Appeal struck out for lack of appeal statement

STK 2017 9Übriges Gericht28.03.2017Dismissed

Zusammenfassung

The Kantonsgericht Schwyz dealt with an appeal against a fraud conviction by the Single Judge at the District Court of Schwyz. Although the accused had filed a timely appeal notice, he did not submit an appeal statement within the 20-day deadline. The court held that the appeal had therefore not been validly perfected and amounted to a waiver. It struck the appeal off by presidential order, charged the second-instance court costs of CHF 300 to the state, and awarded no compensation.

Regest

Art. 399 Abs. 1 and 3 StPO, Art. 386 StPO; appeal notice and appeal statement are validity requirements of the criminal appeal. If the appellant merely files the notice of appeal but fails to submit the appeal statement within the statutory period, the appeal is not validly perfected; this omission is treated as a waiver of the appeal statement. In such a case, the appellate court may discontinue the proceedings by presidential order rather than proceed under Art. 403 StPO. Where the appeal is struck off without substantive examination, costs may be charged to the state and no compensation is awarded absent recoverable expense.

Gesamter Gesetzestext

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 28. März 2017

STK 2017 9

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

A.________

Beschuldigter und Berufungsführer,

vertreten durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

**1.**Staatsanwaltschaft Innerschwyz, Postfach 562, Schmiedgasse 21, 6431 Schwyz,

Anklagebehörde und Berufungsgegnerin,

vertreten durch Staatsanwältin C.________, 2.****D.________,

Privatklägerin und Berufungsgegnerin,

betreffend

Betrug

(Berufung gegen das Urteil des Einzelrichters am Bezirksgericht Schwyz vom 23. September 2016, SEO 2016 17);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass der Einzelrichter am Bezirksgericht Schwyz den Beschuldigten mit Urteil vom 23. September 2016 (Versand des begründeten Urteils: 20. Februar 2017) wegen Betrugs im Sinne von Art. 146 StGB mit einer Geldstrafe von 20 Tagessätzen zu Fr. 60.00 bestraft und den bedingten Strafvollzug verweigert hat;

  • dass der Beschuldigte gegen das am 28. September 2016 im Dispositiv eröffnete Urteil fristgerecht Berufung angemeldet hat (Art. 399 Abs. 1 StPO) und ihm das begründete Urteil am 21. Februar 2017 zugestellt wurde (vgl. Zustellbeleg KG-act. 3);

  • dass innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO, welche am 13. März 2017 endete, keine Berufungserklärung eingegangen ist;

  • dass die Befristungen für Berufungsanmeldung und -erklärung Gültigkeitsvorschriften sind, sodass zur gültigen Einlegung einer Berufung der diesbezügliche Wille zweimal zu erklären ist, abgesehen vom Fall, in welchem ein Urteil direkt begründet zugestellt wird (BGE 138 IV 157 , E. 2.1; BSK StPO-Ziegler, Art. 384 N 2 FN 2 und Art. 385 N 1; Donatsch/Hansjakob/Lieber, StPO-Hug, Art. 399 N 10; a.M. Schmid StPO PK, Art. 399 N 10 und 403 N 4);

  • dass damit die Berufung zwar angemeldet, aber nicht erklärt worden ist, was auf einen nachträglichen Verzicht hinausläuft, weshalb praxisgemäss nicht nach Art. 403 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO zu verfahren, sondern die Berufung im Verfahren nach § 40 Abs. 2 JG präsidial abzuschreiben ist (Art. 386 StPO und STK 2012 22 vom 7. Mai 2012);

  • dass die Gerichtskosten der zweiten Instanz bei diesem Ausgang zu Lasten des Staates gehen und Entschädigungen mangels Aufwands nicht zu sprechen sind;-

verfügt:

1. Die Berufung wird als durch Verzicht auf Berufungserklärung erledigt abgeschrieben.

2. Die zweitinstanzlichen Gerichtskosten von Fr. 300.00 gehen zu Lasten des Staates.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), die Oberstaatsanwaltschaft (1/R), die Staatsanwaltschaft Innerschwyz (1/A), D.________ (1/R) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R unter Rückgabe der Akten; zum Vollzug und zur Erstattung der Meldungen an die KOST [auch hinsichtlich der Verwarnung, vgl. Art. 366 Abs. 2 lit. d StGB und Art. 5 lit. a VOSTRA-Verordnung]) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

28. März 2017 rfl

Schlagwörter

appealappeal statementwaivertime limitcostscriminal procedure