Use of dictated interrogation protocol and leading questions

ZZ.1976.17Übriges Gericht29.04.1976Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The criminal chamber of the Obergericht dismissed the appellant’s objections to the interrogation protocol and to a question put to witness XY. It held that dictation of the protocol by the investigating judge was permissible and sufficiently reliable, especially because the content is read back or submitted for review and confirmed by signature. It further held that the alleged suggestive question was not proven; in any event, suggestive questions were not categorically prohibited under the applicable Solothurn criminal procedure, and the evidentiary weight of the answer remained a matter for free judicial assessment.

Omnilex-Regeste

§ 92 Abs. 1 and 2 StPO; dictation of interrogation protocol by the investigating judge and suggestive questions: dictation of the protocol is admissible where the judge, owing to his file and legal knowledge, concentrates on the essentials and the record is read back or otherwise approved by the examinee, whose signature supports its reliability. Suggestive questions are not per se forbidden unless the applicable procedural law expressly prohibits them; absent such prohibition, their evidentiary value is assessed freely in light of the circumstances, the wording, the person examined, and the subject matter (consid. a-b).

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZZ.1976.17**
Instanz:Strafkammer
Entscheiddatum:30.04.1976
FindInfo-Nummer:O_ST.2015.16
Titel:** Zulässigkeit des Diktats des Einvernahmeprotokolls und von Suggestivfragen**
Resümee:§ 92 Abs. 1 und Abs. 2 StPO. - Zulässigkeit des Diktats des Einvernahmeprotokolls durch den Untersuchungsrichter; - Zulässigkeit von Suggestivfragen.
SOG 1976 Nr. 17 § 92 Abs. 1 und Abs. 2 StPO. - Zulässigkeit des Diktats des Einvernahmeprotokolls durch den Untersuchungsrichter; - Zulässigkeit von Suggestivfragen. Der Beschwerdeführer beanstandet die Art und Weise der Protokollführung und die Befragung der Auskunftsperson XY vermittelst einer Suggestivfrage. a) Die beanstandete Protokollführung, die derart erfolgt sein soll, dass der Untersuchungsrichter die einzuvernehmenden Personen zuerst befragte und das Ergebnis der Befragung alsdann dem Gerichtsschreiber diktierte, mag zwar bewirken, dass der Verlauf des Verhörs zu wenig plastisch dargestellt ist. Anderseits garantiert das Diktat des Untersuchungsrichters, der gestützt auf seine Akten- und Rechtskenntnisse genau weiss, um was es geht, und der sich deshalb auf das Wesentliche konzentrieren kann, durchaus für die inhaltliche Richtigkeit und Wesentlichkeit dessen, was die Befragung ergab. Da ja der Protokollinhalt dem Einvernommenen alsdann vorgelesen oder zum Durchlesen gegeben und von diesem unterschriftlich als richtig anerkannt wird, ist besonders auch aus diesem Grund nicht ersichtlich, dass die beanstandete Art der Protokollführung nicht hinreichend verlässlich wäre. b) Was die Rüge betreffend Suggestivfrage anbelangt, so ist der Beweis, dass die dem Beschwerdeführer suspekte Antwort das Ergebnis eine Suggestivfrage ist, nicht erbracht. (Dies wird näher ausgeführt.) Abgesehen vom fehlenden Beweis der behaupteten Suggestivfrage wäre aber auch bei Vorliegen einer solchen keine strafprozessuale Rechtsverletzung erfolgt. Die solothurnische StPO zählt nicht zu denjenigen, die Suggestivfragen ausdrücklich als verpöntes Mittel der Befragung hinstellen. Offenbar liegt ihr die erst neuerdings wieder als richtig erkannte Auffassung zugrunde, dass Suggestivfragen bei weitem nicht immer zu falschen Auskünften führen, dass es vielmehr auf den Einzelfall, die Art der Fragestellung, die Person des Befragten und auf den Gegenstand der Befragung ankommt, wobei es der freien richterlichen Beweiswürdigung anheimgestellt ist, den Aussagewert und Wahrheitsgehalt der suggestiv erwirkten Antworten zu eruieren (vgl. dazu Robert Hauser, Der Zeugenbeweis im Strafprozess, 1974, S. 290 und 292). * Obergericht Strafkammer, Urteil vom 30. April 1976*

Schlagwörter

interrogation protocoldictationsuggestive questionsevidentiary assessmentcriminal procedure

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the investigating judge may dictate the interrogation protocol to the court clerk after questioning the examinee.

Extrahierter Entscheid

Yes. The practice was considered sufficiently reliable, since the judge can focus on the essential points, the protocol is read back or handed to the examinee, and the examinee confirms its accuracy by signature.

Extrahierte Begründung

Although dictation may make the course of the hearing less vivid, it supports the substantive accuracy and relevance of what was recorded. The signed approval of the protocol further ensures reliability.

Kernrechtsfrage

Whether the allegedly suggestive question used in the examination amounted to a procedural violation.

Extrahierter Entscheid

No. The alleged suggestive question was not proven, and even if it had been, the cantonal criminal procedure did not treat suggestive questions as per se impermissible.

Extrahierte Begründung

The court held that the probative value of such answers depends on the circumstances of the individual case, the wording, the person questioned, and the subject matter; their credibility is left to free judicial evaluation.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.