Appeal dismissed after failure to file appeal statement

STK 2017 67Übriges Gericht07.12.2017Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The defendant appealed a judgment of the Schwyz Criminal Court in a criminal case involving assaults, insult, property damage, attempted extortion, defamation and deportation. He filed a timely notice of appeal, but no appeal statement was submitted within the 20-day time limit after service of the reasoned judgment. The Kantonsgericht Schwyz held that the appeal was therefore not validly pursued and struck it off as waived. It ordered second-instance court costs of CHF 300 to be borne by the State and declined compensation. The decision is subject to appeal in criminal matters to the Federal Supreme Court.

Omnilex-Regeste

Art. 399 Abs. 1 und 3 StPO; Voraussetzungen der gültigen Berufungserhebung; die Berufungsanmeldung und die Berufungserklärung stellen zwei selbständige Gültigkeitserfordernisse dar, sofern das erstinstanzliche Urteil nicht direkt begründet eröffnet wurde. Unterbleibt die fristgerechte Berufungserklärung, ist von einem nachträglichen Verzicht auszugehen; das Verfahren ist präsidial abzuschreiben und nicht nach Art. 403 StPO als Rückzug zu behandeln (vgl. Art. 386 StPO). Bei diesem Ausgang sind die zweitinstanzlichen Kosten grundsätzlich dem Staat aufzuerlegen; Entschädigungen fallen mangels Aufwand außer Betracht (consid. 2).

Gesamter Gesetzestext

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 7. Dezember 2017

STK 2017 67

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann.

In Sachen

A.________, Beschuldigter und Berufungsführer, vertreten durch Rechtsanwalt B.________,

gegen

**1.**Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 8836 Bennau, Anklagebehörde und Berufungsgegnerin, vertreten durch Staatsanwältin C.________, **2.**D.________, Privatklägerin und Berufungsgegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt E.________,

betreffend

Tätlichkeiten, Beschimpfung, Sachbeschädigung, versuchte Erpressung, Verleumdung, Landesverweisung

(Berufung gegen das Urteil des Strafgerichts Schwyz vom 28. September 2017, SGO 2017 13);-

hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass der Beschuldigte gegen das im Dispositiv eröffnete Urteil des Strafgerichts Schwyz vom 28. September 2017 am 3. Oktober 2017 fristgerecht Berufung anmeldete (Art. 399 Abs. 1 StPO) und ihm das begründete Urteil am 8. November 2017 zugestellt wurde (vgl. Zustellbeleg);

  • dass innert der zwanzigtägigen Frist von Art. 399 Abs. 3 StPO, welche am 28. November 2017 endete, keine Berufungserklärung einging;

  • dass die Befristungen für Berufungsanmeldung und -erklärung Gültigkeitsvorschriften sind, sodass zur gültigen Einlegung einer Berufung der diesbezügliche Wille zweimal zu erklären ist, abgesehen vom Fall, in welchem ein Urteil direkt begründet zugestellt wird (BGE 138 IV 157 , E. 2.1 f.; Luzius Eugster, in: Basler Kommentar StPO, 2. Auflage, Art. 399 N 1 StPO; Markus Hug, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, Art. 399 N 10 f.; a.M. Schmid StPO PK, Art. 399 N 10 f. und 403 N 4);

  • dass damit die Berufung zwar angemeldet, aber nicht erklärt wurde, was auf einen nachträglichen Verzicht hinausläuft, weshalb praxisgemäss nicht nach Art. 403 Abs. 1 lit. a und Abs. 3 StPO zu verfahren, sondern die Berufung im Verfahren nach § 40 Abs. 2 JG präsidial abzuschreiben ist (Art. 386 StPO und STK 2012 22 vom 7. Mai 2012);

  • dass die Gerichtskosten der zweiten Instanz bei diesem Ausgang zu Lasten des Staates gehen und Entschädigungen mangels Aufwands nicht zu sprechen sind;-

verfügt:

1. Die Berufung wird als durch Verzicht auf Berufungserklärung erledigt abgeschrieben.

2. Die zweitinstanzlichen Gerichtskosten von Fr. 300.00 gehen zu Lasten des Staates.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an Rechtsanwalt B.________ (2/R), Rechtsanwalt E.________ (2/R), die Oberstaatsanwaltschaft (1/R), die kantonale Staatsanwaltschaft (1/A), die Vorinstanz (1/ü) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/ES, unter Rückgabe der Akten; zum Vollzug und zur Erstattung der Meldungen an die KOST) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

Versand

7. Dezember 2017 kau

Schlagwörter

appeal statementwaivercriminal appealprocedural time limitcostsstrike-off

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal had to be struck off because no appeal statement was filed after timely notice of appeal.

Extrahierter Entscheid

The appeal was completed by waiver through failure to file the appeal statement and was struck off.

Extrahierte Begründung

The notice of appeal and the appeal statement are separate validity requirements; since no appeal statement was filed within the 20-day period, the later omission amounted to a waiver. The appeal was therefore not handled under the dismissal rules for withdrawal but administratively struck off.

Kernrechtsfrage

Allocation of second-instance court costs and entitlement to compensation.

Extrahierter Entscheid

Second-instance court costs of CHF 300 were charged to the State, and no compensation was awarded because no reimbursable effort was shown.

Extrahierte Begründung

Given the procedural outcome, costs were borne by the State and there was no basis for indemnification.

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