Access to state security files and redactions

150002228Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)24.11.1993Partially Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Council ruled on access to federal state-security file cards. It upheld redactions that would have exposed terrorism-fighting methods, ongoing investigations, and the identities of third persons whose privacy would be harmed. It also confirmed that even consent by a third person does not necessarily defeat secrecy where Art. 5(3)(a) VBS requires concealment of identity. However, it ordered disclosure of a note about the start of a telephone tapping report, disclosure of the name of a person already known to the complainant, and disclosure of the name of a convicted robber who had consented to release of the information.

Omnilex-Regeste

Art. 5 para. 3 let. a and b VBS/ODSE; inspection of federal state-security files and extent of permissible redactions. Access may be refused or restricted where disclosure would reveal methods of combating terrorism or pending investigations, or would prejudice overriding legitimate privacy interests of third persons. The secrecy interest must be balanced against the requester’s information interest; where disclosure would allow inferences about investigative technique or endanger personality rights, concealment is justified. Conversely, passages that do not reveal security-relevant findings must be disclosed, and secrecy may fall away exceptionally where the protected information is already known to the requester or the specific privacy interest has ceased to exist (consid. 2-5).

Gesamter Gesetzestext

JAAC 58.62

Entscheid des Bundesrates vom 24. November 1993

Consultation des documents de la Confédération établis pour assurer la sécurité de l'Etat.

Art. 5 al. 3 let. a et b ODSE. Admissibilité d'une restriction du droit à la consultation dans la mesure où celle-ci donne des indications sur les méthodes de lutte contre le terrorisme et sur des procédures d'enquête en cours dans ce contexte, ainsi que pour protéger la personnalité de tiers qui ont fait l'objet d'une enquête.

Einsicht in Staatsschutzakten des Bundes.

Art. 5 Abs. 3 Bst. a und b VBS. Zulässigkeit der Einschränkung des Akteneinsichtsrechts, sofern Aufschluss über Methoden der Terrorbekämpfung und in diesem Zusammenhang stehende laufende Ermittlungsverfahren offenbart würden, sowie zum Schutz der Persönlichkeit Dritter, gegen die ein Ermittlungsverfahren lief.

Consultazione dei documenti di sicurezza dello Stato.

Art. 5 cpv. 3 lett. a e b OTD. Ammissibilità di una limitazione del diritto di consultazione dei documenti, nella misura in cui sono fornite informazioni su metodi di lotta contro il terrorismo e procedure d'inchiesta in corso in questo contesto, come anche per proteggere la personalità di terzi contro cui era stata aperta una procedura d'inchiesta.

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  1. Der Sonderbeauftragte hat gemäss seiner Abdeckungspraxis die Eintragungen vom ... dermassen offengelegt, dass die Methoden der Terrorbekämpfung und in diesem Zusammenhang stehende laufende Ermittlungsverfahren nicht ersichtlich werden. Dabei hat er interne Angaben der Bundespolizei, Hinweise auf technische Überwachungsmassnahmen sowie Namen von Drittpersonen überdeckt, da diese Angaben zusammen mit dem offengelegten Text Rückschlüsse auf Art und Weise der Terrorbekämpfung ermöglichen würden. Unter Berücksichtigung der entgegenstehenden Interessen überwiegt im vorliegenden Fall das öffentliche Geheimhaltungsinteresse das Interesse des Beschwerdeführers an der Bekanntgabe der zugedeckten Stellen. Demzufolge kann dem Sonderbeauftragten nicht vorgeworfen werden, er habe durch Zudeckung der erwähnten Stellen die V vom 5. März 1990 über die Behandlung von Staatsschutzakten des Bundes (VBS, SR 172.014) verletzt.

Zusätzlich sind private Geheimhaltungsinteressen in Betracht zu ziehen. Demnach kann die Einsichtnahme in die Karteikarten des Beschwerdeführers auch gestützt auf Art. 5 Abs. 3 Bst. b VBS verweigert oder eingeschränkt werden, wenn überwiegende schutzwürdige Interessen von Dritten verletzt würden. Vorliegend muss demnach eine Güterabwägung zwischen dem Informationsinteresse des Beschwerdeführers und dem allfälligen schutzwürdigen Interesse Dritter an der Geheimhaltung der Bekanntgabe ihrer Identität vorgenommen werden. Ein Geheimhaltungsinteresse wird dann begründet, wenn Dritte durch die Bekanntgabe ihrer Identität oder von Sachumständen, die lediglich sie betreffen, einen Nachteil erleiden würden. Ein solcher Nachteil kann insbesondere in der Verletzung der vom Persönlichkeitsschutz erfassten Rechtsgüter, wie körperliche, geistige und seelische Integrität, bestehen (VPB 57.4A, VPB 57.4B, VPB 57.4C, VPB 57.4D, VPB 57.4E, VPB 57.4F, E. 3.b.). Würden die Namen der Drittpersonen, gegen die ein Ermittlungsverfahren lief, öffentlich bekanntgegeben, könnten sie daraus Nachteile erleiden. Vorliegend überwiegt das Geheimhaltungsinteresse der Drittpersonen das Informationsinteresse des Beschwerdeführers. Der Beschwerdeführer hat seiner Eingabe diverse schriftliche Einwilligungen von mutmasslich überwachten Personen beigefügt, die ihm erlauben, allfällig zugedeckte Hinweise über sie einzusehen. Selbst wenn sich dabei eine rechtsgenügliche Einwilligung einer betroffenen Person befinden würde, müsste die Identität gestützt auf Art. 5 Abs. 3 Bst. a VBS zugedeckt bleiben.

  1. Die zugedeckte Information im Anschluss an «TAB-Fiche» unter der Rubrik «Bemerkungen» hält lediglich fest, ab welchem Zeitpunkt ein eigener Telefonabhörbericht (TAB-Fiche) bei der Bundespolizei geführt wurde. Diese Information offenbart keine Erkenntnisse der Terrorbekämpfung und kann somit offengelegt werden.

  2. In der Eintragung vom ... hat der Sonderbeauftragte den Namen einer in polizeiliche Ermittlungen einbezogenen Person zu Recht zugedeckt, da eine Offenlegung Aufschluss über Erkenntnisse im Bereich der Terrorbekämpfung geben würde. Die Vorenthaltung des Namens kann grundsätzlich nicht beanstandet werden. Der Beschwerdeführer hat seiner Eingabe eine Kopie der Karteikarte einer Drittperson beigelegt, worin die gleiche Eintragung - Wortlaut, Datum und Aktennummer sind identisch - aufgeführt

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ist. Der Beschwerdeführer kennt vorliegend mit Sicherheit die Identität der zugedeckten Person; ausnahmsweise ist mangels eines aktuellen Geheimhaltungsinteresses der Name auch auf seiner Karteikarte offenzulegen.

  1. In der Eintragung vom ... hat der Sonderbeauftragte den Namen einer wegen Banküberfalles verurteilten Person überdeckt. Diese Eintragung hält einzig Sachumstände im Rahmen der Entlassung der vorgenannten Person aus dem Strafvollzug fest. Dabei werden keine Erkenntnisse im Bereich der Terrorbekämpfung ersichtlich, so dass sich die Einsichtsbeschränkung gestützt auf Art. 5 Abs. 3 Bst. a VBS nicht rechtfertigt. Ausserdem hat die betroffene Person eingewilligt, dass alle über sie angelegten Informationen auf den Karteikarten des Beschwerdeführers offengelegt werden können. Demzufolge entfällt das private Geheimhaltungsinteresse und dem Anspruch des Beschwerdeführers auf weitergehende Akteneinsicht muss entsprochen werden.

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Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 58.62 - Entscheid des Bundesrates vom 24. November 1993

In

Verwaltungspraxis der Bundesbehörden

Dans

In

Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr

Année

1994

Anno

Band Volume

58

Volume

Seite Page

Pagina

Ref. No

150 002 228

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

Schlagwörter

state securityfile accessredactionterrorismprivacythird-party identitybalancing of interestsinvestigation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether redactions were lawful where they would reveal terrorism-fighting methods or ongoing investigations.

Extrahierter Entscheid

Yes. Redaction was lawful because disclosure would have revealed methods of combating terrorism and investigations still ongoing in that context.

Extrahierte Begründung

The public interest in secrecy outweighed the complainant's interest in disclosure; the special reviewer had not breached the state-security files ordinance by covering those passages.

Kernrechtsfrage

Whether names of third persons could be withheld to protect their personality rights.

Extrahierter Entscheid

Yes. Access could be restricted where disclosure would harm legitimate third-party privacy interests; even an alleged consent did not require disclosure of identities when Art. 5(3)(a) VBS applied.

Extrahierte Begründung

The court balanced the complainant's information interest against the privacy interests of third persons. Disclosure of names of persons subject to investigation could cause disadvantages affecting personality rights.

Kernrechtsfrage

Whether the note following 'TAB-Fiche' under 'remarks' had to remain concealed.

Extrahierter Entscheid

No. That information merely indicated from when a telephone tapping report was kept and did not reveal terrorism-related findings.

Extrahierte Begründung

Because it did not disclose insights into terrorism combat methods, the passage had to be opened.

Kernrechtsfrage

Whether the name of a person involved in police investigations had to be disclosed where the complainant already knew that person's identity.

Extrahierter Entscheid

Yes, exceptionally. Since the complainant knew the identity with certainty and no current secrecy interest remained, the name had to be disclosed on his card file.

Extrahierte Begründung

The general justification for concealment fell away because the secrecy interest was no longer current in light of the complainant's knowledge.

Kernrechtsfrage

Whether the name of a person convicted of robbery and later released from prison could remain concealed.

Extrahierter Entscheid

No. The redaction was unjustified because the entry did not reveal terrorism-related findings and the person had consented to disclosure.

Extrahierte Begründung

With the private secrecy interest removed by consent, the complainant was entitled to fuller access.

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