Limits of cantonal autonomy in foreign treaties

150000659Verwaltungspraxis der Bundesbehörden (VPB)24.04.1987Other

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Federal Directorate of Public International Law answered a parliamentary inquiry on cantonal treaties with foreign states. It stated that cantons retain limited autonomy in matters of state economy, neighboring relations, and police, but their treaties may not contradict federal law or the rights of other cantons. The Federal Council must examine and approve such agreements under the Constitution. The opinion concluded that federal involvement in regional cross-border cooperation cannot be reduced, because federal law is regularly implicated and joint federal-cantonal handling remains the established and useful practice.

Omnilex-Regeste

Arts. 9, 10 and 102 no. 7 BV; cantonal treaties with foreign states and limits of autonomy in cross-border relations. Cantons may conclude agreements on matters of state economy, neighboring relations and police, but only within the bounds of federal law and inter-cantonal rights; official intercourse with foreign governments is mediated by the Federal Council, while direct contact with subordinate foreign authorities is allowed only for the specified subject matters. The Federal Council examines and approves cantonal treaties insofar as they are permissible. Where federal law is implicated, federal participation remains necessary; a reduction of federal involvement in regional cross-border cooperation is not warranted (consid. 1-2).

Gesamter Gesetzestext

JAAC 52.18

Direktion für Völkerrecht, 24. April 1987

Traités des cantons avec les Etats étrangers. Limites de l'autonomie cantonale.

Verträge der Kantone mit dem Ausland. Grenzen der kantonalen Autonomie.

Trattati dei Cantoni con Stati esteri. Limiti dell'autonomia cantonale.

Die ständerätliche Geschäftsprüfungskommission stellte dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten folgende Frage: Welche Probleme ergeben sich aus der Autonomie der Kantone im grenznachbarlichen Verkehr für den Bund? Wäre ein Abbau der Einwirkung des Bundes in diesem Bereich noch möglich und vertretbar? Die Antwort des Departements lautet:

Die Autonomie der Kantone im grenznachbarlichen Bereich ist in den Art. 9 und 10 BV umschrieben: Den Kantonen bleibt die Befugnis, Verträge über Gegenstände der Staatswirtschaft, des nachbarlichen Verkehrs und der Polizei mit dem Ausland abzuschliessen, jedoch dürfen dieselben nichts dem Bunde oder den Rechten anderer Kantone Zuwiderlaufendes enthalten. Der amtliche Verkehr zwischen Kantonen und auswärtigen Staatsregierungen, sowie ihren Stellvertretern, findet durch Vermittlung des Bundesrates statt. Über Gegenstände der Staatswirtschaft, des nachbarlichen Verkehrs und der Polizei können jedoch die Kantone mit den untergeordneten Behörden und Beamten

1

eines auswärtigen Staates in unmittelbaren Verkehr treten. Gemäss Art. 102 Ziff. 7 BV prüft der Bundesrat Verträge der Kantone mit dem Ausland und genehmigt sie, sofern sie zulässig sind.

Das Europäische Rahmenübereinkommen vom 20. Mai 1981 über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften oder Behörden (SR 0.131.1) verpflichtet die Vertragsparteien, die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften zu erleichtern und zu fördern.

Die Kantone machen von den gebotenen Möglichkeiten unterschiedlich Gebrauch. Insbesondere mit Frankreich besteht eine Reihe von beratenden Kommissionen, die sich mit Nachbarschaftsfragen befassen. Solche Gremien haben sich beispielsweise in den Regionen Genf, Basel, Jura und Léman gebildet und behandeln insbesondere regionale grenzüberschreitende Probleme der Raumplanung, des Umweltschutzes, Wirtschafts- und Verkehrsfragen. Die Kommissionen können zuhanden der zuständigen Behörden Empfehlungen abgeben. Fragen, die in die Kompetenz des Bundes fallen, zum Beispiel Grenzgängerfragen, Zollfragen, Grenzübergänge, können nicht auf besonderer Ebene geregelt werden, sondern müssen den zuständigen Bundesstellen unterbreitet werden.

Die Zusammenarbeit zwischen Bund und Kantonen im regionalen grenznachbarlichen Bereich ist befriedigend, alle sich stellenden Fragen können auf schweizerischer Seite im gegenseitigen Einvernehmen gelöst werden. Die Einwirkung des Bundes kann nicht abgebaut werden. Das Bundesrecht ist derart ausgebaut, dass es kaum Fragen gibt, bei denen nicht Bundesrecht berührt wird, was die Mitwirkung des Bundes erforderlich macht. Da Abkommen mit ausländischen Regierungen vom Bundesrat im Namen der Kantone abzuschliessen sind, ist an der bewährten Praxis des gemeinsamen Vorgehens festzuhalten. Dadurch lassen sich Fragen, die bei der Genehmigung zu Schwierigkeiten führen könnten, insbesondere weil Bundesrecht involviert ist, zum vornherein lösen.

2

Schweizerisches Bundesarchiv, Digitale Amtsdruckschriften Archives fédérales suisses, Publications officielles numérisées Archivio federale svizzero, Pubblicazioni ufficiali digitali

JAAC 52.18 - Direktion für Völkerrecht, 24. April 1987

In

Verwaltungspraxis der Bundesbehörden

Dans

In

Jurisprudence des autorités administratives de la Confédération Giurisprudenza delle autorità amministrative della Confederazione

Jahr

Année

1988

Anno

Band Volume

52

Volume

Seite Page

Pagina

Ref. No

150 000 659

--

Das Dokument wurde durch das Schweizerische Bundesarchiv und die Bundeskanzlei konvertiert. Le document a été digitalisé par les Archives Fédérales Suisses et la Chancellerie fédérale. Il documento è stato convertito dall'Archivio federale svizzero e della Cancelleria federale.

Schlagwörter

cantonal autonomycross-border cooperationfederal approvalforeign treatiesconstitutional limitsfederal competence

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether cantonal autonomy allows direct treaties and cross-border cooperation with foreign authorities, and where federal approval remains required.

Extrahierter Entscheid

Cantons may conclude treaties on state economy, neighboring relations, and police matters, but only insofar as they do not conflict with federal interests or the rights of other cantons; direct dealings with foreign subordinate authorities are limited to those matters.

Extrahierte Begründung

The response relies on Arts. 9 and 10 BV and on the Federal Council's role under Art. 102 no. 7 BV. It also notes that questions falling within federal competence cannot be settled separately at cantonal level.

Kernrechtsfrage

Whether the federal government's influence in regional cross-border relations could be reduced.

Extrahierter Entscheid

No. Federal involvement remains necessary and the existing practice of joint action should be maintained.

Extrahierte Begründung

Federal law is considered so extensive that cross-border matters almost always implicate federal law, making federal participation indispensable. Joint federal-cantonal handling also prevents later approval difficulties.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.