Plaintiff’s absence does not justify dismissal if counsel appears

ZZ.1990.21Übriges Gericht11.02.1990Annulled

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The plaintiff failed to appear personally at the first hearing despite a summons requiring personal attendance, but her authorized representative was present. The Gerichtspräsident therefore dismissed the proceedings. On recourse, the Obergericht held that personal appearance may be required for conciliation, yet the sanction is not dismissal when counsel attends. Dismissal under § 220 Abs. 3 ZPO applies only if neither the party nor her authorized representative appears. The recourse was therefore upheld and the dismissal order set aside.

Omnilex-Regeste

§ 220 Abs. 3 ZPO, § 48 ZPO, § 119 Abs. 1 ZPO, § 221 ZPO; dismissal for non-appearance at the first hearing is impermissible where the plaintiff is represented by an authorized agent. A party capable of acting may generally be represented unless personal appearance is expressly required. In the präsidial procedure the first hearing serves also as conciliation; personal attendance may be ordered for that purpose. However, the sanction of striking the case off the roll under § 220(3) ZPO presupposes that neither the party nor a duly authorized representative appears and thus the required oral submission of claims and evidence is omitted (consid. 2). Where counsel attends, only the consequences provided for failure to attend conciliation apply, not dismissal.

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZZ.1990.21**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:12.02.1990
FindInfo-Nummer:O_ZK.2015.179
Titel:** Säumnis des Klägers**
Resümee:§ 220 Abs. 3 ZPO. Das Ausbleiben des persönlich vorgeladenen Klägers, dessen Vertreter zum ersten Rechtstag erscheint, führt nicht zur Abschreibung des Verfahrens.
SOG 1990 Nr. 21 **§ 220 Abs. 3 ZPO.*Das Ausbleiben des persönlich vorgeladenen Klägers, dessen Vertreter zum ersten Rechtstag erscheint, führt nicht zur Abschreibung des Verfahrens. Der Gerichtspräsident hatte die Parteien in der Vorladung verpflichtet, persönlich zum ersten Rechtstag zu erscheinen. Der Vertreter der Klägerin war anwesend, dagegen erschien die Klägerin selbst unentschuldigt nicht zu dieser Verhandlung. Der Gerichtspräsident schrieb deswegen das Verfahren ab. Das Obergericht schützte den von der Klägerin erhobenen Rekurs aus folgenden Gründen: Jede prozessfähige Partei kann sich durch einen Bevollmächtigten vertreten lassen, sofern die Zivilprozessordnung nicht persönliches Erscheinen vorschreibt (§ 48 ZPO).So haben die Parteien zur Aussöhnungsverhandlung persönlich zu erscheinen (§ 119 Abs. 1 ZPO).Im präsidiellen Verfahren findet keine eigentliche Aussöhnungsverhandlung statt; der erste Rechtstag dient zugleich der Aussöhnung der Parteien (§ 221 ZPO).Weil der Gerichtspräsident am ersten Tag versuchen soll, den Streit gütlich beizulegen, ist es zulässig, in der Vorladung zu verlangen, dass die Parteien persönlich erscheinen. Erscheint der Kläger im amtsgerichtlichen Verfahren nicht zur Aussöhnungsverhandlung, so zieht dies Kostenfolgen nach sich; der Prozess wird deswegen jedoch nicht abgeschrieben (§ 135 Abs. 3 ZPO i.V. mit § 125 Abs. 2 ZPO; vgl. auch SOG 1983 Nr. 7 für das Appellationsverfahren).Auch das präsidielle Verfahren kann nicht abgeschrieben werden, weil der Kläger nicht persönlich zum ersten Rechtstag erscheint. § 220 Abs. 3 ZPO droht dem Kläger für den Fall des Ausbleibens die Abschreibung des Prozesses an, weil am ersten Rechtstag die Klagebegehren und Beweisanträge zu Protokoll zu geben sind (§ 221 Abs. 2 ZPO).Bleibt der Kläger in dieser Hinsicht säumig, so verhält es sich gleich, wie wenn im amtsgerichtlichen Verfahren die schriftlich begründete Klage nicht eingereicht wird, was zur Abschreibung des Prozesses führen kann. Die schriftlich begründete Klage kann jedoch ohne weiteres von einem Bevollmächtigten eingereicht werden. Im Sinne von § 220 Abs. 3 ZPO bleibt der Kläger somit nur dann aus, wenn weder er persönlich noch ein von ihm bevollmächtigter Vertreter zum ersten Rechtstag erscheint. * Obergericht Zivilkammer, Urteil vom 12. Februar 1990

Schlagwörter

non-appearancepersonal attendancerepresentationconciliationdismissalprocedural sanction

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a case may be dismissed when a personally summoned plaintiff fails to appear, but an authorized representative attends the first hearing.

Extrahierter Entscheid

No. Dismissal is not justified if the plaintiff's authorized representative appears; under the procedural rules, the plaintiff is absent only when neither she nor her representative appears.

Extrahierte Begründung

The court held that parties may generally act through an authorized representative unless personal appearance is expressly required. Although personal attendance may be required for conciliation purposes at the first hearing, the sanction for absence at the conciliation stage is only cost consequences, not dismissal. Dismissal under § 220(3) ZPO concerns failure to appear for the purpose of entering claims and evidence requests, which is not the case when counsel attends.

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