Criminal complaint inadmissible for lack of substantiation

BEK 2020 50Übriges Gericht20.04.2020Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

A private complainant appealed against the cantonal public prosecutor’s non-entry order concerning his criminal complaint against a prosecutor. The Schwyz Cantonal Court held that no substantiated recusal grounds had been made plausible and that the appeal did not address the reasons for the challenged non-entry decision, but instead the underlying criminal case. It therefore did not enter into the appeal. The appellant was ordered to pay appeal costs of CHF 600, which were covered by the security deposit, with the balance to be repaid.

Omnilex-Regeste

Art. 385 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO; Art. 428 Abs. 1 StPO; on appeal against a non-entry decision, the appellant must specifically engage with the reasoning of the challenged order. A submission that merely re-argues the underlying criminal matter, without addressing the formal grounds for non-entry, is inadmissible. Recusal grounds must be made plausible; a formal recusal request and concrete facts are required for judicial examination. If the appeal is not entertained, the procedural costs are borne by the appellant.

Gesamter Gesetzestext

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 20. April 2020

BEK 2020 50

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann, Gerichtsschreiber lic. iur. Mathis Bösch.

In Sachen

A.________, Privatkläger und Beschwerdeführer,

gegen

**1.**B.________, Beschuldigter und Beschwerdegegner, **2.**Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, SSB, 8836 Bennau, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwalt C.________,

betreffend

Nichtanhandnahme Strafverfahren

(Beschwerde gegen die Verfügung der kantonalen Staatsanwaltschaft vom 11. März 2020, SUB 2020 7);-

hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

1. Am 5. Dezember 2019 erstattete A.________ gegen Staatsanwalt B.________ Strafanzeige „wegen Amtsmissbrauch etc.“, weil er unter anderem ihn „ohne jeglichen Hinweis einer gesetzlichen Grundlage“ am 26. November 2019 zu einer Einvernahme in einer Strafsache vorgeladen, Parteirechte nicht bekanntgegeben und widerrechtlich erhobene Radarfotos benützt bzw. deren Vernichtung verweigert habe (U-act. 8.1.001). Die kantonale Staatsanwaltschaft verfügte am 11. März 2020, keine Strafuntersuchung durchzuführen, weil die beanzeigten Handlungen prozessual vorgesehen und anfechtbar seien und keine unrechtmässige Zwangsausübung im Sinne von Art. 312 StGB darstellen würden. Hiergegen beschwerte sich der Strafanzeigeerstatter am 20. März 2020 beim Kantonsgericht. Der Staatsanwalt beantragte ohne weitere Ausführungen, die Beschwerde sei kostenfällig abzuweisen (KG-act. 6).

2. Der verfügende Staatsanwalt ist nicht bei der Bezirksstaatsanwaltschaft Höfe Einsiedeln angestellt, sondern bei der kantonalen Staatsanwaltschaft, an welche die Oberstaatsanwaltschaft die Strafanzeige des Beschwerdeführers zuständigkeitshalber weiterleitete (U-act. 8.1.003). Im Übrigen macht der Beschwerdeführer keine den Ausstand begründenden Tatsachen glaubhaft und stellt kein förmliches Ausstandsgesuch, auf welches einzutreten wäre (Art. 58 StPO).

3. Des Weiteren ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, soweit sie sich mit der Strafsache selber befasst, in welcher der Beschwerdeführer zur Einvernahme vorgeladen wurde. Mit den Gründen der angefochtenen Nichteintretensverfügung setzt sich der Beschwerdeführer freiwillig konkret nicht auseinander, weshalb auf seine Beschwerde präsidial (§ 40 Abs. 2 JG) und kostenfällig (Art. 428 Abs. 1 StPO) nicht einzutreten ist (Art. 385 Abs. 1 lit. b und Abs. 2 StPO);-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 600.00 werden dem Beschwerdeführer auferlegt und aus der Sicherheit gedeckt, so dass ihm noch Fr. 600.00 aus der Kantonsgerichtskasse zurückzubezahlen sind.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an den Beschwerdeführer (1/R), den Beschwerdegegner (1/R), die kantonale Staatsanwaltschaft (1/A) und die Oberstaatsanwaltschaft (1/R) sowie nach definitiver Erledigung an die kantonale Staatsanwaltschaft (1/R, mit den Akten) und die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

Der Gerichtsschreiber

Versand

20. April 2020 kau

Schlagwörter

criminal complaintnon-entryinadmissibilityrecusalappeal reasoningcourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the complaint against the prosecutor should be entered into despite the absence of a formal recusal request or substantiated grounds.

Extrahierter Entscheid

No. The complainant did not make any facts rendering recusal plausible and did not file a formal recusal motion that could be examined.

Extrahierte Begründung

The prosecutor was not employed by the local district prosecutor's office but by the cantonal public prosecutor's office; no sufficient recusal grounds were shown.

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the non-entry decision was sufficiently reasoned.

Extrahierter Entscheid

No. The appellant did not engage with the reasons of the challenged decision and instead addressed the underlying criminal matter itself.

Extrahierte Begründung

Because the appeal did not specifically challenge the grounds of the non-entry order, the court had to refrain from entering into the merits under the procedural rules on appellate reasoning.

Kernrechtsfrage

Allocation of costs of the cantonal appeal proceedings.

Extrahierter Entscheid

The costs of CHF 600 were imposed on the appellant and covered by the security deposit, with the remaining amount to be reimbursed from the court cash box.

Extrahierte Begründung

As the appeal was not entertained, the appellant bore the procedural costs.

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