Appeal struck out for failure to file statement

STK 2018 40Übriges Gericht25.09.2018Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Schwyz Cantonal Court President struck out the defendant’s appeal in a brawl case because, although the notice of appeal was filed in time, no appeal statement was submitted within the 20-day deadline. The court treated this as a waiver of the appeal and did not apply the ordinary non-compliance procedure. Second-instance costs of CHF 300 were charged to the State, and no compensation was awarded.

Omnilex-Regeste

Art. 399 StPO, Art. 386 StPO; appeal notice and appeal statement as validity requirements; if the appeal is timely noticed but no statement is filed within the statutory period, the appeal is deemed waived and is to be struck out by presidential order rather than treated as a case under Art. 403 StPO. The double declaration of intent is required for a valid appeal, save where the fully reasoned judgment is served directly. Consequent second-instance costs are borne by the State where the procedural outcome so warrants; no compensation is due absent compensable effort.

Gesamter Gesetzestext

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 25. September 2018

STK 2018 40

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

A.________, Beschuldigter und Berufungsführer, verteidigt durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

**1.**Staatsanwaltschaft Innerschwyz, Postfach 562, Schmiedgasse 21, 6431 Schwyz, Anklagebehörde und Berufungsgegnerin, vertreten durch Staatsanwalt C.________, **2.**D.________, Privatkläger und Berufungsgegner, **3.**E.________, Privatklägerin und Berufungsgegnerin,

betreffend

Raufhandel

(Berufung gegen das Urteil der Einzelrichterin am Bezirksgericht Schwyz vom 13. Juni 2018, SEO 2017 38);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass die Einzelrichterin am Bezirksgericht Schwyz mit Urteil vom 13. Juni 2018 den Beschuldigten des Raufhandels im Sinne von Art. 133 Abs. 1 StGB schuldig sprach, ihn mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 140.00 und mit einer Verbindungsbusse von Fr. 700.00 bestrafte, den Vollzug der Geldstrafe bei einer Probezeit von zwei Jahren aufschob, davon Vormerk nahm, dass sich die Privatkläger nicht als Zivilkläger konstituiert hätten, die Untersuchungs- und Anklagekosten von Fr. 2‘390.00 und die Gerichtskosten von Fr. 2'500.00 dem Beschuldigten auferlegte und den Privatklägern keine Parteientschädigung zusprach;

  • dass der Verteidiger namens des Beschuldigten am 19. Juni 2018 gegen das im Dispositiv eröffnete Urteil fristgerecht Berufung anmeldete

(KG-act. 2, Art. 399 Abs. 1 StPO) und ihm das begründete Urteil am 22. August 2018 zugestellt wurde (vgl. Zustellbeleg KG-act. 3);

  • dass innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO, welche am Dienstag, 11. September 2018 endete, keine Berufungserklärung eingegangen ist;

  • dass die Befristungen für Berufungsanmeldung und -erklärung Gültigkeitsvorschriften sind, sodass zur gültigen Einlegung einer Berufung der diesbezügliche Wille zweimal zu erklären ist, abgesehen vom Fall, in welchem ein Urteil direkt begründet zugestellt wird (BGE 138 IV 157 , E. 2.1 f.; Luzius Eugster, in: Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, Art. 399 N 1 StPO; Markus Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Art. 399 N 10 f.; a.M. Schmid StPO PK, Art. 399 N 10 f. und 403 N 4);

  • dass damit die Berufung zwar angemeldet, aber nicht erklärt worden ist, was auf einen nachträglichen Verzicht hinausläuft, weshalb praxisgemäss nicht nach Art. 403 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO zu verfahren, sondern die Berufung im Verfahren nach § 40 Abs. 2 JG präsidial abzuschreiben ist (Art. 386 StPO und STK 2012 22 vom 7. Mai 2012);

  • dass die Gerichtskosten der zweiten Instanz bei diesem Ausgang zu Lasten des Staates gehen und Entschädigungen mangels Aufwands nicht zu sprechen sind;-

verfügt:

1. Die Berufung wird als durch Verzicht auf Berufungserklärung erledigt abgeschrieben.

2. Die zweitinstanzlichen Gerichtskosten von Fr. 300.00 gehen zu Lasten des Staates.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), die Oberstaatsanwaltschaft (1/R), die Staatsanwaltschaft Innerschwyz (1/A), D.________ (1/AR), E.________ (1/AR), die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, unter Rückgabe der Akten; zum Vollzug und zur Erstattung der Meldung an die KOST) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

25. September 2018 sl

Schlagwörter

appeal statementwaivercriminal appealtime limitstriking outcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal had to be dismissed because no appeal statement was filed in time.

Extrahierter Entscheid

The appeal was struck out as waived by failure to file an appeal statement after timely notice of appeal.

Extrahierte Begründung

The time limits for appeal notice and appeal statement are validity requirements; because only the notice was filed, the appeal was not properly perfected and amounted to a later waiver. The court therefore did not proceed under the formal dismissal mechanism for non-compliance, but administratively struck the appeal off.

Kernrechtsfrage

Allocation of second-instance costs and compensation.

Extrahierter Entscheid

Second-instance court costs were imposed on the State and no compensation was awarded.

Extrahierte Begründung

Given the procedural outcome and lack of compensable effort, costs were borne by the State and no party compensation was due.

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