Debt assignment under Art. 291 ZGB and review of finances

ZZ.1978.1Übriges Gericht03.04.1978Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Obergericht dismissed A.G.'s appeal against the assignment order under Art. 291 ZGB. It held that the court ordering assignment of an already adjudicated maintenance claim normally does not have to reassess the parties' finances, since any change must be pursued by a modification action. Only where success of such an action is plainly clear should restraint be exercised. Here, A.G.'s income had increased materially since the maintenance was fixed, so no obvious basis existed to refuse the assignment.

Omnilex-Regeste

Art. 291 ZGB; scope of review of financial circumstances in ordering assignment of maintenance claims: the judge competent to order assignment of a judicially awarded maintenance contribution is, as a rule, not to reassess the financial circumstances underlying the maintenance judgment. Changed circumstances are to be asserted by way of an action for modification of the maintenance order. Restraint in ordering assignment is only required where it is evident that a modification action would clearly succeed. The existence of remarriage and additional household burdens does not suffice if, on the available facts, a successful modification is not apparent (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZZ.1978.1**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:04.04.1978
FindInfo-Nummer:O_ZK.2015.199
Titel:** Schuldneranweisung, Prüfung der finanziellen Verhältnisse**
Resümee:** Art. 291 ZGB. Wie weit hat der für die Anordnung nach Art. 291 ZGB zuständige Richter die finanziellen Verhältnisse der Parteien zu überprüfen, wenn es um die Anweisung eines gerichtlich zugesprochenen Unterhaltsbeitrages geht?**
SOG 1978 Nr.1 ** Art. 291 ZGB.** Wie weit hat der für die Anordnung nach Art. 291 ZGB zuständige Richter die finanziellen Verhältnisse der Parteien zu überprüfen, wenn es um die Anweisung eines gerichtlich zugesprochenen Unterhaltsbeitrages geht? Der Amtsgerichtspräsident hatte den Arbeitgeber des A. G. angewiesen, vom Lohn des A. G. monatlich Fr. 450.- plus Kinderzulagen abzuziehen und direkt der Frau XY zu überweisen für die Kinder Silvia, Hanspeter und René. A. G. erhob gegen die betreffende Verfügung Rekurs und machte geltend, er könne die Unterhaltsbeiträge nicht bezahlen, weil er wieder verheiratet sei und die Ehefrau aus gesundheitlichen Gründen nicht arbeiten könne. Das Obergericht wies den Rekurs ab und führte u. a. folgendes aus: Nachdem der Schuldner ausschliesslich seine prekären finanziellen Verhältnisse geltend macht, fragt sich, wie weit der für die Anordnungen nach Art. 291 ZGB zuständige Richter die finanziellen Verhältnisse der Parteien zu überprüfen hat, wenn der Gesuchsteller - wie im vorliegenden Fall - die Anweisung eines gerichtlich zugesprochenen Unterhaltsbeitrages verlangt. In der Regel hat er diese Verhältnisse nicht mehr zu überprüfen, denn dies hat ja der Richter, welcher die Unterhallsbeiträge festgesetzt hat, getan, und sollten die Unterhaltsbeiträge den Verhältnissen nicht mehr entsprechen, kann dies der Betroffene mit einer Abänderungsklage geltend machen. Immerhin, wenn ohne weiteres klar sein sollte, dass er mit einer Abänderungsklage durchdringen könnte, sollte mit Anweisungen nach Art. 291 ZGB Zurückhaltung geübt werden. Eine solche Situation liegt indessen nicht vor. Es ist darauf hinzuweisen, dass das Obergericht 1970, als es die Unterhaltsbeiträge festsetzte, von einem Verdienst des A. G. von Fr. 1055.- inklusive Kinderzulage ausgegangen ist. Heute verdient A. G. netto Fr. 1846.-, also wesentlich mehr. Unter diesen Umständen ist trotz der Belastung durch die neue Verheiratung und der gesundheitlichen Schwierigkeiten der neuen Ehefrau nicht klar, wie ein Abänderungsprozess ausgehen würde. Es ist auch festzuhalten, dass die Unterhaltsbeiträge für die einzelnen Kinder gewiss nicht hoch angesetzt sind. Die Anweisung ist deshalb durchaus in Ordnung. * Obergericht Zivilkammer, Urteil vom 4. April 1978*

Schlagwörter

maintenancedebt assignmentsalary deductionfinancial circumstancesmodification action

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

How far must the court examine the parties' financial situation when ordering assignment of a court-awarded maintenance claim under Art. 291 ZGB?

Extrahierter Entscheid

As a rule, the court need not re-examine the financial situation already assessed in the maintenance judgment; the debtor must pursue changed circumstances through an action to modify the maintenance order. Restraint is only warranted if it is obvious that such a modification action would succeed.

Extrahierte Begründung

The maintenance amount had already been set in earlier proceedings. A.G.'s current income was significantly higher than when the maintenance was fixed, and it was not clear that a modification action would succeed despite the burden of remarriage and the new wife's health problems.

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