Parties must cooperate in evidence gathering in divorce proceedings

ZZ.1998.8Übriges Gericht05.08.1998Dismissed

Zusammenfassung

In a divorce appeal, the wife argued that the court had arbitrarily limited itself to the 1996 and 1997 financial statements. The Zivilkammer held that no arbitrariness existed because she had not objected to the documents, had not requested earlier balance sheets, and parties must actively cooperate in collecting the facts even under the inquisitorial principle, especially when represented by counsel.

Regest

§ 228 ZPO; duty of the parties to cooperate in evidentiary gathering in inquisitorial proceedings. Even where the court examines the facts ex officio, the parties remain obliged to assist actively in assembling the procedural material. They must produce documents in their possession and, if the relevant records are held by the opposing party, request judicial production. This duty is heightened for parties represented by counsel. A complaint of arbitrary fact-finding is unfounded where a party failed to object to the available records and did not seek additional documents.

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZZ.1998.8**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:06.08.1998
FindInfo-Nummer:O_ZK.2014.734
Titel:** Untersuchungsverfahren, Mitwirkung der Parteien**
Resümee:§ 228 ZPO. Auch im Untersuchungsverfahren haben die Parteien bei der Sammlung des Prozessstoffes aktiv mitzuwirken.
SOG 1998 Nr. 8 **§ 228 ZPO.*Auch im Untersuchungsverfahren haben die Parteien bei der Sammlung des Prozessstoffes aktiv mitzuwirken. Zwischen den Parteien ist ein Scheidungsprozess hängig. Die Beschwerdeführerin wurde schon zur Aussöhnungsverhandlung von ihrem Anwalt begleitet. Der Beklagte legte die Buchhaltungsabschlüsse 1996 und 1997 vor. Mit keinem Wort beanstandete die Ehefrau die Unterlagen als ungenügend. Sie stellte keinen Antrag auf Beizug früherer Bilanzen. Unter diesen Umständen kann von einer willkürlichen Feststellung des Sachverhaltes deshalb, weil lediglich zwei Abschlüsse herangezogen wurden, keine Rede sein. Denn wenn auch das Ehescheidungsverfahren von der Untersuchungsmaxime beherrscht wird, sind die Parteien doch verpflichtet, den Richter bei der Sammlung des Prozessstoffes zu unterstützen. Namentlich haben sie in ihrem Besitz sich befindliche Unterlagen zu einzureichen. Haben sie diese nicht zur Hand, wissen aber, dass sie sich bei der Gegenpartei befinden, haben sie beim Richter die Edition zu beantragen. Das gilt besonders für von Anwälten vertretene Litiganten. * Obergericht Zivilkammer, Urteil vom 6. August 1999

Schlagwörter

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