Revision inadmissible against non-entry order

BEK 2018 20Übriges Gericht26.01.2018Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Cantonsgericht Schwyz ruled on a revision request against its earlier order of 16 January 2018, which had declined to enter on a complaint against a non-prosecution decision because security had not been paid. It held that applicants 2 and 3 lacked standing because they were not parties to the earlier proceedings. It further held that revision under Art. 410 StPO is unavailable against non-entry orders and other procedural rulings, and that reopening of a non-prosecution decision must be sought before the prosecutor under Art. 310 Abs. 2 and Art. 323 StPO. The court found no substantiated revision grounds and imposed costs of CHF 300 on the applicants jointly and severally.

Omnilex-Regeste

Art. 410 StPO; revision is not available against procedural orders and non-entry decisions; only final judgments, penalty orders, post-judgment decisions and independent measure decisions may be revised. A non-prosecution decision has only limited legal force and, where statutory prerequisites are met, may be reopened before the prosecutor under Art. 310 Abs. 2 in conjunction with Art. 323 StPO. Persons who were not parties to the earlier procedure and are not affected by the challenged decision lack standing to seek revision (consid. 1–3). The mere announcement of a federal appeal does not bar the cantonal court from deciding the revision request. Costs follow the outcome.

Gesamter Gesetzestext

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 26. Januar 2018

BEK 2018 20

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

**1.**A.________, Gesuchsteller, **2.**B.________, Gesuchstellerin, **3.**C.________, Gesuchstellerin,

gegen

**1.**Kantonale Staatsanwaltschaft, Postfach 75, Sicherheitsstützpunkt Biberbrugg, 8836 Bennau, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwältin D.________, **2.**E.________, Beschuldigte und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Rechtsanwalt F.________,

betreffend

Nichtanhandnahme

(Revisionsgesuch gegen die Verfügung des Kantonsgerichtspräsidenten vom 16. Januar 2018, BEK 2017 188, SUB 2017 347);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass A.________, B.________ sowie die C.________ (nachfolgend: Gesuchsteller) mit der G.________ AG als Vermieterin im Streite liegen und sich die G.________ AG durch Rechtsanwältin E.________ (nachfolgend: Beschuldigte) vertreten lässt;

  • dass die Gesuchsteller am 18. Mai 2017 gegen die Beschuldigte im Wesentlichen mit der Begründung Strafanzeige erstatteten, die Beschuldigte habe im Mietausweisungsbegehren absichtlich den Streitwert falsch angegeben und sich damit des Erschleichens einer falschen Beurkundung oder der Urkundenfälschung schuldig gemacht (U-act. 8.1.001 in BEK 2017 188);

  • dass die kantonale Staatsanwaltschaft mit Nichtanhandnahmeverfügung vom 14. November 2017 (SUB 2017 347) verfügte, dass keine Strafuntersuchung durchgeführt werde;

  • dass der Kantonsgerichtspräsident mit Verfügung vom 16. Januar 2018 (BEK 2017 188) auf eine vom Gesuchsteller Ziff. 1 mit Eingabe vom 7. Dezember 2017 (KG-act. 1 in BEK 2017 188) eingereichte Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung wegen Nichtleistens der Sicherheitsleistung nicht eingetreten ist;

  • dass die Gesuchsteller mit Eingabe vom 21. Januar 2018 ein Begehren um Revision der Verfügung vom 16. Januar 2018 im Verfahren BEK 2017 188 stellen (KG-act. 1);

  • dass auf das Revisionsgesuch der Gesuchstellerinnen Ziff. 2+3 zum vorne herein nicht einzutreten ist, weil sie im ersten Verfahren BEK 2017 188 nicht als Partei teilgenommen haben und durch den Nichteintretensentscheid somit nicht beschwert sind (Fingerhuth, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, N 46 zu Art. 410 StPO);

  • dass die Revision gemäss Art. 410 StPO gemäss explizitem Wortlaut (nur) gegen ein rechtskräftiges Urteil, einen Strafbefehl, einen nachträglichen richterlichen Entscheid oder einen Entscheid im selbständigen Massnahmenverfahren verlangt werden kann, die StPO indessen eine Revision gegen Beschlüsse und Verfügungen, mithin gegen verfahrensleitende und verfahrenserledigende Entscheide nicht zulässt (Fingerhuth, a.a.O., N 17 zu Art. 410 StPO, mit weiteren Verweisen);

  • dass die Revision ein sowohl formell als auch materiell rechtskräftiges Urteil voraussetzt (Fingerhuth, a.a.O., N 4 zu Art. 410 StPO; Heer, in: Basler Kommentar, 2. Auflage, N 10 zu Art. 410), Nichtanhandnahmeverfügungen nur in beschränkte Rechtskraft erwachsen (Esther Omlin, in: Basler Kommentar, 2. Auflage, N 35 zu Art. 310 StPO; Landshut/Bosshard, in: Donatsch/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Auflage, N 14 zu Art. 310 StPO) und gemäss Wortlaut des Gesetzes wieder aufgenommen werden können, wenn der Staatsanwaltschaft neue Beweismittel oder Tatsachen bekannt werden, die (a) für eine strafrechtliche Verantwortlichkeit der beschuldigten Person sprechen; und sich (b) nicht aus den früheren Akten ergeben (Art. 310 Abs. 2 i.V.m. 323 StPO), aber auch bei anderen Gründen, die eine Neubeurteilung notwendig erscheinen lassen (Landshut/‌Bosshard, a.a.O.);

  • dass ein Gesuch um Wiederaufnahme des Strafverfahrens gemäss Art. Art. 310 Abs. 2 i.V.m. 323 StPO bei der Staatsanwaltschaft zu stellen wäre;

  • dass der Gesuchsteller im Übrigen keine Revisionsgründe im Sinne von Art. 410 StPO nachvollziehbar darlegt und bis heute auch kein Entscheid des Bundesgerichts vorliegt, welcher die vom Revisionsgesuch betroffene Verfügung vom 16. Januar 2018 in Frage stellen würde;

  • dass die vom Gesuchsteller angekündigte Beschwerde ans Bundesgericht der vorliegenden Verfügung nicht entgegensteht, weil vor der Beschwerde ans Bundesgericht normalerweise das kantonale Rechtsmittel zu behandeln ist (vgl. Fingerhuth, a.a.O., N 32 zu Art. 410 StPO);

  • dass zusammenfassend auf das Revisionsgesuch nicht einzutreten ist;

  • dass die Kosten ausgangsgemäss den Gesuchstellern aufzuerlegen sind;

  • dass über Nichteintreten gestützt auf § 40 Abs. 2 JG präsidial entschieden werden kann;-

verfügt:

1. Auf das Revisionsgesuch wird nicht eingetreten.

2. Die Verfahrenskosten von Fr. 300.00 werden den Gesuchstellern unter solidarischer Haftung auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) Beschwerde in Strafsachen beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an A.________ (1/R), B.________ (1/R), C.________ (1/R), die Oberstaatsanwaltschaft (1/R), die kantonale Staatsanwaltschaft (1/A), Rechtsanwalt F.________ (2/R) sowie nach definitiver Erledigung an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

26. Januar 2018 rfl

Schlagwörter

revisionnon-entrycriminal procedurestandingnon-prosecutionreopeningcosts

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the revision request by applicants 2 and 3 was admissible

Extrahierter Entscheid

It was inadmissible because they had not been parties in the earlier proceeding and were not affected by the non-entry decision.

Extrahierte Begründung

Only persons who participated in the earlier procedure and are affected by the challenged decision may seek revision.

Kernrechtsfrage

Whether revision under Art. 410 StPO is available against a non-entry order

Extrahierter Entscheid

No. Revision is available only against final judgments, penalty orders, post-judgment decisions, or independent measures decisions, not against procedural or case-dispositive orders.

Extrahierte Begründung

The Code of Criminal Procedure does not allow revision of rulings and orders such as non-entry decisions; such decisions have only limited legal force and are dealt with through reopening before the prosecutor where statutory grounds exist.

Kernrechtsfrage

Whether the applicants stated cognizable revision grounds

Extrahierter Entscheid

No cognizable revision grounds were shown, and no Federal Supreme Court decision called the challenged order into question.

Extrahierte Begründung

The applicant did not substantiate any grounds under Art. 410 StPO, and the announced federal appeal did not affect the present decision.

Kernrechtsfrage

Costs of the revision proceedings

Extrahierter Entscheid

The procedural costs were imposed on the applicants jointly and severally.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome of the proceedings.

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