Non-entry for unpaid appeal advance in liquidation case

BEK 2017 55Übriges Gericht05.05.2017Inadmissible

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Kantonsgericht Schwyz declined to enter into an appeal against the first-instance order dissolving the company and ordering bankruptcy liquidation because the appellant did not pay the requested cost advance even after a grace period and a warning of non-entry. The court held that the appeal could not proceed under Art. 101(3) CPC. It ordered second-instance costs of CHF 300 against the appellant and refused any party compensation to the respondent public authority.

Omnilex-Regeste

Art. 101 Abs. 3 ZPO; non-entry for failure to pay an advance on costs despite a grace period; Art. 106 Abs. 1 ZPO and Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO. Where the appellant does not pay the ordered cost advance within the original deadline and the subsequently granted grace period, the appellate court must refuse to enter into the appeal if non-entry has been threatened. The allocation of costs follows the outcome of the proceedings; no party compensation is awarded to a public authority lacking compensable expenses within the meaning of Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO. Competence for non-entry on appeal may rest with the court president under the applicable cantonal procedural rule (§ 40 Abs. 2 JG).

Gesamter Gesetzestext

Kantonsgericht Schwyz

1

Verfügung vom 5. Mai 2017

BEK 2017 55

Mitwirkend

Kantonsgerichtspräsident Dr. Urs Tschümperlin.

In Sachen

A.________, Gesuchsgegnerin und Beschwerdeführerin,

gegen

Handelsregister des Kantons Schwyz, Postfach 1185, Bahnhofstrasse 15, 6431 Schwyz,

Gesuchsteller und Beschwerdegegner,

betreffend

konkursamtliche Liquidation (Ernennung einer Revisionsstelle)

(Beschwerde gegen die Verfügung des Einzelrichters am Bezirksgericht March vom 3. März 2017, ZES 2017 39);-

hat der Kantonsgerichtspräsident,

nachdem sich ergeben und in Erwägung:

  • dass der Einzelrichter am Bezirksgericht March mit Verfügung vom 3. März 2017 infolge Organmangel und auf Gesuch des Handelsregisters des Kantons Schwyz die Auflösung und konkursamtliche Liquidation der Gesuchsgegnerin angeordnet hat;

  • dass die Gesuchsgegnerin diesen Entscheid des Einzelrichters am Bezirksgericht March mit Beschwerde vom 5. Dezember 2016 (recte gemäss Postaufgabe: 14. März 2017) beim Kantonsgericht angefochten hat (KG-act. 1);

  • dass der Kantonsgerichtspräsident mit Verfügung vom 15. März 2017 der Gesuchsgegnerin Frist zur Zahlung eines Kostenvorschusses von Fr. 800.00 bis spätestens 3. April 2017 gesetzt hat (KG-act. 4);

  • dass diese Fristansetzung der Gesuchsgegnerin an ihrem Domizil gemäss Handelsregister an der C.________strasse xx in D.________ nicht zugestellt werden konnte (Empfänger unbekannt; vgl. Beilage zu KG-act. 4 und KG-act. 6), weshalb die Zustellung per 18. März 2017 mit A+Post an den einzigen Verwaltungsrat B.________ erfolgte (KG-act. 11);

  • dass die Gesuchsgegnerin den Kostenvorschuss innert Frist nicht bezahlt hat, weshalb ihr mit Verfügung vom 10. April 2017 gestützt auf Art. 101 Abs. 3 ZPO unter Androhung des Nichteintretens eine Nachfrist bis zum 25. April 2017 zur Zahlung des Kostenvorschusses gesetzt worden ist (KG-act. 15);

  • dass die Gesuchsgegnerin, bzw. ihr Verwaltungsrat die Nachfristansetzung vom 10. April 2017 innert der postalischen Frist nicht abgeholt hat (KG-act. 16), weshalb die zweite Zustellung mit A+Post per 22. April 2017 erfolgte (KG-act. 17);

  • dass der Kostenvorschuss auch innert der angesetzten Nachfrist nicht bezahlt worden ist, weshalb androhungsgemäss auf die Beschwerde nicht einzutreten ist;

  • dass bei diesem Ausgang des Verfahrens die Gerichtskosten gestützt auf Art. 106 Abs. 1 ZPO der Gesuchsgegnerin aufzuerlegen sind;

  • dass die Voraussetzungen einer Parteientschädigung an die Gesuchstellerin im Sinne von Art. 95 Abs. 3 lit. c ZPO nicht gegeben sind, zumal es sich um eine staatliche Behörde handelt;

  • dass das Nichteintreten auf eine Beschwerde gestützt auf § 40 Abs. 2 JG in die Kompetenz des Präsidenten fällt;-

verfügt:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die zweitinstanzlichen Kosten von Fr. 300.00 werden der Gesuchsgegnerin auferlegt.

3. Gegen diesen Entscheid kann innert 30 Tagen seit Zustellung nach Massgabe von Art. 72 ff. des Bundesgerichtsgesetzes *Beschwerde in Zivilsachen * beim Bundesgericht in Lausanne eingereicht werden; die Beschwerdeschrift muss den Anforderungen von Art. 42 BGG entsprechen. Der Streitwert ist unbestimmt.

4. Zufertigung an die A.________ (1/R; per Adresse B.________), das Handelsregister des Kantons Schwyz (1/R) und die Vorinstanz (1/A) sowie nach definitiver Erledigung an die Vorinstanz (1/R, mit den Akten) und an die Kantonsgerichtskasse (1/ü, im Dispositiv).

Der Kantonsgerichtspräsident

Versand

5. Mai 2017 rfl

Schlagwörter

non-entrycost advanceappealbankruptcy liquidationcostspublic authoritycorporate organs

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appeal had to be admitted after the appellant failed to pay the required cost advance within the extended deadline.

Extrahierter Entscheid

The court had to decline to enter into the appeal because the advance payment was not made despite the warning and grace period.

Extrahierte Begründung

The appellant did not pay the advance by the original deadline or by the extended deadline granted under Art. 101(3) CPC, so the threatened non-entry followed.

Kernrechtsfrage

How the second-instance costs should be allocated after non-entry.

Extrahierter Entscheid

The second-instance costs were charged to the appellant.

Extrahierte Begründung

Because the appellant failed in the proceeding, costs were imposed on her under Art. 106(1) CPC. No party compensation was awarded to the public authority, since the conditions of Art. 95(3)(c) CPC were not met.

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