Appeal struck out for failure to file declaration

STK 2020 24Übriges Gericht20.05.2020Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Schwyz Cantonal Court President dealt with a private prosecutor’s appeal against an acquittal for coercion and attempted coercion. Although the appeal was timely announced, no appeal declaration was filed within the statutory twenty-day period after receipt of the reasoned judgment. The court treated this as a waiver of appeal and struck the case from the docket rather than proceeding under the ordinary appellate rules. Second-instance costs of CHF 300 were imposed on the State, and no compensation was awarded.

Omnilex-Regeste

Art. 399 StPO; appeal announcement and appeal declaration as mandatory validity requirements; if the appellant timely announces an appeal but fails to submit the appeal declaration within the statutory period, the appeal is not perfected and is to be struck out as waived. The omission is treated as a subsequent waiver; the appellate court does not proceed under Art. 403 StPO, but disposes of the matter summarily (cf. Art. 386 StPO; consid. on the dual declaration requirement). Where the appeal is terminated for this reason, second-instance costs are borne by the State and compensation is not awarded absent reimbursable effort.

Gesamter Gesetzestext

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 20. Mai 2020

STK 2020 24

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

A.________, Privatkläger und Berufungsführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

**1.**Staatsanwaltschaft Innerschwyz, Postfach 562, Schmiedgasse 21, 6431 Schwyz, Anklagebehörde und Berufungsgegnerin, vertreten durch Staatsanwältin C.________, **2.**D.________, Beschuldigter und Berufungsgegner, verteidigt durch Rechtsanwalt E.________,

betreffend

Nötigung, evtl. versuchte Nötigung

(Berufung gegen das Urteil des Bezirksgerichts Schwyz vom 19. Februar 2020, SGO 2019 16);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass das Bezirksgericht Schwyz den Beschuldigten mit Urteil vom 19. Februar 2020 vom Vorwurf der Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB, eventualiter der versuchten Nötigung im Sinne von Art. 181 StGB i.V.m. Art. 22 Abs. 1 StGB freisprach, die Zivilforderung des Privatklägers auf den Zivilweg verwies, die Verfahrenskosten auf die Staatskasse nahm und den Beschuldigten für seine Aufwendungen mit Fr. 5'000.00 aus der Gerichtskasse entschädigte;

  • dass der Vertreter des Privatklägers gegen das im Dispositiv eröffnete Urteil am 2. März 2020 fristgerecht Berufung anmeldete (Art. 399 Abs. 1 StPO) und ihm das begründete Urteil am 17. April 2020 zugestellt wurde

(KG-act. 3);

  • dass innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO, welche am Donnerstag, 7. Mai 2020 endete, keine Berufungserklärung eingegangen ist;

  • dass die Befristungen für Berufungsanmeldung und -erklärung Gültigkeitsvorschriften sind, sodass zur gültigen Einlegung einer Berufung der diesbezügliche Wille zweimal zu erklären ist, abgesehen vom Fall, in welchem ein Urteil direkt begründet zugestellt wird (BGE 138 IV 157 , E. 2.1 f.; Luzius Eugster, in: Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, Art. 399 N 1 StPO; Markus Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Art. 399 N 10 f.; a.M. Schmid StPO PK, Art. 399 N 10 f. und 403 N 4);

  • dass damit die Berufung zwar angemeldet, aber nicht erklärt worden ist, was auf einen nachträglichen Verzicht hinausläuft, weshalb praxisgemäss nicht nach Art. 403 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO zu verfahren, sondern die Berufung im Verfahren nach § 40 Abs. 2 JG präsidial abzuschreiben ist (Art. 386 StPO und STK 2012 22 vom 7. Mai 2012);

  • dass die Gerichtskosten der zweiten Instanz bei diesem Ausgang zu Lasten des Staates gehen und Entschädigungen mangels Aufwands nicht zu sprechen sind;-

verfügt:

1. Die Berufung wird als durch Verzicht auf Berufungserklärung erledigt abgeschrieben.

2. Die zweitinstanzlichen Gerichtskosten von Fr. 300.00 gehen zu Lasten des Staates.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), Rechtsanwalt E.________ (2/R), die Oberstaatsanwaltschaft (1/R), die Staatsanwaltschaft Innerschwyz (1/A), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten; zur Erstattung der Meldungen [Freispruch an die Kost]) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

20. Mai 2020 kau

Schlagwörter

appeal declarationmandatory deadlinewaiverstruck outcostscriminal appeal

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal could proceed despite no appeal declaration being filed within the statutory deadline.

Extrahierter Entscheid

The appeal was only announced, not declared; this amounted to a subsequent waiver, so the appeal had to be struck out.

Extrahierte Begründung

The time limits for appeal announcement and appeal declaration are mandatory validity requirements. Since no declaration was filed within twenty days, the appeal was not validly perfected.

Kernrechtsfrage

Allocation of second-instance costs and compensation.

Extrahierter Entscheid

Second-instance court costs were borne by the State, and no compensation was awarded because no reimbursable effort was shown.

Extrahierte Begründung

Because the appeal was terminated without substantive review, the court ordered the costs against the State and denied any compensation for lack of expense.

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