Loss certificate can defeat acknowledgment of debt in provisional enforcement

RBOG 1998 Nr. 10Übriges Gericht20.10.1997Other

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The decision states that, in provisional debt-enforcement proceedings, a loss certificate under Art. 149(2) SchKG is treated as an acknowledgment of debt within the meaning of Art. 82 SchKG. A debtor may therefore use such a certificate to substantiate a set-off defense against provisional enforcement. The creditor may still defeat that defense by immediately making contrary objections plausible, but the debtor has no entitlement to a second exchange of submissions merely because the set-off claim is based on a loss certificate.

Omnilex-Regeste

Art. 120 OR; Art. 82 SchKG; Art. 149 Abs. 2 SchKG: In provisional debt-enforcement proceedings, set-off may be raised against an acknowledgment of debt if the debtor substantiates the counterclaim with documentary evidence; a loss certificate qualifies as an acknowledgment of debt for the purposes of Art. 82 SchKG. The creditor may rebut the set-off defense by immediately making its objections plausible. By contrast, the debtor does not obtain a right to an additional written exchange merely because the set-off claim is supported by a loss certificate.

Gesamter Gesetzestext

Die im Verlustschein verurkundete Verrechnungsforderung vermag eine Schuldanerkennung zu entkräften


Art. 120 OR, Art. 80 ff. SchKG, Art. 149 Abs. 2 SchKG


1. Der Betriebene wird befreit, wenn er glaubhaft macht, dass eine Schuld durch Verrechnung erloschen ist (Art. 120 OR). Nach konstanter Rechtsprechung der Rekurskommission des Obergerichts müssen indessen Bestand und Fälligkeit der Gegenforderung im Rechtsöffnungsverfahren urkundenmässig in liquider Weise belegt sein (Panchaud/Caprez, Die Rechtsöffnung, Zürich 1980, § 36 N 1), und zwar durch solche Urkunden, die ihrerseits als Titel für die provisorische Rechtsöffnung taugen würden (RBOG 1996 Nr. 17). Mithin genügt es auch im Rechtsöffnungsverfahren nach Art. 82 SchKG nicht, wenn der Schuldner lediglich mehr oder weniger substantiierte Behauptungen bezüglich der von ihm geltend gemachten Verrechnungsforderungen aufstellt. Vielmehr muss der Betriebene für die von ihm erhobenen Verrechnungsforderungen über eine Schuldanerkennung im Sinn von Art. 82 Abs. 1 SchKG verfügen, somit über eine öffentliche oder private Urkunde, aus der der Wille des Betreibungsgläubigers bzw. Schuldners der zur Verrechnung gestellten Forderung hervorgeht, eine bestimmte und fällige Geldsumme dem Betriebenen bzw. Gläubiger der Verrechnungsforderung zu zahlen.

2. Gestützt auf Art. 149 Abs. 2 SchKG gilt der Verlustschein als Schuldanerkennung im Sinn von Art. 82 SchKG. Mithin kann der Betriebene im Verfahren betreffend provisorische Rechtsöffnung eine Schuldanerkennung entkräften, indem er gestützt auf einen Verlustschein eine Gegenforderung geltend macht. Zwar hielt das Bundesgericht in BGE 116 III 68 fest, dass ein vom Betreibungsschuldner vorgelegter, gegen den Betreibungsgläubiger ausgestellter Pfändungsverlustschein für sich allein keinen urkundlichen Beweis für den Bestand einer Gegenforderung bilde, die dem Begehren um definitive Rechtsöffnung verrechnungsweise entgegengehalten oder mit der die Aufhebung einer Betreibung erwirkt werden könne. Dabei ging es indessen um den Tilgungsnachweis im Sinn von Art. 81 SchKG. Im Verfahren betreffend provisorische Rechtsöffnung genügt es hingegen, wenn der Betreibungsschuldner seine Verrechnungsforderung mit einem Pfändungsverlustschein belegt. Der Betreibungsgläubiger hat alsdann - etwa im Rahmen eines Rechtsmittelverfahrens - nach wie vor die Möglichkeit, diese im Verlustschein verurkundete Schuldanerkennung zu entkräften, indem er seinerseits Einwendungen sofort glaubhaft macht. Allerdings entsteht dadurch, dass der Betreibungsschuldner eine Verrechnungsforderung mittels eines Verlustscheins geltend macht, kein Anspruch auf Durchführung eines zweiten Schriftenwechsels.

Rekurskommission, 20. Oktober 1997, BR 97 108

Schlagwörter

debt enforcementprovisional enforcementset-offloss certificateacknowledgment of debtdocumentary proof

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a debtor may defeat provisional debt enforcement by invoking set-off based on a counterclaim supported by a loss certificate.

Extrahierter Entscheid

Yes. A loss certificate under Art. 149(2) SchKG constitutes an acknowledgment of debt under Art. 82 SchKG and can be invoked to substantiate a set-off claim in provisional enforcement.

Extrahierte Begründung

The loss certificate itself evidences an acknowledgment of debt. In provisional enforcement, it is sufficient if the debtor substantiates the set-off claim with that certificate; the creditor may then try to disprove the acknowledged claim by making objections immediately plausible.

Kernrechtsfrage

Whether a debtor must be allowed a second exchange of submissions when asserting a set-off claim based on a loss certificate.

Extrahierter Entscheid

No. The debtor's reliance on a loss certificate does not create a right to a second exchange of written submissions.

Extrahierte Begründung

Although the creditor may respond with immediate objections in appeal proceedings, the mere invocation of a set-off claim by means of a loss certificate does not entitle the debtor to further written rounds.

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