Non-entry for insufficiently reasoned criminal appeal

BEK 2018 171Übriges Gericht20.11.2018Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Schwyz Cantonal Court refused to enter into the accused's appeal against a prosecution order declaring a criminal order final and imposing CHF 200 in objection-proceeding costs. The court held that the appeal was not sufficiently reasoned because it did not engage with the lower authority's reasoning and did not explain the requested alternative disposition. A cure period was set but no compliant submission followed. As the appeal was inadmissible, the appellant was ordered to pay the appellate costs of CHF 200.

Omnilex-Regeste

Art. 396 Abs. 1 and Art. 385 Abs. 1 StPO; admissibility of a criminal appeal; requirements for motivation and requested relief. An appeal must be filed in due form and must address each independent ground of the challenged decision, setting out why a different outcome is sought and identifying the evidence relied upon. A submission that merely expresses disagreement without engaging with the reasoning of the lower authority is deficient. If the defect is not cured within an ordered grace period, the appellate authority must decline to enter into the merits. Costs are imposed on the unsuccessful appellant pursuant to Art. 428 StPO.

Gesamter Gesetzestext

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 20. November 2018

BEK 2018 171

Mitwirkend

Kantonsgerichtsvizepräsident Dr. Reto Heizmann.

In Sachen

A.________, Beschuldigter und Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft March, Postfach 162, Rathausplatz 1, 8853 Lachen, Strafverfolgungsbehörde und Beschwerdegegnerin, vertreten durch Staatsanwalt B.________,

betreffend

Feststellung der Rechtskraft (Strafbefehl)

(Beschwerde gegen die Verfügung der Staatsanwaltschaft March vom 28. September 2018, SUM 2018 1128);-

hat der Kantonsgerichtsvizepräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass die Staatsanwaltschaft March mit Verfügung vom 28. September 2018 im Strafverfahren gegen A.________ (nachfolgend: Beschuldigter) feststellte, der Strafbefehl vom 23. Juli 2018 sei in Rechtskraft erwachsen und ihm die Kosten des Einspracheverfahrens von Fr. 200.00 auferlegte (angef. Verfügung);

  • dass der Beschwerdeführer mit Eingabe vom 5. Oktober 2018 bei der Staatsanwaltschaft March (Posteingang Staatsanwaltschaft March: 8. Oktober 2018) gegen diese Verfügung sinngemäss und nach telefonischer Rückfrage der Staatsanwaltschaft March Beschwerde erhob, welche zuständigkeitshalber dem Kantonsgericht weitergeleitet wurde (KG-act. 1, 2 und 2/1);

  • dass eine Beschwerde gegen schriftlich oder mündlich eröffnete Entscheide gemäss Art. 396 Abs. 1 StPO innert zehn Tagen schriftlich und begründet bei der Beschwerdeinstanz einzureichen ist, dass gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO in der Rechtsmittelschrift unter anderem anzugeben ist, welche Gründe einen anderen Entscheid nahe legen und welche Beweismittel angerufen werden, und sich die Rechtsmittelschrift deshalb mit allen (selbständigen) Begründungen der Vorinstanz auseinandersetzen muss, und auch anzugeben ist, wie anstelle des vorinstanzlichen Dispositivs zu entscheiden ist, ansonsten ein Nichteintretensentscheid der Rechtsmittelinstanz ergeht (Martin Ziegler/‌Stefan Keller, in: Basler Kommentar StPO, 2. A., N 1a und 4 zu Art. 385 StPO);

  • dass sich der Beschwerdeführer in seinen Eingaben mit den Erwägungen der Vorinstanz nicht auseinandersetzt, dass er namentlich sein Nicht­erscheinen zum Vorladungstermin vom 13. September 2018 nicht begründet (KG-act. 2), obwohl ihm schon die Staatsanwaltschaft March dazu Gelegenheit gegeben hatte (Vi-act. 11), sondern er offenbar insbesondere der Ansicht ist, es handle sich nicht um eine „Angelegenheit des öffentlichen Rechts“ (KG-act. 2);

  • dass dem Beschuldigten mit Verfügung vom 30. Oktober 2018 eine Nachfrist bis am Montag, 12. November 2018 zur Verbesserung der Beschwerde angesetzt wurde, mit dem Hinweis, dass im Säumnisfall auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werde (KG-act. 3), und dass bis dato beim Kantonsgericht keine weiteren Eingaben eingingen;

  • dass mangels rechtsgenügender Begründung auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;

  • dass der Beschwerdeführer ausgangsgemäss kostenpflichtig wird (Art. 428 StPO);

  • dass das Nichteintreten auf die Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 i.V.m. § 41 Abs. 1 JG in die Kompetenz des Vorsitzenden fällt;-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Der Beschuldigte hat die Kosten des Beschwerdeverfahrens von Fr. 200.00 zu bezahlen.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Strafsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden. Die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen.

4. Zufertigung an den Beschuldigten (1/R), die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Schwyz (1/R) und die Staatsanwaltschaft March (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Staatsanwaltschaft March (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtsvizepräsident

Versand

20. November 2018 kau

Schlagwörter

inadmissibilityappeal motivationcriminal procedurecostsfinalitycure period

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal against the prosecution's finality order was sufficiently reasoned under the Criminal Procedure Code.

Extrahierter Entscheid

The appeal did not address the lower authority's reasoning and therefore lacked the required grounds and relief request.

Extrahierte Begründung

Under Art. 396(1) and Art. 385(1) CCP, the statement of appeal must be written, reasoned, and engage with all independent grounds of the decision; after an unheeded opportunity to cure, the appellate court must refuse to enter into the matter.

Kernrechtsfrage

Who bears the costs of the appellate proceedings.

Extrahierter Entscheid

The appellant must pay the costs of the appeal proceedings.

Extrahierte Begründung

Costs follow the outcome; because the appeal was not admitted, the appellant is liable for costs under Art. 428 CCP.

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