Illegal clearing does not eliminate forest status

VVGE 1971/75 Nr. 75Übriges Gericht21.09.1971Dismissed

Von Omnilex extrahiert

Omnilex-Zusammenfassung

The Regierungsrat held that the appellant could not benefit in building-law terms from his own unlawful clearing of a tree and shrub stand. The cleared area remained forest under the forest-law definition, which the authority also applied for assessing the statutory building setback. Because the planned building would have failed to respect the required 20-meter forest distance absent the unlawful clearing, the recourse was rejected. The authority also noted that reforestation of the cleared area could be ordered.

Omnilex-Regeste

Art. 10 BauG; Begriff des Waldes und building setback: a tree and shrub stand unlawfully cleared to secure the statutory forest distance remains forest in legal terms. The forest definition of Art. 1 of the federal implementing ordinance is applied in building-police law for assessing compliance with the forest setback. Unlawful self-help cannot create a legal advantage; the decisive point is the situation as it would have existed without the wrongful clearing. The possibility of ordering reforestation under cantonal forest law confirms that forest character is not extinguished by the clearing (consid. 1).

Gesamter Gesetzestext

Entscheidpublikation VVGE 1971/75 Nr. 75, S. 79:

Art. 10 BauG.

Begriff des Waldes.

Entscheid des Regierungsrates vom 21. September 1971 (Nr. 680).

  1. Es wird vom Rekurrenten indirekt zugegeben, dass er den dortigen Waldbestand abgeholzt hat. Diese verbotene Selbsthilfemassnahme des Rekurrenten kann zweifellos nur den Sinn gehabt haben, für sein offenbar schon längere Zeit geplantes Bauvorhaben den gesetzlich notwendigen Waldabstand von 20 m zu erreichen.

Ungeachtet der strafrechtlichen Seite dieses Handelns kann sich der Rekurrent damit in baupolizeilicher Hinsicht keinen Vorteil verschaffen. Es ist unzweifelhaft, dass der dortige gerodete Baum- und Strauchbestand rechtlich als Wald zu bezeichnen ist. Gemäss Art. 1 der eidgenössischen Vollziehungsverordnung zum Bundesgesetz betreffend die eidgenössische Oberaufsicht über die Forstpolizei vom 1. Oktober 1965 gilt als Wald im Sinne der Forstgesetzgebung "jede mit Waldbäumen oder -sträuchern bestockte Fläche, die, unabhängig von der Grösse des Ertrages, Holz erzeugt oder geeignet ist, Schutz- oder Wohlfahrtswirkungen auszuüben. Inbegriffen sind auch vorübergehend unbestockte sowie ertraglose Flächen eines Waldgrundstückes". Absatz 2 dieses Artikels bezeichnet namentlich auch die Strauch- und Gebüschwälder als Wald. In ständiger Praxis hat der Regierungsrat diese forstrechtliche Walddefinition im Baupolizeirecht angewendet, insbesondere bei der Beurteilung der Einhaltung des baugesetzlichen Waldabstandes.

Danach ist festzuhalten, dass das Bauvorhaben des Rekurrenten den erforderlichen Waldabstand nicht eingehalten hätte, wenn der Baum- und Strauchbestand nicht vor dem Aufstellen des Baugespannes widerrechtlich beseitigt worden wäre. Darauf ist abzustellen. Mit der Rodung des Waldes hat der betroffene Boden die Qualifikation als Wald nicht verloren; es handelt sich nach wir vor um Wald. Dies wird auch dadurch verdeutlicht, dass der Regierungsrat gemäss Art. 15 der kantonalen Forstverordnung die Neuaufforstung der gerodeten Fläche vom Rekurrenten verlangen kann und im vorliegenden Fall zweifellos auch verlangen wird. Im übrigen müsste es geradezu als stossend und das gesunde Rechtsempfinden verletzend bezeichnet werden, wenn jemand über den Weg einer eigenmächtigen widerrechtlichen Handlung sich einen Rechtsvorteil erwerben könnte. Das vom Rekurrenten gewählte Vorgehen darf keinen Rechtsschutz verdienen.

Schlagwörter

forest statusbuilding setbackillegal clearingself-helpreforestationbuilding police law

Von Omnilex extrahiert

Kernrechtsfrage

Whether the cleared tree and shrub stand still counts as forest for the required building setback.

Extrahierter Entscheid

Yes. The cleared area remained forest in the legal sense; the appellant could not gain a building-law advantage from his unlawful clearing.

Extrahierte Begründung

The authority applied the forest-law definition of forest also in building police law. Unlawful self-help clearing cannot change the legal character of the land, and otherwise a person could acquire a legal advantage through wrongful conduct. Reforestation could also be ordered, confirming the continued forest character.

Setzen Sie Ihre Recherche in ChatGPT oder Claude fort

Verbinden Sie Omnilex, um den Rechtskorpus über Ihren KI-Assistenten zu durchsuchen.