Fine conversion after discovery of assets

ZZ.1978.13Übriges Gericht12.12.1978Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Obergericht Strafkammer had to decide whether a fine could be converted into imprisonment after an initial enforcement proceeding had ended with a loss certificate, although later inquiries revealed that the convicted person in fact owned assets of CHF 63,000. The court held that the statutory prerequisite of prior enforcement under Art. 49 Ziff. 2 StGB had already been met by the completed enforcement attempt. No additional debt-enforcement steps were required. A debtor who concealed assets and thereby thwarted enforcement has no protectable interest in insisting on further execution attempts.

Omnilex-Regeste

Art. 49 Ziff. 2 StGB; fine conversion after prior enforcement attempt and later discovery of assets. The prerequisite of a prior debt-enforcement proceeding is fulfilled once the competent enforcement authority has duly pursued execution and obtained a loss certificate. The law does not require repeated or renewed enforcement measures merely because assets are discovered thereafter. The debtor may not rely on an allegedly incomplete exhaustion of enforcement remedies where he himself, by concealing assets, frustrated collection; a person who intentionally prevents a positive enforcement outcome forfeits the protection intended against premature conversion. Considerations from BGE 74 IV 60 are distinguished accordingly.

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZZ.1978.13**
Instanz:Strafkammer
Entscheiddatum:13.12.1978
FindInfo-Nummer:O_ST.2015.94
Titel:** Bussenumwandlung, nachträglich entdeckte Vermögenswerte**
Resümee:** Art. 49 Ziff. 2 StGB. Zur Frage, ob vor der Bussenumwandlung weitere betreibungsrechtliche Schritte nötig sind, wenn nachträglich, nach Durchführung einer ersten Betreibung, dem Verurteilten gehörende Vermögenswerte entdeckt worden sind.**
SOG 1978 Nr. 13 Art. 49 Ziff. 2 StGB. Zur Frage, ob vor der Bussenumwandlung weitere betreibungsrechtliche Schritte nötig sind, wenn nachträglich, nach Durchführung einer ersten Betreibung, dem Verurteilten gehörende Vermögenswerte entdeckt worden sind. Das Obergericht hatte das Gesuch eines Oberamtes um Umwandlung einer Busse von Fr. 1000.- in Haft zu beurteilen. Der Gesuchstellung war eine Betreibung gegen den Verurteilten vorausgegangen, die mit einem Verlustschein geendet hatte. Auf gewisse Einwände des Verurteilten hin stellte das Obergericht Erhebungen über die finanziellen Verhältnisse des Verurteilten an. Die Erhebungen ergaben, dass zwar kein Arbeitseinkommen, wohl aber ein Vermögen von Fr. 63'000.- vorhanden war, so dass der Verurteilte offenbar nicht schuldlos ausserstande war, die Busse zu bezahlen, Das Obergericht befasste sich hierauf mit der Frage, ob nun auf Grund des entdeckten Vermögens ohne weiteres die Umwandlung ausgesprochen werden könne oder ob zuerst noch weitere betreibungsrechtliche Schritte nötig seien. Es führte dazu folgendes aus: Nach BGE 74 IV 60 ist die Umwandlung noch nicht zulässig, wenn eine Bussen-Betreibung unterblieb. Da nun aber seitens des Oberamts Dorneck-Thierstein das Betreibungsverfahren ordnungsgemäss durchgeführt wurde und mit einem Verlustschein endete, ist seitens der Vollzugsinstanz alles vorgekehrt worden, was Art. 49 Ziff. 2 StGB vorschreibt. Es wäre stossend, von der Vollzugsinstanz auch noch zu verlangen, durch Stellung eines erneuten Pfändungsbegehrens, was innerhalb 6 Monaten möglich ist, oder durch neue Betreibung eventuell doch noch ein positives Ergebnis der Zwangsvollstreckung zu erwirken. Dem Bussenschuldner, zu dessen Schutz vor übereilter Umwandlung die vorgängige Betreibung offensichtlich statuiert ist, können diesfalls keine schutzwürdigen Interessen mehr zugebilligt werden. Es ist davon auszugehen, dass der Bussenschuldner durch Verheimlichung von Vermögenswerten einen Pfändungsbetrug im Sinne von Art. 164 Ziff. 1 Abs. 3 StGB begangen hat und deshalb keines Schutzes mehr würdig ist. Wer ein positives Ergebnis einer Betreibung durch strafbare Handlung vereitelt, soll sich eben selbstredend nicht noch darauf berufen können, es liege ein nicht vollständiges Durchspielen der Zwangsvollstreckung vor. Obergericht Strafkammer, Urteil vom 13. Dezember 1978

Schlagwörter

fine conversionenforcementloss certificateconcealed assetscustodial substitute sentencedebtor misconduct

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether further enforcement steps are required before converting a fine into imprisonment when assets are discovered only after an initial unsuccessful enforcement attempt.

Extrahierter Entscheid

No further enforcement measures are required once the enforcing authority has duly carried out the prescribed enforcement and obtained a loss certificate; discovered hidden assets do not prevent conversion.

Extrahierte Begründung

Article 49(2) StGB is satisfied by the completed enforcement attempt. Requiring a renewed seizure request or a fresh enforcement attempt would be unreasonable. A debtor who concealed assets and thereby frustrated enforcement cannot invoke the incomplete exhaustion of coercive enforcement.

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