Criminal appeal declared inadmissible for failure to proceed

BEK 2019 205Übriges Gericht10.01.2020Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Schwyz cantonal court president dealt with a criminal complaint appeal by A.________ AG against a March prosecutor’s non-entry decision. After the appellant failed to confirm that it wanted to appeal and also filed its submissions late, the president held that appeal had been waived and that the appeal deadline under Art. 396 StPO had been missed. The court therefore refused to enter into the matter. In view of the appellant’s failure to declare an appeal, no costs were charged.

Omnilex-Regeste

Art. 396 StPO; waiver of appeal and late filing against a non-entry decision; where the appellant, after an express judicial invitation, does not state that it intends to pursue the appeal, the authority may infer withdrawal or waiver of the remedy. Independently thereof, a submission filed after expiry of the statutory appeal period is inadmissible. The decision on non-entry may be taken by the competent court president under § 40 Abs. 2 JG; exceptionally, costs may be waived when the party did not clearly insist on appellate proceedings (consid. 1-3).

Gesamter Gesetzestext

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 10. Januar 2020

BEK 2019 205

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

A.________ AG, Privatklägerin und Beschwerdeführerin,

gegen

1.****B.________, Beschuldigte und Beschwerdegegnerin, **2.**Staatsanwaltschaft March, Postfach 162, Rathausplatz 1, 8853 Lachen, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwältin C.________,

betreffend

Nichtanhandnahme Strafverfahren

(Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft March vom 7. Oktober 2019, SUM 2019 1708);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass die Staatsanwaltschaft des Bezirks March mit Nichtanhandnahme vom 7. Oktober 2019 verfügte, keine Strafuntersuchung gegen die Verantwortlichen der B.________ wegen Veruntreuung nach Art. 138 StGB durchzuführen, nachdem die A.________ AG (nachfolgend: Beschwerdeführerin) ihre Eingabe vom 10. Mai 2019 an die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz trotz Ansetzung einer Nachfrist nicht verbessert hatte;

  • dass die Beschwerdeführerin gegenüber der Staatsanwaltschaft March mit E-Mail vom 10. Dezember 2019 bestritt, Auskunft darüber erhalten zu haben, was, warum und wie zu verbessern sei und daran festhielt, dass eine Straftat vorliege (Vi-act. 10) und dass die Beschwerdeführerin nach entsprechender Belehrung (Vi-act. 11) der Staatsanwaltschaft am 13. Dezember 2019 eine unterzeichnete Ausfertigung des E-Mails vom 10. Dezember 2019 per Post einreichte (KG-act. 1-/2);

  • dass die Staatsanwaltschaft March die Eingaben der Beschwerdeführerin vom 10. und 13. Dezember 2019 am 16. Dezember 2019 an das Kantonsgericht zur Prüfung als Beschwerde überwies (KG-act. 1);

  • dass der Beschwerdeführerin mit Verfügung vom 18. Dezember 2019 eine Frist von 10 Tagen gesetzt wurde, um schriftlich zu erklären, ob sie im vorliegenden Falle Beschwerde führen wolle, und im Falle der Beschwerdeführung explizite Anträge zu stellen und hinreichend zu begründen

(KG-act. 2);

  • dass die Verfügung vom 18. Dezember 2019 der Beschwerdeführerin am 19. Dezember 2019 durch die Post zugestellt wurde (vgl. Beilage zu

KG-act. 2) und sich die Beschwerdeführerin bis zum Ablauf der Frist am Montag, 30. Dezember 2019 nicht vernehmen liess;

  • dass demzufolge androhungsgemäss davon auszugehen ist, dass die Beschwerdeführerin auf Beschwerdeführung verzichtet;

  • dass gegen die Nichtanhandnahmeverfügung gemäss Art. 396 StPO innert 10 Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz Beschwerde erhoben werden kann, die Nichtanhandnahmeverfügung der Staatsanwaltschaft March der Beschwerdeführerin am 12. Oktober 2019 zugestellt wurde (Vi-act. 9) und die beiden Eingaben der Beschwerdeführerin vom 10. und 13. Dezember 2019 offensichtlich nach Ablauf der Beschwerdefrist erfolgten;

  • dass ausnahmsweise auf Kostenerhebung zu verzichten ist, nachdem die Beschwerdeführerin nicht erklärte, Beschwerde führen zu wollen (vgl. Verfügung vom 18. Dezember 2019, KG-act. 2, Ziff. 2a);

  • dass Nichteintreten auf eine Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 JG in die Kompetenz des Präsidenten fällt;

  • dass der Entscheid, mit welchem die Rechtsmittelinstanz nicht auf das Rechtsmittel eintritt, mit Strafgerichtsbeschwerde beim Bundesgericht angefochten werden kann (Niklaus Schmid, Praxiskommentar, N 7 zu Art. 385 StPO);-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Auf Kostenerhebung wird verzichtet.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an die A.________ AG (1/R), die B.________ (1/R), die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz (1/R), die Staatsanwaltschaft March (1/A), sowie nach definitiver Erledigung an die Staatsanwaltschaft March (1/R, mit den Akten).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

10. Januar 2020 kau

Schlagwörter

criminal procedurenon-entry decisioninadmissibilityappeal deadlinewaivercourt costs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the court should enter into the appeal against the non-entry decision

Extrahierter Entscheid

No. The appellant did not confirm that it wished to appeal and, in any event, the filings were submitted after the appeal deadline.

Extrahierte Begründung

After being ordered to clarify within 10 days whether it intended to appeal and to file reasoned requests, the appellant remained silent. The court therefore deemed the right to appeal waived. The later submissions were also outside the 10-day period under Art. 396 StPO.

Kernrechtsfrage

Whether court costs should be charged

Extrahierter Entscheid

No costs were levied exceptionally.

Extrahierte Begründung

Because the appellant did not declare that it wanted to appeal, the court waived cost recovery.

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