No aiding through sheltering a criminal spouse

ZZ.1997.14Übriges Gericht18.11.1997Acquitted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Obergericht’s criminal chamber held that a wife who housed her criminal husband and performed ordinary household tasks did not commit aiding under Art. 305 StGB. The offense requires active conduct that actually or effectively keeps the person away from enforcement for some time; merely making life in freedom more comfortable is insufficient. The court stressed that the statute targets conduct that hinders arrest or execution, not normal domestic behavior.

Omnilex-Regeste

Art. 305 StGB; aiding evasion of execution by sheltering a spouse. Execution-aiding is a conduct offense requiring active behavior; mere passive tolerance or ordinary household activities do not suffice. Liability presupposes that the offender’s conduct actually prevents, or at least effectively impedes, enforcement for a certain period. The protected interest is not the convenience of remaining at liberty, but the practical difficulty of arrest or execution; normal interpersonal conduct is not criminalized merely because it makes unlawful freedom more comfortable (consid. 5).

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZZ.1997.14**
Instanz:Strafkammer
Entscheiddatum:19.11.1997
FindInfo-Nummer:O_ST.2015.24
Titel:** Keine Begünstigung durch Beherbergen des straffälligen Ehegatten**
Resümee:** Art. 305 StGB. Keine Begünstigung durch Beherbergen des straffälligen Ehegatten.**
SOG 1997 Nr. 14 ** Art. 305 StGB.*Keine Begünstigung durch Beherbergen des straffälligen Ehegatten. 5. a) Beim Tatbestand der Vollzugsbegünstigung handelt es sich um ein schlichtes Tätigkeitsdelikt - im Gegensatz zur Verfolgungsbegünstigung, die ein Erfolgsdelikt darstellt (Jörg Rehberg: Aktuelle Probleme der Begünstigung, in ZBJV 1981, S. 364). Um den Tatbestand zu erfüllen, muss nach herrschender Lehre und Praxis die begünstigte Person mindestens für eine gewisse Zeit dem Strafvollzug entzogen werden (BGE 117 IV 471; Günter Stratenwerth: Schweizerisches Strafrecht, BT II, Bern 1993, § 54 N 9). Rehberg betrachtet die Vollzugsbegünstigung dagegen als verselbständigte Form der Gehilfenschaft zur begünstigten Person, die sich ihrerseits dem Vollzug einer Strafe oder einer Massnahme entziehen will. Dementsprechend würde es genügen, die begünstigte Person in ihrem Verhalten willentlich zu unterstützen. Für die Strafbarkeit der Unterstützung Flüchtiger käme es deshalb nach Rehberg ebensowenig wie für jene der Gehilfenschaft darauf an, welcher Art die geleistete Hilfe war, wie lange sie dauerte und welche Mittel verwendet wurden (Rehberg, a.a.O., S. 364 f.). Immerhin kommt aber auch nach der genannten Lehrmeinung nur ein Tun in Frage (Jörg Rehberg: Strafrecht IV, 2. Aufl., Zürich 1996, S. 355), worin sie mit der Bundesgerichtspraxis übereinstimmt, nach der ein bloss passives Verhalten nicht genügt (BGE 117 IV 471 f.). (...) d) Hingegen ist zu prüfen, ob eine Begünstigungshandlung darin erblickt werden kann, dass die Beschuldigte ihren Ehemann während seiner Anwesenheit durch die üblichen Tätigkeiten einer Hausfrau unterstützt hat. Diese Arbeit könnte den Tatbestand der Begünstigung nur erfüllen, wenn nachgewiesen wäre, dass dem Ehemann damit das Verbleiben in der Freiheit erleichtert wurde, sei es, dass der Flüchtige gerade wegen dieser Tätigkeiten dem polizeilichen Zugriff für eine gewisse Zeit entzogen war (BGE 117 IV 473) oder - nach dem von der Lehre (z.B. von Stratenwerth, a.a.O., N 9 f. und noch Robert Hauser / Jörg Rehberg, Strafrecht IV, 1. Aufl., 1989, S. 311) kritisierten Bundesgerichtsentscheid 114 IV 39 - dass die Tätigkeiten der Ehefrau geeignet waren, den Flüchtigen für eine gewisse Zeit dem Vollzug zu entziehen. Beides ist klar nicht der Fall, denn es ist anzunehmen, dass der Ehemann der Beschuldigten in der Lage gewesen wäre, selbst für seinen Lebensunterhalt zu sorgen, während er sich in der Familienwohnung aufhielt. Ausserdem ist es nicht der Sinn des Gesetzes, jedes normale zwischenmenschliche Verhalten unter Strafe zu stellen, das rechtswidriges Verweilen in Freiheit angenehmer macht und "erleichtert". Die Tathandlung des "Entziehens" ist nicht so sehr darin zu sehen, dass dem Flüchtigen das Verbleiben in der Freiheit erleichtert, sondern darin, dass seine Festnahme erschwert wird. * Obergericht Strafkammer, Urteil vom 19. November 1997

Schlagwörter

aidingexecution evasionhousehold assistancespousal supportcriminal liability

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether ordinary household support for a hiding spouse constitutes assistance under Art. 305 StGB.

Extrahierter Entscheid

No. Ordinary housework does not amount to aiding the evasion of execution unless it can be shown that it actually or at least effectively kept the person away from enforcement for a certain time.

Extrahierte Begründung

Execution-aiding is a conduct offense requiring active conduct; mere passive behavior is insufficient. The decisive element is not that life in freedom becomes more pleasant, but that arrest or execution is made harder. The husband could have provided for himself, and the statute does not criminalize normal interpersonal conduct.

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