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RF.2009.84 ΓÇó Immediate modification of maintenance due to job loss
RF.2009.84Übriges Gericht14.09.2009Other
The husband requested a reduction of spousal maintenance in July 2009 after his employment had been terminated. The lower court rejected the request because unemployment had not yet lasted long enough to amount to a sufficient change. The reviewing court held instead that protective measures are provisional and can be modified at any time, and that a maintenance debtor need not wait for a prolonged period of unemployment before seeking adjustment when the loss of employment endangers his subsistence minimum. Since modification takes effect only prospectively from the filing date, immediate application is permissible.
Art. 179 ZGB; modification of protective-measures maintenance after loss of employment: Eheschutzmassnahmen are provisional and may be adapted at any time to changed circumstances. A maintenance debtor whose income has been reduced by job loss need not first wait until the deterioration has persisted for several months or has become entrenched. Where the loss of work immediately threatens the protected subsistence minimum, a request for reduction may be filed at once; any modification operates only prospectively from the date of filing the application (consid. 2).
Sachverhalt:
Im Juli 2009 verlangte der Ehemann eine Abänderung der Eheschutzmassnahmen. Er machte geltend, die Arbeitsstelle sei ihm schon auf Ende März 2009 gekündigt worden. Nun sei er arbeitslos und erwarte Taggelder von 80 Prozent des letzten Verdienstes oder gut Fr. 3'000.– im monatlichen Durchschnitt. Er könne deshalb keinen Ehegattenunterhalt mehr bezahlen, ohne in sein Existenzminimum einzugreifen.
Aus den Erwägungen:
Die Vorinstanz wies das Gesuch ohne Weiteres ab, weil noch kein Abänderungsgrund gegeben sei. Von einer erheblichen und dauerhaften Verschlechterung der wirtschaftlichen Situation könne erst gesprochen werden, wenn der Ehemann längere Zeit – nach einer Faustregel mindestens während vier Monaten – arbeitslos bleibe. Dabei wurde übersehen, dass Eheschutzmassnahmen provisorischen Charakter haben und jederzeit nach oben wie nach unten abgeändert werden können (BernerKomm/Hausheer/Reusser/Geiser, Art. 179 ZGB N 10). Die Abänderung gilt aber nur für die Zukunft und wird frühestens von der Einreichung des Gesuchs an wirksam (BGE 111 II 103, 107; BaslerKomm/Hasenböhler/Opel, Art. 179 ZGB N 8). Die Lebensrisiken wären einseitig verteilt, wenn man von einem auf den Notbedarf gesetzten Unterhaltspflichtigen verlangen würde, dass er eine Schlechterstellung vorerst hinnimmt und zuwartet, bis sich seine Lage auf tieferem Niveau verfestigt hat. Es muss ihm vielmehr gestattet sein, nach einem Verlust der Arbeitsstelle und dem damit drohenden Eingriff in das absolut geschützte Existenzminimum sogleich eine Anpassung seiner Unterhaltspflicht zu verlangen (KGer SG, FamPra.ch 2003, 636; FamKomm Scheidung/Vetterli, Art. 179 ZGB N 2).