Non-payment of military service replacement tax: culpability

ZZ.1980.15Übriges Gericht13.05.1980Confirmed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Obergericht, Criminal Chamber, clarified that for culpable non-payment of military service replacement tax, the decisive question is whether the liable person could pay by the end of the second grace period or had culpably caused insolvency. The mere fact that the person did not apply for remission or deferral is not sufficient to establish culpability; at most, it may be relevant as an additional indication in exceptional cases. The decision rejects the lower judge’s approach that inferred bad faith mainly from the absence of such an application.

Omnilex-Regeste

Art. 33 Abs. 3, Art. 42 Abs. 1 MPG; culpable non-payment of the replacement tax. The omission of an application for remission or deferral is not a constitutive element of culpability under Art. 42 MPG, but pertains only to the referral of the matter to the criminal judge under Art. 33 MPG. Culpability exists where the liable person, despite warning and reminder, fails to pay although economically able to do so at expiry of the second grace period, or where insolvency was culpably brought about. The debtor's financial situation is therefore decisive; the omission of a remission or deferral request may at most serve as an additional indicium of lack of willingness or ability to pay (consid. unspecified).

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZZ.1980.15**
Instanz:Strafkammer
Entscheiddatum:14.05.1980
FindInfo-Nummer:O_ST.2015.143
Titel:** Schuldhafte Nichtbezahlung der Ersatzabgabe**
Resümee:** Art. 33 Abs. 3, Art. 42 Abs. 1 Bundesgesetz über Militärpflichtersatz. Schuldhafte Nichtbezahlung der Ersatzabgabe. Dass der Ersatzpflichtige nicht um Erlass oder Stundung der Abgabe nachgesucht hat, ist nur für die Überweisung an den Strafrichter, nicht aber für die Frage der Schuldhaftigkeit entscheidend.**
SOG 1980 Nr. 15 ** Art. 33 Abs. 3, Art. 42 Abs. 1 Bundesgesetz über Militärpflichtersatz.*Schuldhafte Nichtbezahlung der Ersatzabgabe. Dass der Ersatzpflichtige nicht um Erlass oder Stundung der Abgabe nachgesucht hat, ist nur für die Überweisung an den Strafrichter, nicht aber für die Frage der Schuldhaftigkeit entscheidend. Bei der Beurteilung einer Anschuldigung wegen schuldhafter Nichtbezahlung des Militärpflichtersatzes warf der Amtsgerichtspräsident dem betreffenden Beschuldigten vor, er wäre bei seiner miserablen finanziellen Lage verpflichtet gewesen, um Erlass oder Stundung der Abgabe nachzusuchen; seine Gleichgültigkeit müsse ihm als böser Wille und als Verschulden im Sinne von Art. 42 Abs. 1 des Bundesgesetzes über den Militärpflichtersatz (MPG) angelastet werden. Das Obergericht als Rechtsmittelinstanz führte hierzu in seinen Urteilserwägungen folgendes aus: Dieser Betrachtungsweise kann nicht gefolgt werden. Schuldhaftigkeit im Sinne der zitierten Strafbestimmung des MPG liegt vor, wenn der Ersatzpflichtige die Ersatzabgabe trotz Mahnung und Verwarnung nicht bezahlt, obschon er dazu zur Zeit des Ablaufs der zweiten Nachfrist wirtschaftlich in der Lage gewesen wäre, oder schuldhafterweise seine Insolvenz herbeigeführt hat (Walti, Der schweizerische Militärpflichtersatz, Diss. Zürich 1979, S. 229 und die dortigen Zitate).Ausschlaggebend für die Annahme der Schuldhaftigkeit ist also die wirtschaftliche Situation des Ersatzpflichtigen bzw. die schuldhafte Herbeiführung der Insolvenz (z. B. zufolge Arbeitsscheu oder Liederlichkeit), Dass der Ersatzpflichtige nicht um Erlass oder Stundung nachgesucht hat, ist - wie schon aus dem klaren Gesetzestext (Art. 42 und 33 MPG) hervorgeht - nur für die Überweisung an den Strafrichter, nicht aber für die Annahme der Schuldhaftigkeit an sich entscheidend. Allenfalls sind Fälle denkbar, wo ein unterlassenes Stundungsgesuch noch zusätzliches Indiz dafür bildet, dass der Beschuldigte infolge Liederlichkeit nicht fähig oder willens ist, aus den an sich vorhandenen Mitteln die Ersatzabgabe vorrangig zu entrichten. * Obergericht Strafkammer, Urteil vom 14. Mai 1980

Schlagwörter

military service replacement taxculpabilitynon-paymentremissiondeferralinsolvency

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether failure to request remission or deferral is decisive for culpability in non-payment of military service replacement tax.

Extrahierter Entscheid

No. Culpability depends on the debtor's economic ability at the end of the second grace period, or on culpable creation of insolvency; the omission of a remission or deferral request is relevant only for referral to the criminal judge.

Extrahierte Begründung

The statutory wording of Arts. 33 and 42 MPG separates the prerequisites for transmission to the criminal judge from the substantive elements of culpable non-payment. The decisive factor is the economic situation or culpable insolvency, not merely passive inaction toward the administration.

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