Burden of proof for loan claim versus alleged gift

RBOG 2010 Nr. 05Übriges Gericht20.12.1949

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Obergericht addressed a dispute over an orally alleged loan. The respondent claimed repayment, while the appellant maintained that the money had been gifted. The court held that the respondent bore the main burden of proving the loan, because the gift assertion served as a denial of the plaintiff's version rather than as proof of a separate extinguishing fact. The defendant therefore only had to raise doubt about the loan allegation. The headnote further notes that proof of the loan may be eased when the circumstances exclude a gift.

Omnilex-Regeste

Art. 8 ZGB; burden of proof where the claimant invokes an oral loan and the defendant alleges a gift. The party deriving rights from a legally creating fact bears the main burden of proof. Where the defendant, faced with a claim for repayment, merely contests the existence of the loan by alleging that the money was donated, this is a denial within the plaintiff's factual complex and not a separate extinguishing fact requiring proof by the defendant. The defendant need only undermine the plaintiff's factual allegation; he need not convince the court of his own version. If, however, the circumstances make a gift implausible, the evidentiary requirements for proving the loan may be relaxed (consid. not stated).

Gesamter Gesetzestext

Beweislastverteilung, wenn die Klägerin ein Darlehen behauptet und der Beklagte Schenkung geltend macht


Art. 239 OR, Art. 312 OR, Art. 8 ZGB


1. Die Berufungsbeklagte begründet ihre Klage unter Hinweis auf einen mit dem Berufungskläger mündlich abgeschlossenen Darlehensvertrag. Dieser stellt sich auf den Standpunkt, der eingeklagte Betrag sei ihm von der Berufungsbeklagten geschenkt worden.

2. a) Den rechtserzeugenden Sachverhalt hat der eine Rechtsfolge Behauptende nachzuweisen. Eine Verteidigung, die sich gegen die Richtigkeit der in den Rahmen des rechtserzeugenden Sachverhalts fallenden Sachvorbringen wendet, ist blosse Bestreitung und nicht vom Bestreitenden zu beweisen, sondern von dem zu widerlegen, der den rechtserzeugenden Sachverhalt behauptet: So wenn der Beklagte, auf Rückzahlung belangt, behauptet, das Geld sei ihm nicht geliehen, sondern geschenkt worden. Dagegen würde der Beklagte einen rechtsvernichtenden und von ihm zu beweisenden Umstand anrufen, falls er zwar ein Darlehen zugesteht, von der Rückleistung aber schenkungsweise befreit worden sein will[1]. Pra 47, 1958, Nr. 34, auf welchen Entscheid Vogt verweist[2], ist für den hier zu beurteilenden Fall nicht einschlägig: Anders als hier ging es dort um die Klage einer Partei, welche mit Hinweis auf eine Schenkung auf Herausgabe klagte.

b) Entgegen der Auffassung der Vorinstanz obliegt demnach der Berufungsbeklagten der Hauptbeweis für das behauptete Darlehen, während die vom Berufungskläger geltend gemachte Schenkung Thema des Gegenbeweises ist. Mit anderen Worten muss die Berufungsbeklagte das Gericht von der Wahrheit ihrer Sachbehauptung überzeugen; gelingt es dem Berufungskläger, Zweifel an der Richtigkeit der Sachdarstellung der Berufungsbeklagten zu wecken, ist der Hauptbeweis gescheitert; der Berufungskläger muss das Gericht nicht von der Richtigkeit seiner Darstellung überzeugen[3]. Umgekehrt werden an den Beweis des Darlehensvertrags wesentlich verminderte Anforderungen gestellt, wenn aufgrund der Umstände die geltend gemachte Schenkung ausser Betracht fällt[4].

Obergericht, 15. Juni 2010, ZBR.2010.10

[1] Zum Ganzen Kummer, Berner Kommentar, Art. 8 ZGB N 155 und 253; Urteil des Appellationsgerichts Basel-Stadt vom 16. März 1945, in: SJZ 41, 1945, S. 375; ferner Schmid, Art. 8 ZGB: Überblick und Beweislast, in: Der Beweis im Zivilprozess (Hrsg.: Leuenberger), Bern 2000, S. 32; Baumgärtel, Handbuch der Beweislast im Privatrecht, Bd. I, 2.A., § 516 BGB N 3 ff.

[2] Basler Kommentar, Art. 239 OR N 44 ("Schenkungsabsicht wird in der Regel nicht vermutet und ist daher vom Beschenkten nachzuweisen.")

[3] Kummer, Art. 8 ZGB N 106 f.

[4] Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 20. Dezember 1949, in: SJZ 46, 1950, S. 332

Schlagwörter

burden of proofloangiftdenialrebuttaloral contract

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Who bears the burden of proof when the claimant alleges an oral loan and the defendant invokes a gift?

Extrahierter Entscheid

The claimant must prove the alleged loan as the legally creating fact; the defendant's allegation of a gift is a mere denial and, as a rule, only raises a rebuttal issue.

Extrahierte Begründung

The party asserting the legal consequence must prove the facts that create it. A gift asserted against a repayment claim is not a legally extinguishing fact if it is used to deny the existence of the loan itself; the plaintiff therefore carries the main burden of proof. The defendant need not prove the truth of his version, but only needs to create doubt about the plaintiff's account. If the circumstances make a gift implausible, the evidentiary burden for the loan may be eased.

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