Spousal maintenance despite higher income of one spouse

RF.2009.18Übriges Gericht17.04.2009Other

Zusammenfassung

The court states that spousal maintenance is not determined by whether a spouse can independently cover basic needs, but by preserving the marital standard of living. In a long marriage with dual incomes, maintenance is still owed if it compensates a significant income gap. On the facts discussed, the husband earned about CHF 5,900 net and the wife about CHF 8,000 net, so the difference of more than CHF 2,000 per month was not negligible and had to be balanced.

Regest

Art. 163 ZGB; spousal maintenance in a long-term dual-income marriage: unlike post-marital maintenance, the decisive criterion is not self-sufficiency but preservation of the marital standard of living. Maintenance may be owed even where the recipient spouse can cover own living expenses, if a substantial income disparity exists and the contribution serves to equalize the spouses’ living standards. A merely slight difference does not suffice; an appreciable gap creating a real social disparity is compensable.

Gesamter Gesetzestext

Aus den Erwägungen:

Beim Ehegattenunterhalt ist – im Unterschied zum nachehelichen Unterhalt – nicht die Frage entscheidend, ob ein Ehegatte seinen Lebensbedarf selbst finanzieren kann oder nicht. Der Ehegattenunterhalt hat vielmehr den bisherigen ehelichen Lebensstandard zu gewährleisten oder zumindest sicherzustellen, dass jeder Ehegatte denjenigen Lebensstandard hat, den sich auch der andere leisten kann (KGer SG, FamPra.ch 2008, 176, 177; Lötscher/Trinkler, Unterhalt bei knappen bis mittleren finanziellen Verhältnissen, FamPra.ch 2004, 828, 830). Demnach ist auch in einer langjährigen Doppelverdienstehe Ehegattenunterhalt geschuldet, soweit mit dem Unterhaltsbeitrag nicht bloss eine geringfügige Differenz, sondern ein erhebliches Einkommensgefälle ausgeglichen wird (KGer SG, FamPra.ch 2003, 647, 649; Hausheer/Spycher, Unterhalt nach neuem Scheidungsrecht, N 05.43, 05.114; FamKomm Scheidung/ Schwenzer, Art. 125 ZGB N 45). Hier verdient der Ehemann als Speditionsleiter rund Fr. 5'900.– netto im Monat. Die Ehefrau erreicht als Lehrerin ein monatliches Nettoeinkommen von Fr. 8'000.–. Ein Einkommensunterschied von über Fr. 2'000.– im Monat ist offensichtlich nicht geringfügig oder gar vernachlässigbar, sondern bewirkt einen eigentlichen sozialen Klassenunterschied zwischen den Eheleuten. Dieser ist auszugleichen.

Schlagwörter

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