Applicant must substantiate request for free legal aid

S 98 359Übriges Gericht18.10.1998Confirmed

Zusammenfassung

The court states that an applicant for free legal aid or appointed counsel must himself demonstrate and document that the conditions are met. He bears the main burden of collecting the factual basis and submitting the necessary supporting records. The inquisitorial principle may allow the authority to set a short deadline for missing documents or to clarify isolated points ex officio, but it does not remove the applicant’s duty to substantiate the request. In administrative justice proceedings, where no special free-legal-aid hearing is usually held, the substantiation requirements are heightened.

Regest

Free legal aid; burden of substantiation and proof lies with the applicant. The applicant must present and document all prerequisites for legal aid and appointed counsel; the authority’s inquisitorial powers do not relieve this duty. They may, however, justify a limited opportunity to supplement missing evidence or isolated ex officio inquiries. In administrative justice proceedings, where no separate hearing on legal aid is generally held, the requirements for reasoning and substantiating the request are correspondingly stricter; claimed expenses must be documented in the file.

Gesamter Gesetzestext

Im Rahmen eines Gesuchs um Gewährung der unentgeltlichen Verbeiständung obliegt es dem Gesuchsteller, aufzuzeigen und zu belegen, dass er sämtliche Voraussetzungen für die Gewährung erfüllt. Es liegt an ihm, die zur Beurteilung notwendigen Unterlagen einzureichen und sein Gesuch entsprechend zu substantiieren (vgl. LGVE 1996 I Nr. 26 S. 44). Diese Mitwirkungs- und Begründungspflichten bei UR-Verfahren sind sowohl im Zivil- als auch im Sozialversicherungsprozess die gleichen. Der UR-Gesuchsteller trägt die Hauptlast bei der Sammlung der tatsächlichen Grundlagen. Die Offizialmaxime gebietet dabei zwar, dass unter Umständen Nachfrist zur Auflage von einzelnen Belegen anzusetzen ist oder singuläre Abklärungen von Amtes wegen vorzunehmen sind. Sie ersetzt aber nicht die Pflicht des Gesuchstellers, sein Gesuch ausreichend zu begründen und die sachbezüglichen Nachweise zu erbringen. Gerade in Verwaltungsjustizverfahren, in deren Rahmen im Unterschied zu Zivilverfahren bei einem UR-Gesuch in der Regel keine spezielle UR-Verhandlung durchgeführt wird (vgl. § 133 Abs. 1 ZPO), sind an die Begründung und den Substantiierungsgrad der UR-Gesuche erhöhte Anforderungen zu stellen. Die geltend gemachten Auslagen sind sodann aktenmässig zu belegen.

Zum Verfahren siehe auch Nrn. 2, 7, 16, 45 und 47

Schlagwörter

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