Verwaltungsbehörden 17.12.1982 82.566
20011044Vpb17.12.1982Originalquelle öffnen →
Postulat Ott
1789
Mitunterzeichner - Cosignataires: Akeret, Ammann-St. Gal- len, Baechtold, Bratschi, Braunschweig, Bundi, Chopard, Christinat, Deneys, Eggenberg-Thun, Euler, Ganz, Huba- cher, Jaggi, Leuenberger, Mauch, Meier Werner, Meizoz, Merz, Morf, Muheim, Nauer, Neukomm, Ott, Reimann, Rei- niger, Robbiani, Rothen, Rubi, Ruffy, Schmid, Uchtenhagen, Vannay, Zehnder (34)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
In seiner Botschaft zur Umweltproblematik an den Kon- gress vom 23. Mai 1977 hat Präsident Carter eine Studie in. Auftrag gegeben, die die «voraussichtlichen Veränderungen der Bevölkerung, der natürlichen Ressourcen und der Umwelt auf der Erde bis zum Ende dieses Jahrhunderts» untersuchen sollte. Die 1980 unter dem Titel «Global 2000. Report to the President» veröffentlichten Ergebnisse liegen auch in deutscher Übersetzung vor (Verlag Zweitausend- eins, Frankfurt a. M.), ebenso der Ergänzungsbericht, der 1981 unter dem Titel «Global Future. Time to Act» erschie- nen ist (Dreisam-Verlag, Freiburg i. Br.).
Der Bericht kommt zu folgendem Gesamtergebnis: «Wenn sich die gegenwärtigen Entwicklungstrends fortsetzen, wird die Welt im Jahre 2000 noch überbevölkerter, verschmutz- ter, ökologisch noch weniger stabil und für Störungen anfäl- liger sein als die Welt, in der wir heute leben. Ein starker Bevölkerungsdruck, ein starker Druck auf Ressourcen und Umwelt lassen sich deutlich voraussehen. Trotz eines grös- seren materiellen Outputs werden die Menschen auf der Welt in vieler Hinsicht ärmer sein als sie es heute sind.» Dies gilt nach dem Bericht jedenfalls dann, «wenn es nicht zu politischen, institutionellen oder entscheidenden techni- schen Wandlungen kommt und wenn es keine Kriege oder andere tiefgreifende Störungen gibt» (beide Zitate aus «Global 2000», Seite 25 der deutschen Ausgabe).
Alternativen zu einer Entwicklung, die nicht einfach den gegebenen Trends folgt, werden vor allem im «Lateinameri- kanischen Weltmodell» entworfen (dazu den zitierten Bericht, Seite 1223 ff). Dieses Modell setzt sich für eine gut funktionierende und auf den Menschen orientierte Gesell- schaft ein, die in der Bewirtschaftung der Ressourcen umsichtig genug ist, nicht an natürliche Grenzen zu stos- sen. «Während die anderen» im erwähnten Bericht betrach- teten Modelle «alle die Frage stellen «Wohin befördern uns die Mechanismen der Weltwirtschaft?›, stellt das lateiname- rikanische Weltmodell die positiv formulierte Frage Wel- ches ist der wirksamste Weg, dorthin zu gelangen, wo wir hinwollen?›. Anstatt die Kräfte zu untersuchen, die mit grösster Wahrscheinlichkeit massive ökonomische Verelen- dung und Hungersnot herbeizuführen scheinen, untersucht das lateinamerikanische Weltmodell Verfahren, mit denen das Wohlergehen der Armen der Welt optimiert werden könnte» (aaO Seite 1226 f.). Darüber hinaus ist das latein- amerikanische Modell geeignet, auch die Bedingungen für eine positive Entwicklung in den Industrienationen sichtbar zu machen, für eine Entwicklung, die nicht bloss - unter der Herrschaft sogenannter «Sachzwänge» - erlitten wird, son- dern als Resultat demokratischer Gestaltung gemäss den Hoffnungen und Interessen der betroffenen Menschen ver- standen werden kann.
Die Ergebnisse der Berichte «Global 2000> und «Global Future» fordern auch die Politik des Kleinstaates Schweiz heraus, nicht nur auf dem Gebiet des Umweltschutzes in eigener Sache, sondern zum Beispiel auch im Bereich der Energiepolitik, der Agrarpolitik, der Verkehrspolitik, der Siedlungspolitik usw. Eine Bestandesaufnahme der Gefah- ren, die mit den bisher dominierenden Entwicklungstrends verbunden sind, ist auch für die Schweiz dringlich. Sie ist unerlässliche Voraussetzung dafür, um die Entwicklung ver- mehrt in den Griff demokratischer Politik zu bekommen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen.
Überwiesen - Transmis
82.566 Postulat Herczog Saharouisches Volk. Humanitäre Hilfe Peuple sahraoui. Aide humanitaire
Wortlaut des Postulates vom 6. Oktober 1982.
Als Folge des Krieges lebt die grosse Mehrheit des saha- rouischen Volkes immer noch in Flüchtlingslagern in der Wüste. Der Bundesrat. wird gebeten, humanitäre" Hilfelei -· stungen zugunsten der saharouischen Flüchtlinge zu prü -- fen ..
Texte du postulat du 6 octobre 1982.
Par suite de la guerre; la grande majorité du peuple sah- raoui continue de vivre dans des camps de réfugiés en plein' désert. Le Conseil fédéral est prié d'examiner la possibilité d'accorder une aide humanitaire aux réfugiés sahraouis.
Mitunterzeichner - Cosignataires: Carobbio, Crevoisier,. Dafflon, Magnin (4)
Schriftliche Begründung - Développement par écrit
Seit mehreren Jahren dauert der Kampf des Volkes der. Westsahara für Selbstbestimmung und Unabhängigkeit. Trotz offizieller Anerkennung der RASD durch 36 Staaten, trotz UNO-Resolution vom November 1979 über die volle Selbstbestimmung des saharouischen Volkes, trotz glei- cher Beschlüsse der 16. OAU-Gipfelkonferenz und der Kon- ferenz der Blockfreien in Havanna im Jahr 1979 wird dem saharouischen Volk das Selbstbestimmungsrecht verwehrt, und es wird gezwungen, in Flüchtlingslagern zu leben. In dieser Situation leisten verschiedene Staaten und verschie- dene Organisationen Hilfe. Die Schweiz sollte einen Beitrag zur Linderung der Flüchtlingsnot prüfen.
Schriftliche Erklärung des Bundesrates. Déclaration écrite du Conseil fédéral Der Bundesrat ist bereit, das Postulat entgegenzunehmen. Überwiesen - Transmis
82.489 Postulat Ott Alterspolitik. UNO-Konferenz in Wien Politique de la vieillesse. Conférence de l'ONU à Vienne
Wortlaut des Postulates vom 20. September 1982
Zum ersten Male ist, unter den Auspizien der. UNO, das weltweit dringliche soziale Problem des Alterns und des. immer höheren Anteils der betagten Bevölkerung weltweit in Angriff genommen worden. Die Schweiz hat an der. UNO-Versammlung über Altersfragen in Wien aktiv teilge- nommen.
Der Bundesrat wird aufgefordert zu prüfen und darüber Bericht zu erstatten, in welcher Weise die Empfehlungen des von der Wiener Konferenz erarbeiteten «Internationalen. Aktionsplanes» in unserem Lande, vom Bund her und in. Zusammenarbeit mit Kantonen, Gemeinden. und privaten Organisationen, aufgenommen und verwirklicht werden sol- len.
Texte du postulat du 20 septembre 1982:
Pour la première fois, le problème social urgent de la vieil- lesse et du vieillissement croissant de la population a été
226- N
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali
Postulat Herczog Saharouisches Volk. Humanitäre Hilfe Postulat Herczog Peuple sahraoui. Aide humanitaire
In
Dans
In
Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale
Jahr
1982
Année
Anno
Band
V
Volume
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Session
Wintersession
Session
Session d'hiver
Sessione
Sessione invernale
Rat
Nationalrat
Conseil
Conseil national
Consiglio
Consiglio nazionale
Sitzung
13
Séance
Seduta
Geschäftsnummer 82.566
Numéro d'objet
Numero dell'oggetto
Datum 17.12.1982 - 08:00
Date
Data
Seite
1789-1789
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Ref. No
20 011 044
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