Proof of receipt of warning under military duty replacement law

ZZ.1988.19Übriges Gericht20.01.1988Not Examined

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The criminal chamber held that liability under Art. 42(1) MPG presupposes both proper service and knowledge of the warning about non-payment of the military duty replacement tax. A warning sent by registered mail but not collected is not enough under the deemed-service rules. As a rule, proof of receipt requires an acknowledgment of receipt. Exceptionally, proof is also sufficient where the debtor intentionally refuses registered mail in order to avoid learning of the expected warning.

Omnilex-Regeste

Art. 42 Abs. 1 MPG; proof of receipt and knowledge of the warning as conditions of punishability for non-payment of military duty replacement tax. The statutory warning must be both duly served and actually brought to the debtor’s knowledge, since service and knowledge are constitutive elements of the offence. The civil-law fiction of deemed service of uncollected registered mail does not apply to this penal prerequisite. Proof is ordinarily furnished by an acknowledgment of receipt; it may exceptionally be replaced by evidence that the debtor, anticipating the warning, intentionally refused acceptance of registered mail in order to evade punishment (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZZ.1988.19**
Instanz:Strafkammer
Entscheiddatum:21.01.1988
FindInfo-Nummer:O_ST.2015.140
Titel:** Beweis für Empfang, Verwarnung wegen Nichtbezahlung des Militärpflichtersatzes, Verweigerung des Empfangs**
Resümee:** Art. 42 Abs. 1 MPG. Für den Beweis, dass der Ersatzpflichtige die vorgeschriebene Verwarnung wegen der Nichtbezahlung des Militärpflichtersatzes zur Kenntnis genommen hat, ist grundsätzlich eine Empfangsbestätigung erforderlich. Es genügt jedoch auch der Nachweis, dass er den Empfang eingeschriebener Postsendungen verweigert, weil er das Eintreffen der Verwarnung erwartet.**
SOG 1988 Nr. 19 ** Art. 42 Abs. 1 MPG.*Für den Beweis, dass der Ersatzpflichtige die vorgeschriebene Verwarnung wegen der Nichtbezahlung des Militärpflichtersatzes zur Kenntnis genommen hat, ist grundsätzlich eine Empfangsbestätigung erforderlich. Es genügt jedoch auch der Nachweis, dass er den Empfang eingeschriebener Postsendungen verweigert, weil er das Eintreffen der Verwarnung erwartet. Nach Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Militärpflichtersatz (MPG) wird der Ersatzpflichtige, der die Ersatzabgabe schuldhafterweise, ungeachtet vorausgegangener Verwarnung, nicht innert der in Art. 33 Abs. 3 MPG bezeichneten zweiten Nachfrist bezahlt, mit Haft bis zu zehn Tagen bestraft. Damit wird die Missachtung einer vorausgegangenen Verwarnung verlangt. Sie setzt sowohl eine ordnungsgemässe Zustellung als auch eine entsprechende Kenntnisnahme der Verwarnung durch den Ersatzpflichtigen voraus. Sowohl Zustellung als auch Kenntnisnahme sind Tatbestandsmerkmale und damit Strafbarkeitsvoraussetzungen (vgl. BGE 89 IV 223 f.). Unter diesen Umständen genügt eine eingeschriebene Verwarnung, die dem Ersatzpflichtigen nicht ausgehändigt werden kann und von ihm innert der ihm avisierten Frist nicht abgeholt wird, nicht. Die prozessuale Regel, dass in einem solchen Fall die Sendung als am letzten Tag der Abholfrist zugestellt gilt (BGE 100 III 3 ff. und 104 Ia 466 ff.), findet hier keine Anwendung. Für den Beweis, dass die in Art. 42 Abs. 1 MPG verlangte Verwarnung zugestellt und zur Kenntnis genommen wurde, ist vielmehr grundsätzlich eine Empfangsbestätigung erforderlich. Es genügt jedoch auch der Nachweis, dass der Ersatzpflichtige die Kenntnisnahme eingeschriebener Postsendungen in der sicheren Erwartung, dass eine Verwarnung im Sinne von Art. 42 Abs. 1 MPG eintrifft, vorsätzlich verweigert, um sich dadurch einer Bestrafung zu entziehen. * Obergericht Strafkammer, Urteil vom 21. Januar 1988

Schlagwörter

military duty replacement taxwarningreceiptregistered mailknowledgeproofrefusal of deliverypunishability

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

What proof is required that the debtor received the statutory warning for non-payment of military duty replacement tax under Art. 42(1) MPG?

Extrahierter Entscheid

As a rule, receipt of the warning must be proven by an acknowledgment of receipt; however, proof also suffices if the debtor deliberately refused to accept registered mail while expecting the warning.

Extrahierte Begründung

Receipt and knowledge of the warning are constituent elements of liability under Art. 42(1) MPG. Therefore, ordinary deemed service rules for uncollected registered mail do not apply; the decisive point is actual knowledge, which may be inferred from a deliberate refusal to accept registered mail.

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