Recourse allowed when only costs are challenged

ZZ.1980.17Übriges Gericht09.07.1980Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Obergericht Criminal Chamber held that a criminal order may be contested solely in respect of costs and compensation. Even though the objection procedure under §§ 134 ff. StPO contained no express provision, the court applied an analogy to the appeal and cassation rules, which expressly permit a costs-only challenge. It considered it procedurally inefficient to require an intermediate review by the court president before a recourse to the Obergericht could be filed.

Omnilex-Regeste

§§ 134 ff., 198 StPO; costs-only challenge against a criminal order: a recourse to the Obergericht is admissible. Where the objection procedure against a criminal order does not expressly regulate an appeal limited to costs and compensation, the lacuna is to be filled by analogy to the provisions on appeal and cassation, which permit a remedy confined to the costs point. Procedural economy precludes requiring an unnecessary intermediate instance before the Obergericht can review the costs decision (consid. implicit).

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZZ.1980.17**
Instanz:Strafkammer
Entscheiddatum:10.07.1980
FindInfo-Nummer:O_ST.2015.145
Titel:** Rekurs ans Obergericht bei ausschliesslicher Anfechtung des Kostenpunktes**
Resümee:§§ 134 ff., 198 StPO. Will eine Strafverfügung ausschliesslich im Kostenpunkt angefochten werden, ist der Rekurs ans Obergericht zulässig.
SOG 1980 Nr. 17 **§§ 134 ff., 198 StPO.*Will eine Strafverfügung ausschliesslich im Kostenpunkt angefochten werden, ist der Rekurs ans Obergericht zulässig. Das Obergericht hatte die Frage zu entscheiden, ob und wie eine Strafverfügung ausschliesslich im Kostenpunkt angefochten werden könne. Es äusserte sich dazu wie folgt: Bei vergleichender Betrachtungsweise ergibt sich, dass im Rechtsmittelverfahren die Möglichkeit, ein Rechtsmittel allein im Kosten- und Entschädigungspunkt, nicht aber im Strafpunkt zu ergreifen, gegeben ist (vgl. § 173 Abs. 3 StPO für die Appellation und §§ 182 Abs. 3 und 190 Abs. 2 StPO für die Kassationsbeschwerde gegen Urteile des Schwurgerichts und der Schwurgerichtskammer sowie gegen Urteile des Amtsgerichtspräsidenten und des Friedensrichters), und zwar allemal in Gestalt des Rekurses an das Obergericht (vgl. §§ 198 StPO).Hingegen fällt nun auf, dass eine entsprechende Bestimmung im Einspracheverfahren gegen Strafverfügungen fehlt (vgl. §§ 134 ff. StPO). Es wäre indessen unverständlich und aus prozessökonomischer Sicht unerwünscht, wenn bei den Strafverfügungen des Untersuchungsrichters eine auf den Kostenentscheid beschränkte Anfechtungsmöglichkeit nicht zugelassen wäre. In Analogie zu den Bestimmungen über die Appellation und die Kassationsbeschwerde muss es möglich sein, gegen den in der Strafverfügung enthaltenen Kostenentscheid beim Obergericht Rekurs einzulegen. Es käme einer völlig unnötigen Erweiterung gleich, wenn im Verfahren der auf den Kostenpunkt beschränkten Einsprache gegen eine Strafverfügung zunächst der Gerichtspräsident mit der Sache befasst werden müsste, und erst der von ihm gefällte Entscheid mittels Rekurses an das Obergericht weitergezogen werden könnte. * Obergericht Strafkammer, Urteil vom 10. Juli 1980

Schlagwörter

criminal procedurecostsappeal admissibilityanalogyprocedural economy

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether a criminal order may be appealed only on the costs issue by recourse to the Obergericht.

Extrahierter Entscheid

Yes. An appeal confined to the costs and compensation portion is admissible by recourse to the Obergericht.

Extrahierte Begründung

Although the ordinary objection procedure against criminal orders contains no express rule on a costs-only challenge, comparable appeal and cassation provisions allow a remedy limited to costs. For procedural economy, the same solution applies by analogy to criminal orders, so the costs decision can be brought directly before the Obergericht.

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