Verwaltungsbehörden 01.12.1982 <td class="metadataCell">20010999</td>
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Budget de la Confédération 1983 1536 1er décembre 1982 #ST# Dritte Sitzung - Troisième séance Mittwoch, 1. Dezember 1982, Vormittag Mercredi 1 er décembre 1982, matin 8.00h Vorsitz - Présidence: Herr Eng 82.052 Voranschlag der Eidgenossenschaft 1983 Budget de la Confédération 1983 Fortsetzung - Suite Siehe Seite 1520 hiervor - Voir page 1520 ci-devant Finanzdepartement - Département des finances 614 Personalamt - Office fédéral du personnel Fortsetzung - Suite Anträge siehe Seite 1529 hiervor Propositions voir page 1529 ci-devant Renschler: Die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit ist eine vorrangige gewerkschaftliche Forderung, und diese Forderung gilt selbstverständlich auch für das Bundesper- sonal. In der Verwaltung arbeitet man seit 1958 und in den Betrieben seit 1968 44 Stunden, d. h. also, die wöchentliche Arbeitszeit des Bundespersonals ist somit seit 24 bzw. 14 Jahren gleichgeblieben. Im Gegensatz dazu hat in der Pri- vatwirtschaft eine schrittweise Arbeitszeitverkürzung bereits stattgefunden und wird auch in Zukunft erfolgen. Ab 1983 arbeiten rund 700 000. Beschäftigte in der Schweiz pro Woche 42 oder weniger Stunden. Bis Mitte 1985 werden es rund 1 Million sein. Aber nicht nur im privaten Sektor, auch im öffentlichen Bereich gibt es zahlreiche Beispiele wöchentlicher Arbeitszeiten von 42 oder weniger Stunden pro Woche, und zwar für gewisse Personalkategorien oder für das gesamte Personal. Dies trifft unter anderem zu für die Kantone Genf, Neuenburg und Tessin sowie für die Gemeinden Biel, Genf, La Chaux-de-Fonds, Neuenburg und zahlreiche Tessiner Gemeinden. Schliesslich darf sicher auch hier darauf hingewiesen wer- den, dass in Europa die 40-Stunden-Woche längst zur Norm geworden ist und die Schweiz diesbezüglich einen unrühm- lichen Sonderfall darstellt. Wenn für das Bundespersonal die Arbeitszeitverkürzung gefordert wird, dann kann weder im schweizerischen noch im internationalen Vergleich von Vorprellen die Rede sein. Vielmehr geht es darum, einen Nachholbedarf zu befriedi- gen. Darüber hinaus rechtfertigt sich die Arbeitszeitverkür- zung für das Bundespersonal nach meiner Meinung vor allem aus den drei folgenden Gründen: 1. Die Arbeitszeitverkürzung ist eine notwendige Mass- nahme zur Humanisierung der Arbeitsbedingungen. Die überwiegende Mehrheit des Bundespersonals, nämlich das Personal von PTT und SBB, muss erschwerte Arbeitsbedin- gungen hinnehmen: unregelmässige Arbeitszeit, Nacht- und Sonntagsdienst und ständige Dienstbereitschaft. In der Arbeitswelt insgesamt und somit auch in der Verwaltung und den Betrieben des Bundes haben in den letzten Jahren der Stress, die Unterordnung der Menschen unter die Tech- nik und die Entfremdung der Arbeit stark zugenommen. Folgen dieser negativen Entwicklung sind unter anderem Betriebsunfälle und Berufskrankheiten. Diese stiegen von 1976 bis 1981 gesamtschweizerisch um 18,8 Prozent, und davon ist selbstverständlich auch das Bundespersonal betroffen. Wir stellen fest, dass sich bei verschiedenen Per- sonenkategorien vorzeitige Pensionierungen häufen und dass die Zahl der Krankheitstage zunimmt. Beispielsweise erhöhten sich im Eidgenössischen Departement des Innern die Krankheitstage von 1979 bis 1981 um volle 20 Prozent. 2. Die Arbeitszeitverkürzung verbessert die Möglichkeiten des Bundes zur Rekrutierung des benötigten Personals. Darauf hat bereits gestern Herr Müller hingewiesen. Sie wis- sen, dass lediglich zur Ergänzung der Abgänge in den nächsten vier Jahren, also von 1983 bis 1986, im Durch- schnitt jährlich 10000 Arbeitskräfte neu eingestellt werden müssen. Obwohl die schlechte Wirtschaftslage die Arbeits- marktsituation verändert hat, besteht noch in manchen Regionen und Berufssparten ein Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Der Bund wird seinen Personalbedarf kaum decken können, solange er eine längere Arbeitszeit, als in der Privatwirtschaft üblich ist, verlangt. 3. Die Arbeitszeitverkürzung ist ein wirksames Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Laut der Konjunkturfor- schungsstelle der ETH soll die Zahl der statistisch erfassten Arbeitslosen noch in diesem Winter auf 30 000 ansteigen. Die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 42 Stun- den beim Bund bedingt rund 4000 zusätzliche Stellen. Wenn Kantone und Gemeinden dem Beispiel des Bundes folgen - es gibt verschiedene Kantone und grössere Gemeinden, die auf den Entscheid des Parlaments in der Frage der Arbeitszeitverkürzung warten -, wenn also der Entscheid positiv ausfällt, dann werden nochmals rund 6000 neue Stellen geschaffen, insgesamt also 10000 Arbeits- plätze, die in den nächsten Jahren dazu beitragen können, die Arbeitslosigkeit zu mildern. Die Arbeitszeitverkürzung ist nach meiner Meinung billiger als die Kosten der Arbeitslosigkeit. Diese Kosten lassen sich nicht nur in Frankenbeiträgen bemessen. Das Arbeits- losengeld kann die psychische Beeinträchtigung der Arbeitslosen und die negativen Auswirkungen auf die von Arbeitslosigkeit betroffenen Familien nicht beseitigen. Jetzt geht es um rund 1000 zusätzliche Stellen, und diese für das Jahr 1983 bewilligten 1000 Stellen kosten etwa 60 Millionen Franken, also 0,3 Prozent des Budgets des Bun- des, wobei noch zu präzisieren ist, dass die Hälfte dieses Betrages von den mit Gewinn arbeitenden PTT zu tragen ist. Diese Stellenschaffung ist also letztlich ein bescheide- ner finanzieller Aufwand des Bundes zugunsten seines Per- sonals und zur Verbesserung der Arbeitsmarktsituation. Die Arbeitszeitverkürzung ist eine ganz konkrete Massnahme zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Zu dieser Schlussfol- gerung kamen vor kurzem auch die Wirtschafts- und Sozial- minister der zehn EG-Staaten, als sie in Brüssel über die Verbesserung der Beschäftigungslage berieten. In den Jahren 1983 bis 1986 könnte übrigens eine weitere Verschlechterung der Wirtschaftslage bei uns eintreten. Damit verbunden wäre wahrscheinlich auch ein Rückgang der Nachfrage nach Dienstleistungen der SBB und PTT. In diesem Fall, den wir alle nicht herbeiwünschen, würde die vorgesehene Arbeitszeitverkürzung beim Bund nicht nur wesentlich weniger zusätzliche Stellen bedingen, sondern sie wäre dann erst recht ein Beitrag zur Arbeitsplatzerhal- tung sowie gegen die Arbeitslosigkeit. Es ist also vorläufig eine hypothetische Annahme, die Arbeitszeitverkürzung für das Bundespersonal koste gesamthaft 230 Millionen Fran- ken. Heute und bei der Budgetberatung für SBB und PTT geht es insgesamt um 60 Millionen Franken. Der Föderativ/verband des Personals öffentlicher Verwaltun- gen und Betriebe hat Ende Februar in einer Eingabe an den Bundesrat die schrittweise Einführung der 40-Stunden- Woche postuliert. Es steht auch auf dem Badge, den ich hier trage: nicht 42 Stunden, sondern 40 Stunden haben wir verlangt. Wir waren bereit, als ersten Schritt auf den Som- merfahrplanwechsel 1982 die 42 Stunden zu realisieren.-. Was der Bundesrat nach sehr langwierigen, mühseligen
Budget de la Confédération 1983 1538 1 er décembre 1982 Das Arbeitsverhältnis kann man nur als Ganzes vergleichen. Dazu gehört die Sicherheit des Arbeitsplatzes, und da steht das öffentliche Personal weit an der Spitze. Es gibt keine Arbeitsplätze, die so sicher sind wie jene beim Staat. Dazu gehört aber auch die Ferien-, die Pensionskassen- und die ganze Salärfragenregelung. Ich sehe in unserem Voran- schlag, dass sich das Durchschnittssalär im Bund bei 58 000 Franken netto bewegt (teilweise Widerspruch), und wenn Sie die Sozialleistungen dazunehmen, sind es 76 000. Sie können das für die Beamten des Bundes (ohne SBB und PTT) ausrechnen. Ich mag das den Beamten gönnen, aber man kann nicht sagen, sie seien um so viel schlechter gestellt. Die durchschnittliche Arbeitszeit ist nach der Biga-Statistik des letzten Monats in der Schweiz 44,1 Stunden. Bei den meisten Arbeitsverhältnissen ist keine Pausenregelung ein- bezogen; bei Angestellten in den administrativen Bereichen gibt es das überhaupt nicht, dass halbstündige Pausen möglich wären, so wie wir es beim Bund sehen. Die effek- tive Arbeitszeit beträgt dann nur noch 41,5 Stunden. Man muss es doch im gesamten betrachten. Bei der Ar- beitszeit stehen die Beamten nicht besser als der Durch- schnitt. Bei vielen anderen Positionen stehen die Bundes- beamten aber über dem Durchschnitt, und das muss man jetzt erkennen. Die Gesamtheit der Anstellungsbedingun- gen muss man als durchaus richtig anerkennen. Wenn das Arbeitsverhältnis so schlecht wäre, müssten die Kündigun- gen enorm zahlreich sein. Ich habe auch das untersucht. Die Kündigungen beim Bund - inklusive PTT, SBB - liegen bei 2 bis 3 Prozent. Das liegt weit unter dem Durchschnitt der Privatwirtschaft. Die Fluktuationsziffer gesamthaft ist auch kleiner. Also auch hier kein Indiz, dass die Arbeitsver- hältnisse so ausserordentlich schlecht sind. Es ist von Frau Mascarin gesagt worden (und auch Herr Renschier hat das erwähnt), die Arbeitszeitverkürzung sei ein Mittel zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. Das ist eine Rechnung für diejenigen, die nur bis auf zwei zählen kön- nen. Das ist eine unglaubliche Forderung. Wir leben in unserem Lande nicht vom Verkauf von Arbeit, sondern von Leistung zu gewissen Preisen. Und wenn Sie die Arbeitszeit verkürzen, wird die Leistung teurer, dann werden Sie nicht konkurrenzfähig; dann schaffen Sie die Arbeitslosigkeit. Das ist doch die Konsequenz der Arbeitszeitverkürzung bei gleichem Salär; und das gleiche Salär ist ja natürlich auch die Meinung. Nicht Arbeit verkaufen wir, sondern Produk- tionsleistung. Das sollte doch auch jedem vertraut sein. Es wird auf das Ausland hingewiesen. Dort seien kürzere Arbeitszeiten. Es stimmt, dass das «mustergültige» England die kürzesten Arbeitszeiten kennt. Schauen Sie mal diese Situation an! Es stimmt auch, dass in Deutschland die Arbeitszeiten verkürzt worden sind; das sind Länder mit grossen Rohstoffvorkommen, wo die Arbeit nicht einmal die gleiche Bedeutung hat. Und das sollen nun unsere Muster- länder sein, mit diesen Zahlen von Arbeitslosen und mit die- sen kurzen Arbeitszeiten! Es stimmt auch, dass die schwei- zerische Uhrenindustrie die 42-Stunden-Woche hat. Sind denn das unsere Vorbilder? In dieser ernsthaften Zeit soll- ten wir mit unseren Rezepten ausserordentlich sorgfältig umgehen, um nicht noch die Situation in der Wirtschaft zu verschlimmern. Ist es so - wie Herr Müller gesagt hat -, dass die Gewerk- schafter unter ausserordentlichem Druck stehen? Ich bezweifle nicht, dass es Leute gibt unter jenen, die Sie ver- treten, die kürzere Arbeitszeiten wollen. Aber es gibt zumindest auch andere Stimmen. Wie soll ich mir sonst erklären, dass aufgrund einer Radiosendung, in der ich mich gegen diese Arbeitszeitverkürzung ausgesprochen habe, mir Beamte schreiben, sie gingen in der Sache einig? Wie kommt es (ich kann Ihnen diesen Passus lesen), dass mir einer schreibt; «Ich gehe mit Ihnen in der Sache einig. Es ist jetzt nicht die Zeit, die Arbeitszeit zu verkürzen. Als Mitarbeiter der SBB stört es mich, dass wir von unserer Fir- menleitung nie um unsere Meinung bezüglich der Arbeits- zeitverkürzung gefragt worden sind. Für den Bundesrat sind leider nur die Gewerkschaften und deren Exponenten Gesprächs- und Verhandlungspartner. Abweichende Mei- nungen - und diese existieren bezüglich der 42-Stunden- Woche - kommen den Herren in Bern nicht zu Ohren.» Ich sage nicht, das seien alle Stimmen, aber solche Stimmen gibt es eben auch. Wir stehen heute vor einer Entscheidung, die von grosser gesamtwirtschaftlicher Bedeutung ist. Nachdem uns auf dem Bundesplatz mit dem Wahlzettel gedroht worden ist - man werde dann die betreffenden Leute streichen -, haben wir am Montag den Namensaufruf verlangt. Wir wollen wis- sen, wer in dieser schwierigen wirtschaftlichen Lage im Interesse unserer Arbeitnehmer für eine sichere Zukunft hier gegen diese Forderung stimmt. Das ist ein Zeichen der Verantwortung. Das andere wäre billiger Opportunismus. Präsident: Es folgen nun die Einzelsprecher. Die Redezeit beträgt zehn Minuten. Affolter: Der Preis für eine Arbeitszeitverkürzung für das Bundespersonal sei vor allem unter den heutigen finanziel- len Gesichtspunkten nicht akzeptabel, heisst es. Diesen Preis kann man nicht nur mit einer Kassiermentalität betrachten. Ein sehr wichtiger Teil dieses Preises ist auch der Faktor des Arbeitsfriedens. Darauf möchte ich eintre- ten. Die von den schweizerischen Gewerkschaften bewiesene volkswirtschaftliche Vernunft sei einmalig auf der Welt. Das ist den Gewerkschaften von Wirtschaftsfachleuten attestiert worden. In der Blüte der Wirtschaftskonjunktur ist den Gewerkschaften zudem von Arbeitgeberseite und Politikern immer wieder bescheinigt worden, sie seien in einem hohen Masse an der politischen, sozialen und wirtschaftlichen Sta- bilität unseres Landes beteiligt, ja sie seien Garanten dafür. Wie tönt es heute in einer schwierigeren Wirtschaftslage? Die Gewerkschaften vertreten auch jetzt berechtigte und ausgewiesene Forderungen der Arbeitnehmer, die auch volkswirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Interes- sen dienen. Der Föderatiwerband des Personals öffentli- cher Verwaltungen und Betriebe hat denn in diesem Sinne seine berechtigten und ausgewiesenen Forderungen nach Arbeitszeitverkürzung gestellt, die jetzt zu harten politi- schen Auseinandersetzungen führen. Diese Auseinander- setzungen zeigen, dass es eine sehr bewusste und mit allen modernen Mitteln der Öffentlichkeitsbeeinflussung geführte, gezielte, versteckte und offene Antiwerbung gibt, welche die Gewerkschaften als böse, ja Staats- und gesell- schaftsfeindlich darstellt und bestenfalls als notwendiges Übel - aber immerhin als Übel - in der Meinung des Volkes bestätigen will. Einige Beispiele: In den Medien, vor allem aber an Vorträ- gen von Wirtschaftskreisen und Politikern wird verkündet, die Forderungen der Gewerkschaften seien eine Provoka- tion, sie seien eine Erpressung. Im «Trumpf Buur» der Aktion für freie Meinungsbildung, die übrigens durch zahl- reiche bürgerliche Parlamentarier dieses Rates finanziell kräftig unterstützt wird, heisst es: «Die von den Gewerk- schaften laut vorgetragenen Forderungen nach weniger Arbeitszeit sind nicht nur deplaziert, sondern geradezu gefährlich.» Was gefährlich und auch falsch ist, ist der Aus- spruch unseres höchsten Militärs, der sagte: «Ohne höhere Ausgaben für das Militär hätten wir bald eine museumsreife Armee.» Damit werden nicht nur die öffentlichen Arbeitneh- mer gegenüber anderen Arbeitnehmern ausgespielt, son- dern es werden noch die öffentlichen Aufgaben gegenei- nander ausgespielt, Armee gegen Personal, Armee gegen Sozialeinrichtungen, Armee gegen Landwirtschaft. Also so geht es wirklich nicht. Die Eskalation der Worte zeigt sich auch in der Aussage eines Bankdirektionspräsidenten, die lautet: «Die für das Bundespersonal vorgesehene Arbeits- zeitreduktion auf 42 Stunden pro Woche muss durch das Parlament getötet werden.» Diese Beispiele können belie- big ergänzt werden. Ich könnte auf das Votum von Herrn Blocher eingehen, aber die Zeit ist ja beschränkt. Es sind nicht nur die ausgewiesenen und einem Nachholbe- darf gegenüber der Privatwirtschaft entsprechenden Förde-
Budget de la Confédération 1983 1540 1 er décembre 1982 Schmid: Ich schicke voraus: Das, was die Mehrheit der Finanzkommission vor hat, ist rechtlich zulässig. Das ergibt sich aus dem Budgetrecht des Parlamentes, das sich sei- nerseits auf die Bundesverfassung und auf das Finanzhaus- haltgesetz des Bundes stützen kann. Ich füge aber hinzu: Das Vorgehen der Mehrheit der Finanzkommission entbehrt der inneren moralischen Rechtfertigung. Dies aus zwei Gründen: 1. Sie wissen, dass jedes Abkommen, jeder Kollektiwer- trag, den Arbeitgeber mit Arbeitnehmerorganisationen abschliessen, naturgemäss ein Kompromiss sein muss. Aus dem Wesen des Kompromisses ergibt sich, dass keine der Vertragsparteien voll befriedigt sein kann. Und es kommt bei der Durchsetzung eines Kompromisses und damit bei der Tragfähigmachung eines solchen Abkommens ganz wesentlich darauf an, dass die Verhandlungspartner dem Verhandlungsergebnis mit Engagement und mit Über- zeugungskraft ihren vorgesetzten Instanzen gegenüber zum Durchbruch verhelfen. Diese Bereitschaft ist bis jetzt vorhanden gewesen, und ich möchte die Behauptung wagen, dass das eine der wesentli- chen Ursachen war, weshalb in unserem Lande jahrzehnte- lang sozialer Frieden geherrscht hat. Nun ist das Parlament hier in der Rolle des Arbeitgebers. Wenn wir dieses Abkom- men, das der Bundesrat mit den Verbänden des öffentli- chen Personals abgeschlossen hat, unter den Tisch wischen, indem wir darauf verzichten, die nötigen Budget- kredite zu bewilligen, könnte künftig die Bereitschaft und der Wille sowohl auf Arbeitgeber- wie auf Arbeitnehmer- seite und sowohl im öffentlichen wie im privaten Sektor erlahmen, solche Kompromisse, die - wie gesagt - nie voll befriedigen können, durchzusetzen und damit Gesamtar- beitsverträge und ähnliche Vereinbarungen zwischen den Sozialpartnern zum Tragen zu bringen. Herr Affolter hat vorhin bereits darauf hingewiesen, dass möglicherweise ein solcher Preis, den Sie für die Strei- chung des entsprechenden Globalkredites zu zahlen hät- ten, sehr hoch sein könnte, indem - wie gesagt - der Arbeitsfriede und damit die Sozialpartnerschaft in Frage gestellt werden könnten. 2. Herr Kommissionspräsident Hofmann, aber auch Herr Schwarz haben darauf hingewiesen, dass aus Gründen der Finanzlage des Bundes eine solche Arbeitszeitverkürzung im derzeitigen Zeitpunkt nicht tragbar sei. Da muss ich dar- auf hinweisen, dass das Parlament es abgelehnt hat, Vorla- gen, die ihm der Bundesrat schon vor Jahren zugeleitet hat, zu beschliessen. Sie wissen, woran ich denke. Es geht um die Energiewust, und es geht um die Verrechnungssteuer auf Treuhandzinsen. Es kommt dazu, dass auf der Ausgabenseite teilweise von den gleichen Kreisen, die sich gegenwärtig gegen diesen Globalkredit wenden, massive Forderungen auf Erhöhung der Militärausgaben gestellt werden. Es geht um mehrere 100 Millionen, es geht um grössere Beträge, als sie für die Arbeitszeitverkürzung nötig wären. Die Glaubwürdigkeit der Argumentation mit finanzpolitischen Gründen in bezug auf die Arbeitszeitverkürzung ist nicht gegeben, wenn man sich gleichzeitig sowohl auf der Einnahmeseite des Bundes wie auf der Ausgabenseite so verhält, wie ich es jetzt eben geschildert habe. Zum Schluss noch eine letzte Bemerkung art die Adresse des Bundesrates. Ich bin der Meinung, der Bundesrat täte gut daran, sehr sorgfältig zu prüfen, und zwar jetzt und auch in den kommenden Monaten, ob es wirklich nötig ist, die Zahl der Arbeitskräfte in dem Ausmass, wie das in den uns zugestellten Unterlagen geschildert wird, zu erhöhen. Ich kann mir vorstellen, dass sich namentlich im Büro- bereich, wo ja eine gewaltige Umwälzung im Gange ist, durch Rationalisierungsmassnahmen grosse Einsparungen ergeben könnten. Wenn der Bundesrat das täte, dann würde er einen echten Beitrag zu einer haushälterischen, sparsamen Finanzpolitik leisten. Das wäre gescheiter, als wenn der eine Bundesrat zwar für die Arbeitszeitverkürzung eintritt, der andere aber durch gezielte Äusserungen in den Medien durchblicken lässt, dass er im Grunde genommen anderer Meinung ist. Ich wage zum Schluss die Feststel- lung, dass unser Volk an einer Regierung nicht interessiert ist, in der der eine Bundesrat das und der andere das Gegenteil sagt. Ich bitte Sie, sich der Streichung des Globalkredites zu widersetzen. M. Meizoz: La portée du vote que nous allons émettre au terme de ce débat va bien au-delà de l'augmentation de 40 unités de l'effectif du personnel de l'administration générale de la Confédération. Ce qui est en jeu aujourd'hui, c'est la réduction de la durée du travail de l'ensemble du personnel fédéral, que celui-ci soit occupé dans l'administration cen- trale, dans les ateliers militaires, aux douanes, aux PTT ou aux CFF! Qu'on le veuille ou non, et quoi qu'en dise la Commission des finances, ce vote aura la signification d'une prise de position sur le fond, c'est-à-dire sur le principe même de la réduction de la durée du travail. C'est une première remar- que que je voulais faire dans le cadre de cette discussion. Deuxièmement, selon la Commission des finances, le moment choisi pour appliquer une telle mesure est défavo- rable. Avant elle, et comme pour conditionner les esprits, les milieux patronaux avaient déjà tenu semblable langage. L'argument ne surprend plus, car il est fourni chaque fois qu'il s'agit de faire un pas en avant sur la voie de l'améliora- tion des conditions de travail, aussi bien du personnel de la fonction publique que des travailleurs du secteur privé. Ce n'est jamais le bon moment d'entreprendre quelque chose en matière de durée du travail, faute d'argent lorsque les finances fédérales sont malades, faute de main-d'œuvre lorsque nous sommes en période de surchauffe économi- que, ou encore, selon M. Kaufmann, porte-parole du PDC, parce que l'on ne saurait donner l'impression de céder au pouvoir de la rue. Le prétexte - car c'en est un - n'est pas à la hauteur de l'enjeu. Je dirai à ce propos à M. Blocher, qui s'est exprimé tout à l'heure, que la manifestation de Berne était parfaitement digne. Le ton employé par les orateurs était à la fois ferme et mesuré; il n'y a pas eu d'outrances verbales. La Commission des finances se garde bien de définir les conditions qui, selon elle, devraient être réunies pour qu'une réduction de la durée du travail hebdomadaire puisse s'opérer dans un climat globalement favorable. Troisièmement, la décision du Conseil fédéral est fondée sur une apprécation réaliste des choses. Elle tient compte, d'une part, de l'évolution générale, en Suisse comme à l'étranger. Elle prend en considération, d'autre part, les énormes progrès réalisés ces dernières années en matière de productivité du travail, en particulier dans les entreprises de transport et de communications. Cela est une manière de considérer l'aspect humain du problème et de rendre un hommage mérité, et pas seulement verbal, aux agents de la Confédération qui, grâce à un engagement toujours plus poussé, accomplissent davantage de tâches avec un effec- tif inadapté aux besoins. Contrairement à ce que vient d'affirmer M. Blocher, la réduction progressive de la durée du travail est supporta- ble. C'est le Conseil fédéral qui le déclare dans un rapport adressé à la Délégation des finances. J'ajouterai qu'elle est hautement souhaitable si l'on entend lutter contre la mon- tée du chômage, autrement qu'avec des mots, autrement qu'avec des déclarations telles que celles publiées à l'issue des traditionnelles rencontres entre représentants des par- tis gouvernementaux. Dans cette perspective, la création de 4100 emplois, dont 1030 en 1983, doit être accueillie avec satisfaction. Je voudrais faire une dernière remarque. Le personnel fédé- ral a toujours fait preuve de beaucoup de retenue dans ses revendications, de patience aussi. C'est ainsi que l'actuelle durée du travail, de 44 heures par semaine, est en vigueur depuis quinze années bientôt. On ne l'a pas assez souligné dans ce débat. Quant aux salaires réels, ils n'ont que très modérément progressé durant la même période. Le Conseil
I.Dezember 1982 N1541 Voranschlag der Eidgenossenschaft 1983 fédéral a sans doute pris conscience de tout cela et fait preuve de sagesse qui, au terme de longues et difficiles négociations avec l'Union federative, a jugé à la fois raison- nable et conforme à l'intérêt général de faire un bout de chemin dans la direction signalée par les organisations syn- dicales du personnel fédéral. Je voudrais que cette attitude n'échappe pas aux habituels partisans de la politique contractuelle. Ce faisant, le Conseil fédéral a clairement indiqué qu'il préférait la concertation à la confrontation. C'est pourquoi, remettre en cause aujourd'hui l'entente qui est intervenue c'est porter atteinte à la crédibilité de la poli- tique du personnel suivie par le Conseil fédéral, politique dont on ne saurait trop insister sur le fait qu'elle est basée sur la recherche permanente du dialogue avec les parte- naires sociaux. Il ne faut pas défaire ce que le Conseil fédé- ral a construit en accord avec l'Union federative. J'exprime donc le vœu que le bon sens l'emporte. La déci- sion du Conseil fédéral en est imprégnée, qui tend à l'apai- sement des esprits en faisant partiellement droit aux légi- times aspirations du personnel fédéral. Je vous invite, par conséquent, à voter la proposition de la minorité de la com- mission. Ziegler-Solothurn: Ich unterstütze den Arbeitszeitbe- schluss des Bundesrates und die dadurch notwendige Stellenvermehrung vor allem aus drei Gründen: 1. Es ist nicht mehr als recht und billig, dass dem Bundes- personal eine gleiche Arbeitszeitregelung zugestanden wird, wie sie in den massgebenden Branchen und Industrie- zweigen bereits eingeführt oder vereinbart ist. Bei der beantragten stufenweisen Herabsetzung der Arbeitszeit handelt es sich keineswegs um eine überspannte und unverhältnismässige Forderung. Es geht doch ganz einfach um die Anpassung an die durchschnittlichen Arbeitszeiten, wie sie in der Privatwirtschaft gelten. 2. Arbeitszeitverkürzende und arbeitserleichternde Mass- nahmen sind ein wichtiger Beitrag zur menschengerechten Gestaltung der Arbeitsplätze. Der Bundesrat hat in seinem Bericht an die Finanzdelegation darauf hingewiesen, dass die PTT-Betriebe mit rund 200 000 und die Bundesbahnen mit über 70 000 Ruhe-, Überzeit- und Ausgleichstagen im Rückstand sind, so dass die Kompensation dieser Ansprü- che in Freizeit kaum mehr möglich ist. Allein schon die zunehmende Arbeitsbelastung erfordert gebieterisch eine Erhöhung der bewilligten Personalbestände. Es wäre dem Betriebspersonal mit seinen oft unregelmässigen Arbeits- zeiten sehr zu gönnen, wenn es vermehrt in den Genuss der 5-Tage-Woche kommen könnte. Der Bundesrat hat offensichtlich ein gutes Mittelmass zwi- schen zusätzlichen Rationalisierungsmassnahmen und Per- sonalvermehrung gefunden; ein Mittelmass, das eine ange- messene und notwendige Verbesserung der Arbeitsbedin- gungen ermöglicht. 3. Auch der beschäftigungspolitische Effekt ist nicht zu übersehen. Wir sind heute in manchen Regionen mit den schwerwiegenden Folgen der wirtschaftlichen Rezession konfrontiert. In dieser Situation helfen schöne Worte nicht weiter. Wir sind verpflichtet, jede nur mögliche Massnahme zu ergreifen, um Arbeitsplätze zu erhalten und neue zu schaffen. Unter diesem Gesichtspunkt kommt nun der Antrag des Bundesrates gerade zur rechten Zeit; denn jede zusätzliche Stelle bietet auch eine neue Beschäftigungsmöglichkeit. Ich sehe in der Erhöhung der Personalbestände überdies einen Beitrag zur Bekämpfung der Jugendarbeitslosigkeit, weil ja nicht nur zusätzliche Arbeitsplätze, sondern auch zusätzli- che Ausbildungsplätze geschaffen werden. Es ist gut ange- legtes Geld, wenn wir heute eine erste Tranche neuer Stel- ^ len bewilligen. Die vom Bundesrat beantragte Arbeitszeit- verkürzung liegt aus beschäftigungspolitischen, menschli- chen und trendmässigen Gründen absolut richtig. Der Antrag ist massvoll, gerecht und wirtschaftlich verantwort- bar. Ich bitte Sie deshalb, dem Antrag des Bundesrates zuzu- stimmen. M. Jelmini: Depuis longtemps, dans les milieux du travail, des syndicats et, en ce qui nous concerne, des syndicats chrétiens, on affirme que les mesures visant à réduire la durée du travail hebdomadaire, à accorder de plus longues vacances, à abaisser l'âge de la retraite contribuent de façon déterminante à l'humanisation des conditions de tra- vail. Cela est une réalité. Il n'est pas inutile de rappeler que, d'une manière générale, dans la vie professionnelle, les travailleurs sont de plus en plus mis à contribution, physiquement et psychiquement. Les nouvelles formes d'organisation du travail visant à un processus de travail le plus économique possible, le recours à des techniques toujours plus complexes et les restructurations consécutives à l'automatisation qui ont un certain retentissement sur le nombdre des places de travail, entraînent des contraintes supplémentaires et rendent le travail encore plus monotone. Les distances toujours plus longues entre le domicile et le lieu de travail augmentent souvent la durée journalière du travail. Les inconvénients et les risques professionnels dus aux travaux exécutés dans des conditions difficiles, les horaires irréguliers, le travail de nuit, et ce parfois durant une vie entière, s'ajoutent aux autres contraintes. On peut donc se demander à qui doit profiter le progrès obtenu dans la production au prix de tant de sacrifices. En fait, plus de 700 000 travailleurs de notre pays travaillent moins de 44 heures par semaine. Si l'on tient compte de ceux qui bénéficieront d'une réduction de la durée du tra- vail à partir de l'année prochaine, l'on peut affirmer que, durant les deux prochaines années, plus de la moitié de l'ensemble des travailleurs jouira d'une durée hebdoma- daire de travail se situant au-dessous de la limite de 44 heures. Le Conseil fédéral a donc raison de suivre l'évolu- tion générale qui se dessine dans ce domaine et de tenter de réaliser cette réduction d'horaire de façon raisonnable et opportune. Malgré la récession économique que connais- sent diverses régions et certains secteurs, il faut dire que, dans différents domaines de l'administration et des régies, le recrutement d'un personnel suffisant présente encore bien des difficultés, surtout lorsqu'il s'agit de services irré- guliers dans les grands centres d'exploitation, de travaux dangereux et sales, enfin lorsque le recrutement concerne ceux qui, sur le plan du prestige social, se situent en bas de l'échelle. Il faut tenir compte du fait qu'une réduction de la durée du travail entraîne une augmentation de la productivité, que ce soit à cause des mesures de rationalisation qui sont prises conjointement ou grâce à une augmentation de la capacité individuelle du travailleur. Toutefois, il ne faudrait pas exagé- rer dans ce sens; étant donné que nous tenons à ce que la réduction de la durée du travail conduise parallèlement à l'humanisation des conditions de travail, il est absolument indispensable qu'une partie du travail supplémentaire qui résulte de cette réduction horaire soit compensée par une augmentation de personnel. La décision du Conseil fédéral a largement tenu compte des conditions économiques et financières du moment. C'est d'ailleurs pour ces raisons qu'il a refusé une réduc- tion de la durée du travail à 40 heures, ainsi que d'autres postulats y relatifs. La solution qui nous est proposée est le résultat de longs pourparlers entre partenaires sociaux. Il ne faudrait pas, en l'occurrence, interrompre cette façon de régler les affaires sociales, les conditions de travail, au sein de la Confédération, sans permettre à l'interlocuteur adverse de s'exprimer, sans l'écouter, en prenant d'autorité une décision et en dépassant les limites et les cadres que l'on a utilisés jusqu'à présent. Certains orateurs ont fait allu- sion à la manifestation de samedi dernier. Il faut bien admet- tre que la participation nombreuse à cette manifestation a prouvé l'importance et l'urgence du problème qui nous occupe pour tous ceux qui sont concernés. A mon avis, la proposition qui vous a été présentée par le 195-N
Budget de la Confédération 1983 1542 1 er décembre 1982 Conseil fédéral est tout à fait équilibrée et, en consé- quence, nous vous prions de soutenir l'augmentation de l'effectif du personnel et de sanctionner de la sorte la réduction de la durée du travail décidée par le Conseil fédéral. Feigenwinter: Ich schicke voraus, dass ich voll davon über- zeugt bin, dass wir im öffentlichen Dienst gutes Personal haben; es wäre bedauerlich, wenn diese Diskussion über die Arbeitszeitverkürzung dieses gute Verhältnis trüben müsste. Ich bin davon überzeugt, dass das nicht der Fall zu sein braucht; denn die Voraussetzungen, die uns zu diesem Entscheid in der Finanzkommission bewogen haben, sind nicht so, dass man sie - wie das Herr Schmid getan hat - als moralisch nicht gerechtfertigt bezeichnen könnte. Ich habe nicht so richtig verstanden, was Herr Schmid damit gemeint hat. Er hat vom Arbeitsfrieden, vom sozialen Frie- den, von Sozialpartnerschaft geredet und gesagt, diese seien gefährdet, wenn wir djesem Begehren des Personals nicht entgegenkommen solîten. Ich glaube das nicht. Ich bin davon überzeugt, dass die Sozialpartnerschaft eine sehr wichtige Grundlage ist, wo sich die Sozialpartner eben aus- sprechen müssen über ihre gegenseitigen Bedürfnisse und Möglichkeiten. Das hat ja in der vergangenen Zeit sehr gut gespielt. Es ist nicht etwa so, dass man immer gesagt hat, es sei nie die Zeit für eine Arbeitszeitverkürzung. Ich erin- nere mich, dass das Bundespersonal einmal 48 Stunden gearbeitet, nur zwei Wochen Ferien gehabt hat, und wir haben es schlussendlich doch fertig gebracht, den Ferien- anspruch sehr wesentlich zu erhöhen und die Arbeitszeit auf 44 Stunden abzubauen. Es ist also nicht so, dass man in der Vergangenheit nichts gemacht hätte. Wenn wir nun diesen weiteren Schritt nicht machen wollen, dann aus sicher gerechtfertigten Gründen. Einmal ist es so, dass ungefähr ein Drittel aller Arbeitnehmer eine Arbeitszeit unter 44 Stunden hat. Das Bundespersonal mit den jetzigen 44 Stunden liegt also immerhin noch in der guten Mitte. Das Bundespersonal - ich glaube, auch das kann man nicht in Abrede stellen - hat einen guten Arbeitgeber. Das Volk, das ist ja der Arbeitgeber des Bundespersonals, ist sozial gesinnt. Wir haben gute Lohnbedingungen, wir haben auch in der jüngsten Vergangenheit wieder Reallohnerhöhungen gehabt, wir haben einen vollen Teuerungsausgleich und er wird nicht weniger voll, wenn wir ihn nur einmal pro Jahr geben. Wir haben eine Erhöhung der Ferienansprüche, wir haben vorbildliche Pensionsleistungen. Das Bundesperso- nal kann sich beileibe nicht darüber beklagen, dass es schlecht behandelt würde. Aber es kann meines Erachtens nicht verantwortet werden, dass man nun mit der Arbeits- zeitverkürzung in dieser Frage Schrittmacherdienste leistet. Unser Sprecher der Fraktion, Herr Kaufmann, hat ausge- führt, dass wir nachziehen wollen, wenn es einmal in der Privatwirtschaft so weit ist, dass alle weniger als 44 Stunden arbeiten; wir wollen nicht vorangehen. Ich glaube, das ist gerechtfertigt. Man muss berücksichtigen, dass zwei Drittel unserer Arbeitnehmer länger als 44 Stunden arbeiten. Der wesentliche Punkt, den man nun einfach nicht überse- hen darf, ist doch der Umstand, dass wir das Geld schlicht und einfach nicht haben, um diese Kosten zu bezahlen. Wir haben in diesem Budget 1 Milliarde Franken Defizit einge- stellt. Ich glaube sogar, dass es angesichts der wirtschaftli- chen Situation einiges grösser werden wird. Wegen Arbeitszeitverkürzung in der Privatwirtschaft hat man nie, in keinem einzigen Fall, mehr Personal eingestellt. Man hat mit Rationalisierungsmassnahmen ausgeglichen, was man auf- grund der Arbeitszeitverkürzung einsparen müsste. Das ist offensichtlich nach den Berechnungen des Bundesrates nicht der Fall, weil hier 4000 neue Stellen geschaffen wer- den müssen. Ich wäre sofort damit einverstanden, diese 4000 neuen Stellen zu schaffen, wenn der Lohnkostenanteil der gleiche bleiben würde. Aber hier gehen wir natürlich weit auseinander. Ich glaube eben, dass wir in der Zukunft nicht davon ausgehen können, dass der Kuchen grösser wird. Der Kuchen wird gleich bleiben, wenn wir Glück haben, oder er wird kleiner werden. Die gleiche Anzahl Arbeitnehmer wird sich dann in diesen Kuchen teilen müs- sen. Das kostet für den Bund 240 Millionen und, wenn die gesamte öffentliche Hand nachzieht, 1 Milliarde. Dieses Geld fehlt uns, wir haben es nicht. Auf der anderen Seite ist die Wirtschaftslage eben nicht so, dass wir davon ausgehen könnten, sie würde sich in nächster Zeit verbessern. Mit Blick auf diese fehlenden Finanzen, mit Blick auf die schlechte Wirtschaftlage - sie ist schlechter, als wir im Grunde genommen zugeben - ist unsere Fraktion gross- mehrheitlich zur Auffassung gekommen, dass wir jetzt die- sen Schritt nicht machen, sondern erst dann in Erwägung ziehen sollten, wenn es sowohl die Finanzlage des Bundes wie auch die Wirtschaftslage erlauben werden. Deshalb werden wir grossmehrheitlich für Ablehnung stimmen. Wagner: Wohl wissend um die heutige Wirtschaftslage hat der Bundesrat entschieden, für sein Personal die Arbeits- zeit in zwei Etappen von 44 auf 42 Stunden pro Woche abzubauen. Dies ist sicher ein mutiger Entscheid, wenn er auch verkoppelt ist mit der Bedingung, dass das Parlament die notwendig gewordenen Stellen dann auch bewilligt. Der Bundesrat hat nicht leichtfertig gehandelt, denn er wusste es so genau, wie Sie es wissen, dass heute schon in der Privatindustrie 200 000 bis 300 000 Arbeitnehmer eine kür- zere Arbeitszeit als 44 Stunden haben. Die vertraglichen Verhandlungen in der Maschinenindustrie laufen gegenwär- tig für eine Arbeitszeit von 40 Stunden. Nicht das öffentliche Personal darf für sich in Anspruch nehmen, in bezug auf die Arbeitszeitverkürzung Pionierarbeit geleistet zu haben. Wir Arbeiter in der Privatindustrie waren es, die hier Pionier- arbeit geleistet haben. Als Arbeiter der Privatindustrie schätze ich mich glücklich, einmal etwas erreicht zu haben, das das öffentliche Personal eben nicht schon hat, nämlich eine kürzere Arbeitszeit. Wenn Sie heute ja sagen zur Arbeitszeitverkürzung, so ist das kein Geschenk an das Personal, denn diese Begehren sind längst abverdient. Das Personal in der öffentlichen Ver- waltung ist ehrlich und ohne Korruption. Die wird bei uns in der Schweiz nicht geduldet. Wir müssen auch in Berück- sichtigung ziehen, dass wir viel Personal haben, das zu Unzeit - in der Nacht, am Sonntag - seinen Dienst erfüllen muss. Wir haben ein Zollpersonal, das zu jeder Tageszeit für uns da ist. Wir haben unsere SBB-Angestellten, die trotz «konkursfähigem» Arbeitgeber ihre Pflicht erfüllen, und zwar zu jeder Tageszeit. Wir haben PTT-Beamte, die für pünktliche Zustellung unserer Post sorgen, und Telefon- und Fernmeldebeamte, die dem Bund das notwendige Geld einbringen. Ich bin als Gewerkschafter eigentlich stolz dar- auf, dass es nicht der Bund war, der die Arbeitszeitverkür- zung erreicht hat. Es waren die Arbeitgeber der Privatindu- strie, die unseren Arbeitsfrieden honoriert haben. Die Beamten und die Arbeitnehmer der Schweiz haben im Zei- chen der Hochkonjunktur nicht alle Möglichkeiten ausge- nutzt. Es lag da einiges mehr drin, auf das wir im Zusam- menhang mit dem Arbeitsfrieden verzichtet haben. Wir Arbeitnehmer haben zugunsten des Arbeitsfriedens auf einiges verzichtet. Ich habe immer grösste Bedenken, wenn man von Streiks redet oder einen solchen möglicherweise in Aussicht stellt. Ich kenne da meine Arbeitskollegen in der Schweiz zu gut und bin mit den schweizerischen Eigenarten bestens ver- traut. Die schweizerische Arbeiterschaft denkt da anders als diejenige im Ausland. Offen und anerkennend will ich zugeben, dass wir es in der Schweiz auch mit einer anderen Arbeitgeberschaft zu tun haben. Bei uns in der Maschinen- industrie wird ab 1. Januar 1983 die 42-Stunden-Woche ver- wirklicht. Das sogenannte Friedensabkommen, auf das wir stolz sind, läuft nächstes Jahr ab. Im Zusammenhang mit dem neuen Vertrag, der ja wieder einige Jahre Gültigkeit haben soll, verhandeln wir am Tisch, objektiv, mit unseren Arbeitgebern nicht nur über Reallohnerhöhungen, sondern eben auch über eine kürzere Arbeitszeit. Es kann also keine Rede davon sein, dass unsere Bundesbeamten mit ihrem Begehren gesamtschweizerisch eine Signalwirkung auslö- sen.
Budget de la Confédération 1983 1544 1er décembre 1932 Diskussion wird versucht, in diese Sachfrage diskriminie- rende Unterstellungen einzubringen. Darf ich deshalb gleich vorweg folgendes feststellen: Es ist heute wohl nicht mehr bestritten, dass der Hauptvergleich zwischen Beamten und Privatangestellten im Gleichgewicht ist. Aus der Sicht der Privatwirtschaft lege ich Wert auf die Feststellung, dass hinsichtlich des Wertes der Arbeit und der Salarierung keine grundsätzlichen Unterschiede mehr bestehen. Die Arbeit bei Bahn, Post und Verwaltung ist in gleichem Masse beanspruchend und wertvoll wie jene in der Industrie. Hinsichtlich der Arbeit und des Lohnes beste- hen also keine namhaften Differenzen. Differenzen bestehen in den übrigen vertraglichen und gesetzlichen Regelungen, und sie sind gerechtfertigt durch die Unterschiede der Funktion. Es bestehen übrigens auch vielleicht unnötige Differenzen innerhalb der öffentlichen Verwaltung. Was sind diese Unterschiede? Es ist nicht nur die Arbeitszeit, die wir jetzt diskutieren. Ein erster Unter- schied ist der Kündigungsschutz, ganz ohne Zweifel zugun- sten der Beamten. Ein zweiter: das Streikverbot bzw. das Streikrecht in der Privatwirtschaft, ganz sicher zugunsten der privaten Seite. Ein dritter Unterschied: die Altersvor- sorge, ohne Zweifel zugunsten der Beamten. Ein vierter Unterschied: die Differenzierungen innerhalb der Salär- strukturen, die Beweglichkeit, auch die Möglichkeiten der Beförderung, ganz sicher zugunsten der Privaten. Ein fünf- ter Unterschied: die starre Indexierung, die sich sicher zugunsten der Beamten auswirkt; ebenfalls zugunsten der Beamten die Regelungen für Krankheit und Unfall. Schliess- lich die betriebliche 5-Tage-Woche, die mindestens bei Tei- len des Bundespersonals noch nicht eingeführt werden konnte. Weitere Unterschiede bestehen in den Bereichen der Dienstaltersgeschenke, der Ferien, der Zulagenpraxis usw. Heute steht nur eines dieser vielen Elemente zur Diskus- sion: die Arbeitszeit. Dazu Fakten und Zahlen: Wenn wir Arbeitszeiten vergleichen, haben wir zwischen Brutto- und Nettozeiten zu unterscheiden. Der Unterschied liegt in jenen zweieinhalb Stunden Pause, die der Bund kennt, die aber zum Beispiel in der Maschinenindustrie weitgehend nicht mehr angerechnet werden. Ein Zweites: Arbeitet der Bund heute wirklich länger als die Wirtschaft? Ich erinnere Sie daran, dass SBB-Beamte uns darauf hinwiesen, es sei unfair, sie mit den Lastwagenfah- rern zu vergleichen. Die Chauffeurverordnung der Lastwa- genfahrer sehe längere Arbeitszeiten vor als jene der SBB. Dies zeigt, dass nicht alle Arbeitszeitvergleiche zuungun- sten des Bundespersonals ausfallen. Es liegt mir ferner eine Statistik vor von 41 Branchen der Industrie, die im gewoge- nen Durchschnitt heute 44,2 Stunden arbeiten. Heute arbei- ten von diesen 41 Branchen 12 über 44 Stunden, 20 arbei- ten 44 und 9 unter 44 Stunden. Nach vertraglichen Ver- pflichtungen, die in Zukunft noch eingelöst werden müssen, werden ab I.Januar 1983 acht weitere Branchen unter die 44-Stunden-Grenze kommen. Es ist also nicht so, dass heute ganz eindeutig die Industrie schon unter der 44-Stun- den-Grenze liegt. Es wird immer wieder empfohlen, die Arbeitszeit zu reduzie- ren, um mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Auch das hat heute morgen Herr Renschier gesagt. Diese Theorie stimmt aber nur, wenn wir bereit sind, entweder die gesamten Personal- kosten und damit die Produktionskosten zu steigern, d. h. den Werkplatz Schweiz zu gefährden, oder aber wenn wir bereit sind, die heutigen Lohnsummen auf mehr Personen zu verteilen. Das erste (die höheren Kosten) trifft unsere Konkurrenzfähigkeit und damit alle Arbeitsplätze. Vom zwei- ten, von der Verteilung der bestehenden Lohnsumme auf mehr Personen, habe ich bis heute noch nichts gehört. Der Maschinenindustrie, in der ab I.Januar 1983 noch 42 Stunden gearbeitet wird, wird ab und zu der Vorwurf gemacht, sie sei in der Arbeitszeitverkürzung vorgeprellt. Im Rückblick mag diese Arbeitszeitverkürzung um zwei Stunden im Zeitraum von fünf Jahren als gewagt erschei- nen. Wir durften aber vor fünf Jahren, als wir das Friedens- abkommen erneuert haben, davon ausgehen, dass ein Rationalisierungseffekt in der Grössenordnung von einem Prozent pro Jahr möglich sei. Ob dies bei allen Firmen wirk- lich der Fall sein wird, darf heute bezweifelt werden. Für das Gros der Firmen aber darf angenommen werden, dass die durch die Verkürzung entstandenen Mehrkosten durch Rationalisierung wettgemacht werden konnten. Das würde bedeuten, dass sich die Herstellungskosten im Werkplatz Schweiz nicht verschlechtern. Der Bundesrat spricht in seinem Bericht über die Erhöhung der Zahl der bewilligten Personalstellen infolge Verkürzung der Arbeitszeit von einer Zunahme der Arbeitsproduktivität, verlangt aber gleichzeitig mit der Arbeitszeitverkürzung eine Erhöhung von über 4000 Personalstellen, was einen finanziellen Mehraufwand von 229 Millionen Franken bedingt. Entweder muss diese Arbeitszeitverkürzung zufolge des fehlenden Rationalisierungseffektes durch Straffung zusätzlicher Personalstellen mit entsprechendem Mehraufwand kompensiert werden, oder sie kann durch Straffung der Verwaltung und Betriebe, also durch Rationa- lisierung, aufgefangen werden. Das Parlament hat es somit in der Hand, durch die Stellenplafonierung diese Straffung zu erzwingen, und es sollte sich dieses einzige Instrument der Einwirkung nicht aus der Hand nehmen lassen. Das ist- der Sinn des Budgetrechtes. Dass Kantone und Gemein- den, die ebenfalls seit Jahren rote Zahlen aufweisen, nach- ziehen müssen, steht ebenfalls fest; denn es ist nicht einzu- sehen, mit welchen Argumenten sie ihrem Personal das vorenthalten sollten, was das Bundespersonal für sich in Anspruch nimmt. Die Absicht des Bundesrates, die Arbeitszeit zu verkürzen, ohne die Gewissheit zu haben, die Arbeitszeitverkürzung durch Rationalisierung zu kompensieren, geht völlig an den Realitäten vorbei. Wir sind überzeugt, dass unsere vielen tüchtigen Beamten dafür Verständnis haben werden, dass die Arbeitszeitreduktion nicht jetzt beschlossen werden kann. Ich bitte Sie im Namen der überwiegenden Fraktionsmehr- heit, den Anträgen der Finanzkommission zuzustimmen. Zbinden: Ich habe eine Bemerkung an den Bundesrat, eine Aussage zur Personalpolitik des Bundes und - vielleicht etwas ungewöhnlich - einen Appell an die Beamten vorzu- tragen. Herr Bundesrat, Sie und Ihre Kollegen sind abschliessend zuständig für die Arbeitszeitverkürzung. Sie haben dem Bundespersonal eine solche Verkürzung zugestanden oder so quasi versprochen. Ich verstehe deshalb nicht, weshalb Sie diese Verkürzung von der Zustimmung durch das Parla- ment abhängig gemacht haben. Das Vorgehen, auf diese Weise den «Schwarzen Peter» der Bundesversammlung zuzuschieben, erachte ich als zweifelhaft. Sie haben damit Hoffnungen geweckt, die allenfalls einer Enttäuschung Platz machen müssen. Meines Erachtens hätten Sie mit diesem «Quasi-Versprechen» bis zum Budgetbeschluss warten müssen. Zur Personalpolitik des Bundes möchte ich feststellen, dass meines Erachtens unserem Bundespersonal anständige Lohn- und Arbeitsbedingungen geboten werden. Noch letz- tes Jahr haben wir generelle Reallohnerhöhungen beschlossen. Wir wollen diese Arbeitgeberleistungen voll aufrechterhalten. Diesen Preis müssen Bund, SBB und PTT als öffentliche Anstalten erbringen. Also Leistungsgarantie des Arbeitgebers Bund sowohl in bezug auf Arbeitsplätze wie auch auf Besoldungen. Diese Sicherheiten kann heute in der Privatwirtschaft nicht mancher Arbeitgeber bieten. Kaum ein Arbeitsplatz ist sicherer als jener beim Bund. Das ist auch ein sozialpolitischer Leistungsausweis. Nun wende ich mich für einmal nicht an Sie, meine Damen ( und Herren im Nationalrat, sondern an die Bundesbeamten als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unserem «Unterneh- men», genannt Schweizerische Eidgenossenschaft. Unse- ren Beamten und Angestellten beim Bund, bei den SBB und bei den PTT attestiere ich gerne Zuverlässigkeit und Verant- wortungsbewusstsein. Gerade deshalb appelliere ich an Sie alle, auf allen Stufen Ihren persönlichen Beitrag zu leisten
Budget de la Confédération 1983 1546 1 er décembre 1982 heitsantrag ablehnt, wenn die Kommissionsmehrheit hier obsiegt, dann ist der Zug für längere Zeit abgefahren. Nach unserer Auffassung ist der Weg, wie man ihn beschrif- ten hat, falsch. Wir müssen uns in Gottes Namen etwas ein- fallen lassen, um das festgefahrene Gefährt wieder in Fahrt zu bringen. Wir meinen, dass es wichtig wäre, beispiels- weise die gewünschte Form der Arbeitszeitverkürzung abzuklären. Zweitens die betriebswirtschaftlichen Wirkun- gen dieser Massnahmen noch differenzierter zu wägen, und drittens müssten die gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen - nicht nur die kurzfristigen, Herr Blocher, auch die langfri- stigen - mit ins Auge gefasst und geprüft werden. Hier gilt es also, noch verschiedene Abklärungen zu machen. Wir haben gestern einen Vorstoss eingereicht, in dem wir uns ganz klar dazu bekennen, dass langfristig Arbeitszeitverkür- zungen gesamtwirtschaftlich gesehen nicht nur nötig, son- dern auch möglich sind. In unserem Vorstoss schlagen wir vor, dass die Form der Ferienverlängerung mit in die Über- legungen einbezogen werden muss, und wir sind über- zeugt, dass mit einem solchen Vorgehen eine Kompromiss- lösung gefunden werden könnte, die wirtschaftlich vernünf- tig ist und auch mithelfen würde, die Missgunst zwischen öffentlichem und privatem Personal abzubauen. Aufgrund unserer Überlegungen und aufgrund auch unse- rer eigenen Vorschläge haben wir in der Fraktion mit gros- ser Mehrheit beschlossen, uns der Stimme zu enthalten. Wir werden also nicht nein sagen, (teilweise Heiterkeit) Wir können unsere Haltung genau begründen, wir haben Vor- schläge vorgebracht. Wir sind gespannt - Sie können jetzt lachen, - wir sind dann gespannt, ob Sie bereit sind, auf unsere Vorschläge einzutreten und darüber zu diskutieren. Herr Blocher, Sie haben jetzt am lautesten gelacht: Ich bin gerne bereit, mich mit Ihnen über all diese Probleme zu unterhalten, aber ich bin überzeugt, Herr Blocher, diese Frage hier ist nicht zum Lachen, trotz allem. Wir nehmen die Dinge ernst, und ich hoffe, Sie nehmen sie auch ernst. M. Duboule: Nous abordons ici le problème général de la réduction de la durée du travail, alors qu'en fait nous sommes appelés à nous prononcer sur un crédit relative- ment modeste, de l'ordre de 5 millions et qui porte sur une quarantaine d'emplois. Le nombre des orateurs inscrits, l'importance attribuée à ce débat par chacun d'entre nous démontrent que le problème est préoccupant et qu'en fait il concerne non seulement l'examen du budget 1983, mais également celui des budgets suivants, ainsi que le pro- blème de l'initiative parlementaire visant au plafonnnement des effectifs du personnel. Je considère que des nuances doivent être apportées à l'occasion de ce débat et le Conseil fédéral serait bien avisé d'en tenir compte. Tout d'abord, une constatation qui ne fait l'objet d'aucune critique ni contestation, c'est que nous partageons tous le souci de voir restaurer l'équilibre des finances fédérales. En outre, si la question du plafonnement de l'effectif du personnel relève du Parlement parce qu'il existe une loi à cet égard, la question de la durée de l'horaire de travail relève du gouvernement. Toutefois évi- demment, cela est un peu plus compliqué car, en vue de la réduction de la durée du travail hebdomadaire, le Conseil fédéral a besoin de l'accord des Chambres pour l'augmen- tation de personnel que cette réduction implique. C'est donc à nous qu'il appartient de bien se déterminer. Je dirai à ce propos que nous ne sommes nullement impressionnés par la manifestation de samedi dernier. Il est du devoir du Parlement d'examiner ce problème avec la plus grande sérénité, sans aucune pression et j'espère que c'est l'opi- nion de la majorité de cette assemblée. Cela étant, je voudrais dire que l'avis du Conseil fédéral, tel qu'il ressort de son rapport concernant l'augmentation des effectifs, me paraît solide et que la proposition de passer de 44 heures à 43 heures dès 1984 et à 42 heures dès 1985 ne semble pas particulièrement révolutionnaire et que cela est bien dans l'ordre normal des choses. Mais, malheureu- sement, l'évolution de la situation économique, spéciale- ment dans le secteur privé, nous préoccupe à un point tel qu'il paraît difficile de réduire cet horaire de travail du per- sonnel des administrations publiques au moment où, dans certains secteurs, le personnel de l'économie privée éprouve des craintes quant à la sécurité de l'emploi. C'est là que des nuances s'imposent selon les types d'adminis- trations concernées; ainsi, il conviendrait d'opérer une dis- tinction entre les fonctionnaires de l'administration centrale et également à l'intérieur de celle-ci, et les employés des Régies, comme ceux des CFF et des PTT. Je me réserve dès lors, au moment où nous traiterons ces points - qu'il s'agisse des budgets futurs des PTT et des CFF - d'appor- ter un vote soit positif soit négatif mais en fonction de la situation du cas particulier. C'est dans cet esprit que plu- sieurs parlementaires romands - nous sommes une quin- zaine - ont déposé, hier, une motion qui invite la Conseil fédéral à présenter à l'occasion de l'examen du budget 1984, un nouveau rapport sur la réduction envisagée des heures hebdomadaires de travail dans l'administration. Nous demandons au Conseil fédéral de bien vouloir tenir compte de la situation générale de l'économie, de la néces- sité de réduire le déficit des finances publiques et de cher- cher à maintenir l'équité quant à l'horaire de travail entre employés de l'administration et salariés privés. Enfin, le Conseil fédéral est invité à envisager une réduction différen- ciée des horaires de travail, suivant la catégorie des ser- vices de l'administration. Je le dis ici à l'intention du Conseil fédéral: on pourrait aussi envisager un autre échelonne- ment dans le temps. A cet égard, je voudrais relever deux propositions qui me paraissent constructives et intéres- santes: celle de M. Riesen qui suggère un échelonnement dans le temps et qui fera l'objet d'un autre amendement dont nous discuterons plus tard et une proposition de M. Jelmini qui, sur le point particulier du plafonnement de l'effectif du personnel, demande le renvoi à la commission, pour obtenir une solution plus souple et tenant compte des différentes branches de l'administration et des Régies, afin de réexaminer tout le problème, peut-être en dehors d'une loi qui serait par trop rigide. Tout cela signifie qu'une concertation paraît encore possi- ble, si le Conseil fédéral veut bien suivre l'esprit de cette motion qui - je le répète - est appuyée par une quinzaine de parlementaires qui ne veulent pas être piégés par un vote particulier, auquel l'on devra procéder tout à l'heure, et qui porte sur une toute petite partie du problème, mais qui désirent un vote à propos duquel on peut juger l'ensemble de l'opération. Eh bien! nous ne tomberons pas dans ce piège et nous n'acceptons pas d'y tomber. Nous verrons tout à l'heure si c'est un «oui» ou si c'est un «non» mais ce ne sera en tout cas pas l'abstention, Monsieur Jaeger, que nous manifesterons sur ce point précis du budget, mais nous nous réservons de cas en cas de dire notre position, cela en fonction de la situation économique générale et, d'autre part, en raison de la situation propre à tel ou tel ser- vice de l'administration publique. Reimann: Es wurde sowohl vom Präsidenten der Finanz- kommission als auch von anderen Sprechern erklärt, der Zeitpunkt für eine Arbeitszeitverkürzung beim Bundesper- sonal sei schlecht gewählt. Angesichts der bedrohten Arbeitsplätze in der Privatindustrie könne der Bund nicht finanzielle Mittel für die Verbesserung der Arbeitsbedingun- gen beim Bundespersonal aufwenden. Es wäre meines Erachtens zu einfach, wollte man im vorliegenden Fall die Arbeitszeitverkürzung einfach als unnötige Verbesserung der Arbeitsbedingungen abtun. Natürlich bedeutet kürzere Arbeitszeit mehr Freizeit und Erholung. Und es gibt auch beim Bund viele Arbeitsplätze, bei denen aufgrund der Anforderungen eine Arbeitszeitverkürzung angezeigt oder sogar dringend notwendig ist. Neben den ergonomischen Überlegungen und menschli- chen Rücksichten wird die Arbeitszeitverkürzung aber mehr und mehr zu einem wirtschaftlichen Erfordernis. Als Folge der weltweiten Überkapazitäten hat die Arbeitslosigkeit in den westlichen Industrieländern bedrohliche Ausmasse angenommen, mit Arbeitslosenzahlen in einer Höhe, wie sie
Budget de la Confédération 19831548 1 er décembre 1982 vermissen lasse. Die Mitarbeiter in den Betrieben sind sich auch voll bewusst, dass die gegenwärtige Forderung des Bundespersonals über Kostensteigerungen direkt zu einer weiteren Verschlechterung der Konkurrenzfähigkeit unserer Produkte führen muss, dass immer mehr Aufträge im Inland und auf den Exportmärkten wegen unserer hohen Preisstel- lung an ausländische Lieferanten verlorengehen und so unnötigerweise noch mehr Arbeitsplätze zusätzlich gefähr- det werden. Sind sich die mit Streik drohenden Angestell- ten bewusst, dass unter diesen Umständen selbst die Mehrzahl der Kollegen aus der Wirtschaft nicht mehr bereit sein werden, dem Bund dringend notwendige zusätzliche Mittel zuzugestehen, wenn diese offensichtlich in erster Linie für die Abdeckung von Personalforderungen verwen- det werden, für Leistungen, die in der Wirtschaft gegenwär- tig realistischerweise nicht erwartet werden können? Aus tiefster Besorgnis heraus appelliere ich deshalb an das Bundespersonal, in dieser wirtschaftlichen Situation den Bogen nicht zu überspannen und in einer Notsituation, in der wir uns eine Spaltung und Entfremdung zwischen die- sen beiden Lagern weniger denn je leisten können, vernünf- tig und realistisch zu bleiben. Wir sind alle auf gute, pflicht- bewusste und kompetente Beamten angewiesen, und es ist ein grosses Glück für unser Land, solche zuverlässigen Beamten zu haben. Aber unser Staat, insbesondere auch seine Beamten, sind auf eine konkurrenzfähige, gesunde Wirtschaft mindestens ebensosehr angewiesen. Es war noch nie gute Praxis, am Ast zu sägen, auf dem man sitzt. Ich appelliere an die dringend notwendige Solidarität des Bundespersonals und der öffentlichen Dienste mit dem Per- sonal der Privatwirtschaft und bitte Sie, die zusätzlichen Mittel, die durch die geplanten Arbeitszeitverkürzungen notwendig werden, im gegenwärtigen Moment nicht zu bewilligen. M. Magnin: Je tiens d'abord à dénoncer l'hypocrisie de ceux qui sont montés à cette tribune pour faire l'éloge des employés de la fonction publique, pour dire qu'ils n'étaient pas opposés au principe de la réduction de l'horaire de tra- vail, mais pour déclarer tout aussitôt que ce n'était pas le moment, car pour eux ce n'est jamais le moment, ni pour améliorer les salaires, ni pour améliorer les prestations sociales, ni surtout pour abaisser la durée de l'horaire de travail. Faut-il vous rappeler qu'il a fallu la grève générale de 1918 pour que les travailleurs suisses obtiennent la semaine de 48 heures? Faut-il vous rappeler qu'il a fallu ensuite près de cinquante ans de lutte pour qu'au travers des conventions collectives (même pas de la loi) ces travailleurs obtiennent la semaine de 44 heures? Pour certains, qui sont montés à cette tribune, ce n'est jamais le moment. En période de haute conjoncture, lorsque se posait la question de la réduction de l'horaire de travail, quelle était la réponse? - Impossible, car cela nécessiterait l'appel à des dizaines et des dizaines de milliers de travailleurs étrangers supplé- mentaires! Ce n'était donc pas le moment. Aujourd'hui, où la conjoncture est un peu moins favorable, ce n'est pas le moment non plus, précisément parce que cette conjonc- ture est moins favorable. On nous affirme que la réduction de l'horaire de travail ne serait pas supportable pour l'économie, qu'elle ne serait pas supportable pour les finances de la Confédération. Que valent en réalité ces pseudo-arguments? Voyons la situa- tion économique: lorsque nous intervenons auprès du Conseil fédéral, ce que nous avons fait à diverses reprises au cours de ces derniers mois, pour lui demander de pren- dre un certain nombre de mesures afin de venir à l'aide de certaines branches industrielles ou de certaines régions de notre pays qui connaissent des difficultés économiques, quelle est la réponse de M. Honegger, président de la Confédération, par exemple? - Pas nécessaire: la situation n'a rien d'alarmant! Mais aujourd'hui, la situation est alar- mante, quand il s'agit de s'opposer à la réduction de la durée du travail du personnel de la Confédération. Nous considérons au contraire qu'en raison même de cette situation économique, c'est le moment de réduire la durée du travail non seulement pour le personnel de la Confédéra- tion mais pour tous les travailleurs de notre pays. La mesure qui nous est proposée pourrait répondre à l'un des problèmes posés par la situation économique, celui du chô- mage, grâce à la création d'un certain nombre de postes de travail au sein de l'administration, postes de travail utiles et nécessaires, en tout cas plus utiles et plus nécessaires que quelques emplois proposés dans l'industrie d'armement. Nous considérons d'autre part qu'il vaut mieux payer des travailleurs que de continuer à verser des indemnités de chômage. La Confédération a un rôle à jouer dans la créa- tion de postes de travail, qui sont, je l'ai dit, utiles et néces- saires et non pas artificiels. Qu'en est-il de la situation financière de la Confédération, elle aussi utilisée pour combattre la réduction de la durée du travail? Cette situation n'est pas tout aussi catastrophi- que qu'on essaie de le faire croire. L'exercice 1981 a d'ail- leurs été bien meilleur que prévu puisqu'on a retrouvé quel- que chose comme 1 milliard! Hier, M. Ritschard, conseiller fédéral responsable des finances, nous a avertis discrète- ment que le compte 1982 serait également meilleur que prévu. Ce qui m'a frappé, et je le prie de m'excuser de l'avoir interrompu à ce moment-là, c'est que, au lieu de s'en réjouir, il le disait avec inquiétude car il voyait l'utilisation que d'aucuns pourraient en faire pour combattre la politi- que d'austérité que l'on veut nous imposer. Or je dis qu'en ce qui concerne la situation financière de la Confédération, on ne cesse de peindre le diable sur la muraille afin d'impo- ser une certaine politique voulue par les milieux les plus réactionnaires et les plus conservateurs des Chambres fédérales. Cette situation financière peut d'ailleurs être améliorée comme l'a déjà dit M. Carobbio, porte-parole de notre groupe, non seulement par des mesures d'économies mais également par les recettes qui sont prévues, mais ces pro- jets de recettes restent dans les tiroirs. Au sein des com- missions, certains se livrent à une véritable opération de sabotage. Si le Conseil fédéral, la majorité de ce Parlement en avaient la volonté politique, on pourrait trouver tout l'argent nécessaire à la Confédération en imposant un peu plus sérieusement les superbénéfices des milieux finan- ciers de notre pays. Car s'il y a effectivement crise écono- mique dans certains secteurs, il y a d'autres secteurs qui réalisent des profits comme ils n'en ont jamais réalisé, et c'est le cas en ce qui concerne la banque, les compagnies d'assurances et toutes les entreprises de caractère finan- cier. Là se trouve tout l'argent nécessaire à la Confédéra- tion, si on a la volonté politique d'aller le chercher où il se trouve. C'est la même chose avec la fraude fiscale, on en parle depuis des années, on sait qu'elle porte sur des dizaines de milliards, on ne prend cependant aucune mesure pour essayer de récupérer une partie des sommes dues. Encore une fois, l'amélioration des finances de la Confédération dépend d'une certaine volonté politique et d'une certaine orientation politique. Aujourd'hui, cette orientation est à sens unique: économies, économies, elle n'est pas orientée vers la recherche de recettes nouvelles. Enfin, la situation du personnel fédéral n'est pas aussi mirifi- que que l'ont affirmé plusieurs orateurs à cette tribune. Certes, le personnel fédéral jouit de la sécurité de l'emploi et d'une retraite convenable, et ces deux prestations ne sont pas négligeables. Mais il faut souligner que la grande majorité du personnel fédéral paie assez chèrement ces dernières. En effet, contrairement aux chiffres avancés par M. Blocher, qui ne concernent que l'administration générale et qui sont des moyennes qui ne signifient rien du tout, l'on constate, par exemple, que les salaires des facteurs ou des cheminots atteignent moins de 3000 francs par mois en fin de carrière - soit 2600 à 2700 francs par mois. Peut-on donc les qualifier de salaires élevés? Je rappelle aussi que la compensation n'a pas été intégrale, que les salaires ont été bloqués pendant dix ans et que les effectifs sont blo- qués depuis 1976, avec toutes les conséquences que cela comporte.
Budget de la Confédération 1983 1550 1 er décembre 1982 Produktivität, Herr Bundesrat Ritschard, ist beim Bundes- personal nicht so gestiegen, dass man die Arbeitszeit redu- zieren kann, sonst brauchte man ja auch nicht 4000 neue Leute, um das gleiche Leistungsniveau aufrechtzuerhalten. Der zweite Punkt, warum die Arbeitszeitverkürzung nicht «drinliegt», ist gerade die Tatsache, dass wir 4000 neue Stellen schaffen müssen. Herr Renschier hat uns sogar heute dargelegt, dass zusammen mit den Kantonen und Gemeinden noch 6000 neue Stellen dazukommen würden. Es heisst dies, wenn wir morgen beschliessen, dass beim Bund die Stellenschaffung durchgeführt werden soll, dann wird es letztlich zu 10 000 neuen öffentlichen Arbeitsplätzen führen. Wir haben in der Schweiz - ich habe das schon im September gesagt und stehe dazu - nicht zuwenig Arbeits- plätze, sondern auch heute noch zu viele. Wir könnten im Gewerbe tausende, ja zehntausende Arbeitskräfte mehr beschäftigen, wir könnten zehntausend Fremdarbeiter zusätzlich brauchen, wenn man sie hereinliesse. ES ist des- halb eine völlig falsche Konzeption, zu glauben, man brau- che bei uns mehr Arbeitsplätze. Wir sind nicht in der EWG, Herr Reimann! Dass in der EWG 10 Millionen Arbeitslose vorhanden sind, ist zu einem schönen Teil auf die dort betriebene Sozialpolitik zurückzuführen. Das darf heute auch einmal hier gesagt werden. Wir sind glücklicherweise nicht so weit, und wir haben bei uns keine Arbeitslosen, die wir mittels staatlicher Stellenbeschaffung unterbringen müssen, denn die strukturelle Arbeitslosigkeit in der Uhren- industrie und die konjunkturelle in der Maschinenindustrie können wir nicht beiseiteschaffen, indem wir um den Preis der Verschuldung und auf Kosten der Steuerzahler einfach 10 000 neue Arbeitsplätze bei der öffentlichen Hand einrich- ten. Wir müssen aufpassen, dass die öffentliche Hand nicht zuletzt immer mehr von unserem Arbeitskräftepotential wegnimmt. Der dritte Punkt: Es ist heute viel vom sozialen Frieden gesprochen worden. Ich bin der Überzeugung, dass das ein kostbares Gut ist. Aber erstens sind es nicht nur die Gewerkschaften, die für den sozialen Frieden verantwort- lich sind, sondern die Arbeitgeber haben ihren Teil minde- stens so ehrlich und so substantiell dazu geleistet. Zum Zweiten: Der soziale Frieden ist nicht eine Einrichtung, die nur den Arbeitgebern und den Unternehmern dient, son- dern sie dient in erster Linie den Arbeitnehmern. Sie kön- nen mit Hilfe von Streiks eine Firma kaputtmachen oder andere in die roten Zahlen bringen. Aber die Konsequenzen tragen dann zu einem grossen Teil die Arbeitnehmer. Also der soziale Frieden ist ein kostbares Gut, das gemeinsam kostbar ist, nicht nur für die Arbeitgeber, sondern auch für die Arbeitnehmer. Wir müssen ihm gemeinsam Sorge tra- gen. Es wird ihm Sorge getragen, wenn die Wirtschaft und auch die öffentliche Hand funktionsfähig bleiben und nicht, indem wir Beschlüsse fassen, die vollständig «neben den Schuhen stehen». Ich möchte noch eine politische Bemerkung machen: Der Bundesrat wird unglaubwürdig - und wir würden es auch, wenn wir ihm zustimmen wollten - bezüglich der Finanzpoli- tik, wenn er auf der einen Seite erklärt, das Sparen sei ein vordringliches Ziel der Bundespolitik - womit wir alle einver- standen sind -, und dann auf diese völlig unnötige Art und Weise so grosse Ausgabenbeträge beschliesst. Ich mache darauf aufmerksam, dass wir in den letzten Jahren in besonderem Tempo zusätzliche Kosten zugunsten des Bundespersonals auf uns nehmen mussten. Wir haben die Ferien im Jahre 1981 verlängert und" 1982 eine Reallohn- erhöhung von 3 Prozent durchgeführt. 3 Prozent von etwa 6 oder 7 Milliarden Franken Ausgaben für das Bundesperso- nal, das sind 200 Millionen Franken pro Jahr. Wir haben also grosse zusätzliche Ausgaben auf uns genommen, und wir können es uns nicht leisten, nun bei dieser schwierigen Finanzsituation zusätzlich noch einmal eine Viertelmilliarde auszugeben, was dann zwangsläufig zur Folge hätte, dass auch bei den Kantonen und Gemeinden die öffentlichen Ausgaben zunehmen und dann schliesslich die ganze Geschichte eine halbe Milliarde oder noch mehr kostet. Ich möchte also feststellen: Sowohl in sachlich-wirtschaftli- cher Hinsicht wie auch politisch handelt es sich um eine Entwicklung, die nicht verantwortet werden kann, und ich möchte Sie bitten, nun durch einen klaren Entscheid zu zei- gen, dass es so nicht geht. Und Herrn Schmid - er ist zwar jetzt nicht da - möchte ich sagen: Es ist nicht nur unsere moralische, sondern auch unsere politische Pflicht, dass, wenn der Bundesrat Fehlentscheidungen trifft, wie er es offensichtlich getan hat, wir das korrigieren. Wenn wir dazu nicht imstande sind, dann brauchen wir auch nicht hierher zu kommen. (Beifall auf der Tribüne) Flubacher: Bis vor einigen Monaten habe ich gar nicht gewusst, dass es so entsetzlich ist, beim Bund arbeiten zu müssen. Ich muss Ihnen sagen: Wenn die Verhältnisse an den Arbeitsplätzen des Bundes so wären, wie sie in den letzten Wochen immer wieder geschildert wurden, dann würde ich den Leuten empfehlen, einen anderen Arbeitge- ber, der noch etwas soziales Gefühl in sich hat, zu suchen. Es ist sehr einfach, die Massen anzuheizen, nämlich indem man den Leuten immer wieder sagt: Ihr seid schlechter gestellt als das Personal der privaten Betriebe, ihr habt nicht die gleiche Sicherheit, ihr seid gestresst; es ist unmöglich, was ihr alles leisten müsst, ihr müsst nachts arbeiten usw. (Gerade als ob ein Lokomotivführer nicht gewusst hätte, dass er nachts arbeiten muss, oder ein Briefträger nicht gewusst hätte, dass er samstags arbeiten muss, als er seine Stelle angetreten hat.) Ich kenne die Pro- bleme der Nachtarbeit; ich habe selbst jahrelang nachts gearbeitet. Wir werden in den nächsten Jahren und Jahr- zehnten Mühe haben - sofern wieder ein Konjunkturauf- schwung eintritt -, genügend Leute für diese Dienste zu fin- den. Das hat mit Geld nichts zu tun, wohl aber mit der Fami- lie und dem Familienleben. Ich bin einer von jenen, die allen Personalbegehren, allen Anträgen des Bundesrates bisher zugestimmt haben. Ich bin wie viele oder sogar die meisten hier «mitschuldig» daran, dass das Personal sehr gut bezahlt ist und gute Arbeitsbedingungen hat. Wenn aber Herr Renschier sagt, falls wir hier nicht nach- geben, mussten Massnahmen zur Durchsetzung der gewerkschaftlichen Forderungen ergriffen werden, dann muss ich ihm antworten: Das ist ein ungünstiger Zeitpunkt (es ist hier schon wiederholt betont worden). Ich will darauf nicht weiter eintreten. Nach der BIGA-Statistik - jetzt muss ich doch noch Zahlen erwähnen - beträgt die Arbeitszeit heute durchschnittlich 44,1 Stunden. Das Bundespersonal - mindestens jenes der Zentralverwaltung - arbeitet noch 41,5 Stunden; das übrige sind Pausen. Die Migros - sicher ein sozialer Arbeitgeber - oder Coop haben 42 bzw. 42,5 Stunden, haben aber die Pause abgeschafft, so dass also länger gearbeitet wird als beim Bundespersonal. Ausser den aussterbenden Typographen ist mir keine Branche bekannt, in der weniger als 41,5 Stunden gearbeitet wird. Mit Ihrer Forderung kommen sie auf 39,5 Stunden und sagen erst noch: die 40-Stunden-Woche müsse dann auch noch verwirklicht werden. Wenn dieser Beschluss ange- nommen werden sollte, wird die 40-Stunden-Woche bereits unterschritten. Der Bundesrat hat in seiner Mitteilung an die Finanzkom- mission auch nicht immer gründlich überlegt argumentiert. Es stimmt nämlich nicht, dass solche Pausen in der Privat- wirtschaft üblich sind. Er hat das Baugewerbe erwähnt. Da gibt es im Sommer zehn Minuten, d. h. eine Viertelstunde, doch muss einer fünf Minuten vorarbeiten. Da gibt es nicht eine halbe Stunde pro Tag. Ich könnte andere Branchen nennen oder Ihnen 20 Lohnvergleiche zwischen Privatwirt- schaft und Bundespersonal darlegen. Ich verzichte darauf und sage einfach: Das Bundespersonal ist durchschnittlich um 7 bis 10 Prozent besser bezahlt als das Personal priva- ter Betriebe. Dazu kommen einige andere Vorteile; ich erhebe aber keinen Vorwurf gegenüber dem Bundesperso- nal. Wir wollen ja gut bezahltes Personal und möchten kei- nen Lohnabbau. Eines aber möchten wir: nämlich das Privi- leg mit dem zweimaligen Teuerungsausgleich abbauen. Nachdem wir dem Bundespersonal zubilligen, dass es
Budget de la Confédération 1983 1552 1er décembre 1902 men als die Mehrheit. Ich werde das aber zu gegebener Zeit begründen. M. Darbellay: Hier, au début de ces débats, M. Bonnard a rappelé le climat social de ce pays et de nombreux orateurs ont repris ce thème après lui. Il faut relever que ce climat est dû au fait que les partenaires sociaux - et je suis d'accord sur ce point avec M. Fischer - donnent toujours la priorité à la concertation sur la confrontation. Il faut ajouter que lesdits partenaires profitent de cet état de fait. Nous ne chercherons pas à déterminer aujourd'hui si c'est le patro- nat ou les ouvriers qui en profitent davantage, nous nous contenterons de constater que c'est utile à toute la Suisse, travailleurs et employeurs. Un exemple de cette position raisonnable, du côté des tra- vailleurs, nous est donné par ce qui s'est passé lorsque nous étions appelés à voter l'initiative dite des «quarante heures.» Vous vous souvenez que les travailleurs, syndicats en tête, n'ont pas suivi cette idée de réduire d'un coup l'horaire de travail à quarante heures. Ils ont écouté les leit- motive qui étaient invoqués à cette occasion, soit le fait qu'un raccourcissement aussi rapide, aussi abrupt de l'horaire de travail, allait entraîner une secousse économi- que que nous ne pouvions pas nous permettre. Ils ont aussi été sensibles à l'argument que ces problèmes devaient être traités par les partenaires sociaux. Ceux-ci se sont mis à la tâche, lentement, à petits pas, comme c'est toujours le cas en Suisse. Depuis, un certain nombre de branches ont dimi- nué leur horaire de travail d'une, deux ou trois heures. On s'est entendu entre partenaires et aujourd'hui le Conseil fédéral et les syndicats sont entrés en pourparlers pour diminuer aussi, dans l'administration fédérale, l'horaire de travail. J'appuie personnellement cette manière de faire parce que je la trouve raisonnable. Tout d'abord dans le processus. On parle ici comme si on allait abaisser en une seule fois et de manière considérable la durée du travail. Or il s'agit simplement d'une heure de réduction au 1 er janvier 1984 et d'une heure au 1 er juin 1985. Il n'y a donc pas d'à-coups importants. On a tenu compte, que depuis 1958 la plupart des travailleurs de l'administra- tion n'ont pas obtenu de réduction d'horaie de travail. Or, entre 1960 et 1980, les statistiques nous l'indiquent, la pro- ductivité a augmenté de 2,3 pour cent par année. A quoi donc sert le progrès technique si le travailleur, si l'homme, ne peut en profiter? Nous relevons, en outre, que pendant cette même période certaines conditions de travail se sont dépréciées, le travail devient plus astreignant par suite de l'introduction généralisée de l'électronique. Je soulèverai encore un autre point. Suite à l'extension des agglomérations et à la multiplication des véhicules dans les villes, le temps moyen utilisé pour se rendre au travail est devenu beaucoup plus long et n'a été que partiellement compensé par l'augmentation de la durée des vacances. Si pendant ces vingt-cinq ans on n'a pas diminué l'horaire de travail, il n'y a à mon sens qu'une justification, c'est qu'on veut garder des réserves pour le moment où le besoin s'en fait sentir au niveau économique. Les économistes nous le disent, les pouvoirs publics n'ont que peu d'influence sur la marche générale de l'économie. Ils peuvent cependant intervenir, en pratiquant, ce qui est à leur portée, une politi- que anticyclique, en injectant du travail au moment où l'éco- nomie privée commence à s'essouffler et en créant aussi des postes de travail. Ces quatre mille postes qu'on nous propose peuvent jouer un rôle important au moment où l'on sent les difficultés se présenter, d'autant plus qu'ils sont offerts à divers niveaux dé la hiérarchie et qu'ils peuvent se répartir dans le pays. Telles sont les raisons pour lesquelles je vous invite à sui- vre le Conseil fédéral et la minorité de la commission. Carobbio: Nell'intervento di entrata in materia, a nome del mio gruppo, avevo definito l'opposizione alla proposta di compromesso e estremamente moderata del Governo di ridurre a tappe l'orario settimanale di lavoro per il personale federale una provocazione. Un'opposizione di principio a una soluzione che i dati oggettivi, indicati dal messaggio del Consiglio federale, sembravano consigliare come soluzione da addottare rapidamente. Dopo aver ascoltato numerosi interventi di colleghi che qui hanno riconfermato la loro opposizione a tale proposta, non posso che confermare questo giudizio; quando il collega Feigenwinter, che non è presente in sala in questo momento, arriva a sostenere tranquillamente, per motivare la sua opposizione, che prima si lavorava 48 ore la settimana, si avevano 2 settimane di vacanza, per cui non c'è nessuna ragione particolare di andare più in là, c'è da trasecolare. O ancora quando afferma che potrebbe essere d'accordo con un discorso di aumento del personale, che dovrebbe conseguire alla ridu- zione dell'orario settimanale di lavoro, solo se questo non significherà un aumento dei costi salariali, veramente ci si domanda se non si è di fronte solo a provocazione, ma anche ad atteggiamenti veramente demagogici. O quando il collega Blocher pretende che fra il personale c'è opposi- zione a questa modesta proposta del Consiglio federale, mi chiedo con quale personale il collega Blocher ha avuto a che fare, ha parlato. Il collega Fischer, nel suo intervento, ha sostenuto che la riduzione dell'orario di lavoro potrebbe giustificarsi solo quando c'è aumento di produttività e ha contestato che la redditività alla produttività del personale federale sia aumen- tata in questi anni. Al collega Fischer vorrei ricordare solo un dato: a tutt'oggi il personale delle ferrovie federali è di 2'000 unità circa, al di sotto del livello che aveva nel 1974. Eppure i compiti del personale, soprattutto del personale viaggiante delle ferrovie federali, sono sicuramente notevol- mente aumentati; i loro ritmi di lavoro in particolare sono notevolmente aumentati. La produttività quindi è migliorata. Da queste costatazioni, colleghe e colleghi, e dalla modera- zione della proposta del Governo non posso che dedurre una costatazione: la vera opposizione a questa proposta non è tanto la motivazione o la preoccupazione per lo stato delle finanze federali, ma la volontà politica di opporsi a una rivendicazione tradizionale del movimento operaio, la ridu- zione del tempo di lavoro. Gli oppositori sostengono, e hanno sostenuto più volte, oggi, che non è il momento di attuare tale operazione. Altri hanno già detto che per certi aumenti non è mai il momento. Ma, colleghe e colleghi, vorrei richiamare un dato: è dal 1968, da 14 anni cioè, che l'orario di lavoro del personale federale non cambia. La settimana di 44 ore è stata intro- dotta nel 1968, e se tutto va bene dovrebbe diminuire di solo 2 ore entro il 1985. Oltre 15 anni per ottenere una dimi- nuzione di 2 ore, praticamente 8 minuti all'anno. Non si può certo dire che il personale federale sia stato particolar- mente esigente e che un ulteriore rinvio a tempi migliori, come l'ha sostenuto il collega Duboule, sia giustificato. E ciò quando dappertutto in Europa si parla ormai già di 40 ore e anche di 38 e 35 ore settimanali, in questo Parlamento si impiegano 2 giornate per una discussione sulla riduzione, a tappe e in 3 anni, di 2 ore dell'orario di lavoro. Ho l'impres- sione che si sta un po' rasentando il ridicolo. Gli oppositori sostengono ancora, in appoggio alle loro tesi, che il personale federale ha già delle buone condizioni di lavoro. Non sarò io a contestare che le condizioni di lavoro del personale federale sono soddisfacenti. Ciò non toglie però che ci sono situazioni che esigono da tempo di essere migliorate. Prendo un solo esempio: il personale delle ferro- vie federali. Quando negli scorsi mesi si sono verificati diversi incidenti ferroviari molti di voi, anche fra chi oggi si oppone alla proposta del Governo, come risulta del resto da diversi atti parlamentari, ha espresso la propria preoccupa- zione per questi fatti. Ma, colleghe e colleghi, non vi siete mai chiesti se tali incidenti, che sono costati purtroppo vite umane e miloni alle casse delle ferrovie federali e indiretta- mente della Confederazione, non hanno per caso una rela- zione anche con i ritmi di lavoro e gli orari del personale occupato? Possibile che non ci si renda conto che, per fare un esempio, un macchinista che parte da Chiasso con un treno alle 3 di notte e rientra a Bellinzona verso mezzo- giorno, dopo 9 ore di lavoro con delle corte pause a
Budget de la Confédération 1983 1554 1 er décembre 1982 immer nur den Eindruck erwecken, das seien einfach mehr oder weniger überflüssige Bürokraten; das wird immer zwi- schen den Zeilen suggeriert. Insgeheim gibt es ja auch diese Kampagne - es besteht eine vielfältige Subkultur, angefangen bei «Freiheit und Verantwortung», «Trumpf- Buur» und wie alle diese Klubs heissen -, die nichts ande- res anvisiert, als gegen das öffentliche und das Bundesper- sonal zu hetzen und das eigene Volk dagegen auszuspie- len. Hier kommt das etwas diskreter und etwas gepflegter zum Ausdruck. Aber es sind die Eisenbahner, die Zöllner, die Postler, alle diese Dienstleistungsbetriebe, die primär vom Bundespersonal leben; und es ist - das darf man auch einmal sagen - eine Verwaltung, die weltweit als integer und leistungsfähig gilt. Hier tut man immer wieder so, als ob das Bundespersonal insgesamt, kollektiv, mehr oder weniger nur ein solches Schmarotzerdasein führen würde. Wenn wir dann aber im Ausland sind, brüsten wir uns damit, dass wir eine PTT haben, die wahrscheinlich weltweit - wenn sie nicht sogar die beste ist - zu den besten gehört; dann brü- sten wir uns mit den Bundesbahnen, um die uns jedes andere Land beneidet. Hier aber wird dann immer wieder so schäbig und kleinlich über dieses Personal gesprochen. Das muss einmal gesagt sein, weil dieses Personal keinen direkten Fürsprecher hat; es ist ja nicht wählbar. Es wurde erklärt: aus wirtschaftlichen, politischen, finanziel- len und weiss ich was für Gründen sei eine Arbeitszeitver- kürzung untragbar. Herr Blocher hat es ziemlich dramatisch dargestellt, Herr Fischer selbstverständlich auch. Aber das ist die «Platte» aus dem Jahre 1919, das ist Ihr Evergreen aus der Zeit, da hier über den 8-Stunden-Tag oder die 48- Stunden-Woche diskutiert wurde und ein Industrieller namens Sulzer erklärte, die 48-Stunden-Woche wäre der Ruin der schweizerischen Volkswirtschaft. Nichts von dem, was heute realisiert ist, was in Ihren Parteiprogrammen steht und mit dem Sie sich jeweils vor den Wahlen brüsten, ist geschenkt worden, alles hat gegen Ihren Widerstand erkämpft werden müssen. Das Land hat bisher über 50 von Ihnen prognostizierte Untergänge überstanden. Es ist eben nicht so - Herr Fischer -, wie Sie darzustellen belieben, dass wir in einer komfortablen Situation wären und keine Arbeitsplatzsorgen hätten. Sie möchten ja noch mehr Ausländer hereinholen - staatspolitisch sehr verant- wortungsbewusst -, aber Sie haben schliesslich den ominö- sen Preis von 10000 Franken des noch ominöseren Clubs nicht für Ökonomie bekommen, sondern für Demagogie; Sie verschweigen, dass innerhalb eines Jahres in der Schweiz 52 000 Arbeitsplätze verschwunden sind, nämlich von Ende September 1981 bis Ende September 1982. 52 000 Arbeitsplätze weniger; die ganze Ökonomie ist rat- los, wie wir diese neue Technologie mit den Mikroprozesso- ren, der Arbeitsrationalisierung, den Schreibautomaten (vor allem im Bürobereich) bewältigen, wie wir die Arbeit genü- gend auf alle Arbeitswilligen verteilen sollen. Die Ökonomie ist doch «am Hag». Niemand hat ein Rezept; sicher kann es nicht darin bestehen, dass wir lieber Arbeitslosigkeit statt Arbeitsplätze schaffen. Ich begreife, dass man Mühe hat, wenn man die Frage lediglich finanziell betrachtet. Leider haben die bürgerlichen Politiker traditioneller Art in dieser Beziehung nichts dazu- gelernt. Es war schon in den dreissiger Jahren immer ihr Rezept - Margaret Thatcher demonstriert das sehr radikal, Ronald Reagan ebenfalls aktuell -, sie haben immer wieder erklärt, man habe kein Geld und könne die Arbeitszeit nicht verkürzen. Ihnen war eigentlich Arbeitslosigkeit lieber als eine allfällige Arbeitszeitverkürzung, wenn das ein Mittel ist, um die Arbeit anders zu verteilen. Wir meinen, im Zeitalter, da durch Strukturwandel Arbeits- plätze verschwinden, muss es auch Aufgabe des Bundes sein, sich darüber Gedanken zu machen, wie man Arbeits- plätze schaffen könnte. Ich meine, was für die Landwirt- schaft richtig ist, müsste für das Bundespersonal nicht ganz falsch sein. Denn der Paritätslohn (ich habe mich heute morgen beim zuständigen Amt noch erkundigt), wie er für die Landwirtschaft berechnet wird, basiert auf der 42-Stunden-Woche - Herr Blocher, Sie sind ja so ein Bauernvertreter in einer merkwürdigen Bauernpartei; dieser Paritätslohn wird also genau auf jener Basis berechnet, die man jetzt für das Bundespersonal als etwas so Haarsträu- bendes bezeichnet. Ich glaube,, man sollte sich doch bemü- hen, die Sache nicht nur finanziell zu sehen. Herr Blocher, wenn Sie so grosszügig, so generös zu bemerken belieben, die Demonstration vom letzten Sams- tag sei nicht gerade verwerflich, möchte ich Ihnen antwor- ten: Gehen Sie in sich und nehmen Sie etwas Demokratie- unterricht. So eine Demonstration ist nicht nur nicht ver- werflich, sie ist in einer Demokratie etwas Selbstverständli- ches. Das ist kein Druck auf uns; sonst hören wir auf von Demokratie zu schwafeln, wenn eine derartige Manifesta- tion Ihnen nur lästig vorkommt und Sie sich nicht darüber freuen, dass man hier demonstrieren darf, in anderen Län- dern - in Diktaturen, die Sie hoffentlich auch nicht lieben - aber nicht. Es ist zu schäbig, nur zu sagen, das sei nicht verwerflich; das ist das demokratische Recht, und diese Art von Disqualifikation - Herr Blocher - sollten Sie sich nicht leisten. (Teilweise Beifall und Bravorufe) Weber Leo: Ich möchte hier einige Bemerkungen zu gefal- lenen Voten machen. Einmal ist von mehreren Rednern festgehalten worden, dass das Parlament einen Vertrauens- bruch begehen würde, wenn es der 42-Stunden-Woche, die zwischen dem Bundesrat und dem Personal ausgehandelt worden sei, nicht zustimme. Das Parlament nimmt heute das Budgetrecht wahr. Sowohl der Bundesrat wie die Gewerkschaften wissen das ganz genau. Das ist die schweizerische Zuständigkeitsordnung, dass am Schluss in den meisten Fällen das Volk oder die Volksvertretung das letzte Wort hat, besonders immer dann, wenn es um das Geld geht. Der Vorwurf an das Parlament, ein negativer Entscheid wäre ein Vertrauensbruch, ist völlig deplaziert. Es ist im Gegen- teil an den Bundesrat die Frage zu stellen, weshalb er in einem so brisanten Thema vorgeprellt ist und sich nicht vor- her beim Parlament abgesichert hat. Das ist die Frage, die jetzt gestellt werden muss, und nicht die Frage nach einem Vertrauensbruch des Parlaments. Ein Zweites: Es ist heute viel in Philosophie über die Arbeitszeitverkürzung gemacht worden. Auch Herr Kollege Hubacher hat das vorhin angedeutet. Ich glaube, die ganze Philosophie steht heute überhaupt nicht zur Diskussion, denn wir behandeln diesen Fragenkomplex im Rahmen unserer Budgetberatungen. Das Nein der vorberatenden Kommissionen ist denn auch rein finanzpolitisch begründet. Bei der derzeitigen Finanzlage des Bundes und seiner Anstalten - denken Sie an die Bundesbahnen - lässt sich eine wesentliche Vergrösserung des Defizites über neue Stellen und über Arbeitszeitverkürzung schlicht und einfach nicht verantworten. Der Bundesrat und das Parlament bemühen sich seit Jahren um den Budgetausgleich. Das Personal ist bisher immer geschont worden, ich würde sagen, mit Recht. Noch im letzten Jahr haben wir ihm eine Reallohnerhöhung zugestanden und Erleichterungen beim Einkauf in die Versicherungskasse beschlossen. Nun sagt der Bundesrat selbst, es seien einschneidende Massnah- men nötig, um die finanzielle Lage des Bundes wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Wenn einschneidende Massnah- men nötig sind, so lässt sich das Personal nicht mehr aus- klammern. Unsere Philosophie sollte meines Erachtens heute dahin gehen, nach Massnahmen zu suchen, die dem einzelnen möglichst wenig weh tun, gesamthaft den Bund aber doch ganz erheblich entlasten. Die Ablehnung der Arbeitszeitver- kürzung und ein bloss einmaliger Ausgleich der Teuerung, wie der Bundesrat ihn vorsieht, genügen diesen Anforde- rungen voll. Es ist nicht zu übersehen, dass bleiben: a. das Lohnniveau des Bundespersonals, das sich sehen lässt, b. der volle Teuerungausgleich, auch wenn er nur noch einmal jährlich gewährt werden sollte, und c. keine Korrektur des Indexes, wie er etwa in der Privatwirtschaft vorgenommen worden ist. Das ist eine recht grosszügige Haltung eines
Budget de la Confédération 1983 1556 N 1 er décembre 1982 sen, die hier ihre Meinung zum Ausdruck gebracht hätten. Ich habe keinerlei Anlass, dieses Votum von Herrn Meier in Zweifel zu ziehen. Aber ich möchte schon wissen, was denn die anderen 35000 bis 40000 Bundesbeamten zu dieser Frage sagen. Ganz konkret, Herr Meier, was die Probleme der PTT und SBB anbelangt: Ich sehe nicht, wie Sie mit einer Arbeits- zeitverkürzung um 12 oder 24 Minuten ab 1985 die Pro- bleme der PTT- und SBB-Mitarbeiter lösen können, wenn Sie heute von einem Überhang von Überstunden sprechen. Ich glaube, die Probleme der Mitarbeiter der PTT und SBB können nicht im Zusammenhang mit der sogenannten Arbeitszeitverkürzung gelöst werden, sondern das ist, ich sage das hier offen, letztlich ein Problem des Stellenplans, und damit der Frage, wie viele Stellen hier geschaffen wer- den. Das ist doch etwas grundsätzlich anderes als das Thema Arbeitszeitverkürzung. Ich bitte Sie, diese beiden Aspekte etwas mehr auseinanderzuhalten. Herr Reimann sprach davon, dass kürzere Arbeitszeit mehr Freizeit und Erholung bedeute, und das wolle man. Herr Reimann, einverstanden! Aber, ich muss Sie jetzt fragen: Bringen wirklich zwölf Minuten weniger Arbeitszeit pro Tag mehr Erholung? Formal gesehen schon etwas mehr Frei- zeit, aber damit ist es ja noch nicht getan. Setzt sich diese kleine Marge von mehr Freizeit wirklich in Erholung für den einzelnen Mitarbeiter um? Ich muss Ihnen sagen, diese Überlegungen machen sich sehr viele Mitarbeiter der Ver- waltung. Und ich meine deshalb auch, wir sollten den relativ sterilen Streit um die Kürzung der täglichen Arbeitszeit um einige Minuten fallenlassen. Wir stehen auch nicht unter Zeitdruck. Der Arbeitsfriede in unserem Land ist sicher nicht in Gefahr, wenn das Bundespersonal 1984 nicht zwölf Minuten weniger arbeitet. Wer das behauptet, unterschätzt den Sinn des Bundespersonals für das rechte Mass gehö- rig. Aber andererseits wäre es sicher richtig - und das ist mein erstes konkretes Anliegen - eine Umfrage beim Bundesper- sonal durchzuführen. Nicht nur bei den Gewerkschaften, sondern auch beim nichtorganisierten Bundespersonal, das ja schliesslich auch seine Arbeit für diesen Staat leistet. Eine Umfrage, mit der die Wünsche abgeklärt werden, in welcher Form Produktivitätsforschritte primär abgegolten werden sollen: weniger Arbeitszeitsminuten pro Tag, mehr Reallohn, mehr einzelne Frei-Tage, oder mehr Ferien; das gäbe einmal eine Grundlage, auf der man dann das Problem weiter erörtern könnte. Zum zweiten: Ich erinnere an die Voten der Herren Marti- gnoni und anderer; die Frage des auszugleichenden Pro- duktivitätsforschrittes scheint schon heute nicht geklärt zu sein. Wir verfügen über zu wenige Unterlagen. Die einen behaupten, man habe ein Null-Wachstum, die anderen sagen, es sei ein grosses Wachstum vorhanden, aber klare Unterlagen darüber haben wir heute nicht auf unserem Tisch; wir werden sie schon gar nicht in jenem Zeitpunkt haben, da diese sogenannte Arbeitszeitverkürzung greifen soll, nämlich 1984/85. Man muss also in dieser Hinsicht noch Klarheit scharfen. Ein Drittes: Ich glaube, es wäre zu erwägen, eine Formel auszuarbeiten, die dem Bundespersonal eine Art regelmäs- siger Beteiligung am Produktivitätsforschritt gewährleistet, und zwar eine Formel in dem Sinne, wie wir sie bei der AHV bei der Anpassung der Renten an die Teuerung kennen. Das könnte ein Punktesystem sein; wenn die Produktivität in der Privatwirtschaft um so und soviele Punkte gestiegen ist, soll das Bundespersonal davon entsprechend profitie- ren können; dann soll auch auf seine Wünsche Rücksicht genommen werden, seien das dann mehr Frei-Tage, mehr Ferien usw. Wenn wir diese Lösung anvisieren, wäre es sogar denkbar, dass die Kosten für die Bundesverwaltung nicht so hoch werden, wie es heute bei der Realisierung des Kommissionsminderheitsantrages aussieht. Diese Erwägungen führen mich zum Antrag, den heute anbegehrten Kredit zu sperren. Sperrung bedeutet Blockie- rung zurzeit, damit diese Abklärungen vorgenommen wer- den können und man in einem weiteren Zeitpunkt - wenn die Abklärungen vorliegen - darüber en connaissance de cause entscheiden kann. Damit meine ich: in Kenntnis auch der Meinung des Bundespersonals, also jener Leute, die nicht gewerkschaftlich organisiert sind. Ein Ja zum Kredit im heutigen Zeitpunkt führt uns - nicht nur wegen der Finanzlage, sondern weil damit die Motiva- tion und vor allem die Gesundheit der Mitarbeiter gar nicht entscheidend im Sinne einer echten Verbesserung der Arbeitsbedingungen gefördert werden kann - nicht auf den rechten Weg. Die Probleme der PTT und der SBB bestehen ohnehin fort. Sie können durch ein Ja schon gar nicht gelöst werden. Die Sperrung des Kredites dagegen gibt uns die Möglichkeit, die skizzierten Abklärungen vorzunehmen und dann eine angemessene Lösung zu suchen. Ich glaube, das ist der Weg, den wir heute beschreiten soll- ten; ich bitte Sie deshalb, dem Sperrungsantrag zuzustim- men. Allenspach: Es geht in dieser Diskussion nicht um die Frage, wer für oder wer gegen die Beamten sei. Es ist bedauerlich, wenn sich wegen der Arbeitszeitfrage da und dort eine Antibeamtenstimmung breitgemacht hat. Wir kenT nen die Arbeit der Beamten und achten die erbrachten Lei- stungen. Es ist eine Unterschiebung, wenn Herr Hubacher behauptet, wir würden schäbig und kleinlich vom öffentli- chen Personal sprechen. Es geht auch nicht um die Frage, ob grundsätzlich Arbeits- zeitverkürzungen erfolgen sollen oder nicht. Diese Frage ist schon längst entschieden. Im Laufe der letzten Jahrzehnte sind überall Arbeitszeitverkürzungen vorgenommen wor- den, und es werden in den nächsten Jahrzehnten überall weitere folgen, auch für das öffentliche Personal. Es ist auch unrichtig, so zu tun, als ob die Beamten die «Stiefkinder der Nation» seien. Mit solchen Klageliedern lei- stet man den Beamten den schlechtesten Dienst. Das Volk weiss, dass die Arbeitsbedingungen des öffentlichen Per- sonals gut sind. Es genügt, die Stichworte Pensionskasse, Ferienregelung, gesicherter Teuerungsausgleich und vor allem die krisensicheren Arbeitsplätze zu erwähnen. Dass der Bundesdienst auf dem Arbeitsmarkt konkurrenzfähig ist, beweist die viel geringere Fluktuationsquote als im pri- vaten Bereich. Sichere Arbeitsplätze sind gerade in einer Zeit weltweiter Rezession etwas wert. Man darf nicht ein- zelne Elemente der Arbeitsbedingungen isoliert betrachten. Eine Gesamtschau ist notwendig, und in einer Gesamt- schau kann nicht behauptet werden, das Bundespersonal sei im Rückstand. Jede Arbeitszeitverkürzung kostet Geld. Deshalb kann die Arbeitszeitverkürzung nur dann durchgeführt werden, wenn Geld vorhanden ist, wenn Gewinne erzielt werden, wenn die Wirtschaft konkurrenzfähig ist. Die Arbeitgeberverbände haben überdies schon im Jahre 1975 in einem Memo- randum an den Schweizerischen Gewerkschaftsbund auf diesen Zusammenhang hingewiesen. Darin steht - Herr Renschier hat dieses Memorandum auch erhalten - wört- lich: «Arbeitszeitverkürzungen, Ferienverlängerungen, Aus- bau der Sozialleistungen und Reallohnerhöhungen sind nur in Zeiten wirtschaftlichen Aufschwungs ohne schwerwie- gende sozialen Folgen möglich.» Damit ist der Zeitpunkt klar umschrieben, wann solche Arbeitszeitverkürzungen möglich sind. An dieses Memorandum hat sich die Wirt- schaft gehalten. Sie hat in Zeiten des wirtschaftlichen Auf- schwungs, nach 1975, schrittweise Arbeitszeiten verkürzt. Auch der Bund sollte sich meines Erachtens an diesen Grundsatz halten. Ich bin überzeugt davon, dass in Zeiten des wirtschaftlichen Aufschwungs die Arbeitszeitverkür- zung für das öffentliche Personal anders und viel positiver beurteilt würde als heute in der Rezession mit zunehmen- den wirtschaftlichen Schwierigkeiten, zunehmender Kurzar- beit und mit weltweiten Krisenerscheinungen. Die Arbeitszeitverkürzung kostet Geld, eine Viertelmilliarde Franken und mehr. Das bedeutet höhere Tarife bei den SBB und bei den PTT. Das bedeutet mehr Steuern beim Bund oder höhere Defizite. Die Kosten bezahlt auf jeden Fall das Volk und die Wirtschaft.
Budget de la Confédération 1983 1558 1 er décembre 1982 unangenehm, nicht nur für diejenigen, die wir schätzen, sondern auch für diejenigen, die nein sagen und zu Verzicht Anlass geben müssen. Aber das gebietet die Verantwor- tung. Sie haben uns unterschoben, wir seien für Besserstellung der Akademiker. Aber nicht wir haben das Lohngefüge im Bunde, das Lohngefüge mit Akademikern und Arbeitern gestaltet, sondern die Föderatiwerbände. Wir sind eingetre- ten für einen differenzierten Teuerungsausgleich, für die Besserstellung der unteren Kategorien. Es wurde von Ihnen abgelehnt. In den industriellen Betrieben ist der Unter- schied zwischen jungen Akademikern und jungen Berufs- leuten kleiner. Sie haben weiter erklärt, wir seien aus einer komischen Bauernpartei. Sie haben den Paritätslohn angeschnitten. Ich musste mich dazu orientieren lassen. Meines Erachtens ist der Wahrheitsgehalt Ihrer Aussage für einen Parteipräsiden- ten eigentlich zu klein: Die Basis bildet die SUVA-Statistik für gelernte und ungelernte Arbeiter der Industrie und des Gewerbes in ländlichen Gegenden (städtische Gegenden fallen weg). Und zwar wird dasselbe Verhältnis von Gelern- ten und Ungelernten, wie sie in den Landwirtschaftsbetrie- ben arbeiten, berücksichtigt. Es wird gar nicht mit Stunden gerechnet, sondern nach Tageslöhnen. Der Durchschnitt der SUVA-Statistik beträgt im gesamten 44,1 Stunden. Für die ländlichen Gegenden und für Gelernte und Ungelernte zusammen kenne ich diesen nicht. Er spielt aber hier keine Rolle. Aber, Herr Hubacher, ich weiss, dass der Normalar- beitsvertrag für Arbeitnehmer in der Landwirtschaft im Sommer sechs Tage zu elf Stunden, und im Winter sechs Tage zu zehn Stunden beinhaltet. Das weiss ich dann wie- der genau. Für diejenigen Tage, die für Gelernte und Unge- lernte errechnet werden, gelten diese 60 bzw. 66 Stunden, sofern der Landwirt selbst nicht mehr Stunden arbeitet. Das ist die Wahrheit .(Beifall) Präsident: Um eine kurze persönliche Erklärung hat auch Herr Hubacher gebeten. Hubacher: Ich möchte mich bemühen, eine persönliche Erklärung und nicht ein zweites Votum abzugeben. Herr Blocher, wenn Sie die Frage der Akademiker anschneiden, so habe ich das an die Adresse von Herrn Flubacher gesagt und nicht an Ihre Adresse. Wenn Sie so ausser Kurs gera- ten sind, dann ist das Ihr Problem. Das war nicht eine Ant- wort an Herrn Blocher, bei aller Bedeutung Ihrer Person, sondern an Herrn Flubacher. Zweite Bemerkung: Zum Wahrheitsgehalt. Ich habe heute morgen von einem Chefbeamten - aus gewissen Gründen ist es vorsichtiger, den Namen nicht hier auf den Markt zu tragen -, die Mitteilung bekommen,- dass die Berechnung des Paritätslohnes auf der 42-Stunden-Woche basiert. Es geht nicht um die Arbeitszeit des Bauern - das ist mir auch klar, so viel verstehe ich noch von der Landwirtschaft -, diese ist nicht gleichzusetzen mit derjenigen des Industrie- arbeiters; der Bauer hat eine längere Arbeitszeit. Ich habe mich bei zwei zuständigen Instanzen in diesem Bundeshaus erkundigt, und ich lasse mich, wenn Sie nicht dieser Mei- nung sind, nicht der Lüge bezichtigen, Herr Blocher. Sie brauchen nicht meiner Meinung zu sein, aber - das hat mit Wahrheit nichts zu tun, sondern mit Anstand - dann sollten Sie diese Zahlen näher abklären. (Beifall) Präsident: Ich bitte die Besucher auf der Tribüne, sich jegli- cher Manifestation zu enthalten. Hofmann, Berichterstatter: In der Debatte sind das Ja und das Nein zu einer Arbeitszeitverkürzung beim Bundesper- sonal eingehend zur Sprache gekommen. Sie haben sich Ihre Meinung gebildet, und man könnte sagen: Der Worte sind genug gewechselt. Ich möchte mich daher strikte dar- auf beschränken, nur zu Vorwürfen Stellung zu nehmen, die in der Debatte an die Mehrheit der Finanzkommission gerichtet worden sind. Herr Schwarz und der Sprechende haben einleitend darauf hingewiesen, dass die Mehrheit der Finanzkommission die Verkürzung der Arbeitszeit des Bundespersonals erstens aus finanziellen Gründen abgelehnt hat. Verschiedene Votanten haben die Berechtigung dieser Begründung angezweifelt oder abgelehnt. Ihre Finanzkom- mission musste sich aber die Frage stellen: Wer soll den finanziellen Mehraufwand bezahlen, der durch eine Verkür- zung der Arbeitszeit des Bundespersonals, verbunden mit der entsprechenden Erhöhung der Stellehzahl und den zusätzlichen Infrastrukturkosten entsteht? Darf der Mehr- aufwand durch eine Erhöhung der Bundesdefizite finanziert werden? Soll der Mehraufwand durch den Steuerzahler berappt werden, durch vermehrte Bundeseinnahmen? Kann der Mehraufwand einfach auf die Wirtschaft überwälzt wer- den, angesichts der Schwierigkeiten, die wir heute in der Wirtschaft feststellen? Eine Erhöhung des Bundesdefizites kann aus der Sicht der Finanzkommission in dem Ausmass, wie es nun zur Diskus- sion steht, nicht verantwortet werden. Ich möchte auf den Verfassungsauftrag verweisen, wonach wir verpflichtet sind, den Fehlbetrag der Bilanz des Bundes abzutragen. Ich möchte auf das Finanzhaushaltgesetz hinweisen, gemäss dem wir auch verpflichtet sind, den Fehlbetrag der Bilanz des Bundes abzutragen und die Ausgaben und Einnahmen auf die Dauer im Gleichgewicht zu halten. Die Beschaffung zusätzlicher Einnahmen ist schwierig. Man darf nicht einfach sagen, das hänge von den hier anwesen- den Parlamentariern ab. Man muss ja jeweils für zusätzliche Einnahmen auch eine Mehrheit des Volkes gewinnen. Viele der hier anwesenden Parlamentarier haben sich seinerzeit zweimal für die Mehrwertsteuervorlagen eingesetzt; sie wurden trotzdem abgelehnt. Was die Beschaffung der vom Bundesrat beantragten Mehreinnahmen betrifft, so sind wir mitten in der Auseinandersetzung, und wir haben sie noch nicht. Was letztlich die Sparmassnahmen anbelangt, so mussten wir bei der Beratung des Budgets 1983, das nun wieder annähernd ein Defizit von 1 Milliarde aufweist, feststellen, dass wir zurzeit nur 14 Millionen Franken einsparen konn- ten. Angesichts all dieser Tatsachen, sollte man für die Mehrheit der Finanzkommission Verständnis haben, dass sie erklären muss, bei der heutigen finanziellen Lage des Bundes und der heutigen Wirtschaftslage sei ein finanzieller Mehraufwand, wie er nun zur Diskussion steht, durch die Arbeitszeitverkürzung des Bundespersonals nicht zu ver- antworten. Die Mehrheit der Finanzkommission hat zweitens eine Arbeitszeitverkürzung beim Bundespersonal auch aus wirt- schaftlichen Gründen abgelehnt. Auch diese Begründung wurde angezweifelt oder abgelehnt. Von den Befürwortern der Verkürzung der Arbeitszeit wurde auf private Branchen unseres Landes mit bereits kürzerer Arbeitszeit hingewie- sen. Aber dem ist entgegenzuhalten, dass sich diese Bran- chen heute zum Teil in sehr grossen wirtschaftlichen Schwierigkeiten mit Entlassungen und mit Kurzarbeitszeit befinden. Und leider haben auch zahlreiche Industrien wegen der zu hohen Produktionskosten in unserem Lande Produktionen ins Ausland verlegt, woran niemand in unse- rem Staate ein Interesse haben kann. Eine Verkürzung der Arbeitszeit bei gleichem Gehalt oder Salär erhöht zwangs- läufig die Arbeitskosten je Arbeitsstunde und erhöht des- halb auch die Produktionskosten, wenn die Kostensteige- rung nicht durch eine Produktivitätssteigerung wettge- macht werden kann. Nun hat es von Seiten des Bundesrates, und davon muss- ten wir ausgehen, eben doch geheissen, dass eine Arbeits- zeitverkürzung bei den SBB und bei den PTT nicht durch eine Rationalisierung aufgefangen werden könne. Deshalb werden auch für die PTT 1890 zusätzliche Stellen und für die SBB 1300 zusätzliche Stellen beantragt. In der heutigen Wirtschaftslage können nicht höhere Taxen, höhere Tarife ohne weiteres überwälzt werden. Im übrigen muss man auch an die Konkurrenzsituationen der SBB denken, wenn man das Defizit dort nicht noch weiter hinaufsetzen will.
Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali Voranschlag der Eidgenossenschaft 1983 Budget de la Confédération 1983 In Amtliches Bulletin der Bundesversammlung Dans Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale In Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale Jahr 1982 Année Anno Band V Volume Volume Session Wintersession Session Session d'hiver Sessione Sessione invernale Rat Nationalrat Conseil Conseil national Consiglio Consiglio nazionale Sitzung 03 Séance Seduta Geschäftsnummer 82.052 Numéro d'objet Numero dell'oggetto Datum 01.12.1982 - 08:00 Date Data Seite 1536-1559 Page Pagina Ref. No 20 010 999 Dieses Dokument wurde digitalisiert durch den Dienst für das Amtliche Bulletin der Bundesversammlung. Ce document a été numérisé par le Service du Bulletin officiel de l'Assemblée fédérale. Questo documento è stato digitalizzato dal Servizio del Bollettino ufficiale dell'Assemblea federale.
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