installations,... 15 mio. fr. Risi-Schwyz, Berichterstatter: Ich möchte noch eine Erklä- rung abgeben, nicht zu dieser Position, sondern zur ganzen Behandlung dieser Artikel 2, 3 und 4. Ich will nicht, dass es im Verlaufe der Behandlung dieses Geschäftes ;:u unnöti- gen Diskussionen und zu Meinungsverschiedenheiten kommt. Die Kredite in Artikel 2 sind Verpflichtungskredite mit mehr- jähriger Dauer. Artikel 3: Diese Zusatzkredite sind ebenfalls Verpflichtungs- kredite von kürzerer Dauer, meist nur für ein Jahr. Artikel 4 beinhaltet als Nachtragskredit der Eidgenossen- schaft Zahlungskredite für das Jahr 1983. Differenzen aus dem Verpflichtungskreditbetrag und dem Zahlungskreditbetrag ergeben sich dadurch, dass in den Jahren 1984/85 diese Zahlungskredite im Budget aufgeführt werden. Ich sage dies, weil die Behandlung der Verpflich- tungskredite automatische Auswirkungen auf die Zahlungs- kredite in Artikel 4 hat. Wenn der Verpflichtungskredit, sei es nun in Artikel 2 oder 3, geändert wird, ist es rieht mehr notwendig, den Zahlungskredit ebenfalls noch zu verän- dern. Umgekehrt kann aber in Artikel 4 bei den Nachtrags- bzw. Zahlungskrediten nicht mehr interveniert werden, wenn Artikel 2 und 3 durchberaten sind. Noch eine weitere Bemerkung: Wir haben in Artikel 4 ver- schiedene Positionen, die reine Zahlungskredite sind, aber nicht über Verpflichtungskredite abgewickelt werden. Jene Positionen können in Artikel 4 behandelt werden. Aufstok- kung, Ablehnung oder Verringerung sind möglich. Ich habe dies noch sagen wollen, damit wir Klarheit haben, dass bei den Verpflichtungskrediten automatisch der Zah- lungskredit in Artikel 4 angepasst wird, ohne dass wir dazu Stellung nehmen müssen. M. Butty: A la position 314.501.90, je propose que nous maintenions le montant de 40,2 millions, proposé par le Conseil fédéral, et que nous rejetions la proposition de la majorité ainsi que celle de M. Lüchinger, qui propose même de réduire encore ce montant de 30 à 15 millions. Il s'agit d'abord de montants qui concernent des instituts de recherches en matière de réacteurs et en matière nucléaire ainsi que l'Ecole polytechnique fédérale de Lausanne. Des critiques à ces projets ont été apportées au sein de notre commission. Beaucoup pensent qu'en matière de recherche, on manque de créativité, d'autres que le contrôle du Parlement sur ces instituts n'est pas suffisant. Or, ces réalisations sont indispensables et ces équipe- ments absolument nécessaires à notre recherche et à sa haute technologie. Ces crédits sont judicieux et créatifs non seulement d'emplois mais ils sont aussi favorables à l'environnement. On voudrait, dans certains milieux, porter des jugements à travers ces crédits sur la valeur de la recherche en Suisse. Je ne me permettrai pas, comme parlementaire, de porter des appréciations à ce sujet. Je crois qu'il faut sauvegarder la liberté de la recherche, tout en lui fixant un cadre. Le but des mesures que nous proposons est d'animer et de ren- forcer l'économie suisse. Il s'agit, avec ces crédits, du raccordement de l'Institut de recherches en matière de réacteurs et de l'Institut de recherches nucléaires à la centrale de Beznau par le réseau de chauffage à distance. Cette mesure concerne égale- ment, dans cette région, huit communes comptant plus de 15000 habitants. Les Forces motrices du nord-est de la Suisse sont prêtes à livrer la chaleur à un prix compétitif. C'est une substitution de plus de 16 000 tonnes de mazout par an pour l'ensemble de ce réseau, 1000 tonnes par an simplement pour ces deux instituts. Il serait ainsi possible de maintenir une grosse commande à une entreprise de mécanique de notre pays. Les effets multiplicateurs de ces commandes seraient importants, représentants plus de 60 millions de francs. Je vous suggère donc de maintenir la proposition du Conseil fédéral. Je m'exprimerai également sur la proposition de M. Lüchin- ger, sans l'avoir encore entendu la motiver. Mais je crois savoir qu'il va contester le crédit pour la centrale de chauf- fage de l'Ecole polytechnique de Lausanne. Il va probable- ment nous dire que les commandes qui se feraient pour cette centrale iraient en premier lieu à Zurich, en Argovie et à Genève, soit dans des grands centres. Mais, Monsieur Lüchinger, il y a tout de même plus de 30 à 40 pour cent de ces commandes qui reviendraient aux arts et métiers, aux entreprises locales et, voyez-vous, ce programme de relance nous a appris, à nous Romands, à être modestes. Lorsque nous obtenons de telles commandes, nous sommes déjà contents! Dans le cas présent, il s'agit, pour l'Ecole polytechnique de Lausanne, d'un programme de constructions prévu pour les années à venir qui pourrait être quelque peu avancé, ce qui permettrait de l'intégrer dans l'ensemble de cette réalisa- tion. Dès lors, nous vous proposons de maintenir égale- ment ce crédit, ce qui nous paraît important et rentre dans le cadre des mesures proposées par le Conseil fédéral. C'est pour ces raisons que, avec le Conseil des Etats qui a approuvé ce crédit, je vous recommande de le maintenir au montant de 40 millions proposé par le Conseil fédéral. Dans le cas contraire, nous ne ferions que créer de nouvelles
Renforcement de l'économie. Mesures 328 9 mars 1983 vous demande de réduire en conséquence ce prcgramme. M. Lüchinger va un peu plus loin puisqu'il réduit de 5 mil- lions supplémentaires l'ensemble de ces mesures, afin d'écarter complètement le crédit destiné à la centrale de chauffe d'Ecublens. En ce qui concerne les autres mesures comprises dans le crédit de programme de 25 millions dont je viens de vous parler, il s'agit notamment du raccordement de l'Institut fédéral de recherches en matière de réacteurs pour une opération de chauffage à distance dans la région de Bez- nau. Elle permettrait une économie substantielle puisque, dès l'hiver 1983/1984, plus de 1000 tonnes de mazout pour- raient être économisées. Au moment de la décision de la commission, nous n'avions pas encore de renseignements très complets. En qualité de rapporteur, je dois défendre ici la majorité de la commission et je vous recommande par conséquent d'accepter cette diminution mais de repousser l'amendement de M. Lüchin- ger. En revanche, à titre personnel, je vous demande, compte tenu des renseignements complémentaires obte- nus entre-temps, d'admettre le retour au projet du Conseil national défendu par M. Butty. M. Jeanneret: Le groupe libéral vous invite très vivement à appuyer la proposition de M. Butty, à rejeter par consé- quent la proposition de la majorité de la commission et, a fortiori, celle de M. Lüchinger, même si nous pouvons admettre une partie de ses arguments. Si, après M. Butty, c'est encore un non-Vaudois qui s'exprime, c'est parce qu'il est question des écoles polytechniques fédérales. Pour nous, c'est d'abord une question de principe. Je ne veux pas anticiper matériellement sur la suite de la. proposi- tion de M. Butty à l'article 4 mais, les arguments étant les mêmes, cela m'évitera de remonter à cette tribune tout à l'heure. Nous avons dit hier, dans le débat d'ensemble, que nous nous en tenions au paquet que le Conseil fédéral nous a présenté et nous regrettons que la commission ait apporté plusieurs modifications. C'est parce que nous sommes logi- ques avec notre position que nous nous sommes opposés tout à l'heure à d'autres propositions. Nous demandons donc qu'on en revienne à la position du Conseil fédéral qui n'a pas été touchée par le Conseil des Etats. M. Butty a rap- pelé que plus nous aurons de divergences avec le Conseil des Etats, plus le projet qui doit être prestement mis sous toit aura de peine à aboutir rapidement. Je reviens à ce que disait tout à l'heure M. Lüchinger. C'était intéressant du point de vue de nos travaux mais nous ne pouvons pas le suivre, car si nous suivions son rai- sonnement jusqu'au bout, pratiquement aucune des propo- sitions faites ici ne pourrait donner lieu à des décisions anti- cipées, même si un message du Conseil fédéral est mainte- nant devant la Commission de la science et de la recherche. Le rapporteur de langue française a d'ailleurs reconnu que des renseignements supplémentaires étaient arrivés et, d'après les éléments dont nous disposons, une accélération de la commande est possible, ce qui ne met pas en cause les travaux du Parlement lorsqu'il se pronon- cera sur cette centrale d'Ecublens, qu'il s'agisse de celle-ci ou de l'EIR et du SIN. Le groupe libéral considère que la recherche et le dévelop- pement font partie des priorités, avec la défense nationale, avec l'aide aux pays en voie de développement. Ce sont des domaines qui méritent notre attention. M. Butty a large- ment justifié sa proposition; je ne vais pas allonger, je dirai simplement que tout est prêt, qu'à Beznau les travaux pour- raient être faits cet été; c'est le genre de dossier qui peut fournir du travail à nos entreprises nationales qui l'effectue- ront rapidement. Nous vous demandons de revenir à la proposition du Conseil fédéral, de ne pas créer de divergence avec le Conseil des Etats, soit de ne pas souscrire à la proposition de la majorité de la commission, de soutenir la proposition de M. Butty et de rejeter celle de M. Lüchinger. Künzi: Unter dem Titel 314.501.90, den wir soeben diskutie- ren, befindet sich ein Vorhaben, welches in besonders aus- geprägtem Masse der Konjunkturbelebung dient. Ein bean- tragter Aufwand von weniger als 2 Millionen Franken für den Anschluss der Annex-Anstalten EIR und SIN an eine Fern- wärmeleitung aus dem Kernkraftwerk Beznau könnte bereits ab Mitte November dieses Jahres zu einer Heizöl- einsparung von etwa 1000 Tonnen pro Jahr führen. Zudem dürfte die rasche Verwirklichung dieses Vorhabens Signal- wirkung für die Gründung der regionalen Fernwärmeversor- gung unteres Aaretal haben, das sogenannte Projekt Refuna, welches privatwirtschaftliche Investitionen von mehr als 60 Millionen Franken auslösen wird. Der ausgelö- ste Impuls wird nicht nur im regionalen Baugewerbe, son- dern auch in vielen anderen Branchen beschäftigungswirk- sam werden, wie zum Beispiel im Geräte- und Armaturen- bau. Ich gestatte mir nun die Frage an Herrn Bundesrat Purgier: Wie sieht er dieses Projekt Refuna? Ist das sehr gefährdet, wenn der Kredit, den wir jetzt diskutieren, um einen Betrag gekürzt wird, oder kann das Refuna-Projekt so oder so durchgeführt werden? Jaeger: Ich habe aus verschiedenen Äusserungen von Kol- legen und Kolleginnen gehört oder herausgemerkt, dass hier einige Missverständnisse vorliegen. Das mag vielleicht damit in Zusammenhang stehen, dass die einzelnen Positio- nen in Artikel 2, wo es um die Verpflichtungskredite geht, im einzelnen nicht differenziert umschrieben sind. Der Ver- pflichtungskredit von 40,2 Millionen, bei dem die Kommis- sionsmehrheit eine Streichung von 10 Millionen beantragt, setzt sich nämlich zusammen aus zwei Positionen: einer- seits aus der Position Wärmepumpe in Ecublens. Dieses Projekt wird von der Kommission nicht bestritten. Unser Streichungsantrag hat sich nicht auf diese Position bezogen, sondern er richtet sich gegen einen Teil der zwei- ten Position, nämlich gegen die Position «verschiedene Bauvorhaben»; dort geht es um einen Sammelkredit. In die- sem sind neben verschiedenen Bauvorhaben - 13 bis 15 Millionen - noch eine zweite Unterposition - 10 bis 12 Millio- nen -für Vorhaben im Energiebereich enthalten. Diese Vor- haben wurden von der Kommissionsmehrheit zur Strei- chung beantragt. Das geht auch ganz klar aus dem Proto- koll hervor. Wir haben mit unserem Streichungsantrag ganz präzis diese Position von 10 Millionen gemeint. Die Reduk- tion von 40,2 auf 30,2 Millionen betrifft also die Vorhaben, die vorher von Herrn Künzi verteidigt worden sind, d. h. Auf- bau eines Leitsystems, Aufbau eines Kaltwassernetzes EIR und SIN sowie die Anschlüsse EIR und SIN an die regionale Wärmeversorgung Refuna. Die Mehrheitsauffassung in der Kommission ging dahin, dass man diesen Projekten erstens nicht richtig getraut hat, und zweitens hat man die Auffassung vertreten, dass es eigentlich darum ginge - wenn man schon Investitionen im Energiebereich vorzieht -, es jetzt dort zu machen, wo man die Zeichen etwas anders setzen kann. Ich möchte noch darauf hinweisen, dass unter anderen Herr Bremi und Herr Eisenring diesen Streichungsantrag eben- falls vehement unterstützt haben. Herr Eisenring ist nicht hier, ich darf ihn aber trotzdem zitieren. Er hat gesagt: «Wir müssen doch zugeben, den Überblick über das SIN verlo- ren zu haben; auch über das EIR ist seit Jahren keine Erfolgskontrolle mehr erstellt worden. Ich erinnere daran, dass die Kommission für Wissenschaft und Forschung nicht zuletzt aus Unbehagen über die autonome Entwicklung des SIN gebildet worden ist. Niemand an diesem Tisch ist in der Lage, noch gültige Werturteile darüber abzugeben, was in den letzten Jahren geschehen ist und was weiterhin geschehen soll.» Ich glaube, Herr Eisenring weiss, wovon er spricht. Wir sind in der Kommission seinem Votum gefolgt und haben den Reduktionsantrag beschlossen. Ich bitte Sie, der Mehrheit der Kommission zuzustimmen und den Antrag Lüchinger auf zusätzliche Reduktion um 15 Millionen abzulehnen.
Renforcement de l'économie. Mesures 3309 mars 1983 sehen Energiestiftung Massnahmen ab, die eindeutig dem Energiesparen dienen, die also jenes Ziel anstreben, das auch für die Energiestiftung im besonderen Masse im Vor- dergrund steht. Dass die Glaubwürdigkeit bei derartigen Widersprüchen ganz zwangsläufig leidet, kann wohl nie- mand in Abrede stellen. Wie wollen Sie von unserem Volk Energiesparmassnahmen verlangen, mein lieber Herr Jaeger, wenn der Staat selber nicht bereit ist, mit gutem Beispiel voranzugehen? Was wir hier machen, sind reine Energiesparmassnahmen; ich denke zum Beispiel an das in diesem Paket enthaltene Pro- jekt Refuna. Ich halte Ihnen nicht vor, Herr Jaeger, dass Ihnen die Ideologie den Blick getrübt hat. Aber es gibt Kernenergiegegner, die hier nur deshalb dagegen stimmen, weil die Abwärme der Kernkraftwerke Beznau verwertet werden soll. Das ist doch etwas, was das ganze Volk schon lange verlangt und erwartet: dass man mit dieser Abwärme etwas Vernünftiges macht! Jetzt ist die Refuna gegründet worden, die regionale Fernwärmeversorgung im unteren Aaretal, und es ist selbstverständlich, dass wir die beiden Bundesbetriebe, die sich in dieser Region befinden, nun auch anschliessen. Es wäre ein Hohn, wenn die Gemeinden mitmachen und der Bund sagt, das komme für ihn nicht in Frage. Wir wären doch nicht mehr glaubwürdig, Herr Jaeger, wenn wir das ablehnen würden. Deshalb möchte ich Sie bitten, dem Antrag Butty zuzustim- men. Er deckt sich übrigens mit dem, was uns der Bundes- rat in seiner ursprünglichen Vorlage unterbreitet hat. Risl-Schwyz, Berichterstatter: Ich kann Ihnen zum Schluss nur noch den Beschluss der Kommission bekanntgeben. Wir haben mit 11 zu 8 Stimmen beschlossen, um 10 Millio- nen Franken zu reduzieren. Dies betrifft aber nicht Ecu- blens, sondern Refuna. Es ist an Ihnen, zu entscheiden, ob Sie dem Bundesrat oder Herrn Lüchinger zustimmen wol- len. Die Kommission schlägt Ihnen 30,2 Millionen Franken vor. Bundesrat Purgier: Ich empfehle Ihnen, dem Bundesrat bei- zupflichten, der hier unterstützt worden ist von Herrn Butty, von Herrn Jeanneret, von Herrn Fischer, von Herrn Basler und anderen mehr. Ich verweise auf das allerletzte Votum und auf die Ausführungen der Herrn Kommissionssprecher. Ich möchte mich dagegen verwahren, dass man hier den Eindruck zu erwecken versucht, es sei liederlich vorbereitet worden. Die vorberatenden Instanzen im Amt für Konjunk- turfragen haben mit sämtlichen mitbetroffenen Abteilungen einen sehr engen Kontakt gehabt, um festzustellen, ob die Projektreife solche Beschlüsse rechtfertige. Es steht für mich fest, dass dadurch die Freiheit des Parlamentes, zu einzelnen Teilen ja oder nein zu sagen, nicht im geringsten beeinflusst wird. Aus der Sicht der antragstellenden Behörde liegt mir aber daran, hier festzuhalten, wie es zu den Anträgen gekommen ist. Mit Blick auf Ecublens ist das Wesentliche gesagt. Wenn dieses Projekt herausgebrochen wird, dann entfällt die Möglichkeit, mit diesem Beschaffungsprogramm für ein rei- fes Projekt tätig zu werden. Ich greife aber die Idee von Herrn Lüchinger auf. Wenn ich ihn recht verstanden habe, möchte er für die vorberatende Kommission Ihres Rates noch die Gewissheit haben, dass, wenn diese Kommission am 26. April tagt, nicht schon durch Vorentscheide - näm- lich die Vergabe - gleichsam alles präjudiziert ist. Ich sichere Ihnen ohne weiteres zu, dass bis zu diesem Tag - das ist ja in gut einem Monat - zwar alle Vorbereitungen getroffen werden, aber die Vergebung noch nicht erfolgt. Wenn nun wider Erwarten diese Kommission Ihres Rates nicht auf die Vorlage eintreten würde, so würde dies der Bundesrat als Willensentscheid der Kommission Ihres Rates zur Kenntnis nehmen und dieses Geschäft anders behandeln. Mir scheint, dass das ein Ausweg aus diesem Dilemma wäre. Der Beschluss sollte aber gefasst werden, sonst können wir auch bei durchaus normalem, von uns erwartetem Ausgang dieser Kommissionsverhandlung nicht weiterarbeiten. Das zweite, was ich hier noch sagen wollte - ohne mir anzu- massen, die Institute EIR oder SIN hier zu qualifizieren -: Auch die Projekte im Bereich der ETH lassen mit Bezug auf den Projektreifegrad eine Vergabe als möglich erscheinen. Sie finden eine Parallelposition zu diesen baurelevanten Positionen im Artikel 4. Ich wollte Ihnen einfach noch diese Querverbindung zeigen. Dort geht es um verschiedene Apparate - solche für das Schweizerische Institut für Nu- klearforschung (vorzeitige Beschaffung von Speisegeräten für den Ausbau der Beschleunigeranlage) und Einrichtun- gen für das Institut für Plasmaphysik an der ETH Lausanne. Diese Positionen würden also der Zielidee des Programms entsprechen. Ich wollte Ihnen das andienen als zusätzliches Element für Ihre Entscheidfindung. Fest steht nach Auffassung der vorbereitenden Instanz, dass die Nachfrage nach komplexen Einrichtungen und Anlagen über ein Netz von vielen Zulieferanten führt - ich komme darauf zu sprechen, weil in der Eintretensdebatte immer wieder gefordert worden ist, dass man auf dieses Zuliefersystem besonderes Gewicht lege. Fazit: Mir scheint der Antrag des Bundesrates nach wie vor gerechtfertigt. Ich bitte Sie, in diesem Sinne zu entscheiden. Lüchinger: Es ging mir mit meinem Antrag erstens darum, uns die Entscheidungsfreiheit für den kommenden Kredit von 202,5 Millionen Franken betreffend die zweite Ausbau- etappe von Eclubens offen zu halten. Zweitens sollte die Zweckmässigkeit der Heizanlage im Rahmen des Gesamt- kredites für Ecublens sorgfältig geprüft werden können, wie das Pflicht und Aufgabe eines Parlamentes ist. Die Erklä- rung von Herrn Bundesrat Purgier stellt das nun sicher, wenigstens bis und mit Kommissionsberatung. Gestützt auf diese Erklärung ziehe ich meinen Antrag zurück. Ich bitte Sie aber, dem Antrag der Mehrheit der Kommis- sion zuzustimmen. Präsident: Wir haben nun, nachdem Herr Lüchinger seinen Antrag zurückgezogen hat, folgende Situation: Die Mehr- heit beantragt Ihnen einen Kredit von 30,2 Millionen Fran- ken, und der Bundesrat mit Herr Butty einen Kredit von 40,2 Millionen Franken. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit 62 Stimmen Für den Antrag Butty/Bundesrat 69 Stimmen 408.523.90, 511.508.90 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Angenommen - Adopté 541.557.91 Antrag der Kommission Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Antrag Herczog Streichen 541.557.91 Proposition de la commission Adhérer à la décision du Conseil des Etats Proposition Herczog Biffer Herczog: Ich habe bereits kurz in der Eintretensdebatte betont, dass mir dieses Programm etwas eindimensional scheint, und auf negative Punkte hingewiesen. Mein Antrag geht dahin, die Eindimensionalität etwas abzubauen.
Renforcement de l'économie. Mesures332 9 mars 1983 weil wir die Rüstungsausgaben kritisieren, nicht zur Lan- desverteidigung stehen. Ich habe Herrn Otto Fischer auch noch nie gesagt, als er hier immer gegen die Sozialausga- ben polemisierte, er sei für die Auflösung unseres Sozial- staates. Ich bitte Sie, meinem Antrag zuzustimmen. Risi-Schwyz, Berichterstatter: Ich möchte den Präsidenten bitten, zuerst Position 551.557.91 zu behandeln. Herr Herczog hatte beide Anträge begründet, das ist richtig, aber wir müssen nun Position um Position weiter vorgehen. Der Ständerat hat hier «Kriegsmaterial/laufende Ausgaben» 1,5 Millionen eingefügt. Herr Fischer hat in Artikel 4 diesen Betrag abgelehnt. Ich bitte den Präsidenten, auch diesen Artikel 4 nicht durchzubehandeln, sondern nur die vorlie- gende Position, weil es um einen Verpflichtungskredit geht - in Artikel 4 ist dann nur der Zahlungskredit beinhaltet. Wir müssen also den Ablehnungsantrag Fischer hier behan- deln. Der Ständerat hat Undefiniert 1,5 Millionen eingesetzt. Damals, bei der Behandlung im Ständerat, habe ich zuge- hört. Nun handelt es sich anscheinend um Wintsrtarnan- züge, die angeschafft werden sollen. Es hat mit der Textil- branche zu tun, die unterstützt werden soll; so bin ich infor- miert worden. Im Ständerat ist dieser Antrag durchgekom- men. Wir haben diese 1,5 Millionen mit 18 zu 4 Stimmen angenommen. Nun bitte ich Sie, auch den Ablehnungsantrag Fischer hier einzubauen, gleichzeitig mit dem Ablehnurgsantrag Herczog, und bitte, zuerst diese Position zu behandeln. Bundesrat Purgier: Ich kann mich ganz kurz fassen. Ich empfehle Ihnen, den Antrag abzulehnen. Wir haben in der Eintretensdebatte einlässlich über die Bedeutung der Mili- tärpositionen gesprochen. Ohne Zweifel sind die von Herrn Herczog angesprochenen möglichen Ausgaben für zivile Zwecke auch sinnvoll. Aber die können unter keinen Umständen so aus dem Ärmel geschüttelt werden oder aus irgendeinem Füllhorn der Mutter Helvetia. Ohne sorgfältige Vorbereitung lässt sich beschaffungsmässig sicher nichts Kluges tun. Sie selbst haben in Ihrer Antragsbegründung ja nur den Grundgedanken aufleuchten lassen. Das ist nicht realisierbar. Mit Bezug auf die Bedeutung für die Landesverteidigung brauche ich bereits Gesagtes nicht zu wiederholen, und mit Bezug auf den Beschäftigungseffekt auch nicht. Ohne Zweifel gibt es Dinge, deren Multiplikatoreffekt beim Inve- stieren noch grösser ist als bei Ausgaben für das Militär, aber ich durfte Ihnen den Nachweis erbringen - und die Kommissionssprecher haben das getan -, dass im Zusam- menhang mit den hier vorgesehenen Beschaffungen tat- sächlich Arbeitsplätze erhalten werden und dass technolo- gisch der Schritt in die nächste Systemfolge gesichert wird. Das ist bedeutsam. Noch ein Wort zu der kleinen Veränderung, die sich durch den seinerzeitigen Antrag von Herrn Bürgi ergeben hat, der im Ständerat übernommen worden ist, damit das gemäss Wunsch des Kommissionspräsidenten klar gesagt ist. Es wären Ausgaben, die zu einer ersten Tranche von 25 000 Schnee-Tarnüberwürfen führen müssten, Beschäftigung für etwa zwölf Firmen: Garn, Gewebe, Konfektion und Beschichtung. Präsident: Ich möchte Ihnen beantragen, den Antrag Herczog bezüglich dieser 261 Millionen Franken am Schlüsse von Artikel 2 Absatz 1 zu behandeln und jetzt vor- läufig den Antrag auf Streichung zur Abstimmung zu brin- gen. Das gibt separate Behandlungen: Wir stimmen jetzt ledig- lich über den Antrag bei Rubrik 541.557.91 ab. Abstimmung - Vote Für den Antrag Herczog 6 Stimmen Für den Antrag der Kommission 91 Stimmen 541.557.92 Antrag der Kommission Mehrheit Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Minderheit (Borei, Crevoisier) 541.557.92 Kriegsmaterial, Rüstungs- ausgaben 67,0 Mio. Fr. Antrag Herczog Streichen 541.557.92 Proposition de la commission Majorité Adhérer à la décision du Conseil des Etats Minorité (Borei, Crevoisier) 541.557.92 Matériel de guerre, dépenses d'armement 67,0 mio. fr. Proposition Herczog Biffer M. Borei, porte-parole de la minorité: La proposition que je vous fais concerne une acquisition militaire, celle du sys- tème Skyguard. Cependant, dans mon développement, je ne ferai aucune allusion à la politique de défense de notre pays et ceci pour deux raisons. Primo, je n'ai aucune infor- mation sur l'utilité militaire du projet. Seules deux lignes sont consacrées à ce sujet dans le message; il y est uni- quement dit «qu'il s'agit d'un projet hautement prioritaire». Secundo, si je suis de l'avis qu'il faut biffer le crédit Sky- guard, ce n'est pas pour des motifs militaires mais pour des motifs uniquement économiques. C'est d'ailleurs la raison pour laquelle je ne pourrai pas suivre la proposition de M. Herczog - je m'y opposerai même - qui suggère de bif- fer tous les crédits militaires et fait d'autres suggestions en prévoyant de maintenir la répartition régionale envisagée pour les crédits de matériel de guerre. Or justement, mon point de vue est que cette répartition est inéquitable pour les régions dont l'économie est menacée, il faut donc la modifier. Nous savons tous qu'une information peut friser le men- songe lorsqu'elle met en évidence le détail, tout en cachant l'essentiel. On trouve une telle information dans le message du Conseil fédéral et c'est cette information qui m'a tout d'abord motivé pour m'opposer à ce crédit de 190 millions; on y lit: «C'est ainsi par exemple que la fabrication du sys- tème de guidage Skyguard sera confié à plus de 200 entre- prises dans 19 cantons.» Comme c'est bien dit et comme cela semble beau! Mais dans les chiffres, que constate- t-on? 25 pour cent de la commande va en Suède, 63 pour cent va dans le canton de Zurich. Sur les 18 cantons res- tants, seuls trois auront des commandes dépassant 1 pour- cent du crédit: il s'agit de Berne, de Nidwald et de Saint- Gall. J'ai déjà observé, comme beaucoup d'autres dans le débat d'entrée en matière, que ce programme aidera beau- coup les riches et un petit peu les pauvres. Le projet a de gros défauts et ce projet d'acquisition, en particulier, en a de plus graves encore car il déséquilibre totalement ce pre- mier paquet en faveur de la région zurichoise. C'est la rai- son pour laquelle je vous invite à biffer ce crédit des propo- sitions qui nous sont faites. Ce déséquilibre en faveur de Zurich me choque profondé- ment. Neuchâtel a un taux de chômage entre trois et quatre fois plus élevé que celui de Zurich. Dans le domaine du chô- mage partiel, il y a autant d'heures chômées dans le petit canton de Neuchâtel que dans le canton de Zurich huit fois plus grand. En résumé, si l'aide au chômeur zurichois vaut
Renforcement de l'économie. Mesures 334 9 mars 1983 Definitiv - Définitivement Für den Antrag Herczog Für den Antrag der Mehrheit 5 Stimmen 114 Stimmen 723.463.90 Antrag der Kommission Mehrheit Zustimmung zum Beschluss des Ständerates Minderheit (Blocher, Ammann-Bern, Bremi, Eisenring, Fischer-Bern) 723.463.90 Förderung ... Streichen 723.463.90 Proposition de la commission Majorité Adhérer à la décision du Conseil des Etats Minorité (Blocher, Ammann-Berne, Bremi, Eisenring, Fischer-Berne) 723.463.90 Encouragement... Biffer Blocher, Sprecher der Minderheit: Die Minderheit beantragt Ihnen, diesen Kredit von 25 Millionen Franken unter dem Titel «für angewandte Forschung» zu streichen, und zwar einfach deshalb, weil dieser Kredit nicht die Kriterien erfüllt, die dieses Beschäftigungsprogramm erfüllen sollte Es geht nicht an, dass Beträge, die beim Budget gekürzt werden, jetzt wieder erscheinen. Es ist ausserordentlich gefährlich, wenn nun alles unter dem Beschäftigungsprogramrn subsu- miert wird. Natürlich kann man immer, bei jeder Forschung, sagen, sie bringe Beschäftigung, Apparaturen für den Nationalfonds und im Bereiche des Schulrates: Wir sind der Auffassung, dass auch in diesem Bereich die entsprechenden Kürzun- gen vorgenommen werden. Es entsteht eine Erhöhung der Staatsquote. Nun wird gesagt, bei der angewandten Forschung seien es Halb-Halb-Kosten, der Staat trage nur die Hälfte, und die Firmen würden die andere Hälfte tragen. Man müsste also über diese Forschungsprojekte eine Effizienzkontrolle durchführen. Ganz sicher wären die Ergebnisse der For- schungsprojekte nicht in dieser Rezessionsphase - also in ein, zwei oder drei Jahren überhaupt wirksam. Dazu kommt, dass man in der Forschung nicht immer «Stop and go» machen kann. Einmal haben wir auf einem Niveau gebremst, jetzt legen wir wieder zu, und in zwei Jahren müssen wir es wieder zurücknehmen. Das ist für die For- schung völlig unhaltbar. Ich bitte Sie, zusammen mit den Mitunterzeichnern, diesen Kredit abzulehnen. Interessanterweise sind darunter alle diejenigen Mitglieder, die in der Industrie arbeiten, eigene Forschung und Entwicklung sowie angewandte Forschung an Hochschulen betreiben - während die anderen, die sol- che Projekte nicht kennen, uns sagen wollen, dass die Indu- strie das unbedingt brauche. Ich beantrage Ihnen dies auch im Namen der Mehrheit der SVP-Fraktion. M. Borei: M. Blocher nous a dit en comnmission qu'il était favorable au crédit destiné à la garantie contre les risques à l'exportation. Il a tenu le raisonnement suivant: en principe, on devrait être contre une telle institution, qui est contraire aux idées de libre-échange que nous défendons dans les conférences internationales. Mais nos pays concurrents pratiquent cette garantie des risques à l'exportation, les entreprises suisses ont dès lors de grandes difficultés à remporter des marchés dans des pays à haut risque et, pour rendre à l'industrie suisse sa compétitivité sur ces marchés, il faut donc lui accorder le même genre de garan- tie et renoncer aux grands principes. Monsieur Blocher, je vous demande de poursuivre votre rai- sonnement. Nos industries ont de la peine à être concur- rentielles pour une autre raison: nos principaux concur- rents accordent une aide publique massive pour la recherche appliquée. Appliquez donc votre raisonnement dans ce domaine également. C'est un pas dans la bonne direction pour aider à la compétitivité de nos produits. Renoncez à votre proposition! Frau Segmüller: Wenn der Multiplikatoreffekt eine Voraus- setzung ist für die wirtschaftlichen Massnahmen, die wir zu beschliessen haben, so meine ich, dass wir hier ja sagen müssen und den Antrag von Herrn Blocher ablehnen soll- ten. Effizienzkontrolle hat er gesagt. Sowohl die Praxis- orientiertheit wie die Effizienzkontrolle sind aus zwei Grün- den gewährleistet: 1. Es handelt sich hier nicht um das, was wir unter gewöhn- licher Forschung verstehen. Diese praxisorientierte For- schung ist gespiesen aus zwei Krediten: einerseits aus dem Impulsprogramm, wie wir es letzten Herbst verabschiedet haben, und andererseits aus den Krediten für die Förderung der wissenschaftlichen Forschung, für welche die Kommis- sion für die Förderung der wissenschaftlichen Forschung aus dem Volkswirtschaftsdepartement zuständig ist. In die- ser Kommission sitzen neben den Wissenschaftsvertretern die Vertreter der Industrie. Das ist auch Herrn Blocher bekannt. 2. Das Besondere an diesem Programm ist, dass die Indu- strie 50 Prozent der Kosten beitragen muss. Im Jahre 1981 war der Anteil der Eigenleistung der Industrie erstmals höher als 50 Prozent. Das zeigt doch, dass die Effizienzkon- trolle gewährleistet ist, sonst würde die Industrie nicht so viel Geld investieren. Und wie käme es denn, dass ein sol- cher Überhang an Gesuchen von selten der Industrie für diese Art Kredite besteht? Es geht doch hier um die Unter- stützung eines dringend nötigen Brückenschlages zwi- schen Forschung und Industrie, der nie aktueller war als heute, wo es wegen der Wettbewerbsverschärfung und der verminderten Ertragslage um so wichtiger erscheint, die technologische Revolution bewältigen zu können. Es erlaubt ausserdem den Forschungsstätten, dringend nötige Schwerpunkte zu setzen. Der Bund als Partner der Industrie und der Forschungsstät- ten bietet eine doppelte Garantie: Für die Industrie garan- tiert er die Praxisnähe der Forschung, und für die Forscher garantiert er, dass nicht eine einseitige Abhängigkeit von der Industrie entsteht. In den Weisungen für diese Kredite heisst es, dass damit zusätzliche Forschungs- und Entwick- lungsvorhaben zu fördern seien, die für die Wettbewerbs- fähigkeit schweizerischer Unternehmen technisch und wirt- schaftlich von Bedeutung sind, vor allem Vorhaben, deren Durchführung durch eine Zusammenarbeit zwischen Unter- nehmen und externen Forschungsstätten erheblich erleich- tert wird. Damit werden - wie bekannt - nicht nur Forschungsarbei- ten, sondern auch Entwicklungsarbeiten ermöglicht, nicht aber Erprobung von Prototypen. Diese Art der praxisorien- tierten Forschung ist ganz besonders ausgerichtet auf eine Innovation bezüglich Material, Prozesse und Produkte. Wenn die im zweiten Paket der Massnahmen zur wirtschaft- lichen Förderung vorgeschlagene Innovationsgarantie bereits im Vorfeld ihrer Behandlung auf so grosse Skepsis stösst, so müssten gerade die Skeptiker dieser neuen Inno- vationsrisikogarantie um so eher hier zustimmen, wo es um Forschung geht, die projektgebunden und praxisorientiert ist. Ich bitte Sie daher, den Antrag Blocher abzulehnen. Müller-Luzern: Von dem, was Herr Blocher eben dargelegt hat, stimmt beinahe nichts. Ich habe den Eindruck, dass Sie von etwas ganz anderem gesprochen haben, als hier wirk- lich zur Diskussion steht. Der Kredit hat nichts zu tun mit dem Schulrat, hat nichts zu tun mit diesen gestrichenen
Renforcement de l'économie. Mesures 336 N 9 mars 1983 Ich möchte folgendes festhalten: Es wurde heute nachmit- tag von irgend jemandem gesagt, die Wirtschaft komme selbst und verlange Unterstützung von selten des Staates. Sehen Sie nach, wer diesen Minderheitsantrag unterzeich- net und eingereicht hat. Es sind alles ausgesprochene Ver- treter der Wirtschaft - ja, das sind es, Frau Uchtenhagen, auch wenn Sie seither selbst in die Gilde der Wirtschafts- führerinnen aufgestiegen sind -, die das nicht wollen. Selbstverständlich gibt es Forschungsleute in den Be- trieben, die mit der hohlen Hand zu Herrn Jucker kom- men und froh sind, wenn etwas bezahlt wird. Aber die Wirt- schaft will solche Beiträge, solche Subventionen nicht. Ich bin schon der Meinung, dass man nicht vom Staate und von den Beamten und Politikern aus dazu übergehen sollte, der Privatwirtschaft das Geld gewissermassen nachzuwerfen und Forschungsprojekte zu subventionieren, Herr Müller, die ein Industrieller selber nicht finanzieren würde, weil er weiss, dass es nur etwas Halbbatziges ist. Das ist die Situa- tion. Sie können den Kopf schütteln, aber es ist tatsächlich so, dass es sich hier um Projekte handelt, die normaler- weise nicht ausgeführt würden. Das einzige Kriterüm, das bei der angewandten Forschung gelten soll, ist, dass derje- nige, der sie trägt, auch überzeugt ist davon, dass etwas dabei herausschaut. Es wurde bereits von Herrn Blocher gesagt, dass es sich um ein völlig artfremdes Produkt handelt, das in diese Vor- lage hineingekommen ist. Es wurde immer gesagt, dass diese Vorlage für die nächsten zwei, drei Jahre Beschäfti- gung schaffen soll. Wenn Sie diesen Kredit bewilligen, dann wird das im Laufe der nächsten Jahre abgewickelt, aber bevor die Arbeiten begonnen werden können - diese Vorla- gen liegen nicht vor, die muss man prüfen und genau disku- tieren -, ist diese Baisse von zwei Jahren, wie wir angenom- men haben, schon längst vorbei. Es handelt sich also um einen strukturellen Kredit auf mittlere Sicht, und das passt nicht in dieses Programm hinein, wenn man ehrlich sein will. Wenn man natürlich sagt: Wir nehmen das jetzt auch noch gerade dazu - das hat man sich offenbar im Amt von Herrn Jucker gesagt -, dann verstehe ich das schon. Aber es ist etwas Artfremdes, und es ist etwas, das in diesem vergrös- serten Stil einfach nicht notwendig ist, von der Wirtschaft nicht gewünscht wird und zu Fehlentwicklungen führt. Es ist nämlich nicht so, dass man einfach mit Geld alles machen kann, sondern man muss auch die Gelder sinnvoll einsetzen, und das wird hier nur in beschränktem Masse getan. Jedenfalls wird in der Schweiz nicht durch eine Auf- stockung der Kredite sinnvoller geforscht. Ich möchte Ihnen deshalb sehr empfehlen, dem Strei- chungsantrag von Herrn Blocher zuzustimmen. Bremi: Selbstverständlich haben alle jene Sprecherinnen und Sprecher recht, die uns darauf hinweisen, dass die schweizerische Wirtschaft mir Forschung und Forschungs- resultaten gross geworden ist und dass das auch in Zukunft der Fall sein wird, d. h. dass wir in hohem Masse davon abhängen, dass wir Forschungsresultate erbringen. Wir wissen auch, dass, im Gegensatz zu allen anderen entwik- kelten Industrieländern, in der Schweiz weit mehr als die Hälfte der Forschungsmittel aus der Industrie kommen und dass es sich nicht um Staatsforschung handelt. Wir haben also allen Grund, die Forschung in unserer Wirtschaft zu pflegen. In diesem Bereich werden mit 50 Prozent privaten Forschungsmitteln und 50 Prozent staatlichen Forschungs- mitteln Forschungsprojekte finanziert und durchgeführt, die durch gemeinsam bestellte Kommissionen bezeichnet werden. Der Grund, warum ich Sie bitte, trotzdem diesem Antrag auf Ablehnung zuzustimmen, ist, dass wir jetzt keine For- schungsdebatte führen. Wir haben auch diesen Kredit dar- aufhin zu untersuchen, ob er, wie das der Bundesrat gesagt hat, in den nächsten zwei Jahren arbeitsplatzwirksam werde oder nicht, und es wird niemand behaupten wollen, dass dieses Kriterium erfüllt sei. Es wird hier niemand glauben, dass mit diesen 25 Millionen im Jahre 1983 und im Jahre 1984 arbeitsplatzwirksame Massnahmen ausgelöst werden. Selbstverständlich wird das auf mittlere und längere Frist Resultate haben, aber hier wollen wir ja ein Programm für kurzfristige Arbeitsbeschaffung erstellen. Kurzfristig wer- den die Resultate nicht in die Arbeitsplätze einfliessen. Selbst die Forschungsarbeit wird erst in ein oder zwei oder vielleicht drei Jahren ausgeführt werden können. Es kommt noch dazu, dass wir in diesen Bereichen keine Arbeitslosigkeit haben. Die Forschung der schweizerischen Industrie leidet heute nicht an Arbeitsmangel. Aus diesen zwei Gründen, weil es nicht arbeitsplatzwirksam ist und weil wir in diesen Bereichen keine Arbeitslosigkeit haben, bitten wir Sie, den Kredit abzulehnen. Darf ich Sie aber im übrigen, bei allem Respekt vor der Technologie, doch einmal darauf hinweisen: Unsere Pro- bleme, auch die der Uhrenindustrie und die von weiten Gebieten der Maschinenindustrie, sind nicht die Technolo- gie, sondern es sind die Märkte und die Exportfinanzierun- gen. Wir leben in einer Zeit, in der wir mehr Antworten als Fragen haben. Wir brauchen mehr Know-how bezüglich Marketing, damit wir die Bedürfnisse anderer Länder und anderer Kunden besser verstehen und diese Bedürfnisse in Pflichtenhefte für die Forscher umschreiben können. Wenn uns das gelingt, haben wir den weitaus grössten Teil der Arbeit geleistet, und es geht dann nur noch darum, dieses Pflich- tenheft zu erfüllen und zu finanzieren. Das kann die Indu- strie in der Regel. Das Risiko liegt nicht darin, dass wir technisch nicht ans Ziel gelangen; das Risiko liegt darin, dass wir technisch zwar ans Ziel gelangen, uns aber nie- mand das Produkt abkauft. Das meine ich, wenn ich sage, dass unser Risiko in den Märkten und nicht in der Techno- logie liegt. Bei allem Respekt vor der Funktion dieser gemeinsamen Industrie- und Staatsforschung glaube ich, dass diese 25 Millionen nicht in dieses Programm gehören. Blocher: Ich möchte mich entschuldigen, dass ich gesagt habe, dass diese beiden Positionen unter Dienststelle des Schulrates und des Nationalfonds laufen. Das ist aber auch das einzige, das nicht richtig war. Diese beiden Positionen kommen dann in den Nachtragskredit, Herr Müller. Wollen einzelne Industrien diesen Kredit? Ich kann Ihnen sagen: Wenn Sie das beschliessen, werden wir uns alle auch verpflichtet fühlen, diese Hilfe in Anspruch zu nehmen. Wenn man ein Forschungsprojekt mit einer Bundesbeihilfe von 50 Prozent abwickeln kann, wird man es sehr gerne tun. Aber ich bin ja nicht hier, damit mir ein Wunsch erfüllt wird. Wir müssen die Konsequenzen sehen. Es geht hier um ein Beschäftigungsprogramm. Diese Forschungspro- jekte, die man zur Hälfte des Preises abwickeln kann, wer- den in der heutigen Situation nicht beschäftigungswirksam. Wenn wir diese Beihilfen auf dem ordentlichen Kreditwege beschliessen und dort die notwendigen Kontrollen einfüh- ren würden, dann wäre das möglich. Aber in einem Beschäftigungsprogramm geht dies nicht. Eggli: Wenn ich den Optimismus hätte, dass in einem oder auch in zwei Jahren die Schweizer Wirtschaft wieder voll laufen würde, dann könnte ich den Herren der Industrie, die das hier vertreten haben, zustimmen. Allein mir fehlt der Glaube. Ich habe bis jetzt immer gemeint, dass die Industrievertre- ter vorausschauend politisieren und ihre Forschung forcie- ren. Ich möchte feststellen, dass wir in der Schweiz Berei- che haben, bei denen wir im Rückstand sind. Im letzten Impulsprogramm mussten wir Forschungskredite für die Uhrenindustrie freimachen. Einiges konnte aufgeholt wer- den. Wir sind aber immer noch nicht an der Spitze. Wenn wir an die Computerindustrie denken - mit all ihren Auswir- kungen und ihren Zweigen -, sind wir im Rückstand. Diese Liste könnte vermehrt werden. Wollen wir im Rückstand bleiben? Es gibt zum Glück Firmen, die forschen wollen, aber die die Mittel darin nicht selbst aufbringen können. Wenn ich nun den Herren Blocher und Fischer zuhöre, dann müsste man eigentlich - besonders bei Herrn Fischer - sagen: streichen wir die 11 Millionen auch noch. So kann
Renforcement de l'économie. Mesures 338 N 9 mars 1983 Bereich eigentlich keine Sorgen hätten. Da darf ich Ihnen trotz der kurzen Zeit, da ich nun diesem Departement vor- stehe, sagen, dass die Akten, die ich beispielsweise aus dem Raum, der mit Uhren und mit Mikroelektronik zu tun hat, erhalte, eine andere Sprache reden. Daher haben wir ein echtes Bedürfnis, in diesem Bereich etwas Zusätzliches zu tun; das ändert gar nichts am hervorragenden Einsatz in Industrie und Wissenschaft. Fazit: Ich möchte Ihnen doch beliebt machen, diesen Kredit nicht zu streichen. Er ist ein Impuls für die junge Genera- tion. Die muss doch spüren, dass wir auch an ihre eigene Zukunft glauben und dass wir überzeugt sind, dass wir die- sen Anpassungsprozess miteinander bewältigen. Abstimmung - Vote Für den Antrag der Mehrheit 94 Stimmen Für den Antrag der Minderheit 37 Stimmen Hier wird die Beratung dieses Geschäftes unterbrochen Le débat sur cet objet est interrompu Schluss der Sitzung um 19.30 Uhr La séance est levée à 19 h 30
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Stärkung der Wirtschaft. Massnahmen Renforcement de l'économie. Mesures In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1983 Année Anno Band II Volume Volume Session Frühjahrssession Session Session de printemps Sessione Sessione primaverile Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 08 Séance Seduta Geschäftsnummer 83.003 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 09.03.1983 - 15:00 Date Data Seite 314-338 Page Pagina Ref. No 20 011 281 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.