Compensation for appointed counsel set at CHF 160 per hour

ZZ.1991.13Übriges Gericht13.01.1991Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Solothurn Bar Association asked the cantonal authorities to raise the hourly rate for uncompensated legal aid work to CHF 160. After a favorable recommendation by the conference of court officers, the Obergericht adopted the request. It held that the time spent by counsel remains the main basis for compensation, that inflation and wage developments justified the increase, and that the new guideline should also govern official defense and, where legal aid principles apply, administrative proceedings. The court also clarified that the fixed rate covers all of the lawyer’s work except disbursements.

Omnilex-Regeste

§ 112 ZPO; compensation of appointed counsel: the hourly rate may be fixed by guideline and adjusted to inflation and wage development. Time spent remains the primary basis of remuneration; the fixed rate is presumed to cover all counsel services, while only disbursements may be claimed separately. The guideline also extends to official defense and, mutatis mutandis, to administrative proceedings where legal aid principles apply. Deviations remain permissible in justified individual cases (consid. not specified).

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZZ.1991.13**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:14.01.1991
FindInfo-Nummer:O_ZK.2015.158
Titel:** Unentgeltlicher Rechtsbeistand, Entschädigung, Kreisschreiben**
Resümee:§ 112 ZPO. Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes. Kreisschreiben des Obergerichtes vom 14. Januar 1991 an die Richterämter des Kantons betreffend die Entschädigungen der unentgeltlichen Rechtsbeistände und amtlichen Verteidigungen.
SOG 1991 Nr. 13 *§ 112 ZPO.Entschädigung des unentgeltlichen Rechtsbeistandes.Kreisschreiben des Obergerichtes vom 14. Januar 1991 an die Richterämter des Kantons betreffend die Entschädigungen der unentgeltlichen Rechtsbeistände und amtlichen Verteidigungen. Mit Brief vom 1. Oktober 1990 an die Gerichtsbeamtenkonferenz beantragt der Solothurnische Anwaltsverband, die Stundenansätze für die Parteientschädigungen in den Fällen der unentgeltlichen Rechtspflege auf 160 Franken heraufzusetzen. Die Gerichtsbeamtenkonferenz hat am 5. November 1990 zum Begehren befürwortend Stellung genommen und es zur abschliessenden Behandlung an das Obergericht weitergeleitet. Der Zeitaufwand des Anwaltes ist nach ständiger Praxis aller Gerichte im Kanton der wichtigste Faktor für die Festsetzung der Entschädigungen der unentgeltlichen Rechtsbeistände. Die Ansätze sollen der allgemeinen Entwicklung der Erwerbseinkommen Rechnung tragen. Vor 25 Jahren galt als Richtlinie ein Ansatz von 60 Franken pro Stunde. Etwa 1980 wurden die Ansätze auf 100 Franken erhöht und seit 1984 werden in der Regel 130 Franken berechnet. Die Löhne sind im allgemeinen auch in den letzten Jahren der Teuerung angepasst worden. Vom November 1984 bis zum November 1990 ist der Landesindex der Konsumentenpreise von 105,1 auf 124,7 Punkte angestiegen. Diese Entwicklung der Teuerung allein rechtfertigte eine Erhöhung der Stundenansätze um ca. 20 Prozent. Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass seit 1984 besonders in den Wirtschaftszweigen, mit denen die Anwälte im Besoldungswesen Schritt halten müssen, auch Reallohnverbesserungen eingetreten sind (vgl. "Die Volkswirtschaft", 1989, 9/39). Wir halten die Erhöhung der Stundenansätze auf 160 Franken im anbegehrten Sinne deshalb für angemessen und ersuchen Sie, die Entschädigungen der unentgeltlichen Rechtsbeistände künftig auf dieser Basis zu berechnen. Wie Ihnen die Präsidenten der Strafkammern und des Kriminalgerichtes mitgeteilt haben, sollen auch die amtlichen Verteidigungen nach diesen Ansätzen entschädigt werden. Dasselbe gilt für das Verwaltungsgerichtsverfahren, soweit dort die Grundsätze der unentgeltlichen Rechtspflege zur Anwendung gelangen. Die Ansätze sind weiterhin als Richtlinie zu betrachten, von der im begründeten Einzelfall abgewichen werden kann. Mit der Berechnung eines festen Stundenansatzes werden im Übrigen alle Aufwendungen des Anwaltes entschädigt. Zusätzlich geltend gemacht werden können die Auslagen, nicht aber der Kanzleiaufwand und andere Dienste, die der Anwalt für die Ausführung seines Mandates benötigt. * Gesamtgericht, Urteil vom 14. Januar 1991

Schlagwörter

legal aidappointed counselcompensationhourly rateofficial defensecourt guidelinesexpensesinflation

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the hourly rate for appointed counsel should be increased to CHF 160.

Extrahierter Entscheid

The court considered CHF 160 per hour appropriate and instructed that appointed counsel be compensated on that basis.

Extrahierte Begründung

The court relied on the long-standing practice that time spent is the key factor, noted inflation since 1984, and also considered general real wage increases.

Kernrechtsfrage

Whether the new hourly rate also applies to official defense work and to administrative court proceedings involving legal aid principles.

Extrahierter Entscheid

Yes. The same rate should apply to official defense and, where legal aid principles apply, to administrative proceedings.

Extrahierte Begründung

The court expressly extended the guideline to these comparable proceedings.

Kernrechtsfrage

Which additional items may be claimed on top of the fixed hourly rate.

Extrahierter Entscheid

Only disbursements may be claimed; office overhead and other services needed to perform the mandate are not separately compensable.

Extrahierte Begründung

The court stated that the fixed hourly rate covers all the lawyer’s work except expenses.

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