Appeal inadmissible because unsigned filing was not cured

ZK2 2019 53Übriges Gericht01.10.2019Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A.________ AG appealed against a mediation decision of the Vermittleramt Altendorf ordering it to pay B.________ AG CHF 1,476.35 plus interest and costs. The appeal was filed unsigned. The Kantonsgericht Schwyz ordered the appellant to cure the defect by submitting a signed version, warning of non-entry. The appellant did not comply within the cure period or the appeal period. The court therefore did not enter into the appeal and charged the reduced second-instance costs to the appellant.

Omnilex-Regeste

Art. 132 Abs. 1 ZPO; unsigned appeal pleading and failure to cure within the court-set period lead to non-entry. If a filing is formally defective and the defect is not remedied despite a proper warning and expiry of the cure period, the court must not enter into the remedy. Deemed service under Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO starts the cure period when the party had to expect service. Costs follow the outcome under Art. 106 Abs. 1 ZPO; where the respondent incurs no compensable effort, no party compensation is awarded.

Gesamter Gesetzestext

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 1. Oktober 2019

ZK2 2019 53

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsidentin lic. iur. Daniela Pérez-Steiner.

In Sachen

A.________ AG, Beklagte und Beschwerdeführerin,

gegen

B.________ AG, Klägerin und Beschwerdegegnerin,

betreffend

Forderung (Entscheid Vermittleramt)

(Beschwerde gegen den Entscheid des Vermittlers am Vermittleramt Altendorf vom 19. August 2019, SAL 2019 26);-

hat die Kantonsgerichtsvizepräsidentin,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass mit Entscheid vom 19. August 2019 (SAL 2019 26) der Vermittler des Vermittleramts Altendorf die Beklagte verpflichtete, der Klägerin Fr. 1‘476.35 nebst 5 % Zins seit 4. Mai 2017 zu bezahlen, in diesem Umfang den Rechtsvorschlag in der Betreibung Nr. xx des Betreibungskreises Altendorf Lachen aufhob sowie im Weiteren die Beklagte unter anderem verpflichtete, der Klägerin die Verfahrenskosten in der Höhe von Fr. 200.00 zurückzuerstatten und ihr eine Prozessentschädigung von Fr. 200.00 zu bezahlen (zum Ganzen vgl. angefochtener Entscheid);

  • dass die Beklagte (nachfolgend: Beschwerdeführerin) mit Eingabe datiert vom 22. August 2019 (Postaufgabe: 23. August 2019; Eingang Kantonsgericht: 26. August 2019) gegen diesen Entscheid Beschwerde einreichte (vgl. KG-act. 1 in Kopie);

  • dass diese Eingabe nicht unterzeichnet war, weshalb der Beschwerdeführerin mit verfahrensleitender Verfügung vom 27. August 2019 eine Frist zur Verbesserung ihrer Eingabe angesetzt wurde, d.h. der Beschwerdeführerin Gelegenheit gegeben wurde, innert fünf Tagen seit Zustellung die (im Original beigelegte) Beschwerdeschrift vom 22. August 2019 *unterzeichnet * zu retournieren, unter der Androhung, dass im Unterlassungsfall auf die Beschwerde nicht eingetreten werde (KG-act. 3 Ziff. 1);

  • dass die Verfügung vom 27. August 2019, da die Beschwerdeführerin diese innert der siebentägigen Abholfrist nicht abholte, obschon sie mit einer gerichtlichen Zustellung rechnen musste, als am 4. September 2019 zugestellt gilt (Art. 138 Abs. 3 lit. a ZPO; vgl. KG-act. 6);

  • dass die Beschwerdeführerin weder innert der gerichtlich angesetzten Frist, die am 9. September 2019 endete, noch innert der dreissigtägigen Rechtsmittelfrist, die am 23. September 2019 endete (vgl. KG-act. 4 i.V.m.

Vi-act. 4; Art. 142 Abs. 3 ZPO), geschweige denn bis heute ihre Eingabe vom 22. August 2019 verbesserte resp. diese unterzeichnet dem Kantonsgericht retournierte, weshalb androhungsgemäss (KG-act. 3 Ziff. 1) auf die Beschwerde nicht einzutreten ist (Art. 132 Abs. 1 ZPO);

  • dass entsprechend diesem Verfahrensausgang die (reduzierten) Gerichtskosten der Beschwerdeführerin aufzuerlegen sind (Art. 106 Abs. 1 ZPO), mangels Aufwand der Gegenpartei im vorliegenden Verfahren indes keine Parteientschädigung zu sprechen ist;

  • dass über Nichteintreten gestützt auf § 40 Abs. 2 i.V.m. § 41 Abs. 1 JG präsidial entschieden werden kann;-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die zweitinstanzlichen Kosten von Fr. 100.00 werden der Beschwerdeführerin auferlegt und vom geleisteten Kostenvorschuss von Fr. 1‘000.00 bezogen. Der Restbetrag von Fr. 900.00 wird der Beschwerdeführerin nach definitiver Erledigung von der Kantonsgerichtskasse zurückerstattet.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 113 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Verfassungsbeschwerde * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; vorbehalten bleibt die Geltendmachung einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung mit * Beschwerde in Zivilsachen * gemäss Art. 72 ff. BGG, die in der gleichen Rechtsschrift bzw. bei alleiniger Einlegung innert derselben Frist einzureichen ist. Die Beschwerdeschrift muss Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert beträgt Fr. 1‘476.35.

4. Zufertigung an die Beschwerdeführerin (1/R), die Beschwerdegegnerin (1/R) und an die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Die Kantonsgerichtsvizepräsidentin

Versand

1. Oktober 2019 sl

Schlagwörter

non-entryformal defectsignature requirementappealdeemed servicecost allocation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the unsigned appeal should be entered into after the court-set cure period expired.

Extrahierter Entscheid

No. The appeal was not cured within the ordered period or within the appeal period, so the court could not enter into it.

Extrahierte Begründung

The appellant was ordered to submit a signed original within five days after service, under threat of non-entry. Service was deemed effective on 2019-09-04. The defect was not remedied by the deadline or by the end of the appeal period, so Art. 132(1) CPC required non-entry.

Kernrechtsfrage

How the second-instance costs should be allocated.

Extrahierter Entscheid

The reduced second-instance costs were charged to the appellant, and no party compensation was awarded.

Extrahierte Begründung

Costs follow the procedural outcome; because the respondent incurred no compensable effort, no party compensation was granted.

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