No lawful award without formal award decision

V 99 159Übriges Gericht27.07.1999Modified

Zusammenfassung

The bidder challenged the non-consideration of its offers. The court held that the awarding authority could not replace the required formal award decision by a letter from the planning engineering office. Because § 17 öBG requires an appealable award decision with minimum content, including the price of the winning offer and a brief reasons statement, and because service must be effected under § 27 Abs. 2 öBG, the omission meant that no lawful award had occurred. The court therefore entered a declaratory ruling and remanded the matter to the respondent to remedy the defects.

Regest

§ 17 öBG, § 27 Abs. 2 öBG; award must be made by an appealable formal decision containing the statutory minimum content, in particular the price of the selected offer and a brief statement of reasons; notification by mere letter from the planning engineering office is insufficient. The absence of such a decision is not a mere formal defect but means that no lawful award has been made at all. In such a case, the court must record this by declaratory ruling and remand the matter to the awarding authority for cure of the defects.

Gesamter Gesetzestext

Aus den Erwägungen:

    • (...)

c) Die Beschwerdegegnerin hat dem Beschwerdeführer die Nichtberücksichtigung seiner beiden Angebote unbestrittenerweise durch einen Brief des planenden Ingenieurbüros mitteilen lassen. Gemäss § 17 öBG hat der Zuschlag jedoch durch eine anfechtbare formelle Zuschlagsverfügung der zuständigen Vergabebehörde mit dem in dieser Bestimmung aufgeführten Mindestinhalt zu erfolgen. Darin sind insbesondere auch der Preis des berücksichtigten Angebotes und eine kurze Begründung, warum das berücksichtigte Angebot das wirtschaftlich günstigste ist, aufzuführen. Erst zusammen mit diesen Angaben ist eine sachgerechte Anfechtung mit Beschwerde möglich. Diese Verfügung ist den betroffenen Anbieterinnen durch Zustellung zu eröffnen (§ 27 Abs. 2 öBG). Indem die Vergabebehörde eine solche Verfügung unterlassen hat, hat sie nicht nur einen gravierenden formellen Fehler begangen; vielmehr ist ein gesetzeskonformer Zuschlag gar nicht erfolgt. Dies ist im Rechtsspruch im Sinne einer Feststellungsverfügung festzuhalten. Die Sache ist daher an die Beschwerdegegnerin zur Behebung der Mängel zurückzuweisen.

Schlagwörter

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