Partial legal aid; exempting only part of the advance on costs

ZKREK.2007.34Übriges Gericht10.04.2007Partially Granted

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

In an inheritance partition proceeding, the first-instance president denied legal aid and ordered a CHF 15,000 advance on costs. On appeal, the Zivilkammer held that the appellant’s assets allowed him to contribute to litigation costs, but he had to retain a protected reserve of CHF 15,000. It therefore fixed the payable advance at CHF 8,000 and granted legal aid only for the excess amount. Full legal aid was rejected because the appellant could still pay his own party costs within a reasonable period.

Omnilex-Regeste

Art. 29 Abs. 3 BV; § 106 Abs. 1 ZPO; partial legal aid and protected asset reserve: in assessing indigence, the applicant’s assets must generally be used to finance litigation, but a reasonable emergency reserve (Notgroschen) must remain. No fixed exemption amount exists; its level depends on the applicant’s personal and economic circumstances, in particular age and health. If, after deduction of the protected reserve, assets remain available, legal aid may be limited to exemption from the portion of the costs exceeding that available amount. Full legal aid is refused where the applicant can, despite the litigation burden, pay party costs within a reasonable time.

Gesamter Gesetzestext

Geschäftsnummer:** ZKREK.2007.34**
Instanz:Zivilkammer
Entscheiddatum:11.04.2007
FindInfo-Nummer:O_ZK.2007.923
Titel:** Unentgeltliche Rechtspflege, Vermögensfreibetrag**
Resümee:** Teilweise Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Höhe des Vermögensfreibetrages.**
SOG 2007 Nr. 4 ** Art. 29 Abs. 3 BV, § 106 Abs. 1 ZPO.** Teilweise Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege. Höhe des Vermögensfreibetrages. * Sachverhalt:* In einem Erbteilungsverfahren verfügte die Amtsgerichtspräsidentin, das Gesuch des Beklagten um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege werde abgewiesen. Gleichzeitig wurde ihm eine Frist zur Bezahlung des Kostenvorschusses von Fr. 15'000.-- gesetzt. Dagegen liess der Beklagte Rekurs einreichen und beantragte die vollumfängliche integrale unentgeltliche Rechtspflege, eventualiter sei die unentgeltliche Rechtspflege teilweise zu gewähren, indem er zumindest von der Bezahlung der Gerichtskosten (inkl. Kostenvorschüssen) befreit werde. Die Zivilkammer heisst den Rekurs teilweise gut. * Aus den Erwägungen:* 12. Das Vermögen des Rekurrenten beträgt rund Fr. 145'000.--, davon sind laut eigenen Angaben in der Rekursschrift rund Fr. 23'300.-- liquid. Der Rest seines Vermögens ist Gegenstand des Prozesses, bei welchem der Rekurrent um die unentgeltliche Rechtspflege ersucht, und kann dementsprechend nicht berücksichtigt werden. Zur Finanzierung eines Prozesses muss grundsätzlich auch das Vermögen angezehrt werden. Nach herrschender Lehre und Rechtsprechung ist einem Prozessierenden aber ein Notgroschen zu belassen (Alfred Bühler: Die Prozessarmut, Vortrag im Rahmen der Tagung der Schweizerischen Stiftung für die Weiterbildung der Richterinnen und Richter vom 8./9. März 2001, S. 30). Es existieren jedoch keine einheitlich festgesetzten Vermögensfreibeträge. Der zu belassende Notgroschen ist aber um so grosszügiger und höher anzusetzen, je prekärer die wirtschaftliche und soziale Situation des Gesuchstellers ist. So soll einem Gesuchsteller nicht zugemutet werden, ein Vermögen von Fr. 20'000.-- für die Bezahlung von Prozesskosten anzugreifen, wenn er nicht in der Lage ist, seine künftigen Lebens- und Krankheitskosten aus seinem Einkommen zu bestreiten (Bühler, a.a.O., S. 31). Unter Berücksichtigung des Alters und des gesundheitlichen Zustands des Rekurrenten scheint es angemessen, ihm einen Vermögensfreibetrag von Fr. 15'000.-- als Notgroschen zu belassen. Der Rekurrent ist somit verpflichtet, Fr. 8'000.-- von seinem Vermögen in den Prozess zu investieren. Damit hat er einen Gerichtskos­tenvorschuss von Fr. 8'000.-- zu bezahlen. Der Rekurrent wird folglich in dem den Betrag von Fr. 8'000.-- übersteigenden Umfang von der Kostenvorschusspflicht befreit. Im Übrigen wird das Gesuch um integrale unentgeltliche Rechtspflege abgewiesen, da es dem Rekurrenten mit dem oben errechneten Überschuss von Fr. 574.45 möglich ist, seine Parteikosten innert nützlicher Frist (1 bis 2 Jahre) zu bezahlen. * Obergericht Zivilkammer; Urteil vom 11. April 2007 (ZKREK.2007.34)*

Schlagwörter

legal aidasset exemptionadvance on costsemergency reserveindigence

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the appellant was entitled to full legal aid in the inheritance partition case

Extrahierter Entscheid

Full legal aid was denied.

Extrahierte Begründung

The appellant had assets of about CHF 145,000, including about CHF 23,300 liquid assets; after allowing for a necessary reserve, he could still contribute to litigation costs and later pay his own party costs within a reasonable time.

Kernrechtsfrage

What amount of assets had to be left to the appellant as a protected reserve when assessing legal aid

Extrahierter Entscheid

A reserve of CHF 15,000 was appropriate as a necessary emergency reserve.

Extrahierte Begründung

There are no fixed asset exemptions; the reserve must be set more generously depending on the applicant's age and health. Given those circumstances, CHF 15,000 was considered appropriate.

Kernrechtsfrage

Whether the advance on costs had to be reduced or waived beyond the amount of CHF 8,000

Extrahierter Entscheid

The appellant had to pay CHF 8,000; he was exempted only from the portion exceeding that amount.

Extrahierte Begründung

After deducting the protected reserve, CHF 8,000 remained available for litigation costs, so only the excess part of the advance could be waived.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.