Vacation pay may not be offset by salary during employment

ZZ.1995.6Übriges Gericht15.02.1995Confirmed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Obergericht held that vacation during an ongoing employment relationship cannot be compensated through ordinary wage payments. Any exception for irregular or very short employment requires strict disclosure of the vacation wage in both the contract and each wage statement; those requirements were not met. The court further confirmed that after termination, unused vacation may be paid out in money and must be valued according to the wage in force at the end of the employment relationship. The labor court's calculation was therefore upheld.

Omnilex-Regeste

Art. 329d Abs. 2 OR, Art. 361 Abs. 1 OR; vacation pay may not be offset against ordinary wages during the employment relationship. The prohibition is absolutely mandatory and allows only narrow exceptions in cases of very irregular or brief employment, provided the vacation component is expressly agreed in the contract and separately shown in each wage statement. Upon termination of employment, the prohibition no longer applies; unused vacation is then convertible into money, and the claim is assessed according to the wage last in force, including any salary increase granted shortly before vacation or termination.

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZZ.1995.6**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:16.02.1995
FindInfo-Nummer:O_ZK.2014.749
Titel:** Ferien, Abgeltung**
Resümee:** Art. 329d Abs. 2 OR - Ferien dürfen nicht durch Geldleistungen abgegolten werden; Voraussetzungen für Ausnahmen.**
SOG 1995 Nr. 6 ** Art. 329d Abs. 2 OR***- Ferien dürfen nicht durch Geldleistungen abgegolten werden; Voraussetzungen für Ausnahmen.* Das Ferienrecht steht jedem Arbeitnehmer zu; auch jenem, der nur Teilzeitarbeit leistet. Dasselbe gilt für sog. Aushilfen, wenn ihre Beschäftigung aufgrund eines Rahmenvertrages erfolgt, also unregelmässig, aber stets gemäss denselben, zum voraus vereinbarten Bedingungen (Streiff / von Kaenel, Leitfaden zum Arbeitsvertragsrecht, Zürich 1993, N 5 zu Art. 329a OR). Die Ferien dürfen während der Dauer des Arbeitsverhältnisses nicht durch Geldleistungen abgegolten werden (Art. 329d Abs. 2 OR). Das Abgeltungsverbot ist absolut zwingend (Art. 361 Abs. 1 OR). Der Ferienlohn ist während der Ferien zu bezahlen, bzw. der ordentliche Lohn läuft während des Ferienbezugs einfach weiter. Darum ist es grundsätzlich nicht statthaft, den Lohn für die Ferienzeit in die Lohnzahlungen für die Arbeitsleistungen einzurechnen bzw. zuzuschlagen (Streiff/von Kaenel, a.a.O., N 9 zu Art. 329d OR). Zwar hat die Praxis bei sehr unregelmässiger Arbeitsleistung und bei sehr kurzem Arbeitseinsatz Ausnahmen zugelassen, wenn zusätzlich der auf die Ferien entfallende Lohnanteil sowohl im Vertrag wie in jeder einzelnen Lohnabrechnung ausgewiesen war. Vorliegend sind diese strengen Voraussetzungen nicht annähernd erfüllt. Die Arbeitsleistung des Klägers war nicht besonders unregelmässig, und der Arbeitseinsatz mit neun Monaten auch nicht besonders kurz. Der auf die Ferien entfallende Lohnanteil war nur in der Lohnaberechnung, nicht aber im Vertrag erwähnt. Die neuere Theorie wendet sich nun aber mit überzeugender Argumentation prinzipiell gegen die Bezahlung des Ferienlohnes mit jeder einzelnen Lohnzahlung und verlangt in allen Fällen, dass beim vom Arbeitgeber festzulegenden Ferienbezug der volle Ferienlohn ausbezahlt werde; andernfalls werde im Resultat der Ferienzweck sabotiert. Um Nachzahlungen vorzubeugen, ist also selbst bei unregelmässigen oder kurzen Arbeitseinsätzen von einer laufenden Auszahlung des Feriengeldes mit jeder Lohnzahlung abzuraten (Streiff/von Kaenel, a.a.O., N 9 zu Art. 329d OR). Das absolute Abgeltungsverbot gilt nur während der Dauer der Anstellung. Nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses kann der nicht bezogene Ferienanspruch in Geld abgefunden werden. Wird das Arbeitsverhältnis beendet, bevor der Arbeitnehmer seine Ferien beziehen kann, so ist der Ferienanspruch nicht entfallen, sondern bleibt als Anspruch auf Ferienlohn bestehen. Dieser bemisst sich nach dem Lohn, der am Ende des Arbeitsverhältnisses gegolten hat (Rehbinder, Berner Kommentar, N 16 zu Art. 329d OR). Hat ein Arbeitnehmer kurz vor den Ferien eine Lohnerhöhung erhalten, ist auch in den Ferien der höhere Lohn zu bezahlen (Streiff/von Kaenel, a.a.O., N 3 zu Art. 329d OR). Das Arbeitsgericht ist demnach zu Recht davon ausgegangen, dass der Kläger noch einen Ferienlohn einfordern kann, und hat diesen korrekt aufgrund des zuletzt geltenden monatlichen Bruttolohns berechnet. * Obergericht Zivilkammer, Urteil vom 16. Februar 1995*

Schlagwörter

vacation paysalary offsetmandatory lawemployment terminationunused vacation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether vacation entitlement may be compensated by salary payments during employment

Extrahierter Entscheid

No. Vacation may not be compensated by money during the employment relationship, except in narrowly defined exceptional cases that were not met here.

Extrahierte Begründung

Art. 329d(2) OR is absolutely mandatory under Art. 361(1) OR. Even for irregular or short-term work, any exception requires clear disclosure of the vacation wage both in the contract and in each wage statement; those strict conditions were not fulfilled.

Kernrechtsfrage

Whether unpaid vacation pay remains claimable after termination and how it must be calculated

Extrahierter Entscheid

Yes. After termination, unused vacation can be paid out in money, and the claim is based on the wage valid at the end of employment.

Extrahierte Begründung

The prohibition on monetary compensation applies only during the employment relationship. Once employment ends, the unused vacation right survives as a claim to vacation pay, which must be calculated on the last applicable gross monthly salary.

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